Navigationssystem für
blinde Menschen
PAVIP an der Info Vision 04
Die Zuger Firma Bones GmbH
http://www.bones.ch/pavip/ hat ein tragbares Benutzergerät für
sehbehinderte und blinde Menschen entwickelt. Mit PAVIP könnte die
Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für sehbehinderte Menschen
vereinfacht werden. Die Abkürzung PAVIP steht für "Personal
Assistant for Visually Impaired People"- "Persönlicher Assistent für
sehbehinderte Menschen". Das neuartige System wird am 26. und 27.
November 2004 an der Info Vision 04
http://www.info-vision.ch in Bern präsentiert.
Das System von PAVIP verfügt über Funktionen wie ein
Navigationssystem und Kommunikationsmöglichkeiten mit öffentlichen
Verkehrsmitteln. Die Anwendung im öffentlichen Raum wird an der
Vision 04 in einem Feldversuch getestet. PAVIP funktioniert, indem
entsprechende Geräte in der Umgebung, beispielsweise auf dem
Bahnsteig, vorhanden sind. Mit Hilfe dieser Gegenstückgeräte ist der
Benutzer im Stande zu agieren und zu kommunizieren. Durch die
Navigationsfunktion werde der Benutzer vom Eisenbahnperron bis zur
Tramhaltestelle begleitet. Das Gerät zeige dem Benutzer die
einzuschlagende Richtung an und liefere zusätzlich über
Sprachausgabe weitere Informationen zur Wegfindung, so die
Organisatoren von Info Vision 04.
Im privaten Bereich kann PAVIP als elektronisches Sprachnotizgerät
verwendet werden. Dieses unter dem Namen Milestone 310 bekannte
Gerät wurde von der Bones GmbH in Zusammenarbeit mit dem
Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen SZB
http://szb.ch für die
Ansprüche Blinder und Sehbehinderter entwickelt. "In meiner
Ausbildung spielt der PC, inklusive Sprachausgabe und Braillezeile,
eine wichtige Rolle. Ich mache damit Unterrichtsnotizen, schreibe
Semesterarbeiten und beschaffe mir via Internet viele
Informationen", so der blinde Lorenz Kühni. |

Elektronisches Auge
für blinde Menschen
Kamera-Computer-Kombi erkennt Verkehrszeichen
Japanische Wissenschaftler haben ein
elektronisches Auge entwickelt, das Blinden bei der Fortbewegung
helfen soll. Menschen, die das in Brillen integrierte Gerät tragen,
wären fähig, ohne fremde Unterstützung die Straße zu überqueren,
glaubt das Team vom Kyoto Institute of Technology
http://www.kit.ac.jp/english/. Das Gerät besteht aus einer
Kombination aus Kamera und Computer, der Dinge entdeckt und misst,
wie zum Beispiel die Farben von Verkehrsampeln und die
Straßenbreite. Ein Sprachsystem gibt die Informationen an den Träger
weiter. Von dieser technologischen Entwicklung berichtet die BBC
http://news.bbc.co.uk .
Forschungsleiter Tadayoshi Shioyama erklärte, dass die Kamera in
Augenhöhe angebracht wird und mit einem kleinen Computer verbunden
wird. Das Gerät ist in der Lage, die Existenz und Lokalisation eines
Zebrastreifens zu erkennen, und gleichzeitig zu beobachten, wann die
Ampel von rot auf grün schaltet. Die Länge des Überganges wird
mittels projektiver Geometrie ermittelt. Die Kamera bildet die
weißen Streifen auf der Straße ab, die Distanzen werden anhand der
Eigenschaften der geometrischen Formen des Bildes bestimmt.
