Marihuana verursacht
Blutandrang im Gehirn
Normalzustand erst nach einem Monat wieder
erreicht
Das Rauchen von Marihuana kann den Blutfluss im
Gehirn so sehr beeinflussen, dass es bis zu einem Monat dauern kann
bis der Normalzustand wieder erreicht ist. Bei starken Rauchern kann
dieser Zustand noch deutlich länger anhalten. Zu diesem Ergebnis ist
eine Studie des National Institute on Drug Abuse
http://www.nida.nih.gov gekommen. Der regelmäßige Konsum von
Marihuana kann zusätzlich das Gedächtnis und die Fähigkeit
Entscheidungen zu treffen beeinträchtigen. Das Team um Jean Cadet
überwachte den Blutfluss im Gehirn von 54 Marihuana-Rauchern, die
bis zu 50 Joints täglich rauchten. Die Ergebnisse der Studie wurden
in Neurology
http://www.neurology.org veröffentlicht.
Personen, die Cannabis rauchten, verfügten über einen stärkeren
Blutfluss als Nichtraucher. Dazu kam ein größerer Widerstand gegen
den Blutfluss. Das legt laut NewScientist nahe, dass es zu
Veränderungen in den Blutgefäßen des Gehirns kommt, die den
Transport des Sauerstoffs ins Gewebe behindern. Zur Kompensation
dieses Mangels wird zusätzliches Blut in diesen Bereich des Gehirns
geschickt, wodurch der Widerstand steigt. Wahrscheinlich ist jedoch
laut Cadet, dass trotzdem nicht ausreichend Sauerstoff durch die
Blutgefäße gelangt.
Mittels eines extrem sensiblen Verfahrens, der so genannten
transkraniellen Doppler-Sonographie, wurde der Blutfluss in den
Gehirnen sichtbar gemacht. Dieses Verfahren ist so sensibel, dass
sogar durch den Herzschlag verursachte Veränderungen des Blutflusses
erkennbar werden. Nach einem Monat ohne Cannabis, den die Teilnehmer
in einer Klinik verbrachten, wurden die Sonographien wiederholt. Die
Resistenz des Blutflusses leichter und mittelschwerer Konsumenten,
die im Durchschnitt zwischen elf und 44 Joints wöchentlich rauchten,
wurde nach diesem Zeitraum langsam wieder normal. Bei starken
Rauchern konnte keine Verbesserung festgestellt werden. Diese
Teilnehmer rauchten durchschnittlich 131 Joints in der Woche. Cadet
will als nächstes erforschen, ob es einen Zusammenhang zwischen den
Veränderungen des Blutflusses im Gehirn und dem Ausmaß der
neuropsychologischen Probleme gibt.
Um die Auswirkungen des Tabaks in den Joints zu eliminieren,
verglich Cadet seine Ergebnisse mit jenen von Rauchern, die einen
normalen Blutfluss aufwiesen. William Notcutt vom James Paget
Hospital argumentierte, dass die Langzeitwirkungen auf das Gehirn
nicht von der gleichen Substanz ausgelöst worden sein könnte, die
auch für das Hochgefühl verantwortlich ist. "Jemand, der 50 Joints
pro Tag raucht, nimmt eine große Menge von Karzinogenen von den
Marihuana-Pflanzen auf. Wir wissen, dass die kardiovaskulären
Auswirkungen von Cannabis sehr komplex sind und von vielen Faktoren
abhängen. Jetzt müssen Menschen getestet werden, die qualitativ
hochwertige medizinische Extrakte nutzen." |
Cannabiskonsum erhöht Psychoserisiko
Menschen mit genetischer Veranlagung besonders gefährdet
Häufiger Konsum von Cannabis während der Pubertät und im
jungen Erwachsenenalter erhöht das Risiko für psychotische Symptome später
im Leben. Das Risiko ist für Personen extrem verstärkt, die genetisch
anfällig für Psychosen sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der
Maastricht Universität
http://www.unimaas.nl/ , die im British Medical Journal
http://bmj.bmjjournals.com/ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler
erklärten, dass Cannabis das Gleichgewicht des Botenstoffs Dopamin stört,
der für Stimmungslagen verantwortlich ist.
