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Chirurgie und Ästhetik
Chirurgie Schwarzach kreiert Abteilungskalender 2005

 

[4 Pressefotos anzeigen]
Als bildbezogene Disziplin verlangt Chirurgie nicht nur nach Präzision, sondern auch nach einem sicheren Gefühl für Ästhetik. Ein Schwarzacher Chirurg bringt diesen Umstand durch die Gestaltung eines Kalenders mit eigenen Photographien zum Ausdruck.

Bilder spielen in der Chirurgie eine zentrale Rolle, denn ohne anatomisches Vorstellungsvermögen und ohne bildgebende Diagnostik sind Planung und exakte Durchführung der operativen Behandlung undenkbar. Ästhetisches Empfinden, detailgenaues Vorgehen und saubere Operationstechnik verhelfen dem Chirurgen zu besserer Übersicht im Operationsfeld, vermeiden Blutverlust, verringern die Komplikationsrate und schaffen somit die Voraussetzung für ein zufrieden stellendes funktionelles und kosmetisches Ergebnis - Faktoren, die letztendlich dem Patienten zugute kommen.

Auch Photographie ist ein technischer und zugleich kreativer Prozess. Die Übertragung der aus der Chirurgie gewohnten und praktizierten Präzision auf die photographische Tätigkeit begünstigt eine Standardisierung der Arbeitsweise. Prim. Messenbäck, Leiter der Abteilung Chirurgie am Krankenhaus Schwarzach im Pongau, beschäftigt sich seit 1984 intensiv mit dem Medium Photographie. Nach und nach entstanden dabei u. a. Serien über englische Kathedralen, über die Hebriden und Neuseeland.
"Beide Themen, Chirurgie und Photographie, bestimmen seit nunmehr zwei Jahrzehnten meinen Lebensweg und beeinflussen sich in starkem Maße gegenseitig. Photographie bewirkt Entspannung und Rekreation von chirurgischen Anforderungen und liefert gleichzeitig wichtige Impulse für das medizinische Betätigungsfeld", hebt Messenbäck die Bedeutung eines künstlerischen Gegenpols zu seiner Arbeit als Chirurg hervor.

Wie wichtig ästhetisches Vorgehen für die operative Medizin ist, zeigt sich am deutlichsten in der Entwicklung bzw. Modifizierung neuer und narbenvermeidender Methoden. So nimmt die Abteilung Chirurgie Schwarzach weltweit eine führende Position auf dem Gebiet der endoskopischen Schilddrüsenoperation ein ( http://www.pte.at/pte.mc?pte=031124042&phrase=schilddr%FCse ).

Chirurgie ist mehr als der operative Eingriff in den Körper, und Photographie ist mehr als das Abbilden von Objekten. Beide Disziplinen verlangen nach Gesetzmäßigkeiten und nach harmonischem Einsatz von Technik und Kreativität. Die Gestaltung eines Jahreskalenders soll diesen Zusammenhang aufzeigen und den Stellenwert der Ästhetik im Bereich der Chirurgie sichtbar machen.

Alle Photographien des Kalenders "Wasser und Steine" entstanden im Tauerngebiet und weisen somit einen engen regionalen Bezug zum Krankenhaus Schwarzach im Pongau auf.
 
 


 

Chirurgischer Erfolg bei Mikro-Penis
Britische Mediziner gehen neue Wege bei der Operationsmethode

Chirurgen haben eine neue Methode zur Operation von so genannten Mikropenissen gefunden, berichtet das University College London http://www.ucl.ac.uk . Etwa jeder 200. Mann wird mit einem solchen Geschlechtsorgan geboren. Gründe dafür liegen in einem inadäquaten Testosteronspiegel im zweiten und dritten Schwangerschaftsabschnitt oder in einer Störung des gesamten Testosteronhaushalts.

Ein normaler Penis misst rund 12,5 Zentimeter, ein Mikropenis weniger als sieben Zentimeter. Dem Medizinerteam des University College ist es nun mit einer neuen Technologie namens Phalloplasty an insgesamt neun Patienten im Alter von 19 bis 43 gelungen, einen Penis mit Gewebe aus dem Arm zu formen. Anschließend wird das Gewebe dazu verwendet, den Penis zu vergrößern. Dabei ist es den Ärzten auch geglückt sämtliche erogenen Zonen zu transplantieren, so dass den Patienten auch ein erfülltes Sexualleben möglich wird. Häufig haben Mediziner Eltern von Kindern, die an Mikropenissen litten, zu einer Geschlechtsumwandung geraten.

Sämtliche Patienten waren nach dem Eingriff mit den Ergebnissen zufrieden, berichtet die Klinik. "Eine solche Operation kann das Leben eines jungen Menschen wirklich wesentlich verbessern", so David Ralph vom UCL-Institut für Urologie. Für viele der Patienten bedeute dies eine Erfüllung des Sexuallebens und damit auch ein Weg zu einem normalen Leben. Dennoch warnt der Mediziner vor den Komplikationen, die ein solcher Eingriff bedeuten kann.
 


 

Anregung des Wachstums von beschädigtem Rückenmark
Bildung von Narbengewebe wird vermieden

Wissenschaftler von der Universität von Melbourne http://www.unimelb.edu.au/ haben bei Mäusen das Wachstum beschädigten Rückenmarks durch die Blockierung eines Narben-verursachenden Moleküls angeregt. Dieses Ergebnis verspricht einen neuen Ansatz in der Behandlung von Rückenmarksverletzungen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Rückenmarksverletzungen wurden lange Zeit als unheilbar erachtet, weil die betroffenen Nervenzellen nicht wieder wachsen. Abhängig von der Lokalisation und dem Schweregrad der Schädigung, können Patienten gelähmt bleiben und unfähig, wichtige körperliche Funktionen zu kontrollieren. Aber in den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler, die versuchten die Rückenmarksschädigung rückgängig zu machen, eine Reihe verschiedener Ansätze verfolgt. Das Haupthindernis, mit dem sie bei der Züchtung von Nervenzellen konfrontiert waren, ist Narbengewebe. Nun haben die Forscher einen Weg gefunden, diese Narbenbildung zu vermeiden.

