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Parasiten missbrauchen Sexualpheromone
Schlupfwespen tricksen Schmetterlinge aus

Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin http://www.fu-berlin.de ist es gelungen, ein weiteres "Täuschungsmanöver der Natur" zu entdecken: Parasitäre Schlupfwespen nutzen einen Anti-Sex-Duft für Schmetterlinge, um ihre Wirte ausfindig zu machen und als blinde Passagiere auf verpaarte Schmetterlingsweibchen aufzusteigen. Die Parasiten reisen zu den Eiablageplätzen und töten dann die frisch gelegten Eier, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Nature http://www.nature.com .

Die beiden Forscherinnen Monika Hilker und Nina Fatouros vom Institut für Biologie haben gemeinsam mit Entomologen der niederländischen Universität Wageningen http://www.wur.nl entdeckt, dass Schmetterlingsmännchen des Großen Kohlweißlings während der Paarung einen speziellen Duftstoff auf ihre Partnerinnen übertragen. Dieser wirkt auf ihre männlichen Konkurrenten abstoßend. Diesen Duftstoff, namens Benzylcyanid, machen sich die Feinde des Kohlweißlings, winzige Schlupfwespen, zu nutze. Sie klettern auf die bereits gepaarten und dadurch in einem "Anti-Sex-Duft" eingehüllten Schmetterlingsweibchen, während sie an ungepaarten Weibchen kein Interesse haben. Die Wespen fliegen mit den verpaarten und eiablagebereiten Schmetterlingsweibchen zu den Pflanzen, auf denen sie die Eier ablegen und stechen in die Schmetterlingseier ein.

Die Wissenschaftlerinnen haben herausgefunden, dass jungfräuliche Schmetterlinge, wenn sie mit einem synthetischen Antiaphrodisiakum behandelt werden, plötzlich attraktiv für die Parasiten werden. Da die Raupen des Kohlweißlings gefürchtete Schädlinge in der Landwirtschaft sind, kann dieses Wissen in der Schädlingsbekämpfung angewendet werden. Das könnte in Zukunft den Einsatz von Pestiziden reduzieren.


 

Invasion der giftigen Kröten
Australische Behörden: Krieg gegen 100 Mio. Amphibien

Eigentlich hätten die südamerikanischen Aga-Kröten (Bufo marinus) schädliche Käfer in Zuckerrohrfeldern vernichten sollen. Doch nun werden die seinerzeit 100 Kröten, die 1935 nach Nord-Australien gebracht wurden, zur Landplage. Geschätzte 100 Mio. Tiere bedrohen sämtliche heimischen Arten. Der Versuch Herr der Lage zu werden, ist bis jetzt kläglich gescheitert. Nun rufen die Behörden Private dazu auf, im Kampf gegen die großen Kröten Vorschläge zu bringen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Jährlich holen sich die Invasoren, deren Haut angeblich so giftig ist, dass sogar Krokodile und Giftschlangen daran verenden, mindestens 50 Kilometer Land und wandern weiter. Das Experiment der Einführung fremder Arten ist wieder einmal zu einer Katastrophe immensen Ausmaßes geworden, berichten lokale Medien. Nach dem Verzehr der Kröten sind Dingos, Känguruhs, Wasservögel, Echsen und Schildkröten zugrunde gegangen.

Hinter dem Kopf der monströsen Kröte, Weibchen werden bis zu 26 cm lang und 2,5 Kilogramm schwer, verbergen sich zwei Organe, die das giftige Hautsekret produzieren, die das Amphibium vor Freßfeinden schützen soll. Minuten nach dem Verzehr der Tiere durch ihre Feinde, wirkt dieses Gift. Die Kröten sind nach Angaben der Wissenschaftler in den vergangenen Jahren von Queensland aus Richtung Norden gewandert. Das Klima im tropischen Norden scheinen die Tiere extrem zu lieben, nach wissenschaftlichen Berichten ist die Bevölkerungsdichte der Amphibien in Australien zehn Mal höher als in ihrer ursprünglichen Heimat Venezuela. Nach Berichten vor vier Jahren beruhigten die Behörden die Bevölkerung mit den Worten, dass es sich lediglich um ein temporäres Problem handle. In spätestens fünf Jahren sei das Problem von alleine gelöst hieß es damals. Doch die Kröten waren nicht zu stoppen. Sie sind, was ihre eigene Nahrung anlangt, Generalisten und fressen alles, was kleiner ist, als sie selbst. Laichen können sie in allen Gewässern, egal, ob stehend oder fließend. Sogar im Brackwasser legen die Weibchen bis zu 30.000 Eier monatlich.

Der Erfinder Andrew Arthur will mit einem Lautsprechersystem die Kröten am weiterziehen hindern. Zumindest konnte der Erfinder die Tiere mit Signalen in Fallen locken, wenn sie auf der Suche nach neuen Laichplätzen waren. Mio. Dollar haben die australischen Umweltbehörden im Krieg gegen die Invasoren schon ausgegeben. Kläglich gescheitert sind die Versuche, den Kröten den Weg zum Kakadu-Nationalpark zu versperren. Bis jetzt scheinen die Amphibien den Sieg auf ihrer Seite zu haben.

Weitere Informationen: Queensland Museum http://www.qmuseum.qld.gov.au/features/frogs/canetoad.asp


 

Korallen schützen sich selbst
Algen produzieren kühlende Wolken

Wissenschaftler haben am Großen Barriereriff in Australien eine interessante Entdeckung gemacht: In den Riffen fanden sich große Mengen des chemischen Stoffes Dimethylsulfid (DMS). Offensichtlich wird dieser Stoff, der in weiterer Folge zur Wolkenbildung führt, dazu gebildet, um die empfindlichen Riffe vor zu starker Hitze zu schützen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

DMS entweicht in die Atmosphäre, wo es als Kondensationskeim die Wolkenbildung fördert. Die Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Santa Barbara haben den Vorgang, bei dem Plankton in das weltweite Klimageschehen eingreift, erstmals beobachtet. Eine dichtere Wolkendecke reduziert jedoch die Sonneneinstrahlung, was wiederum die Produktion der Schwefelverbindungen drosselt, berichteten die Wissenschaftler im Fachmagazin Geophysical Research Letters. Die Schwefelverbindungen sind es auch, die dem Ozean den typischen Geruch geben. Bisher haben Forscher aber nicht darauf geachtet, ob sich dieses Phänomen, das Ozeanlebenwesen offensichtlich vor schädlicher UV-Strahlung und Umweltstress schützt, auch bei Korallenriffen zeigt.