Katherine Phipps vom Royal National Institute of the Blind
http://www.rnib.org.uk/ kommentierte die japanische Entwicklung
folgendermaßen: "Mobilität ist ein wichtiges Anliegen für blinde und
sehbehinderte Menschen und neue Geräte wie dieses, die bei der
sicheren Bewegung helfen, sind immer willkommen."
|

Bildschirmkalibrierung für
Sehbehinderte
Standardisiertes Verfahren zur
Arbeitsplatzkonfiguration
Das Aachener Centrum für Technologietransfer in der
Opthalmologie (ACTO)
http://www.acto.de hat eine Software entwickelt, die in der Beratung
von Sehbehinderten objektiv nachvollziehbare Standards setzten soll. "SOBES"
(Software zur Optimierung der Bildschirmergonomie für sehgeschädigte
Computeranwender)
http://www.sobes.de soll unter Berücksichtigung der individuellen
Symptomatiken des sehbehinderten Computeranwenders sowie der
augenmedizinischen Erkenntnisse die bestmögliche
Arbeitsplatzkonfiguration und Bildschirmeinstellung ermitteln.
"Mit Hilfe unserer dialoggesteuerten Software kann unter
Berücksichtigung des jeweiligen Krankheitsbildes getestet werden, mit
welchen Einstellungen der Sehbehinderte am besten arbeiten kann",
erklärt Angelika Ax, SOBES-Projektkoordinatorin (rechts im Bild). Dazu
werden alle relevanten Parameter wie Kontrasteinstellungen, Farbsehen
oder Gesichtsfeld geprüft. Aus den gesammelten Daten generiert das
Programm anschließend ein schriftliches Gutachten, das für den
Kostenträger übernommen werden kann. Weiters eignet sich die Software
auch für die Schulung von Sehbehindertenteams.
Entwickelt wurde SOBES vom ACTO in Zusammenarbeit mit dem
Berufsförderungswerk Düren und mit Unterstützung der Augenklinik der
RWTH Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen)
http://www.rwth-aachen.de . Eine Demo-Version der Software steht
unter
http://www.acto.de zum Download zur Verfügung
|

Blindenführhund im Dienst - bitte nicht Streicheln und nicht Füttern
Ein Blindenführhund ermöglicht Blinden Unabhängigkeit und erhöhte Mobilität,
er ist ein wahrer "Engel auf Pfoten". Die gleichnamige Sehbehinderten- und
Blindenorganisation setzt sich immer wieder für diese treuen Vierbeiner ein
und möchte u.a. erreichen, dass in Zukunft die Sozialversicherungsträger die
Finanzierung zur Gänze übernehmen.
Leider scheint es für manche Menschen sehr verlockend, einen Blindenführhund
im Dienst zu streicheln. Die Folgen, wenn ein Führhund unkonzentriert bei der
Arbeit ist, können für Hund und Hundehalter verheerend sein. Wenn der Führhund
sein Geschirr (weißes Brustgeschirr mit Führbügel) trägt, ist er im Dienst und
voll konzentriert bei der Arbeit. Er muss auf viele Dinge aufpassen und darf
daher keinesfalls gestreichelt, gelockt oder gefüttert werden - auch wenn der
treue Hundeblick auch noch so sehr dazu verleitet! Etwaige
Konzentrationsfehler könnten ihn nachhaltig beeinträchtigen und damit im
schlimmsten Fall die Sicherheit seines Halters gefährden.
So passierte es erst kürzlich, dass Führhund "Boris" durch massive
"Streichel-Attacken" von Fahrgästen in der U-Bahn so nervös und unkonzentriert
wurde, dass er in der nächsten U4 Station einen Fehler machte, seinen Besitzer
in ungewohnt hoher Geschwindigkeit die Stiegen hinunter in den Stationsbereich
zog (wobei der Blindenstock zerbrach) und in Folge auf die Gleise der U-Bahn
stürzte. Sein Besitzer reagierte schnell und konnte ihn gerade noch vor der
einfahrenden U-Bahn hochziehen und damit retten.