Das Team fand heraus, dass Mäuse, die ohne das Molekül EphA4 gezüchtet werden, nur sehr wenig Narbengewebe rund um das beschädigte Rückenmark produzieren. Die Forscher glauben, dass das daran liegt, dass EphA4 eine wichtige Rolle bei der Aktivierung der Astrozyten spielt, die für die Formation des Narbengewebes verantwortlich sind. Um zu testen, ob eine reduzierte Narbenbildung an der Heilung der Tiere beteiligt ist, haben die Forscher das Rückenmark von zwei Gruppen von Mäusen abgekappt: Die eine Gruppe hatte normale Mengen von EphA4, der anderen Gruppe fehlte das Molekül. Die Verletzung lähmte das linke Hinterbein der Tiere. Die Mäuse, denen EphA4 fehlte, erlangten ihre Schrittlänge binnen zweier Wochen wieder und nach einem Monat hatte sich die Bewegungsfähigkeit von Fußgelenk und Zehen erholt. Bei der Kontrollgruppe erholte sich die Schrittlänge nur bei 70 Prozent der Tiere, und sie erlangten die Bewegungsfähigkeit ihrer Fußgelenke und Zehen nicht wieder. Außerdem haben die Forscher herausgefunden, dass sich bei den Mäusen ohne EphA4 ein großer Prozentsatz der Rückenmarksnerven wieder gebildet hatte, bei den anderen Tieren nicht.

Vorausgehende Beobachtungen der Forscher implizieren, dass derselbe Effekt auch bei Affen auftritt. Wenn er sich auch bei Menschen bewahrheitet, könnte die Entwicklung von Medikamenten, die das EphA4 blockieren, ein wichtiges Hindernis der Reparatur von Rückenmark beseitigen. "Das ist eine sehr überraschende Erkenntnis", kommentiert Ole Kiehn, Wissenschaftler am Karolinska Institute http://info.ki.se/index_en.html in Stockholm. Die Komplexität des Nervensystems bedeutet aber, dass viele Faktoren bei der Heilung des Rückenmarks eine Rolle spielen. Eine effektive klinische Behandlung muss aller Voraussicht nach eine Reihe von verschiedenen Ansätzen kombinieren. Ein Kritiker der aktuellen Ergebnisse ist Geoff Raisman vom University College in London, der selbst eine Methode entwickelt hat, die Zell-Transplantationen beinhaltet. Er weist darauf hin, dass der Sprung von der Maus zum Menschen ein großer Schritt in der Rückenmarksforschung ist, da sich kleine Tiere von Verletzungen oft ohne Rücksicht auf experimentelle Behandlungen gut erholen.


 

Trägermaterial für die Knochenregeneration entwickelt
Neue Behandlungsansätze in der Chirurgie

Forschern der ETH Lausanne http://ltc.epfl.ch/ und des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) http://www.chuv.ch/ ist die Entwicklung eines Verbundwerkstoffs gelungen, der ähnliche Eigenschaften wie Knochen hat. Er könnte eine Basis für neue therapeutische Ansätze der Knochenchirurgie bieten.

Derzeit wird Verlusten an Knochenmasse mittels Knochentransplantaten beigekommen, die entweder dem Gewebe des Patienten entnommen werden oder aus einer Gewebebank an Totspenden stammen. Hierbei ist jedoch die verfügbare Menge des transplantierbaren Gewebes limitiert. Der neue Ansatz basiert auf synthetischem Knochenmaterial, das vom Köper resorbiert wird. Das Material fungiert als Knochenstütze und hilft bei der Regeneration des Knochengewebes. "In Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Lausanne haben wir Versuche zur Besiedlung dieses synthetischen Materials durch menschliche Knochenzellen durchgeführt. Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend", freut sich Dominique Piolette von der ETH Lausanne. Die Zellen werden an der Oberfläche aufgetragen oder ins Material eingeführt. Danach wird das Material in einem Inkubator mit einer Nährlösung gelagert. Nach drei bis vier Wochen vermehren und differenzieren sich die Zellen. Die Analysen bestätigen, dass das Material biokompatibel ist und zur Bildung neuer Knochensubstanz beiträgt.

"Zur Herstellung des optimalen Materials mussten wir unzählige Polymer-Keramik-Kombinationen testen", sagte Pierre-Etienne Bourban von der ETH Lausanne. Dabei experimentierten die Wissenschaftler mit der Geschwindigkeit der Druckverringerung und der Abkühlung. Schließlich gelang ihnen die Entwicklung eines Materials, das den Anforderungen hinsichtlich Struktur und Eigenschaften genügte. In der Chirurgie kommen drei Arten von Anwendungen in Frage: Der Wiederaufbau der Knochensubstanz bei großem Knochenverlust nach einem Unfall oder nach der Entfernung eines Tumors, der Knochenaufbau zur Verbindung des Knochens mit einem Implantat oder die Korrektur eines Knochens.


 

Handschuh mit künstlichen Muskeln fördert Rehabilitation
Integrierte Fasern verbessern Bewegungen nach chirurgischen Eingriffen

Wissenschaftler der australischen University of Wollongong http://media.uow.edu.au haben einen Rehabilitationshandschuh patentieren lassen, der die Genesung von Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata an der Hand bedeutend verbessern soll. In den Handschuh sind künstliche Muskeln integriert, die Patienten bei ihren Bewegungen unterstützen. Das Intelligent Polymer Research Institute (IPRI) http://www.uow.edu.au/science/research/ipri hat Fasern entwickelt, die in den Handschuh eingepasst werden und ihm damit Bewegungen ähnlich kontrahierender Muskeln ermöglichen.

Tim Scott, Forschungsdirektor des Quadriplegic Hand Research Bereichs am Royal North Shore Hospital (RNSH), wandte diese Entwicklung im Bereich muskelähnlicher Fasern auf eine Vorrichtung an, die der Hand wie ein Handschuh angepasst wird und die die Rehabilitation nach Handoperationen oder -lähmungen unterstützt. Laut Professor Gordon Wallace, Direktor des IPRI, ist das Forscherteam nur einige Monate davon entfernt, fortgeschrittene Prototypen des Handschuhs zu entwickeln.

Die Entwicklung des Handschuhs wurde von ergänzenden Forschungserfolgen begünstigt. Wissenschaftler am IPRI haben in Kooperation mit einer Forschergruppe der Monash University eine Palette Salz-basierter Flüssigkeiten entwickelt, die die Leistungsfähigkeit künstlicher Muskeln um das Tausendfache steigern sollen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten, die zeitgleich von Forschern in Santa Fe/USA, durchgeführt wurden, sind in einer gemeinsamen Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin Science http://www.sciencemag.org erschienen.