Graham Jones von der Southern Cross University in Lismore/Australien und sein Team, haben nun die Werte von DMS um die Gewässer des Barriereriffs gemessen. Im Schleim, den die Korallenpolypen abgeben, konnten sie die höchsten DMS-Konzentrationen finden, die je in einem Organismus ausgemacht werden konnten. Auch die DMS-Konzentrationen an der Wasseroberfläche waren sehr hoch. "Obwohl die generellen DMS-Werte am Barriereriff nicht besonders hoch sind, waren die Konzentrationen stellenweise verblüffend hoch", so Jones. Ganz geklärt sind die Auswirkungen der Chemikalie auf das Klima allerdings noch nicht. Ungeklärt ist auch, wie DMS von den Korallen gebildet und emittiert wird, erklärt Peter Liss, Umweltchemiker und DMS-Experte der University of East Anglia in Norwich. Die australischen Forscher wollen dem Phänomen jedenfalls weiter auf der Spur bleiben. Zu lösen gibt es nämlich auch noch das Rätsel um extrem hohe Aerosol-Partikel über dem großen Barriereriff im Jahr 1970.

Das wissenschaftliche Ergebnis könnte aber auch der Hinweis auf einen anderen Mechanismus sein: dem Gaia-Prinzip der Selbstheilung der Erde. Demnach besitzt das Sonnensystem die Fähigkeit sich in regelmäßigen Zeitabständen selbst zu reinigen, um gesund zu bleiben. In Labor-Untersuchungen konnte Jones nämlich nachweisen, dass Korallen dann mehr DMS produzierten, wenn die symbiotischen Algen durch hohe Temperaturen und UV-Strahlung unter Stress geraten.


 

Affen akzeptieren ungerechte Behandlung
Differenzierung zwischen Fremden und engstem Umkreis

Forscher haben herausgefunden, dass Schimpansen unfaire Behandlung nur tolerieren, wenn ihnen der Begünstigte nahe steht. Bisher wurde derartiges Verhalten außerhalb der menschlichen Rasse nicht beobachtet, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Sarah Brosnan und Frans de Waal, Primatologen der Emory Universität in Atlanta http://www.emory.edu , machten einen Test, indem sie Schimpansen ein Stück Plastik gaben. Brachten die Affen dieses zurück, wurden sie belohnt. Wurde einer der Affen bescheidener belohnt - beispielsweise mit einem Stück Gurke oder Sellerie - und er sah, dass ein anderer Trauben bekommen hatte, stellte er seine Kooperation ein. Die Intensität der Reaktion variierte nach dem jeweiligen Sozialleben. Jene Affen, die schon mehr als 30 Jahre zusammengelebt hatten, ignorierten die ungleiche Behandlung. Hingegen zeigten Tiere aus acht Jahre alten Gruppen und Schimpansenpärchen eine starke Reaktion.

"Schimpansen reagieren wie Menschen, die enge Beziehungen haben. Sie ignorieren Fairness. Ihre Beziehung basiert auf einem breiter angelegten Fundament aus Vertrauen", erklärt de Waal. Menschen die sich nahe stehen, achten nicht auf jeden kleinen Gefallen, den sie sich gegenseitig tun. Aber Menschen, die sich fremd sind, tun genau das. So ist es auch bei den Affen.


 

Ratten erkennen Unterschiede zwischen Sprachen
Rhythmus bei Holländisch und Japanisch entscheidend

Ratten können den Unterschied zwischen Holländisch und Japanisch erkennen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universitat de Barcelona http://www.ub.edu gekommen. Die Tiere erkennen einfach die Unterschiede im Rhythmus der Sprachen, erklärte der Wissenschafter Juan Toro, dessen Forschungen mithelfen sollen, die Ursprünge jener Fähigkeiten zu klären, die Menschen einsetzen, um Sprache zu analysieren. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of Experimental Psychology http://www.apa.org/journals/xan.html veröffentlicht.

Kinder sind extrem empfänglich für die rhythmischen Eigenschaften von Sprache. Diese Sensibilität hilft ihnen, aus Geräuschen Muster und damit Wörter herauszufiltern. Frühere Experimente zeigten, dass Tamarin Affen und menschliche Kinder zwischen Holländisch und Japanisch unterscheiden können. Zwischen diesen beiden Sprachen bestehen hinsichtlich des Rhythmus große Unterschiede. Das Team trainierte Ratten Holländisch oder Japanisch nach einem kurzen Satz durch das Betätigen eines Hebels zu erkennen. Anschließend wurden ihnen Sätze in beiden Sprachen vorgespielt, die sie zuvor nicht gehört hatten. Es zeigte sich, dass die Ratten deutlich häufiger auf die Sprache reagierten, in der sie trainiert wurden. Entscheidend dabei war, dass die Sätze vom Synthesizer kamen oder beide Sprachen von der gleichen Person gesprochen wurden. Die Tiere konnten keine Unterschiede erkennen, wenn die Sätze rückwärts gespielt wurden oder von verschiedenen Sprechern stammten.

Sprechen verschiedene Menschen die gleichen Worte, wird die Unterscheidung für die Ratten laut Toro zu schwierig. Das Rückwärtsspielen der Sätze spielt eine größere Rolle für das Verstehen der Sprache, da es den Rhythmus der Sprache verändert. Toro erklärte gegenüber NewScientist, dass derzeit nicht klar sei, was beim Rückwärtsspielen genau verloren gehe. Es sei jedoch ausreichend, dass Kinder und Tamarin Affen Holländisch und Japanisch nicht unterscheiden können. Kinder konnten zwischen Sprachen mit geringen rhythmischen Unterschieden wie Englisch und Holländisch oder Spanisch und Italienisch nicht unterscheiden. Bei Ratten wurden diese Sprachpaare nicht erforscht. Sie sind jedoch bisher die einzigen Nichtprimaten, die mit Holländisch und Japanisch getestet wurden. Die Fähigkeit der Ratten rhythmische Muster zu entdecken bedeutet jedoch nicht, dass sie eine Sprache entwickeln. Sie beruhen laut Toro wahrscheinlich auf einer allgemeinen Fähigkeit zur Verarbeitung von auditorischen Signalen.
 