Ein weiteres Thema ist ungebetenes Füttern des Hundes: sein Besitzer kann
manchmal nicht rechtzeitig erkennen, ob dem Hund etwas in die Schnauze
geschoben wird oder nicht. Er merkt es viel zu spät. Manchmal auch erst, wenn
er in seiner Wohnung auf ein weiches Häufchen tritt, das ein ungewohntes
Leckerli verursacht hat, weil es der Verdauungstrakt nicht gewohnt ist. "Bitte
füttern Sie einen Blindenführhund nicht, auch wenn er noch so lieb
dreinschaut. Blindenführhunde sind an eine einheitliche Kost gewöhnt und
können durch gutgemeinte Zufütterungen Verdauungsprobleme entwickeln, die für
Hund und Herr unangenehme Folgen haben", appelliert Obmann der "Engel", Roland
Komuczky. "Bitte fragen Sie immer zuerst den Besitzer, bevor Sie einen
Führhund streicheln möchten oder gar einen Leckerbissen parat haben."
Zwtl.:Das Neue Jahr beginnt gefährlich
Gerade jetzt, wenn der stillsten Zeit des Jahres die lauteste, nämlich
Silvester, folgt, wird es für Blindenführhunde besonders gefährlich. "Bitte,
erschrecken Sie Blindenführhunde nicht mit Knallkörpern und dergleichen! Auch
wenn ein gut ausgebildeter Blindenhund "schussfest" ist, erschrickt er über
Knallkörper, die vor seinen Pfoten landen. Sie gefährden damit die
Diensttauglichkeit. Denken Sie auch an das Fell oder die Pfoten eines
Blindenführhundes, bevor Sie Flaschen, Sektgläser, Dosenverschlüsse oder
Kaugummis auf Gehwege oder die Straße werfen. Alle Engel auf Pfoten werden
Ihnen für Ihre Rücksichtnahme danken!
Neben dem Projekt "Sehen-Verstehen" und der allgemeinen Beratung
sehbehinderter und blinder Menschen haben sich die "Engel auf Pfoten"
insbesondere zur Aufgabe gemacht, Betroffenen bei der Finanzierung von
Blindenführhunden zu helfen (Spendenkonto 1.133.214, BLZ 32.000).

Blindenverband lädt zu Bällen im Braille-Haus ein
Mit zwei Ballveranstaltungen im Louis-Braille-Haus in Wien 14., Hägelingasse
4-6, will der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband zu einem
besseren Verständnis zwischen sehenden und sehbehinderten Menschen beitragen.
Beim "Faschingsball" für Kinder am Freitag, 8. Februar, von 14 bis 18 Uhr,
wird den kleinen Gästen ein Musikprogramm, eine Tombola und ein
Akrobatik-Showblock geboten. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Am Samstag, 9. Februar, findet ab 20 Uhr ein schwungvoller Ballabend für
Erwachsene statt, der Eintritt kostet 15 Euro. Es musiziert das Duo "Espace"
mit der Sängerin Nathalie, neben einer Chor-Darbietung steht der Auftritt
einer Schweizer Guggenmusik-Gruppe auf dem Programm. Der Hauptpreis einer
großen Tombola ist ein Städteflug für zwei Personen.
Die Veranstalter freuen sich gleichermaßen auf das Kommen von blinden und
sehschwachen Ballgästen wie auf Besucher mit einem guten Sehvermögen.
Im Rahmen der Tombola beim "Faschingsfest" am Freitag gewinnen die Kinder
unter anderem Backstage-Karten für die ORF-Sendung "Confetti Tivi". Das Duo
"Cocktail" spielt zum Tanz auf und mit einer humorvollen Akrobatikeinlage
stellt sich "Kiko Cool" ein. Lustige Kostümierungen der Kinder sind durchaus
erwünscht. Die Kleinen können gerne ihre Eltern oder sonstige Begleiter zu der
Nachmittagsveranstaltung mitnehmen.
