Popsong wird zur Trauerhymne
TV-Stationen verwenden Musik von Enya ohne Rücksicht auf
Urheberrecht
Der Enya-Song "Only Time" mit dem Refraintext "who can say where the road
goes" ist inzwischen zur inoffiziellen Trauerhymne für die Opfer der
Terroranschläge von vergangener Woche geworden. Die US-Fernseh- und
Radiostationen, aber auch deutsche Sender, haben das Lied zu den Bildern des
Terrors und den Statements der Politiker neu remixt. Das Urheberrecht wurde
dabei nicht beachtet.
Die CD der Sängerin Enya "A Day without rain" ist bereits vor einem Jahr
erschienen. Der melancholische Song "Only Time" ist aber plötzlich wieder
überall zu hören; und das nicht nur weil das Lied im Keanu Reeves Film "Sweet
November" als Liebesthema eingesetzt wurde. Auf zahlreichen kommerziellen
TV-Stationen wird der Refrain zurzeit als Hintergrundmusik der
Terrorberichterstattung verwendet. Zuerst wurde "Only Time" von der
US-Radiostation KIISFM
http://www.kiisfm.com mit Statements von Augenzeugen, TV-Originaltönen und
Zitaten von US-Präsident Bush und Reporteraussagen remixt.
Auch SAT.1 verwendet "Only Time" für die Terrorberichterstattung aus den
USA. Hier wird das Lied mit Augenzeugenberichten, Reporterberichten oder nur
kommentarlosen Bildern der Opfer, der Rettungsteams bzw. der schrecklichen
Zerstörung remixt. Auf deutschen Radiosendern wird der Song auf "heavy
rotation", d.h. besonders oft, gespielt. Viele Hörer riefen wegen des Songs
an, hieß es bei mehreren Berliner-Radiosendern.
Laut Enya-Lable WEA
http://www.wea.com ist der Song "unauthorisiert. Das ist ein eindeutiger
Verstoß gegen das Urheberrecht, aber in dieser Situation werden wir nicht
gegen den Remix vorgehen", hieß es bei der Palttenfirma. Auch Enya verzichtet
auf rechtliche Schritte. Ein authorisierter Remix ist nicht geplant. Laut
einer WEA-Sprecherin sind auch andere Titel von ähnlichen Trauer-Remixes
betroffen, so z.B. U2s "Peace on earth". Bereits 1991 wurden der Bette Midler
Song "From a distance" zu Aussagen von Familienangehörigen der
Golfkriegsoldaten gemischt.
Rammstein mit "Clip 2001" ausgezeichnet
Deutscher Musikvideopreis in Berlin vergeben
Das Rammstein-Video "Links 2 3 4" ist Freitagabend in Berlin im
Rahmen der Verleihung des "Clip 2001" zum besten deutschen Rockvideo
des Jahres gewählt worden. Der Preis gilt als der bedeutendste der deutschen
Musikvideo-Branche. Die unter anderem mit Zeit-Herausgeber Michael Naumann und
Ex-MTV-Chefin Christiane zu Salm besetzte Jury würdigte Regisseure und andere
Kreative in zehn Kategorien für ihre herausragende Leistungen.
Der Publikumspreis ging an das Video zu "Kumba Yo" von Michael
Mittermeier vs Guano Babes. Ausgezeichnet wurden zudem das Dance-Video
"No Melody" von Turntablerocker. In der Kategorie Pop erhielt den
Musikvideo-Award "Actionist Respoke" von Mouse on Mars. Der Preis für
die beste Regie im Bereich R´n´B - HipHop - Rap wurde für den Streifen zu
"Rudi" von Smudo verliehen. Die Verleihung wird am 14. Juli um 17.30
Uhr in MTV http://www.mtv.de
ausgestrahlt.
Aktuelle Band des Monats:
http://www.simple-song.de
Mit ihrem aktuellem Titel: "Der Weg zum Ruhm"