 

Biologen erforschen Zellwanderung
Simulation am Computer soll Heilungschancen verbessern

Wissenschaftler der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de wollen die Zellwanderung am Computer simulieren. Von besonderem Interesse sind dabei Abwehr- und Reparaturzellen, deren Bewegung maßgeblich für die Heilung von Krankheiten ist. Für die Entwicklung neuer Medikamente interessieren sich die Wissenschaftler auch für Krebszellen. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung mit knapp 200.000 Euro gefördert.

Viele menschliche Zelltypen können sich bewegen: Abwehrzellen jagen nach Infektionserregern, um sie zu fressen und zu verdauen. Bei der Wundheilung wandern Reparatur-Zellen zur verletzten Stelle und bilden neue Gefäße. Krebszellen bewegen sich sogar, obwohl sie es gar nicht sollen, und können so fern von ihrem Entstehungsort Metastasen bilden. Hautzellen bewegen sich wie Spannerraupen: Sie heften sich mit ihrem Bauch an den Untergrund, stülpen ein "Ärmchen" aus, "klammern" sich damit ebenfalls am Untergrund fest, lösen die anderen Anheftungsstellen und ziehen sich mit ihrem intrazellulären "Muskelapparat" am Zellärmchen nach vorne.

Am Bewegungsvorgang sind vor allem zwei Komponenten beteiligt. Der Adhäsionskomplex, der mit dem intrazellulären Muskelapparat verbunden ist, sorgt für genügend Bodenhaftung. Dieser "aktive" Teil des Zellplasmas ist für die Krafterzeugung zuständig. "Zellen wandern Schritt für Schritt in einem zyklischen und zeitlich genau koordinierten Prozess", so Wolfgang Alt vom Bereich Theoretische Biologie der Uni Bonn. "Wir wollen am Rechner simulieren, wie diese beiden Komponenten ineinandergreifen." Erstes Ziel der Forscher ist es, an allen Stellschräubchen der Software so zu drehen, dass sich die virtuelle Zelle möglichst genauso bewegt wie ihr reales Vorbild. "Dazu werden wir Simulationsläufe mit experimentellen Filmaufnahmen vergleichen und die Parameter sukzessive optimieren."

In einem zweiten Schritt hoffen die Wissenschaftler, mögliche Ansatzpunkte für neue Medikamente zu finden. So soll bei Krebszellen die Zellwanderung verhindert werden, damit sich keine Metastasen bilden. Die Computersimulation könnte zeigen, wo ein Medikament angreifen müsste, um diesen Zweck möglichst wirkungsvoll zu erreichen, berichten die Forscher.


 

Haie orientieren sich an Magnetfeldern
Weitere Untersuchungen folgen

Marine-Biologen haben herausgefunden, dass Haie Veränderungen in Magnetfeldern aufspüren können. Das berichtet die BBC unter Berufung auf Interface, ein Magazin der UK Royal Society http://www.pubs.royalsoc.ac.uk/interface_homepage.shtml . Schon lange haben Wissenschaftler diese Fähigkeit der Haie angenommen, da sie riesige Strecken im Ozean entlang gerader Linien zurücklegen. Ein Forscher-Team der Universität Hawaii http://www.hawaii.edu hat gefangene Haie dazu trainiert, zu bestimmten Zielen zu schwimmen sobald künstliche Magnetfelder aktiviert wurden.

"Diese Demonstration des Vorhandenseins eines "Kompass-Sinns" sollte es nun möglich machen herauszufinden, wie genau dieser Sinn funktioniert und wie sensibel Haie auf die Magnetfelder der Erde reagieren", so das Team. Das Team untersuchte in seiner Studie sechs Sandbank-Haie und einen Bogenstirn-Hammerhai. Die Forscher hielten die Tiere in einem Wasserbecken von sieben Meter Durchmesser. Die Haie wurden dazu trainiert Futter am Beckenboden in einem 1,5 Meter mal 1,5 Meter großen Bereich mit dem Auftauchen eines Magnetfeldes in Verbindung zu bringen. Die Magnetfelder stammten von einem Kupferring, der um das Becken herum angebracht wurde.

Nach einer Reihe von Versuchen wurde das Magnetfeld nach dem Zufallsprinzip aktiviert. Die Fische schwammen auch dann zu der Futterstelle wenn gar kein Futter vorhanden war. Dieses Verhalten deuten die Forscher als Beweis für die Existenz dieses Kompasses. "Die Aktivierung des Magnetfeldes hatte eine direkte Reaktion der konditionierten Haie zur Folge", sagte das Team. "Sie wurden unruhiger und erwarteten die Fütterung".

Auch Tigerhaie und Blauhaie sind dafür bekannt, dass sie in geraden Linien große Distanzen von Hunderten von Kilometern im offenen Ozean zurücklegen. Dann orientieren sie sich an unterseeischen Bergen, wo geomagnetische Anomalien vorkommen. Wissenschaftler wollen verstehen, wie die Haie diese magnetischen Felder aufspüren. Andere Tiere, bei denen diese Fähigkeit vorhanden ist, wie Forellen oder Tauben, weisen das eisenhaltige Mineral Magnetit auf. Haie haben dieses Mineral jedoch nicht. Möglicherweise haben sie stattdessen Elektro-Rezeptoren in ihren Köpfen. Auch Zugvögel, Schildkröten, Wale, Bienen und Langusten orientieren sich an Magnetfeldern.

 


 

Das große Artensterben geht weiter
Grüne Gentechnik erfüllt Erwartungen nicht

Zehn Jahre nach der Zulassung der ersten genetisch veränderten Lebensmittel sind all jene triumphal angekündigten Neuheiten der grünen Gentechnologie nicht eingetreten. Wie das Münchner Umweltinstitut http://www.umweltinstitut.org berichtet, sind aus den verheißungsvollen News eher große Flops geworden.