Die Entdeckung der Flüssigkeiten hat die Entwicklung von künstlichen Muskeln so weit vorangetrieben, dass innerhalb von drei Jahren einfache Prothesen mit künstlichen Muskeln zur Verfügung stehen könnten. "Diese neuen Salze verbessern die Leistungsmerkmale in Bezug auf Geschwindigkeit, Reaktion, Belastbarkeit und Lebensdauer erheblich", so Wallace. Bisher hatten Patienten in ihrer Rehabilitation nur Zugang zu schwerfälligen mechanischen Apparaten. Laut Wallace sei der patentierte Handschuh wesentlich einfacher zu gebrauchen und im Gegensatz zu den derzeitigen Geräten selbstverständlich tragbar. Dem Forscher zufolge könnten zukünftige Weiterentwicklungen über derartige Handschuhe hinausgehen und in anderen Bereichen des Bewegungsapparats, wie z.B im Bein, Anwendung finden.


 

Künstliche Blutgefäße dank "Tissue-Engineering"
Implantationsreife in drei bis sechs Wochen
 

Für gewöhnlich ersetzen bei Bypass-Operationen Venen die beschädigten Blutgefäße. Mit einer an der Virginia Commonwealth University http://www.vcu.edu entwickelten Nanotechnologie könnte Ärzten aber innerhalb von drei Jahren künstliche Blutgefäße aus dem Labor zur Verfügung stehen. Mit der neuen Technologie werden natürliche Blutgefäße rund um ein Gerüst bzw. eine Röhre aus Kollagen produziert. Die Röhren besitzen eine Größe von nur einem Millimeter Durchmesser. Dies entspricht in etwa einem Viertel des Durchmessers eines Trinkhalmes.
 

Nachdem das Gerüst gebildet ist, werden glatte Muskelzellen an dessen Oberfläche angebracht. Die Zellen wachsen und innerhalb von drei bis sechs Wochen sind die Blutgefäße reif zur Implantation, erklären die Forscher um Bioingenieur Gary L. Bowlin.
 

Anders als bestehende synthetische Blutgefäße bisher, kommt Kollagen natürlich im Körper vor. Daher wachsen Zellen ohne Abstoßung auf dessen Oberfläche. Die Zellen befinden sich in einer "glücklichen Umgebung, sie bleiben und denken, ein Blutgefäß zu sein", erklärt Bowlin plaktativ. Kollagen ist zudem biologisch abbaubar.
 

Der Bioingenieur kann sich den Einsatz der vorgefertigten Blutgefäße in Notaufnahmen vorstellen, wo jede Sekunde zählt. Andere Anwendungsgebiete sind die pädiatrische Chirurgie, wo implantierte Blutgefäße im Körper des Patienten wachsen müssen und Diabetes bedingte Krankheiten. Die selbe Technologie könnten auch zum Ersatz oder zur Regenerierung von Haut, Knochen, Nerven und Muskeln eingesetzt werden, betonte der beteiligte Chemie-Ingenieur Gary E. Wnek.
 


 

Traubenkern-Extrakt beschleunigt Wundheilung
Proanthocyanidin erhöht Anteil freier Radikale in verletzten Hautstellen
 

Ein Extrakt von Traubenkernen verbessert die Wundheilung. Dies erfolgt auf zwei Wegen: Es unterstützt den Körper in der Produktion einer Substanz zur Regenerierung beschädigter Blutgefäße und es erhöht den Anteil freier Radikale im Wundbereich. Freie Radikale wiederum beseitigen pathogene Bakterien von der Wunde. Dies sind die Ergebnisse zweier Versuche der Ohio State University http://www.osu.edu über die Wirkung von Traubenkern-Extrakt bei Mäuse- und menschlichen Hautzellen.
 

Forscher um Chandan Sen vom Heart and Lung Research Institute http://heartlung.osu.edu/hlri/index.jsp behandelten Hautwunden von Mäusen mit einem Proanthocyanidin-haltigen Traubenextrakt. Proanthocyanidin ist eine Tannin-Verbindung und einer der Hauptinhaltsstoffe von Traubenkernen mit antioxidativer Wirkung. In Wunden allerdings, die reich an zellzerstörenden freien Radikalen sind, entwickelt das Extrakt einige pro-oxidative Eigenschaften. Nach fünf Tagen wurden die neun Versuchstiere eingeschläfert und ein bis 1,5 Millimeter kleine Hautteile der Wunde entnommen. "Im Vergleich zur Haut unbehandelter Mäuse war der Heilungsprozess bei den behandelten Tieren weiter fortgeschritten. Das neu gebildete Gewebe hatte eine festere Struktur", erklärte Sen.
 

Darüber hinaus wurde bei behandelten Tieren im Granulationsgewebe, eine bei der Wundheilung auftretende zellreiche, weiche Gewebsneubildung, auch ein erhöhter Tenascin-Spiegel festgestellt. Tenascin ist ein Protein, das in der extrazellulären Matrix vorkommt. Es hat elastische Eigenschaften und unterstützt die Bildung von Bindegewebe. Auch der Spiegel des "Vascular Endothelial Growth Factor" (VEGF), ein wichtiger Wachstumsfaktor für Blutgefäßendothelzellen erhöhte sich durch die Traubenkern-Extrakt-Behandlung. " Mehr VEGF bedeutet, dass sich Blutgefäße schneller bilden und mehr Nährstoffe über das Blut zur Regeneration des geschädigten Gewebes transportiert werden können", sagte Sen.
 

Zudem scheint das Extrakt den Spiegel der freien Radikale zu erhöhen. Eine Überraschung für die Forscher: Es ist ungewöhnlich, dass ein Antioxidanz zur Oxidation, also der Bildung freier Radikale, beiträgt. In geringer Menge stimulieren freie Radikale die Zellproliferation und die Bildung von Bindegewebe bzw. neuer Blutgefäße. "Hautwunden sind reich an freien Radikalen und in behandelten Wunden dauerte ihre stimulierende Wirkung länger an", betonte der Forscher.
 

Bislang wird das Traubenkernextrakt erst erforscht und ist noch nicht auf dem Markt. Der wundheilende Effekt wird auch nicht durch die Aufnahme des Extrakts in Vitaminform erreicht, erläutert Sen. "Oral eingenommen wirkt das Extrakt wie ein Antioxidanz. Erst auf der Wunde entfaltet Proanthocyanidin seine pro-oxidativen Eigenschaften."
 


 

Britische Forscher beamen 3D-Leber in OP-Räume
Erste Operation mit virtueller Unterstützung noch in diesem Jahr
 

 Computerexperten der University of Manchester haben gemeinsam mit Chirurgen ein Programm entwickelt, das Organbilder in 3D-Aufnahmen umwandelt. Derzeit erwerben Operateure Kenntnisse im Umgang mit einer virtuellen Leber. Computer-Fachmann Nigel John von der University of Manchester http://mvc.man.ac.uk und der Leber-Chirurge Rory McCloy hoffen noch in diesem Jahr auf die erste Operation unter Verwendung des Systems, so ein Bericht in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature http://www.nature.com .
 

