Bald Totalausfall unserer
Telefonnetze? / Die Zukunft der Netze - Auftaktveranstaltung zur "CeBIT-PreView
2006"
Wie werden sich die Telekommunikationsnetze verändern? Das Festnetz
stirbt, kann man im TK-Geschäft überhaupt noch Geld verdienen? Das sind nur
zwei der spannenden Themen der Veranstaltung "Die Zukunft der Netze" am
kommenden Montag in München zum Auftakt der "CeBIT-PreView 2006".
Billigmobilfunkdiscounter, die selber über gar keine Netzinfrastruktur
verfügen und Vodafone und T-Mobile & Co das Fürchten lehren, wie kann das
funktionieren? Gratistelefonieren im gleichen Netz und Kunden generieren um
jeden Preis. Aber wenn weniger als zwei Drittel der Gespräche in fremde
Netze geleitet werden, gibt es für die Anbieter kaum noch etwas zu
verdienen. Beim Preisdumping um jeden Preis bleiben Wartung, Service und
Entwicklung ohnehin auf der Strecke. Wird es nach dem Strom-Blackout also
bald auch den ersten Totalausfall der Telefonnetze im Hightechland
Deutschland geben? Die mobile Revolution frisst Ihre Kinder.
Über die Evolution der Netze sprechen auf der Auftaktveranstaltung zur "CeBIT-PreView
2006" hochkarätige Referenten wie Carsten Ahrens, Geschäftsführer Ericsson
Deutschland oder Stephan Wanke von COLT telecom. Rolf Hansen, Gründer und
Geschäftsführer der simyo GmbH, wird auf der Veranstaltung "Die Zukunft der
Netze" über den Generationswechsel im Mobilfunk referieren oder Matthias
Greve, Gründer und Geschäftsführer von Web.de erläutert was passiert, wenn
Internet und Mobility aufeinandertreffen.
Einladung und komplettes Programm gibt es unter:
www.preview-event.com.
Erfolgreiche Premiere des
CeBIT-Symposiums "eHealth"
- Kongress unterstreicht Chancen und Perspektiven der Telematik im
Gesundheitswesen
- Überwältigende Resonanz mit 200 Teilnehmern
Das erste Fachsymposium im Vorfeld der CeBIT hat seine Premiere mit
Bravour gemeistert. Wie groß das Interesse an dem Thema "eHealth und
Gesundheitskarte" ist, zeigt die überwältigende Resonanz auf das Symposium
am 10. Februar in Berlin. Weit über 200 Teilnehmer aus Ärzteschaft,
Krankenkassen, Verbänden sowie Angehörige medizinischer Heilberufe
diskutierten mit mehr als 20 hochkarätigen Referenten über Chancen und
Perspektiven der elektronischen Gesundheitskarte. Veranstalter des Forums
waren die Deutsche Messe AG, Hannover, und der BITKOM (Bundesverband
Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e. V., Berlin) in
Kooperation mit der Verlagsgruppe Handelsblatt. Unterstützt wurde das
Symposium vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS).
In zahlreichen Vorträgen und engagierten Diskussionsrunden wurden die
Chancen und Herausforderungen der Gesundheitskarte für die deutsche
ITK-Industrie vorgestellt und die Telematik im Gesundheitswesen sowohl als
Wirtschaftsfaktor als auch als Beitrag zum Bürokratieabbau dargestellt.
Weitere spannende Themen waren "Entlastungen der Leistungserbringer",
Patientensouveränität und Arzneimitteltherapiesicherheit. Referenten und
Teilnehmer waren sich einig, dass neben den technischen Vorraussetzungen für
die elektronische Gesundheitskarte vor allem strukturelle Rahmenbedinungen
geschaffen werden müssen. Deutlich wurde auch, dass für ein Gelingen des
Projekts eine umfassende Aufklärung und mehr Transparenz bei der
Kosten-Nutzen-Analyse erforderlich sind.
"Die elektronische Gesundheitskarte wird letztendlich zur
Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, zur Verbesserung der
Gesundheitsversorgung und zur Kostensenkung beitragen", sagte Norbert Paland,
Ministerialdirigent und Leiter der Projektgruppe "Telematik -
Gesundheitskarte" im BMGS in seiner Eröffnungsrede. Die große
Herausforderung des Projekts sei nicht die technische Umsetzung der
Gesundheitskarte, sondern die Integration aller Beteiligten, die später mit
der Karte verbunden würden. "Mit der Gesundheitskarte bauen wir heute eine
Straße, über die künftig das gesamte Gesundheitswesen bedient wird", machte
Paland deutlich.