Dass Gentechnik den Einsatz von Pestiziden vermindert, kann bereits jetzt als falsch bezeichnet werden. Nach Informationen des Biotech-Net müssen bereits sechs Jahre nach dem ersten Anbau der genetisch veränderten Pflanzen 13 Prozent mehr Pestizide versprüht werden als zuvor. Auch der viel gepriesene insektenresistente Bt-Mais, der selbst ein Insektengift produziert, führt nicht zu einem geringeren Einsatz von Pestiziden. Beim Raps ist es sogar dazu gekommen, dass durch Kreuzung der Raps selbst zu einem hartnäckigen Unkraut wird, das gegen alle Totalherbizide resistent geworden ist. Dazu kann der Samen 15 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Als Unsinn hat sich auch die Aussage herausgestellt, dass Gentech-Pflanzen die Umwelt schonen. Nach einer Publikation des britischen Department of Environment wurden in einer Langzeitstudie massiv negative Folgen für die Biodiversität festgestellt. Es kam zu einer signifikanten Abnahme von Schmetterlingen in herbizidresistentem Raps und zu einer rapiden Verringerung von Blütepflanzen bei Gen-Raps und Gen-Zuckerrüben.

Zu den größten Enttäuschungen zählt aber die viel gepriesene Ertragssteigerung der Gentechnik: In verschiedenen Studien waren die Ergebnisse eher nüchtern. Sowohl bei Soja als auch bei Raps und Zuckerrüben lagen die Erträge zwischen fünf und zehn Prozent unter den konventionellen Anbaumethoden. Am schlimmsten war der Einbruch bei der transgenen Bt-Baumwolle in Indien: die Erträge brachen um 75 Prozent ein, die Qualität der Fasern war minderwertig. Nach Berechnungen des Saatgutherstellers Syngenta droht den Bauern außerdem ein Wertverfall von fast 20 Prozent pro Hektar Ackerland beim Auftreten resistenter Ackerkräuter. Auch ist der Hunger in der Dritten Welt mithilfe der Gentechnologie kaum zu stillen, wie zahlreiche Expertisen ergeben haben.

Zu dramatischen Nachrichten aus dem Bereich der Ökologie kam es auch wieder in diesem Jahr: Erneut stehen Hunderte Amphibien-, Schmetterlings-, Vögel- und Pflanzenarten vor dem Aussterben. In zahlreichen internationalen Studien wurden die dramatischen Schwunde von Lebewesen beschrieben. Die Gründe dafür liegen einerseits in der Zerstörung der Lebensräume, bei Bioinvasoren, die lokale Arten massiv zurückdrängen, und in der globalen Erwärmung. Obwohl der gesamte Bestand an Tier- und Pflanzenarten immer noch nicht erhoben ist, könnte die Situation eintreten, dass Spezies aussterben, ehe sie wissenschaftlich beschrieben wurden. Derzeit sind zahlreiche Expeditionen damit beschäftigt, die Meere - hier vor allem die Tiefsee - und ökologische Nischen wie etwa die Regenwälder Südostasiens nach neuen Spezies zu durchforsten. Forscher vermuten, dass in den bisher unentdeckten Lebewesen ein großes Potenzial für die moderne Medizin liegt.

Links zum Thema:

Greenpeace: Gentechnologie nutzlos gegen Armut
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040517039

Umweltorganisationen fordern gentechnikfreie Regionen in EU
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040428014

Gen-Pflanzen erobern auch herkömmliche Saat
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040224022

Bio-Invasoren werden zur Chefsache
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040209014

Zahl der bedrohten Tierarten steigt auf 15.000
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041118038

Schlechte Zeiten für Frösche
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041015019


 

Routinierter Gebrauch von Werkzeug bei Kapuzineraffen entdeckt
Sie verstehen den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung

Der erste feste Beweis dafür, dass Affen Werkzeuge benutzen, ist nun von Wissenschaftlern gefunden worden wie die BBC berichtet http://www.bbc.co.uk . Die Forscher aus Cambridge beobachteten wilde Kapuzineraffen im brasilianischen Caatinga Trockenwald, die Steine zum Aufstöbern von Futter benutzten, und das fast täglich. Bisher war nur bekannt, dass Kapuzineraffen Werkzeuge in Gefangenschaft benutzten. Doch in freier Wildbahn wurde dies nur selten beobachtet. Nach den neuesten Beobachtungen ist jedoch anzunehmen, dass der Gebrauch von Werkzeug gewohnheitsmäßig und routiniert ist.

Die Affen benutzen die Werkzeuge zum Graben, um Samen zu knacken und um Äste auszuhöhlen. Außerdem graben sie damit nach Wurzelknollen und untersuchen hohle Bäume und Felsspalten. Das Graben wurde am häufigsten beobachtet. Die Affen hielten dabei den Stein mit einer Hand und schlugen damit schnell drei bis sechs Mal auf den Boden, während sie gleichzeitig mit der anderen Hand die Erde wegschaufelten. Antonio Moura und Phyllis Lee, die Autoren der Studie, schlussfolgern aus ihren Beobachtungen, dass wilde Kapuzineraffen den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung viel eher verstehen als bisher angenommen. "Wir denken, dass die Ergebnisse extrem wichtig sind für das Verstehen der Rolle von Werkzeugen in der kognitiven Evolution", sagte Moura.

Die Anthropologen aus Cambridge nehmen weiter an, dass die Affen Werkzeuge nur unter bestimmten ökologischen Bedingungen gebrauchen, wie etwa während der lange Trockenzeit des Caatinga. Wenn Futter nicht mehr im Überfluss vorhanden ist, ist der Gebrauch von Werkzeug äußerst wichtig für die Affen. Damit können sie sich noch nahrhaftes Futter wie die Knollenwurzel beschaffen, die sonst unerreichbar wäre.

Der routinierte Gebrauch von Werkzeug ist bei großen Affenarten wie dem Schimpansen bereits bekannt. Doch bedeutet der Schritt zwischen diesen simplen Werkzeugen und denen, die von den frühen Menschen gemacht wurden, einen großen kognitiven Sprung. Man kann Schimpansen zwar zeigen, wie man einen Stein bearbeitet um ihn als Schneidewerkzeug zu benutzen, wie es die frühen Vorfahren des Menschen getan haben. Doch scheinen sie nicht zu verstehen, dass man den Stein zum Beispiel im richtigen Winkel schlagen muss. Das ist eine Fähigkeit, die die frühen Menschen bereits besaßen.