Die Abendkasse für den Ball am Samstag ist ab 19 Uhr geöffnet, um diese Zeit
wird auch Einlass in den Saal gewährt. Die Sänger des Josef-Labor-Chores
begeben sich mit den Ballgästen auf eine "Musikalische Weltreise". Eine
Schweizer Guggenmusik-Formation mit 30 Musikanten erheitert mit zünftigen
Faschingsklängen die Besucher. Zu den Höhepunkten des Abends zählt eine
Tombola. Der Hauptpreis - ein Städteflug für zwei Personen in eine Stadt nach
freier Wahl innerhalb Europas - wurde von der AUA gestiftet. Die jährlichen
Bälle im Louis-Braille-Haus haben bereits Tradition, seit rund 30 Jahren
richten die Blinden und Sehschwachen solche Veranstaltungen im Sinne des
Miteinander mit den Sehenden aus.
Weitere Informationen:
o Österreichscher Blinden- und Sehbehindertenverband:
www.braille.at/Termine1.htm

Hoffnung für blinde Menschen
Wissenschaftler züchten lichtempfindliche Zellen
Japanische Wissenschaftler wollen eine Technik entwickelt haben, mit der
sie eine durch Netzhautschäden ausgelöste Blindheit rückgängig machen können.
Dafür züchteten die Forscher aus der Iris von Ratten lichtempfindliche
Rezeptoren, die die Netzhaut des Auges bilden. Obwohl sich der Versuch in
einem frühen Stadium befindet und an Ratten durchgeführt wurde, gehen die
Forscher davon aus, dass die Technik auf den Menschen übertragbar ist,
berichtet BBC Online
http://news.bbc.co.uk .
Stäbchen als die lichtempfindlichen Teile der Netzhaut könnten dann aus der
Iris blinder Patienten gezüchtet und anschließend wieder in das Auge
transplantiert werden, berichten die Forscher von der Kyoter University
http://www.kyoto-u.ac.jp
im Fachjournal Nature Neuroscience
http://www.nature.com/neuro
. Noch wurde allerdings selbst bei blinden Versuchsratten keine
Transplantation durchgeführt. Bisher extrahierte das Team Zellen aus der Iris
(Regenbogenhaut). Aufgabe der Iris ist es, sich wie eine farbige Blende bei
Helligkeit zusammenzuziehen und den Lichteinfall zu dämpfen. Die Zellen der
Iris sind nicht lichtempflindlich.
Im Labor wurden die Zellen so verändert, dass sie auf Lichtveränderungen
reagierten. Dadurch wäre es möglich, die Zellen in die Retina zu
transplantieren. Die Retina (Netzhaut) ist die lichtempfindliche
Innenauskleidung des Auges, in der verschiedene Sinneszellen sitzen. Die
Stäbchen sind besonders empfindlich und leiten bei einer Lichtstimulation die
Botschaft zum Sehnerv, der die Information anschließend zur Verarbeitung an
das Gehirn übermittelt. Für die Lichtempfindlichkeit der Zellen wurde das Gen
Crx beigefügt. Das Gen produziert das Protein Rhodopsin in der Retina.
Die Forscher geben sich optimistisch eines Tages eine Erblindung heilen zu
können. Sie begründen dies mit der Tatsache, dass die Zellen von Iris und
Retina eine ähnliche Entwicklung durchmachen. Zurzeit gibt es noch keine
Behandlung für Netzhautschäden bei Menschen. Die Schäden können durch
degenerative Erkrankungen oder einen direkten Blick in die Sonne ausgelöst
werden. Einmal geschädigte Zellen wachsen nicht mehr nach.

Tipps für Umgang mit blinden Menschen
In der U-Bahn, auf der Straße oder im Supermarkt - auch Kinder können blinden
Menschen helfen. Wie das funktionieren kann, darüber informiert eine Broschüre
des "Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Landesgruppe Wien,
Niederösterreich und Burgenland", die zum "Tag der offenen Tür" im Louis
Braille Haus, Hägelingasse 4-6, 1140 Wien, am Freitag, 12. Oktober 2001,9 - 18
Uhr, herausgegeben wird.