3D-Programme stehen zwar bereits zur Verfügung, haben aber bisher kaum den Weg in Operationssäle gefunden. Das nun entwickelte Modell erlaubt den Ärzten die Rotation der Leber, um z.B. die Größe eines Tumors feststellen zu können und diesen mit minimalem Schaden zu entfernen. Für die Entwicklung mussten eine Reihe von CAT-Scans (Computerised Axial Tomography Scan) durchgeführt werden. Dabei wird eine Serie von Röntgenbildern in hoher Qualität erstellt, die anschließend zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt werden.
 

"Die Leber kann in Echtzeit rotieren", so McCloy. Die Bedienung erfolge mit einem Computer-Joystick. Dieser wurde adaptiert und in einen sterilen Beutel gepackt. In Kürze soll mit einem virtuellen Skalpell ein Schnitt noch vor der tatsächlichen Operation ausgeführt werden. John entwickelte zur Vermeidung unnötiger Arbeitsschritte ein User-Interface, das so genannte Op3D, das von einer Funktion zur nächsten springt. Es basiert auf den von Chirurgen routinemäßig durchgeführten Handlungen
 

Noch verfügen aber viele Krankenhäuser nicht über die notwendige Computer-Kapazität, um die große Datenmenge der CAT-Scans zu verarbeiten. In Zukunft soll der Zugang zu Super-Computern via Internet-Verbindungen diese Hürde überwinden. Dadurch könnten virtuelle Organe zur "Standard-Ausrüstung" in Krankenhäusern werden, so John. Weltweit befindet sich die 3D-Simulation zur chirurgischen Unterstützung im Aufwind. "Der limitierende Faktor sind Chirurgen, die mit Computern vertraut sind", so John.
 


 

Lebende Wundverbände nach Maß
CellTran entwickelt Bandagen mit patienten-eigenen Hautzellen
 

Individuell für den Patienten maßgeschneiderte "lebende" Wundverbände sollen Heilungsprozesse beschleunigen. Das britische Start-up CellTran, ein Spin-off-Biotechunternehmen der University of Sheffield, hat einen Weg entwickelt, patienten-eigene Hautzellen auf PVC-Scheiben zu applizieren. Nach deren Teilung werden derartige Scheiben auf die Größe der Wunde getrimmt. Die Hautzellen lösen sich von der Scheibe ab und wachsen weiter bis sich die Wunde schließt. Eine Behandlung ist allerdings nicht billig. Das Unternehmen schätzt die Kosten für den Patienten auf rund 3.230 Euro.
 

Erste Versuche bei einem Patienten mit einem diabetischen Beingeschwür waren erfolgreich, so die Forscher in der aktuellen Ausgabe im Fachblatt New Scientist http://www.newscientist.com . Nach 16 Wochen heilte die Wunde. Schlüssel für den "lebenden" Verband ist ein Belag, auf den die Zellen aufgetragen werden und auch wachsen können. Nach der Bedeckung der Wunde muss es den Zellen möglich sein, sich von der Schicht zu lösen. CellTran adaptierte einen Prozess, indem sie einen dünnen Film eines Acrylsäure-Polymers auf die Scheiben legten. Das Polymer bleibt im Nährmedium intakt, löst sich aber im Zuge der Wundapplikation ab.
 

Noch wenden Ärzte allerdings billigere Methoden an. Eine davon ist z.B. Dermagraft, eine gelartige Matrix, die fremde Hautzellen enthält. Diese bilden Wachstumsfaktoren und führen zur Wundheilung. CellTran begibt sich inzwischen auf die Suche nach Finanziers, um weitere Studien durchzuführen. Ein Experte für Wundheilungsprozesse der Manchester University, Mark Ferguson, warnt allerdings, dass viele anfänglich vielversprechende Wundbehandlungen nicht ihren Weg aus dem Versuchsstadium gefunden hätten. Er sieht das Problem darin, dass verschiedene Wunden unterschiedlichen Erkrankungsprozessen zugrunde liegen. Diese Prozesse seien bis heute noch nicht diagnostiziert.
 


 

Operation statt Gips bei Knochenbrüchen
Behandlung auch bei Osteoporose wirksam
 

Knochenbrüche werden in Zukunft noch öfter operativ behandelt werden, da die Rehabilitation mit den neuartigen Methoden wesentlich schneller erfolgt als mit Gipsverbänden. Die neuesten Entwicklungen im Bereich der Osteosynthese stellte die Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese (AO) http://www.ao-asif.ch in Davos kürzlich vor.
 

"Knochenbrüche gehören noch immer zu den häufigsten Verletzungen. Allein in der Schweiz kommt es pro Jahr durchschnittlich zu über 66.000 Knochenbruchbehandlungen. Besonders problematisch waren Knochenbrüche bislang für ältere Menschen, die an Osteoporose leiden", so Peter Matter, Präsident der AO Stiftung. "Schon heute werden Knochenbrüche in Mitteleuropa und den USA mehrheitlich operiert, das heißt mit einem Implantat stabilisiert. Die weltweit angewandte Methode von Knochenimplantaten wurde erstmals 1969 von AO entwickelt. Heuer wurde die vierte Generation von Implantaten, die so genannte Locking Compression Plate (LCP), klinisch getestet. Diese Methode erlaubt es, das ganze Spektrum an Brüchen zu behandeln, denn LCP umfasst Knochenplatten und Schrauben für den ganzen Bewegungsappartat", so Robert Frygg von Mathys Medical, Produzent von Titan-Implantaten. "Auch der österreichische Skiläufer Hermann Maier wurde so behandelt", erklärte Matter.
 

"Nach dem Prinzip der Osteosynthese wird je nach Art des Bruchs die betroffene Stelle mit einem Nagel, einer Schraube oder einer Platte fixiert. Führten Gipsbehandlungen früher oft zu Behinderungen wie beispielsweise Gelenksteife, Beinverkürzung oder Fehlheilung, können diese Formen von bleibender Invalidität mit der operativen Behandlung heute weitgehend verhindert werden", so Matter. "Da die Knochenbruchheilung nach einer Operation ungestörter verlaufen kann als im Gips, und die Gelenke und Muskeln bereits kurz nach dem operativen Eingriff wieder trainiert werden können, führt die Osteosynthese in der Regel zu besseren Resultaten."
 