 

Zukunftsvision: Bis 1.000 Jahre alt werden
SENS-Projekt erlaubt Altern ohne Verfall

Bis an die 1.000 Jahre will der Genetiker Aubrey de Grey den Menschen werden lassen. Altern ist nur ein physikalisches Phänomen und diesem will der Forscher mit seinem Projekt SENS (Strategies for Engineered Negligible Sensescence) http://www.gen.cam.ac.uk/sens mit medizinischem Know-how entgegenwirken, berichtet BBC-Online.

De Grey will alle Arten von molekularen und zellulären Störungen und Fehlern, die sozusagen mit der Zeit kommen, reparieren. Jede Methode, die dazu geeignet ist, das zu tun, funktioniert bereits, befindet sich gerade in klinischen Tests oder basiert auf Technologien, die bereits existieren, aber noch mit anderen kombiniert werden müssen. Das bedeutet auch, dass das gesamte Lebensverlängerungsprojekt innerhalb der kommenden zehn Jahre zuerst bei Mäusen funktionieren muss, ehe es dann weitere zehn Jahre später beim Menschen angewendet werden kann.

Wenn diese Therapien wirken, werden Altersschwäche und Gebrechlichkeit der Vergangenheit angehören, zeigt sich der Forscher überzeugt. Dass damit das Leben unendlich lange dauert, das verspricht der Forscher aber nicht, denn sowohl Unfälle als auch Schlangenbisse und neue Influenza-Erreger werden uns auch dann noch das Leben verkürzen. Der Forscher geht sogar davon aus, dass heute 60-Jährige die Ersten sein werden, die 1.000 Jahre alt werden.

Der Wissenschaftler sieht das Altern als sehr komplexen Vorgang. "Es gibt sieben Typen molekularer und zellulärer Zerstörung inklusive dem Zellverlust ohne Ergänzung sowie Mutationen in den Chromosomen, die tatsächlich zu umgehen sind", erklärt de Grey. Die meisten dieser Schäden können bereits heute mit den gängigen Technologien oder mit jenen, die gerade entwickelt werden, behoben werden.

"Die Lebenslänge wird wesentlich variabler werden und Gebrechlichkeit wird sich nicht einstellen", so de Grey. Typische Alterserscheinungen sollen der Vergangenheit angehören und Älter werden bedeutet dann nicht, all jene Problemen zu haben, an denen ältere Menschen heute leiden. De Grey, der das SENS-Projekt an der Cambridge University leitet, hält derzeit auch den Methusalah Mouse Prize für die Lebensverlängerung von Mäusen.
 


 

Tausende Jahre alte Pilze wieder belebt
Forscher bringen Mikroorganismus aus Sediment zum Wachsen

Indischen Wissenschaftlern ist es gelungen Pilze aus Tiefsee-Sedimenten wieder zu beleben. Das Alter der Pilze beträgt zwischen 180.000 und 430.000 Jahre. Sie wurden im Chagos Graben im Indischen Ozean in einer Wassertiefe von 5.900 Metern aus dem Gestein gebohrt. Damit sind das die ältesten Pilze, die in einer Nährlösung zum Wachsen gebracht wurden, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Der Versuch macht deutlich wie beeindruckend die Widerstandsfähigkeit vieler Mikroorganismen ist, berichtet das Forscherteam von Deep Sea Research 1. Wie zahlreiche andere Tiefseegräben verläuft auch der Chagos Graben parallel zu einem vulkanischen Gebirgszug. Der Graben ist einer der tiefsten im Indischen Ozean. An Bord des Forschungsschiffes haben die Forscher Chandralata Raghukumar und sein Team vom National Institute of Oceanography in Goa und vom Indian Institute of Chemical Technology in Hyderabad die fünf Zentimeter großen Bohrkerne verpackt, um eine Kontamination mit modernen Mikroben zu verhindern.

Den Forschern ist es dann gelungen in einer Malzextraktlösung aus Agar als Nährstoff die Pilze zum "Leben zu erwecken". In Bohrkerntiefen von 15 und 50 Zentimetern fanden die Forscher eine Pilzart, die keine Sporen produziert. In Tiefen von 160 Zentimetern konnten sie eine große Dichte von Sporenpilzen namens Aspergillus sydowii ausmachen. Auch in größeren Tiefen zwischen 280 und 370 Zentimetern konnten die Forscher diesen Pilz in großen Mengen finden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Pilze seinerzeit vom Land gekommen sind und ins Meer geweht wurden. Dort sanken sie zu Boden.

Alte Mikroorganismen, die eventuell sogar noch am Leben sind, vermuten Forscher auch am Lake Vostok in der Antarktis. Zuletzt gab es heftige Kritik am Vorstoß russischer Forscher. Wissenschaftler befürchten nämlich eine Kontamination mit anderen Mikroben.
 


 

Biotechnologie soll weiblicher werden
"Women with Passion" am 30. November im Cafe Prückel

Die Networking Plattform "Women with Passion" ( http://www.womenwithpassion.at.tt ) geht in die nächste Runde und widmet ihre zweite Veranstaltung Frauen in der Biotechnologie. Unter der Moderation von Lydia Goutas (Molekularbiologin und Managing Partner LEHNER EXECUTIVE PARTNERS sprechen Frauen über Karrieremöglichkeiten in einer Zukunftsbranche und ihr Leben zwischen Beruf und Familie.

"Women with Passion in Biotechnology" ist der erste Spartenzweig der Frauenplattform und wurde von Deborah Walker, einer amerikanischen Rechtsanwältin mit Biotech-Erfahrung ins Leben gerufen. Biotechnologie zählt zu den zukunftsträchtigsten und innovativsten Bereichen der Forschung und entwickelt sich mehr und mehr zu einem zentralen Wirtschaftszweig dessen Bedeutung in den nächsten Jahren enorm steigen wird. "Wir konnten für unsere Veranstaltung international erfolgreiche Frauen gewinnen, die über ihre Arbeit in einer Männerdomäne sprechen. Speziell in Österreich gibt es im naturwissenschaftlichen Bereich noch immer zu wenig Frauen", meint Nigel Stonham, der Gründer von "Women with Passion".