"Helfen, aber wie? Tipps für Kids im Umgang mit blinden Menschen" lautet der
Titel des mit zahlreichen Comic-Zeichnungen illustrierten Heftes
(Illustrationen: Gerhard Förster, Text: Dr. Waltraud Jakob). Die Ratschläge
basieren auf den Erfahrungen, die blinde Menschen im Alltag machen. Goldene
Regel: Man sollte einem Blinden nur helfen, wenn er auch zustimmt.
Eine Auswahl der Tipps:
- Namen sind wichtig. Wer einen blinden Menschen trifft, sollte sich
mit Nennung seines Namens als anwesend zu erkennen geben und
mitteilen, wenn er sich entfernt.
- Exakte Angaben helfen weiter. "Einen Schritt nach vorn"
informiert, "da" oder "dort" sind für einen Blinden nichtssagend.
- Blindenhunde sollten von Passanten nicht gestört werden - kein
Streicheln oder Füttern, wenn der Hund mit einem blinden Menschen
unterwegs ist.
- Um einem blinden Menschen beim Ein- und Aussteigen aus einem
öffentlichen Verkehrsmittel zu helfen, genügt es, seine Hand auf
die Griffstange zu legen. Schieben und zerren sollte auf jeden
Fall vermieden werden.
- Ist der blinde Mensch mit sehender Begleitung unterwegs, ist es
unangebracht, mit der Begleitung über den Blinden zu sprechen.
Dieser ist geistig völlig normal und möchte auch selbst
angesprochen werden.
- Einem blinden Menschen ist es hingegen keineswegs unangenehm, wenn
vom Sehen die Rede ist. Im Gegenteil: Er verwendet das Wort meist
selbst oft und gern und meint damit, daß er durch Tasten etwas
"gesehen" hat. Viele blinde Menschen mögen es auch, wenn man ihnen
optische Eindrücke ausdrucksvoll und plastisch schildert.
Sich in die Erfahrungswelt eines blinden Menschen einzufühlen, diese für kurze
Zeit selbst zu empfinden, ist ein eindrucksvolles Erlebnis, das den Besuchern
des "Tags der offenen Tür" im Louis Braille Haus geboten wird. In
abgedunkelten Räumen und mit verbundenen Augen kann das Erproben von
alltäglichen Handlungsabläufen zum Abenteuer werden.
Für Kinder und Jugendliche gibt es beim "Tag der offenen Tür" heuer ein
besonders attraktives Angebot. Dazu gehört auch die Vorführung von
Blindenhunden oder das Malen von Ansteckknöpfen. Für Jugendliche ist auch der
Spielfilm "Love at First Touch" geeignet, der die Erfahrungen eines durch
einen Unfall erblindeten jungen Mannes zeigt.
Am "Tag der offenen Tür" wird aber auch einem breiten Publikum das
umfangreiche Informations- und Serviceangebot des "Österreichischen Blinden-
und Sehbehindertenverbandes" präsentiert. Es handelt sich dabei einerseits um
Leistungen für blinde und stark sehbehinderte Menschen, wie
Rehabilitationstrainings, Sozialberatung, Psychotherapie, Hilfsmittel, etc.
Andererseits stehen viele Angebote im Louis Braille Haus das ganze Jahr über
auch sehenden Menschen offen, z.B. das Restaurant Louis Braille Stuben, das
Massagefachinstitut, der für Veranstaltungen mietbare Louis Braille Saal sowie
das Verkaufslokal für Besen, Bürsten und Korbwaren aus den Blindenwerkstätten.

Internet wird für Blinde hörbar
Software wird auf dem Internationalen Blindentag vorgestellt
Das Internet kann hörbar werden. Dies verspricht eine
Voice-Portal-Plattform, die die Clarity AG
http://www.clarity-ag.net
entwickelt hat und anlässlich des Internationalen Blindentages "Tag des weißen
Stocks" am kommenden Montag vorstellen wird. Laut Christoph Pfeiffer,
Vorstandschef des Unternehmens, ermöglicht die Sprachsoftware auch blinden
Menschen die Nutzung des Internets. Mit der Clarity-Technologie können den
Angaben zufolge Blinde per Festnetz oder Handy auf unterschiedlichste
Online-Dienstleistungen zugreifen, um etwa Online-Shopping, Kino- und
Reiseauskünfte sowie Hotelzimmer- und Ticketreservierungen "fernmündlich"
nutzen zu können. Voraussetzung sei, dass die Website-Betreiber
Sprachportallösungen für ihre jeweiligen WWW-Angebote eingerichtet hätten, mit
deren Hilfe sich die einzelnen Online-Dienste via Sprache abrufen lassen.