"Die neuesten Techniken erlauben heute auch die Behandlung von Patienten, die an Osteoporose leiden. Da die Knochen im Alter weniger schnell zusammenwachsen, führt die lange Ruhigstellung im Gips oft zu Unbeweglichkeit und Muskelschwund", so Matter. "Eine neue, von der AO entwickelte Platte erlaubt nun die Fixation der Implantate auch bei schlechter Knochenqualität. Das neue Implantat hat den Vorteil, dass es im Knochen besser verankert werden kann", erklärte der Experte.
 

AO wurde 1958 als Non-Profit-Organisation durch vier Schweizer Chirurgen in Davos gegründet. Die Organisation befasst sich seit über 40 Jahren mit der Forschung und Entwicklung von Implantaten und Instrumenten zur Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates und ist auf diesem Gebiet weltweit führend. Mit über 4.000 Mitgliedern und Studenten bildet die AO das größte und bedeutendste Netzwerk innerhalb der Chirurgie. Insgesamt sind bei AO 160 Mitarbeiter beschäftigt. Aus den Lizenzen erwirtschaftete die Organisation im Jahr 2000 rund 27,5 Mio. Euro. Das AO Netzwerk hat seit seinem Bestehens über 300.000 Ärzte ausgebildet. Zu den Spezialgebieten gehören die allgemeine Unfallchirurgie, die Wirbelsäulen-, Kiefer- und Gesichtschirurgie aber auch die Veterinärchirurgie.
 


 

Operative Knochenbruchbehandlung um vielfaches billiger
Indirekte Kosten müssen mitgerechnet werden
 

Die Operative Knochenbruchbehandlung mit Implantaten verkürzt die Heilungsdauer und damit die Zeit der Arbeitsunfähigkeit. Das behauptet die amerikanische Medizinerin Beate Hanson von der University of Washington in Seattle http://www.washington.edu/medical beim Meeting der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese, der AO-Stiftung, http://www.ao-asif.ch in Davos über die Kosteneffizienz der Implantat-Methoden.
 

"Die operative Behandlung von Knochenbrüchen nach den Prinzipien der Osteosynthese hat gegenüber der konventionellen Methode des Gipsens den Vorteil, dass die Heilung der Knochen und umliegenden Weichteile in der Regel besser und damit schneller erfolgt. Daher ist es naheliegend, die beiden Behandlungspraktiken auch hinsichtlich ihrer Kosten zu vergleichen", so die Wissenschaftlerin. Bei einem einfachen Schienbeinbruch könne sowohl die konservative Gipsmethode als auch die operative Methode mit einem Marknagel angewendet werden. "Wenn man nur die direkten Kosten, den Krankenhausaufenthalt und Operationskosten rechnet, ist das Gipsbein zwar günstiger, die vollständige Heilung und Rehabilitation nach einem Gips liege aber durchschnittlich bei 218 Tagen. Bei der modernen operativen Osteosynthese dauert es aber nur 124 Tage", so Hanson. Das ergebe bei einer konsequenten Anwendung der operativen Behandlung der jährlich rund 350 Schienbeinbrüche in der Schweiz eine Kosteneinsparung von rund 4,7 Mio. Euro. "Da in der Schweiz die operative Methode sehr beliebt ist, kann ein Teil dieses Einsparungspotenzials bereits realisiert werden", erklärte die Forscherin. Das gelte auch weitgehend für Österreich erklärte Michael Wagner, Leiter der Traumatologie am Wilheminenspital in Wien.
 

Aktuelle Angaben der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) zeigen, dass die Unfallrate bei jüngeren Personen am höchsten ist. Am meisten davon betroffen sind die unteren und oberen Extremitäten wie Hände, Füsse, Arme und Beine. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern sind Unfälle in den Alterskategorien 20 bis 40 am häufigsten. Der unfallbedingte Arbeitsausfall der aktivisten Altersgruppen führt zu einem ernstzunehmenden Verlust an Produktivität und hat in Ländern, wo die Arbeitnehmer nicht entsprechend versichert sind, auch erhebliche finanzielle Konsequenzen für den Einzelnen.
 

"Erste operative Behandlungen von Knochenbrüchen wurden bereits in den 30er Jahren durchgeführt. Im Verlauf der zweiten Jahrhunderthälfte hat sich diese Behandlungsart dank der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese (AO) weltweit als Standard etabliert. Wurden 1945 beispielsweise in der Schweiz erst 3,4 Prozent der Schienbeinbrüche operiert, so waren es 1991 bereits 56 Prozent", meint Hanson. Parallel zur Zunahme der operativen Eingriffe habe sich die Häufigkeit von schwerwiegenden Komplikationen wie Invalidität und Amputation verringert. Verschwindend klein sei auch die Amputationsrate geworden, die heute bei 0,03 Prozent liege. "Im Vergleich dazu mussten 1934 noch rund 25 Prozent nach einem Schienbeinbruch mit einer vollen oder teilweisen Invalidität rechnen. Bei rund sechs Prozent war sogar noch eine Amputation des Unterschenkels nötig", so Hanson. Diese Beispiele und Ergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig es ist, bei Kostenanalysen auch die indirekten Kosten miteinzubeziehen.
 


 

Eigener Knochen ersetzt Implantat
Fremdkörper auf Zeit baut sich ab
 

Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum http://www.uni-bochum.de haben laut eigenen Angaben erstmals biologisch abbaubare Implantate zum Knochenersatz entwickelt. Die mehrschichtigen Materialien sollen es dem Körper ermöglichen, auch große Schädelverletzungen mit eigenem Knochenmaterial wieder zu schließen. Die Schichten bauen sich von innen nach außen unterschiedlich schnell ab und sollen gleichzeitig den Knochenaufbau unterstützen. Während von innen bereits neue Zellen nachwachsen und die Verletzung zu heilen beginnt, schützt die langsamere Schicht von außen.
 

So funktionstüchtig derzeitige Implantate z. B. aus Kunststoff oder Metall auch seien, sie blieben trotz allem lebenslang ein Fremdkörper, so eine Aussendung der Uni. "Bei Schädelplastiken aus Titan z. B. klagen Patienten häufig über die erhöhte Temperaturempfindlichkeit oder finden es belastend, dass der Ersatz lebenslang im Körper bleibt", erläutert der Chirurg Stephan Weihe. Solche Implantate wachsen auch bei Kindern nicht mit. Dort, wo der Körper selbst Verletzungen beheben kann, planen Wissenschaftler daher den Einsatz biologisch abbaubarer Biomaterialien.
 