Als Sprecherinnen stehen Univ.-Prof. Margit Sara (Leiterin des Erwin Schrödinger Instituts für Nanobiotechnologie) und Dr. Sabine Ecker von Life Science Austria (LISA - http://www.vienna.lifescienceaustria.at/ ) zur Verfügung. Lydia Goutas diskutiert mit ihnen über Karrieremöglichkeiten in einer Zukunftsbranche und ihr Leben zwischen Beruf und Familie. Vor, während und nach dem Event besteht die Möglichkeit zum Speednetworking mit den Vortragenden.

"Wir wenden uns an Frauen, die ihre berufliche Zukunft in diesem Bereich sehen. Ob als Forscherin, Managerin, zukünftige Unternehmerin oder in einer anderen Position. Zielgruppe sind auch Lehrerinnen, Studentinnen, Coaches und Jugendarbeiterinnen", so Stonham. Der Brite sieht die Möglichkeit zum alters- und bereichsübergreifenden Networking als Hauptvorteil der Frauenplattform.

Women with Passion in Biotech:
30. November 2004
19:00 Uhr
Cafe Prückel
Stubenring 24
1010 Wien


 

Bakterien greifen Eisen an
Deutsche Forscher entschlüsseln Biokorrosion in Rohrleitungen

Forschern des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie http://www.mpi-bremen.de ist ein entscheidender Durchbruch bei der Oxidation von Eisen gelungen: Sie haben Bakterien entdeckt, die Eisen wesentlich schneller korridieren lassen als dies etwa durch den Verbrauch von Wasserstoffgas möglich wäre, berichten die Experten, die gemeinsam mit dem Materialprüfungsamt in Bremen und dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf die Entdeckung gemacht haben.

Eisen ist das technologisch wichtigste Metall. Es hat aber einen Nachteil: Ungeschütztes Eisen rostet. Hauptschuld daran trägt der Sauerstoff der Luft, der Eisen in nasser Umgebung angreift. Auch in vollständig wassergefüllten Rohrleitungen und Behältern, wo nur Wasser aber keine Luft vorhanden ist, bleibt Eisen nicht erhalten, sondern korrodiert. Daran sind Bakterien schuld, die ohne Sauerstoff leben können. Experten nennen diesen Vorgang anaerobe Biokorrosion. Unbekannt waren aber die Bakterienarten, die zu Zerstörungen von Rohrleitungen (auch in der Erdöltechnologie) führen. Bekannt war den Wissenschaftlern, dass das Wasser alleine das Eisen angreifen kann und dabei flockige Formen des zweiwertig positiven Eisens und Wasserstoffgases entstehen. Diese Korrosion dauert aber im Vergleich zum Rosten relativ lange.

Die Auflösung von Eisen durch Mikroorganismen ist ein komplexer elektrochemischer Prozess. Dieser macht sich nicht so sehr als flächige Korrosion, sondern eher als Lochfraß bemerkbar und kann in Pipelines kostspielige Schäden verursachen. Hauptverursacher sind so genannte sulfatreduzierende Bakterien. Diese sind überall in Gewässern verbreitet und können aber weder Mensch noch Tier noch Pflanze infizieren. Bei diesen Bakterien gibt es genau genommen zwei Korrosionsmechanismen, berichten die Max-Planck-Forscher. Der eine Korrosionsmechanismus führt dazu, dass die Bakterien das in natürlichen Wässern häufige Sulfat zu Schwefelwasserstoff reduzieren. Diese faulig riechende, aggressive und giftige Substanz greift das Eisen an. Der zweite Korrosionsmechanismus ist weniger erforscht: Sulfatreduzierende Bakterien verwenden nämlich auch Wasserstoffgas, um Sulfat zu reduzieren. Weil sich auf Eisen in Wasser langsam Wasserstoffgas als Produkt bildet, wurde lange angenommen, dass dessen Verbrauch durch die sulfatreduzierenden Bakterien die Auflösung des Metalls im Wasser beschleunigt. "Im Falle der Biokorrosion von Eisen ist diese Vorstellung offensichtlich aber nicht haltbar", berichten die Forscher. Alles spricht dafür, dass sie im engen Kontakt mit dem Eisen diesem direkt Elektronen entziehen. Der Elektronenentzug aus Eisen bedeutet Korrosion.

Unbekannt ist aber weiterhin noch, wie ein Elektronenfluss zwischen Eisen und Bakterienzellen zustande kommt. "Wenn man die Biochemie versteht, wird man auch gezielter forschen können, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln", berichten die Experten.


 

Langusten nutzen Magnetismus zur Orientierung
Auch wirbellose Tiere verfügen über hochsensible Ortungssysteme

 

 

Jüngsten Forschungsberichten zufolge, verfügen auch Langusten über sensible Sinne, die es ihnen ermöglichen, sich am Ozeanboden zurecht zu finden. Wissenschaftler der Universität von North Carolina haben karibische Langusten untersucht und entdeckt, wie sie den Erdmagnetismus zur Orientierung verwenden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com in seiner aktuellen Ausgabe.

Forscher wissen, dass Zugvögel, Schildkröten oder Wale mithilfe des Magnetismus ihre Wanderungen durchführen können. Kleine Unterschiede im Erdmagnetfeld helfen ihnen, sich am Globus zu orientieren. Neu hingegen ist die Erkenntnis, dass Langusten und wahrscheinlich auch andere wirbellose Tiere diese Fähigkeiten ebenso besitzen. "Es ist nicht das erste Wirbellose Tier, das seine magnetischen Sinne demonstriert, aber es ist eines der besten Beispiele für wirkliche Navigation", so Studienautor Larry Boles von der Universität von North Carolina, der gemeinsam mit Kenneth Lohmann Langusten vor den Florida Keys gefangen hat. In ersten Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass die Langusten in der Nacht ihren Bau verließen und weite Strecken im Dunkeln zurücklegen und ohne Probleme ihre Heimat wiederfinden konnten. In Versuchen wurden gefangene Tiere 16 Kilometer von ihrem Heimatplatz entfernt freigelassen.