Die Kommunikationsplattform basiere auf einer IT-Architektur mit fünf
Funktionsebenen: Inhalt, Konnektivität, Applikation, Steuerung und
Kommunikation. Auf der Content-Ebene lassen sich den Angaben zufolge das WWW,
frei zugängliche und kostenpflichtige Online-Archive sowie weitere externe
Quellen an die Plattform anschließen. Zugleich würden Schnittstellen zu
firmeninternen Datenbeständen bereit gestellt. Dazu gehören Intranet,
Datenbanken, Knowledge Management-Systeme, CRM-Anwendungen wie Siebel sowie
ERP-Systeme wie SAP R/3. Die Koppelung mit firmenspezifischen Applikationen
werde ebenfalls unterstützt. Durch den Connectivity-Layer lassen sich laut
Clarity praktisch alle Arten und Formate von Inhalten in die Plattform
integrieren.
Die Applikationsebene beherbergt den Angaben zufolge die Anwendungen, die
dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden. Das Spektrum könne von der
Informationsrecherche über Ticketing bis hin zu Shoppinglösungen reichen. Der
Applikation übergeordnet sei die Steuerungsebene, die den Kontakt zur
Kommunikationsebene herstellt. Die Trennung von Anwendung und Kommunikation
mache das System flexibel, weil sich Kommunikationsarten wie SMS oder
Sprachdialogsysteme aufsetzen ließen, ohne dass dazu die Applikationen
geändert werden müssen.
Der Communication-Layer arbeitet den Angaben zufolge mit Push- und
Pullverfahren. Auf der Pushseite gehören dazu SMS und SMS-C, E-Mail und Fax,
auf der Pullseite HTML (Web), WML (WAP), XML (Anbindung an Applikationen und
Datenbanken) sowie VXML (Sprachschnittstellen). Multimedia werde unterstützt.
So lassen sich laut Clarity als Antworten auf natürlichsprachliche Fragen etwa
kurze Videoclips einspielen. Die Plattform könne zudem "location-based
Services" (LBS) anbieten. Hierbei würden die Standortangaben eines
Mobilgerätes genutzt, um gezielt Informationen bereit zu stellen und einem
Autofahrer etwa den Weg zur nächstgelegenen Tankstelle zu weisen.

Farbleitsystem für Blindenmagazin
"Unser Schaffen" künftig auch auf Kassette erhältlich
"Unser Schaffen", das Monatsmagazin der Hilfsgemeinschaft der Blinden und
Sehschwachen Österreichs, präsentiert sich ab der kommenden Ausgabe völlig
erneuert. Das Ergebnis kam unter Einbeziehung sehbehinderter "Testpersonen"
zustande. Themen rund ums Auge werden künftig durchgehend vierfärbig
präsentiert, laut Heinz Vogel, Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft, eine
Novität für ein "Blindenmagazin" im deutschsprachigen Raum. Ein Farbleitsystem
soll für eine übersichtliche Gliederung der Themenbereiche sorgen. Zusätzlich
wird jede Ausgabe auch auf Kassette erhältlich sein.
Seit heuer ist die 66 Jahre alte Hilfsgemeinschaft auch im Web vertreten.