An der Untersuchung nahmen 2.437 junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren
teil, die für vier Jahre beobachtet wurden. Nach einer Abstimmung der
Faktoren wie sozialer und wirtschaftlicher Status und Gebrauch von anderen
Drogen, Tabak und Alkohol, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass
Cannabiskonsum das Risiko für psychotische Symptome mäßig erhöht. Der Effekt
war bei jenen Personen erheblich verstärkt, die eine genetische Veranlagung
für Psychosen aufwiesen. Die Wissenschaftler betonten, ihre Ergebnisse
würden nicht die Theorie unterstützen, dass Menschen mit einer solchen
Veranlagung eine größere Neigung entwickeln, Cannabis zu verwenden.
Forschungsleiter Jim van Os empfiehlt Menschen mit mentalen Schwächen, die
Droge zu vermeiden. Martin Barnes von der Organisation DrugScope
http://www.drugscope.org.uk/ fordert, dass diese Botschaft zum
Cannabiskonsum von Lehrern und Gesundheitsbediensteten aufgenommen und
jungen Menschen entsprechend kommuniziert wird. Dabei seien Schocktaktiken
selten wirkungsvoll. "Die Studie unterstreicht, dass eine Veranlagung für
Psychosen in Kombination mit einem frühen Missbrauch von Cannabis die
Wahrscheinlichkeit, eine psychotische Erkrankung auszulösen, erhöht", sagte
Dinah Morley von der Organisation Young Minds
http://www.youngminds.org.uk/ . Sie sprach sich für eingehende
Untersuchungen der neurologischen Mechanismen aus.
Cannabis bremst Geburtsgewicht
Britische Forscher warnen Schwangere vor dem Genuss von
Joints
Britische und neuseeländische Wissenschaftler warnen Schwangere vor dem
Genuss von Cannabis während der Schwangerschaft. Regelmäßige Joints bewirken
eine Abnahme der Körpergröße von Neugeborenen. Der Effekt eines einzigen
Joints pro Woche entspricht, so die Forscher, den von 15 herkömmlichen
Zigaretten, berichtet das britische Journal of Obstetics and Gynecology.
http://www.elsevier.com/homepage/sab/womenshealth/doc/journals/bjog1.html
Es gebe, so das Forscherteam keine Hinweise darauf, dass Babys nach dem
Konsum von Cannabis miss- oder fehlgebildet sind. Frauen, die auch noch knapp
vor der Geburt Cannabis konsumierten, bringen demnach Kinder zur Welt, die 216
Gramm leichter sind, als normale Babys. Die Neugeborenen waren außerdem
kleiner und hatten kleinere Köpfe. Im Durchschnitt wogen Kinder, deren Mütter
Cannabis konsumierten etwa 90 Gramm weniger. Für den Versuch wurden über
12.000 Frauen und deren Babys untersucht.
"Wir wollen zeigen, dass Frauen alle chemischen Substanzen während der
Schwangerschaft vermeiden sollten", erklärte einer der Forscher. Das
Untersuchungsergebnis lasse eindeutige Schlüsse auf ein reduziertes
Fötalwachstum zu. Die Gründe warum Cannabis das Wachstum verlangsame, sind
allerdings unklar. Die Forscher vermuten, dass der Konsum der Droge mit
Zigarettentabak zu einem Cocktail von giftigen Substanzen führt, der dann das
Wachstum des Fötus verlangsamt.
Rund fünf Prozent der befragten Frauen gaben zu, vor der Schwangerschaft
Cannabis konsumiert zu haben. Eine etwas kleinere Zahl verzichtet auch während
der Schwangerschaft nicht darauf.
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/health/newsid_1746000/1746958.stm