Während des Abtransports sind die Tiere in Kunststoffbehältern gehalten worden, so konnten sie keine visuellen oder chemischen Veränderungen im Wasser ausmachen. An der Testseite wurden sie zunächst in geschlossene Becken gegeben. Selbst dort konnten sie die Richtung ihrer eigenen Umgebung sofort feststellen. Das funktionierte auch bei verschlossenen Augen. Die Forscher haben auch versucht mithilfe eines schwachen Magnetfeldes die Tiere in falsche Richtungen zu bewegen. "Die Tiere konnten innerhalb kürzester Zeit herausfinden, wo sie sich befanden", so Lohmann. "Wenn ein schwaches Magnetfeld, das nördlich ihrer Heimat lag, imitiert wurden, bewegten sich die Tiere in südlicher Richtung. Bei einem Magnetfeld, das südlich der Heimat der Tiere imitiert wurde, zog es die Langusten Richtung Norden", erklärt der Wissenschaftler. Das sei auch der Beweis dafür, dass die Langusten nicht nur über einen Richtungssinn oder eine Art natürlichen Kompass verfügen, sondern tatsächlich in der Lage sind, geografisch zu bestimmen, wo sie sich gerade befinden. "Das entspricht einem Menschen, der mit einem GPS ausgerüstet ist", vergleicht Lohmann die Fähigkeit. Solche Systeme sind bei Zugvögeln und Schildkröten vorhanden, sind der Wissenschaft bei Wirbellosen aber bisher unbekannt. "Ameisen und Bienen haben ein Navigationssystem, aber dies entspricht keinem echten Positionssystem", so Lohmann. Langusten tragen in ihrem Körper auch Magnetit, ein Material aus dem Kompassnadeln bestehen.

In weiteren Forschungsarbeiten wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, auf welche Erdkräfte die Langusten reagieren und ob auch andere Krebstiere wie etwa Hummer über diese Fähigkeiten verfügen.
 


 

Tiere suchen kältere Regionen
US-Forscher entdecken: Muster der klimatischen Flucht

Zwei verschiedene Gruppen von amerikanischen Biologen berichten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com , dass Wildtiere mit Migrationen auf die globale Erwärmung reagieren. Nach den Aufzeichnungen der beiden Forscherteams sei das ein Hinweis auf eine Klimaänderung.

Viele Spezies verändern ihre Lebensgebiete, um kühlere oder höher gelegene Lebensbereiche zu finden. Nach Aufzeichnungen der Forscherin Camille Parmesan von der Universität in Texas in Austin http://www.utexas.edu haben sich die Tiere mit 6,1 Kilometer pro Dekade Richtung Norden bewegt. Insgesamt hat das Forscherteam rund um Parmesan mehr als 1.700 Tierarten untersucht. Der Frühling zieht global gesehen um 2,3 Tage pro Dekade früher ein. Das habe Auswirkungen auf Zugvögel und auf die vorverlegte Brutzeit verschiedener Tierarten.

Das zweite Forscherteam um Terry Root von der kalifornischen Stanford Universität http://www.stanford.edu hat bei Untersuchungen festgestellt, dass die Migration von Tieren, die in höheren Lagen oder weiter im Norden leben, besonders signifikant ist. Dort ist die Änderung der Temperaturen besonders groß. Roots Analyse folgt 143 Einzelstudien von über 1.400 Spezies, die verschiedene Informationen über Tierarten und globale Erwärmung umfasst. Nach den Ergebnissen der Untersuchungen gebe es bereits deutliche Zeichen von Veränderungen. Diese treten von Mollusken bis hin zu Säugetieren und von Gräsern bis hin zu Bäumen auf. "Das ist ein Beweis, dass eine globale Erwärmung bereits jetzt einen großen Einfluss auf die Umwelt hat", so der Forscher.

Die Synergien der rapiden Temperatursteigerungen und andere Stresseffekte wie etwa die Zerstörung des natürlichen Habitats verändern die gesamten ökologischen Abläufe zwischen den einzelnen Lebewesen. Dazu zählt zum Beispiel die Migration. Die Veränderungen können auch zum Aussterben einiger Spezies führen, warnt der Forscher.

Andere Forscher sind der Ansicht, dass die Klimaänderung eine natürliche Erscheinung ist, die nicht eindeutig erklärbar sei. Die beiden Groß-Studien sprechen jedenfalls eine andere Sprache.


 

Kontroverse Theorie zum Ursprung des Lebens
Britisch-deutsches Forscherteam: Zuerst war die Zelle, dann das Leben
 

Ein britisch-deutsches Forscherteam hat eine neue und auch kontroverse Theorie über den Ursprung des Lebens. Lebende Systeme sollen in kleinen Hohlräumen von Eisensulfid-haltigen Felsen am Meeresgrund entstanden sein. Laut der Theorie von Michael Russell vom Scottish Environmental Research Centre und William Martin von der Universität Düsseldorf stand am Anfang die Zelle, die später mit Molekülen - den Bausteinen des Lebens - ausgestattet wurde. Seit den 30er Jahren gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich diese Bausteine durch chemische Reaktion in der Ur-Atmosphäre bildeten, die sich dann zu Zellen zusammensetzten.
 

Martin und Russell behaupten, dass die ersten Zellen keinen lebenden waren, sondern anorganische Zellen aus Eisensulfid. Diese bildeten sich nicht auf der Erdoberfläche, sondern in totaler Finsternis am Meeresboden. Im Inneren der Zellen sammelten sich Sulfide, Cyanide, Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Diese sollen schließlich miteinander reagiert und die ersten lebenden Organismen gebildet haben, schreiben die Forscher im Fachmagazin der Royal Society http://www.royalsoc.ac.uk "Philosophical Transactions B" http://www.jstor.org/journals/00804622.html .

Eine der Schlussfolgerungen der Theorie von Martin und Russell ist, dass Leben auf anderen Planeten oder großen Monden in unserem Sonnensystemen wesentlich wahrscheinlich als angenommen ist. Leben, so die Forscher in einem Bericht der BBC, ist die chemische Folge von Konvektionsströmungen durch die Erdkruste und prinzipiell könnten diese auf jedem nassen, steinigen Planeten vorkommen.