Das nun entwickelte Implantat ist aus vielen verschiedenen Schichten aufgebaut - mit einem porösen, schnell abbaubaren Material an der Innen- und einem mechanisch belastbaren, langsam auflösenden Material an der Außenseite. Durch seinen Gehalt an Calciumphosphat, aus dem Knochen und Zähne hauptsächlich bestehen, hilft es dem Körper dabei, neue Knochen aufzubauen. Um ein zu saures und damit zellfeindliches Milieu zu verhindern, enthält das Implantat auch basische Füllstoffe. Während sich an der Innenseite des Implantats neue Knochenzellen ansiedeln und es schichtweise auflösen, schützt die stabile Außenseite den Ort der Verletzung weiterhin; auch vor einwachsendem Bindegewebe, das den Knochenaufbau verhindern könnte. Laborexperimente zur Zellbesiedlung haben bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
 


 

Wundverband alarmiert bei Infektionen
Farbänderung signalisiert Bakterienherd
 

Ein neuartiger Wundverband soll durch Veränderung seiner Farbe signalisieren, wenn ein gefährlicher Bakterienherd entsteht. Dazu wird auf den Verband körniges Silizium aufgetragen, das auf die Anwesenheit bestimmter Bakterien reagiert, wie das Journal of the American Chemical Society http://pubs.acs.org/journals/jacsat berichtet. Dem Chemiker Benjamin Miller und dem Computer-Ingenieur Philippe Fauchet von der Universität Rochester http://www.rochester.edu sei es gelungen, Bakterien empfindliche Wafer zu entwickeln.
 

Wafer sind in der Technik weit verbreitete Träger aus Silizium, die in Computerchips Anwendung finden. Die sandkorngroßen Wafer der beiden amerikanischen Forscher ändern ihre Farbe, sobald bestimmte Erreger anwesend sind. Die Wafer sollen in großer Menge hergestellt werden, um damit Wundverbände zu beschichten.
 

Bisher sind solche Wundverbände allerdings noch nicht im Handel, da die Verfärbungen mit dem Auge kaum zu erkennen sind. Miller und Fauchet sind jedoch zuversichtlich, dass eine Weiterentwicklung ihrer Erfindung schon bald möglich ist. Sie wollen ein Dutzend verschiedener Wafer entwickeln, die etwa Salmonellen, Listerien oder E-Coli-Bakterien anzeigen.


 

Chirurgie-Abteilung Krems wird Kompetenzzentrum

Bereits seit der Übernahme des Primariats durch Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab im Jänner 2000 spezialisierte sich die Abteilung für Chirurgie im Krankenhaus Krems auf die Diagnose und Behandlung von schwerem Sodbrennen. Diese Bemühungen und die erworbene Expertise wurden nun vom NÖGUS honoriert, der die Abteilung zum "Kompetenzzentrum für gastroösophageale Funktionsstörungen" ernennt. Damit gibt es in Niederösterreich das erste "Center of Excellence" für die Diagnose und Behandlung von Sodbrennen. Zusätzlich zur Refluxkrankheit werden in Krems sämtliche Bereiche der allgemeinen Chirurgie abgedeckt.

Auf Grund der laufenden Fortschritte in der modernen Medizin ist bei komplexen Krankheitsbildern eine Spezialisierung unumgänglich. Nur die regelmäßige Behandlung eines Krankheitsbildes garantiert das nötige Know-how für optimale Patientenbetreuung. An der Abteilung von Prim. Schwab wurden heuer bereits 352 Personen zur Abklärung ihres Sodbrennens aufgenommen. Bei 91 Patienten wurde ein operativer Eingriff vorgenommen; bis Jahresende rechnet Prim. Schwab mit ca. 120 Operationen.

Im Unterschied zu anderen Krankenhäusern wird zusätzlich zur Therapie auch die gesamte Diagnostik innerhalb der chirurgischen Abteilung durchgeführt. Schwab: "Ich betrachte diese Vorgangsweise als ausschlaggebend für den Behandlungserfolg. Die genaue Kenntnis der Funktion des Speiseröhrenschließmuskels ist Voraussetzung dafür, dass für den einzelnen Patienten die für ihn am besten geeignete Therapieform ausgewählt wird."

NÖGUS-Vorsitzender Mag. Wolfgang Sobotka, der die Ernennung zum Kompetenzzentrum nach eingehender Qualitätskontrolle genehmigt hat, hält dazu fest: "Durch den Titel ‚Kompetenzzentrum' wird die Qualität der Kremser Chirurgie noch besser in die Öffentlichkeit getragen. Prim. Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab ist Spezialist auf dem Gebiet der Antirefluxoperation und heuer österreichweit führend bei Operationszahlen. Die Leistungen an seiner Abteilung entsprechen den internationalen Qualitätskriterien und können daher selbstverständlich den Patienten empfohlen werden. Für das Waldviertel und auch für das ganze Land Niederösterreich bedeutet dies eine weitere Qualitätssteigerung, die letztlich allen Patienten zugute kommt."

Über das neue Kompetenzzentrum freut sich auch der Kremser Krankenhausreferent Dr. Wolfgang Chaloupek, der sich letzten Herbst selbst einer Operation an der Abteilung von Prim. Schwab unterzogen hat: "Für Krems bedeutet das Kompetenzzentrum eine zusätzliche Ausweitung des diagnostischen und therapeutischen Spektrums. Das Vertrauen des NÖGUS ist ein Beweis für die hohe Qualität der Patientenbetreuung im Krankenhaus Krems."
 


 

Zucker als Operationsmedium
Kristalle im Hochdruckstrahl wirken wie Schneidstoff
 

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover und der Uni Hannover http://www.unihannover.de haben ein Verfahren entwickelt, um Knochen für die Aufnahme von Implantaten optimal bearbeiten zu können. Dazu nutzen Stephan Schmolke und Friedrich-Wilhelm Bach einen aus Wasser, Luft und Zuckerkristallen bestehenden Hockdruckstrahl. Dieser wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Metern pro Sekunde auf den Knochen gerichtet.
 

Da die Verweildauer der Kristalle im wässrigen Milieu so kurz ist, lösen sie sich nicht und wirken demnach als Schneidstoff. Nach der Operation wird der Zucker vom Körper absorbiert. Da sich der Strahl nicht erhitzt, nimmt das umliegende Gewebe kaum Schaden. Die Forscher hoffen, dass aufgrund der hohen Bioverträglichkeit Implantate besser angenommen werden. In fünf Jahren soll die Methode zur täglichen Praxis werden. Demnächst untersuchen die Mediziner, ob möglicherweise Salz eine bessere Alternative darstellt.
 