Unter
http://www.hilfsgemeinschaft.at findet man Wissenswertes rund um das Thema
"Auge", Informationen über die Leistungen des Vereins und aktuelle Kurs- und
Ausflugstermine. Weitere Details zu "Unser Schaffen", das sich mit einer
Auflage von 20.000 Stück an Sehende und Sehbehinderte gleichermaßen wendet,
werden kommende Woche auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Blinde Kinder erhalten keine Bildung
90% der 5 Mio. blinden oder sehbehinderten Kinder sind
betroffen
In den Armutsgebieten dieser Welt blind zu sein, ist ein schweres
Schicksal. Denn die Behinderung führt in den meisten Fällen dazu, dass diese
Kinder auch von einer fundierten Schulausbildung ausgeschlossen sind. Blind
oder sehbehindert und ohne Ausbildung sinkt die Chance auf eine Arbeit
praktisch auf Null. Von den blinden Erwachsenen sind auch deshalb 80%
arbeitslos.
"Eine gründliche Schulausbildung ist die erste Voraussetzung, um später
einen Beruf auszuüben", erklärt Martin Schellenbaum, Geschäftsleiter der CBM
Schweiz, anlässlich des Weltkindertages. Die CBM setzt
alles daran, blinden Kindern in den Armutsgebieten diese Chance zu geben. So
sollen herkömmliche Son-dereinrichtungen und Heimschulen durch Programme zur
Integration in Regelschulen oder
gemeindenahen Rehabilitationsprojekte ersetzt werden. Ferner ist geplant, mehr
Frühförderungsmass-nahmen zu unterstützen, um die Auswirkungen der
Sehschädigung auf das einzelne Kind so weit wie möglich zu begrenzen.
Ausserdem will die Christoffel Blindenmission erreichen, dass alle blinden
Kinder neben der üblichen Schule auch in besonderen Fächern wie Orientierungs-
und Mobilitätstraining sowie lebenspraktischen Fertigkeiten unterrichtet
werden.

Zungen-Display lässt Blinde wieder sehen
Universität von Wisconsin entwickelt taktiles Display
Vor 40 Jahren entwickelte der Neurobiologe Paul Bachy-Rita http://myprofile.cos.com/bachyrp39
die Idee, Blinden mittels der Zunge das Sehen wieder zu ermöglichen. Mit
Unterstützung des National Eye Institute http://www.nei.nih.gov
ist jetzt Forschern der Universität von Wisconsin http://www.wisc.edu
laut Golem http://www.golem.de
mit dem so genannten Tactile Vision Substitution System (TVSS) die Umsetzung
gelungen. "Bald lassen sich mit TVSS auch Schilder lesen und Gesichter
unterscheiden", ist Kurt Kaczmarek überzeugt. http://kaz2.med.wisc.edu.
Die an der Brillenfassung fixierte kleine Videokamera funkt ihre Bilder zu
einer Platine, die auf der Zunge fixiert ist. 144 Elektroden rastern in der
Folge die Videoaufnahmen in Bildpunkte auf, die der Blinde in Form eines
Prickelns wahrnimmt. Die einzelnen elektrischen Impulse sind je nach
Eigenschaft der Bildpunkte, hell oder dunkel, unterschiedlich stark und lang.
Ein etwas 50-stündiges Training vermittelt dem Benutzer die Fähigkeit, diese
Signale im Kopf schnell und präzise in Bilder umzusetzen. Sogar die
Geschwindigkeit von Objekten und die Raumtiefe werden wieder erkennbar. Sich
in der Nähe bewegende Gegenstände verursachen ein kurzes und starkes
Prickeln, weiter entfernte ein länger anhaltendes und schwächeres.
Das Unternehmen Wicab Inc., http://www.techexpo.com/firms/wicab.html
für die Vermarktung des Zungen-Displays wurde von Kaczmareks Kollegen
Mitchell Tyler gegründet. Kaczmarek weist jedoch darauf hin, dass derzeit
noch weitere Grundlagenforschung zur Übertragung von Berührungs-Informationen
auf elektrischem Wege auf Zunge und andere Körperteile notwendig sei.
Weitere Informationen finden sich im Internet unter http://kaz2.med.wisc.edu/Publicity/Synopsis.html