Ein wichtiger Aspekt der Karte sei die Integration des "Elektronischen
Rezepts". Ärzte können damit beispielsweise Verordnungen von Arzneimitteln
digital auf der Karte speichern. Der Patient legt seine Gesundheitskarte in
der Apotheke vor und erhält die verschriebene Medikation. "Das elektronische
Rezept ist eine der Schlüsselanwendungen und damit Teil der
Lösungsarchitekturen, die heute für die Gesundheitskarte entwickelt werden
müssen", führte der Ministerialdirigent aus. An der Vorbereitung derartiger
Lösungsarchitekturen arbeiten die Beteiligten derzeit mit Hochdruck. "Wir
werden die Meilensteine auf dem von uns gesetzten Zeitplan einhalten, so
dass die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in 2006 wie geplant
stattfinden kann", unterstrich Paland während des eHealth-Symposiums.
Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Industrieverbandes BITKOM, machte in
seiner Keynote deutlich, dass "die Umsetzung der elektronischen
Gesundheitskarte auch eine große Bedeutung für den Innovationsstandort
Deutschland" habe. Doch mit der technischen Ausführung allein sei es nicht
getan. "Zunächst müssen Verfahren und Strukturen im Gesundheitswesen
verändert werden und dann die entsprechenden Technologien aufgesetzt
werden", so Harms weiter. Die Gesundheitskarte sei ein komplexes System, in
dem die eigentliche Karte nur einen kleinen Baustein bilde. Aus seiner Sicht
liegen die Vorteile der Gesundheitskarte auf der Hand: Durch das Speichern
einer elektronischen Patientenakte auf der Karte könnten teure
Mehrfachuntersuchungen vermieden und Arzneimittelunverträglichkeiten
aufgrund von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen bereits verordneten
Präparaten verhindert werden. Harms: " Mit einer konsequent genutzten
elektronischen Gesundheitskarte könnte die Kommunikation und Vernetzung
aller Beteiligten rund um die Patientengesundheit erheblich verbessert
werden."
Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender der Ärztevereinigung Marburger
Bund, stellte in seinem Vortrag heraus, dass für ein Gelingen des Projekts
"Elektronische Gesundheitskarte" eine umfassende Aufklärung notwendig sei.
"Wir befinden uns bei der Kommunikation im Gesundheitswesen noch im
Steinzeitalter", skizzierte Montgomery die derzeitige Situation. "Mit der
Gesundheitskarte könnten Informations- und Medienbrüche umgangen werden."
Auf der Patientenseite müsse zudem die Angst vor Manipulation und Missbrauch
der Daten durch intensive Aufklärungsarbeit beseitigt werden. "Wir müssen
die Befürchtungen der Patienten ernst nehmen und deshalb rechtzeitig
umfassend informieren und somit Vertrauen schaffen." Auch er betonte, dass
dazu Strukturänderungen im Gesundheitswesen notwendig seien. "Wenn sich
bestehende hemmende Strukturen nicht aufbrechen lassen, kann die Technik
nicht greifen", so Montgomery.
Norbert Englert, Vice President Business Consulting Services bei der IBM
Deutschland GmbH, und Dr. Rolf Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK
Baden-Würtemberg, waren sich einig, dass die Anforderungen an die
Lösungsarchitekturen der Gesundheitskarte dem Geschäfts- und Praxisalltag
des Gesundheitswesens entsprechen müssen. Dazu seien auch methodisch
vorbereitete Testläufe in verschiedenen Modellregionen notwendig. Die
Erfahrungen aus den Pilotprojekten sollen dann in das endgültige Projekt
Gesundheitskarte einfließen. Kontrovers diskutiert wurde auf dem
eHealth-Symposium die Frage nach der Finanzierung. Sowohl auf der
Entwickler- als auch auf der Ärzteseite wurde bemängelt, dass die Kostenlast
zu einseitig verteilt würde. Hier wurde noch mehr Transparenz bei der
Kosten-Nutzen-Analyse gefordert.
Die Einsatzmöglichkeiten moderner Informations- und
Telekommunikationstechnik im Gesundheitswesen bilden ein Kernthema im
Ausstellungsschwerpunkt "Public Sector Parc" auf der kommenden CeBIT vom 10.
bis 16. März in Hannover. Rund 250 Unternehmen und Institutionen
präsentieren dort ihre Lösungen für die Modernisierung der öffentlichen
Verwaltungen und Gesundheitssysteme. Übrigens: Für Mitarbeiter und Beamte
des Öffentlichen Dienstes besteht erstmals die Möglichkeit, sich den Besuch
des "Public Sector Parc" als Sonder- und Bildungsurlaub anrechnen zu lassen.