 

Transatlantische Operation mittels Telechirurgie
Ärzteteam in den USA entfernt Gallenblase in Frankreich
 

 Französische Chirurgen haben erstmals eine transatlantische Tele-Operation durchgeführt. Wie erst jetzt bekannt wurde, entfernte der Krebsspezialist Jaques Marescaux vom Forschungsinstitut für Darmerkrankungen (IRCAD) der Straßburger Uniklinik am 7. September von einem New Yorker Krankenhaus aus die Gallenblase einer 68-jährigen Patientin in Straßburg. Bisher gab es keine technische Lösung, den langen Datentransfer von 7.000 Kilometern zu optimieren. Die Bewegungen des Operateurs erschienen rund 115 Millisekunden später auf den Bildschirmen.
 

Ermöglicht wurde das Experiment durch eine enge Kooperation zwischen dem IRCAD, der Telefongesellschaft France Telecom und der kalifornischen Firma Computer Motion, die Roboter für Operationen entwickelt. Ausschlaggebend waren laut Marescaux die von der France Telekom bereitgestellten Glasfaserkabeln. "Durch die damit mögliche große Übertragungskapazität konnten die Bilder in nur 130 Millisekunden über den Atlantik geschickt werden", erklärte Marescaux.
 

"Dadurch war praktisch eine simultane Operation durchführbar", so der Chirurg. Während Marescaux in New York operierte, wurde der Eingriff von einem anderen Chirurgen in Straßburg überwacht. Die 45-minütige Operation selbst erfolgte mit Hilfe der minimal-invasiven Chirurgie. Marescaux arbeitete mit Hilfe einer winzigen Kamera, die in den Körper eingeführt wurde, einem Roboter sowie einem Bildschirm. Der als "Lindbergh Operation" titulierte Eingriff kann unter http://ws2.websurg.com/wshome verfolgt werden.


 

Laser ersetzt Knochensäge im OP
caesar präsentiert medizinische Laserverfahren

 Das Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) mit Sitz in Bonn wird vom 18.-22. Juni auf der Laser 2001 in München erstmals ein kurz gepulstes CO2-Lasersystem entwickelt, mit dem bis zu 200 µm feine Schnitte durch Knochengewebe möglich sind, vorstellen. Eine zweite Entwicklung des Forschungszentrums ist ein holografisches System zur dreidimensionalen Vermessung von Gesichtsprofilen. http://www.caesar.de/

caesar wurde im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs gegründet und arbeitet seit 1999 in den Forschungsbereichen Materialwissenschaften, Biotechnologie und Computerunterstützte Chirurgie. Die Arbeitsgruppe "Holografie und Lasertechnologie" wird von Prof. Peter Hering geleitet. Ziel der Forschung sind leicht handhabbare computerunterstützte Verfahren für Chirurgen, die zukünftig die Qualität von Operationen verbessern helfen. Dabei kooperiert Hering eng mit den caesar-Arbeitsgruppen "Surgical Simulation and Navigation" und "Rapid Prototyping".

Das von caesar optimierte CO2-Lasersystem arbeitet in Kombination mit einem Strahlscanner und feinem Luft-Wasserspray. Bei niedriger Temperatur wird die Knochenflüssigkeit explosionsartig verdampft, ohne dass Knochensubstanz schmilzt oder karbonisiert. Aufgrund der kurzen Laserpulsdauer von ca. 0,1 µs und sehr starker Lichtabsorption bei der Wellenlänge 9,6 µm läuft der Prozess viel schneller als die unerwünschte Wärmediffusion im Gewebe ab. Mit einer mittleren Laserleistung von 66 W und einer Bestrahlungsdauer von 12 s/mm Schnittlänge werden 10 mm tiefe Schnitte in die Kortikalis erreicht. Laserschnitte von beliebiger Konfiguration und Tiefe sind mit Hilfe eines speziell entwickelten Scanverfahrens möglich.

Die zweite Entwicklung, die caesar auf der Laser 2001 http://laser.de vorstellt, ist ein System zur hochauflösenden dreidimensionalen Gesichtsprofilvermessung. Es soll dazu dienen, z.B. in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie exakte 3D-Computermodelle der Patienten zu erstellen, mit deren Hilfe eine bessere Operationsplanung und -prognose möglich ist. Das gewählte holografische Aufnahmeprinzip und der Einsatz eines gepulsten Lasersystems ermöglichen die extrem kurze Belichtungszeit von 25 ns. Damit ist garantiert, dass die Bilder nicht verwackeln, wie es bei den konventionellen Aufnahmemethoden vorkommt.



 

Skalpell schneidet auch unter Wasser
Neues Operationswerkzeug setzt mit heißen Bläschen scharfe Schnitte
 

Dan Fletcher und Daniel Palanker von der kalifornischen Stanford University http://www.stanford.edu/ haben ein Problem hochmoderner Chirurgenwerkzeuge elegant gelöst: So genannte Wasserstrahl-Skalpelle, die durch scharfe Bündelung präzise Schnitte möglich machen - im Körpergewebe ebenso wie in der Metall-Industrie - sind schwer zu kontrollieren, sobald das zu schneidende Objekt von Flüssigkeit umgeben ist. Dies ist aber häufig der Fall, wenn der Chirurg Organe im offenen Körper operiert. Das neue Gerät aus Kalifornien hat damit wenig Probleme: Es schneidet von vornherein "unter Wasser", weil es die umgebende Flüssigkeit nutzt, berichten die Forscher im Fachblatt Applied Physics Letters http://ojps.aip.org/aplo/.
 

Im so genannten Flüssigstrahl- oder Microjet-Skalpell ist auch die winzige Düse, aus der der schneidende Strahl kommt, mit einer schwachen Salzlösung gefüllt. Eine starke elektrische Entladung zwischen Elektroden innerhalb der Düse steigert die Temperatur für einen winzigen Moment auf rund 10.000 °C. Ein einzelnes Dampfbläschen entsteht, das sich schnell ausdehnt und einen winzigen Wasserstrahl mit rund 144 Kilometer pro Stunde aus der Düsenspitze presst. Bei schneller Pulsung lassen sich diese Einzelstrahlen zu einem hochpräzisen Schneidestrahl kombinieren.
 

Erste Tests an einem körpergewebe-ähnlichen Polymergel unter Wasser bewiesen Funktion und Präzision, so die Forscher: Jeder Einzelstrahl ritzte einen Kanal von rund 35 Mikrometern Breite und 150 Mikrometern Tiefe in das Material. Fletcher und Palanker halten nun weitere Tests für notwendig, vor allem auch in echtem Körpergewebe. Sie sind sich des Erfolges aber recht sicher und gehen davon aus, dass ihr Gerät eines Tages in der Mikrochirurgie zum Einsatz kommen wird.
 


 

Hässliche Narben müssen nicht sein
Selbstbehandlung auf sanfte Art
 

Ohne Drüsen und Haare – aber Narben sind keine "tote Haut"
Eine Reparatur mit kleinen Schönheitsfehlern
 

Die Haut ist mit einer Fläche von 1,5 – 2m2 das größte Organ des Menschen. Sie besteht aus drei funktionellen Schichten: Oberhaut(Epidermis), Lederhaut(Dermis) und Unterhaut(Subcutis). Narben entstehen immer dann, wenn die Oberhaut durchtrennt wird und die Verletzung bis in die Lederhaut reicht.
 

Der menschliche Organismus ist bestrebt, jede Wunde so schnell wie möglich zu schließen und die Funktionen des Geschädigten Gewebes wiederherzustellen. Zur Wundheilung sind – mit Ausnahme der Zähne – alle Körpergewebe befähigt. Zwei verschiedene Mechanismen kommen dabei infrage. Regeneration und Reparation.
 

Unter Regeneration versteht man den gewebespezifischen Ersatz eines verloren gegangenen Körperteils oder Organs, wie dies beispielsweise im Tierreich bei Regenwürmern oder Molchen feststellbar ist. Beim Menschen ist die Regeneration nur noch im Bereich der Epithelien (Epidermis, Schleimheute des Magen-Darm-Trakts sowie der weiblichen Genitalien) vollständig möglich. Die Behebung von Gewebedefekten erfolgt daher überwiegend durch Reparation. Dabei wird das zerstörte, hochspezialisierte "Biomaterial" nicht in gleicher Weise ersetzt, sondern die Wunde mit Bindegewebe repariert. Dieses stellt jedoch – wie fälschlicherweise oft angenommen wird – keineswegs tote Haut dar.
Narbengewebe ist ebenfalls durchblutet, jedoch im Gegensatz zu gesunden Hautzellen deutlich schwächer. Während im unverletzten Gewebe die Kollagenfasern nach bestimmten, den Hauptzugrichtungen folgenden Mustern ausgerichtet sind, wird diese geordnete Struktur im Rahmen der Wundheilung nur ansatzweise erreicht. Deshalb ist das Narbengewebe teilweise uneben, wulstig, nicht so elastisch und strapazierfähig. Außerdem fehlen Talg- und Schweißdrüsen sowie Haare. Da die farbstoffbildenden Zellen (Melanozyten) nicht regenerierbar sind, bräunt eine Narbe später nicht und hebt sich deshalb farblich von der angrenzenden Haut ab.
 

Nach ein bis zwei Jahren gilt eine Narbe unter Experten als "ausgereift". Doch viele Menschen werden feststellen, dass sich auch später noch Veränderungen ergeben. Das Remodeling bezeichnet den Umbau des Narbengewebes und stellt die am längsten dauernde Phase der Wundheilung dar – sie kann sich über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erstrecken. Im Wesentlichen erfolgt dabei eine Umstrukturierung der Kollagenfasern, wobei diese teilweise durch im Gewebe enthaltene Enzyme (Kollagenasen) abgebaut oder aber neu vernetzt werden.
 

Das Remodeling lässt sich durch äußere Einwirkungen, z.B. die Verwendung von Hansaplast Narben Reduktion, positiv beeinflussen.
Kosmetisch bessere Heilungsergebnisse sind somit nicht nur bei frischen, sondern auch bei erhabenen alten Narben möglich.
 


 

Hansaplast Narben Reduktion –
Selbstbehandlung auf sanfte Art
Innovatives Produkt mit hoher Erfolgsquote
 

Drei Dinge braucht der Pirat im Film oder Fasching: einen Säbel, eine schwarze Augenklappe und eine große Narbe quer übers Gesicht. Gilt bei Freibeutern und einigen studentischen Bewegungen der "Schmiss" als sichtbarer Beweis von Mut und Entschlossenheit, so ist der "Normalbürger" zumeist nicht unglücklich, sollten ihm Narben im Gesicht oder am Körper fehlen.
 

Doch: Ein Sturz von der Treppe, ein Autounfall oder eine Operation – im Laufe des Lebens gibt es viele unerwartete Ereignisse, die ihre Spuren auf der Haut hinterlassen. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung werden durch Narben an solche Situationen erinnert. Zum einen können Narben, z.B. in der Nähe von Gelenken, erhebliche Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. Zum anderen können Narben – vor allem im Gesicht – das Selbstbewusstsein derart beeinträchtigen, dass psychologische Hilfe notwendig ist.
 

Ähnlich wie bei einem Auto, das in einen Unfall verwickelt war und sogar nach der Reparatur in einer Fachwerkstätte kleine Farbunterschiede im Lack aufweist, gibt es keine Möglichkeit, einmal entstandene Narben "unsichtbar" zu machen. Allerdings sind durch eine neue Methode deutliche Rückbildungen bzw. "Verschönerungen" möglich – damit sich die Betroffenen wieder wohler in ihrer Haut fühlen.
 

In jahrelanger Forschung hat Hansaplast ein Pflaster entwickelt, das auf wirksame und dennoch sanfte Art hilft, Narben zu reduzieren. Und so könnte der Name des Produkts nicht passender sein:
Hansaplast Narben Reduktion.
 

Hansaplast Narben Reduktion sind sanft haftende, atmungsaktive Pads (7x4 Zentimeter), die einfach auf die Narbe geklebt werden. Die ideale Tragedauer beträgt 24 Stunden am Tag, mindestens aber 12 Stunden.
Zum einen erhöht sich unter den Pads die lokale Hauttemperatur, überschüssige Feuchtigkeit wird aufgenommen und – durch angeregte Stoffwechselprozesse – die Neustrukturierung im Narbengewebe aktiviert.
Zum anderen üben die Pads einen Gegendruck auf die Narbe aus und "simulieren" somit die verloren gegangene Hautspannung.
 

Klinische Studien beweisen: Hansaplast Narben Reduktion verringert in 95 Prozent der Fälle deutlich und dauerhaft die Sichtbarkeit und Spürbarkeit von geröteten und erhabenen Narben. Diese werden auf natürliche Weise flacher, heller, weicher und weniger sichtbar. Das Produkt wirkt sowohl bei frischen als auch alten Narben – im Gesicht und am Körper.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wichtig: Vor der Anwendung von Hansaplast Narben Reduktion muss die Wunde vollständig geschlossen sein.
 

Eine Packung enthält jeweils 21 Pads sowie Fixierstreifen.
 

Information erhalten Sie unter der Gratis-Hotline 0800-190 120 oder im Internet unter www.narbenreduktion.at
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:48
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