 

Missing-link zwischen Vögeln und Dinosauriern gefunden
"Sinoventator changii" beweist die Verwandtschaft
 

 Paläontologen haben in der chinesischen Yixian-Formation das fehlende Glied zwischen Dinosauriern und Vögeln entdeckt. Dies berichtet Peter Makovicky vom Field Museum Chicago http://www.fmnh.org . "Sinoventator changii" heißt der neue Dinosaurier, der zu den frühen Fleischfressern zählt.
 

"Sinoventator changii war wahrscheinlich gefiedert und ist nahe verwandt mit dem ältesten bekannten Vogel, Archaeopteryx. Möglicherweise sind sie sogar gleich alt", sagte Makovicky. Das bringt den Beweis, dass sich große strukturelle Veränderungen zwischen Vögeln und Dinosauriern schon früher in der Evolution ereignet haben als bisher angenommen wurde. "Dieser Fund macht ein für allemal klar, dass Vögel von Dinosauriern abstammen", so Makovicky. Das Fossil ist 130 Mio. Jahre alt und gehört zur Unterordnung Therapoda, Famile Troodontidae. Normalerweise waren Therapoda große Saurier wie zum Beispiel Tyrannosaurus, aber jene Therapoda, von denen Vögel abstammen, zeigen einen evolutionären Trend zu kleinem Körperwuchs. Ein adulter Sinoventator changii erreichte maximal eine Größe von einem Meter. Das gefundene Skelett war kaum größer als das eines Huhns. In einigen Eigenschaften ähnelt er auch der Gruppe der Dromaeosaurier.
 

In der Yixian-Formation wurden schon mehrere gefiederte Dinosaurier gefunden. Makovicky plant noch weitere Grabungen in China durchzuführen, da diese Region auch wichtige Aufschlüsse über die Evolution von Dinosauriern, Säugetieren und Insekten enthält. Makovicky meint: "Obwohl große Dinosaurier spektakulärer sind, können wir mehr über die Evolution von den kleineren und oft übersehenen Arten lernen." Ein ausführlicher Bericht findet sich in der aktuellen Ausgabe von "Nature"(Bd. 415, S.780).



 

Frosch-Virus tötet Millionen von Lurche
Massensterben von Amphibien in Großbritannien
 

Ein Massensterben von Fröschen melden die britischen Umweltbehörden, heute, Montag. Wissenschaftler sind sich sicher, dass die Krankheit, die in der Zwischenzeit Millionen Froschlurche das Leben gekostet hat, durch ein Virus hervorgerufen wurden. Die Krankheit, die nach Angaben des Froglife Trust http://www.froglife.org in Südost-England begann, habe bereits die Grenze von Schottland überschritten.
 

Das Virus, das die Gliedmaßen der Tiere verstümmelt, ist, so der Direktor des Froglife Trust Tom Langton, schlimmer als Myxomatosis, einer Pest, die die Hasenpopulation vernichtet hat. "Das Sterben der Frösche geht langsam vor sich. Das Virus führt zu hämmorhagischen Blutungen und einer Verdünnung der Haut. Die Tiere sterben dann einen qualvollen Tod", so der Wissenschaftler. Das britische BBC-Wildlife Magazine, das gemeinsam mit der Froglife Organisation und dem Institut für Zoologie an dem Forschungsbericht arbeitet, hat mehr als 62.000 tote Amphibien untersucht. Als Ursache für die Erkrankung vermuten die Forscher im Import von Goldfischen.
 

Bis vor 20 Jahren kamen die meisten Goldfische aus Italien. In der Zwischenzeit sind die USA und Israel die Hauptimportländer für die Zierfische. Ochsenfrösche bedrohen vor allem in den USA die Goldfischzucht und werden dort mit Gewehren erschossen. "Teile der Frösche könnten dann von den Fischen gefressen worden sein. Möglicherweise sind die Viren mit den Goldfischen nach Großbritannien gekommen sein", so Langton. Es sei aber eine komplexe Situation, die erst genau erforscht werden müsse, räumt der Wissenschaftler ein. Dazu fehle es jedoch am nötigen Geld. Mitverantwortlich sei aber auch Änderungen im Wetter und möglicherweise Inzucht von Tieren im innerurbanen Bereich, glaubt der Forscher.
 

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Frösche eine wichtige Rolle in der Ökologie spielen. Die ersten Fälle der seltenen Frosch-Krankheit wurden bereits Ende der 80-er Jahre aus London gemeldet.


 


 

Unbekannte Mikroben im "toten" Fluss entdeckt
Forscher identifizieren neue Spezien im spanischen Rio Tinto
 

 Wissenschaftler des Paul Center for Comparative Molecular Biology and Evolution haben im extrem sauren und giftigen, tiefrot gefärbten spanischen Rio Tinto ein florierendes Ökosystem entdeckt. Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Fluss tot ist, da hohe Eisenkonzentrationen in den umgebenden Böden als Rost im Wasser gelöst sind. Die Forscher haben nun in dem 90 Kilometer langen Fluss spezielle Mikroorganismen entdeckt, die auf weitere bisher unbekannte Art schließen lassen, so ein Bericht im Journal of Eukaryotic Microbiology http://www.jeukmic.org .
 

Linda Amaral Zettler vom Bay Paul Center entnahm Proben der Fluss-Sedimente und des Biofilms von lebenden bzw. toten Organismen, der den Boden und die Ufer bedeckt. Mittels molekularer Technik und DNA-Analysen bestimmten sie die Arten der Lebewesen, die im Fluss leben. Bei den Lebewesen handelt es sich hauptsächlich um neue Einzeller sowie photosynthetische Algen, die ihre Nahrung selbst herstellen. Unter den anderen detektierten Mikroben befinden sich heterotrophe Organismen, die sich von anderen Lebewesen ernähren. Für Zettler gibt es keine Zweifel, dass es sich um neue Spezien handelt. Zettlers Ergebnisse sollen das Verständnis verbessern, wie Organismen in einer lebensfeindlichen Umgebung überleben können, wie dies auch auf anderen Planeten der Fall ist.
 

Bay Paul Center: http://hermes.mbl.edu/labs/JBPC/?-db=labs.fp3&-format=lab%5fdetail.htm&-sortfield=order&-max=2147483647&-recid=29&-findall
 


 

Amöben töten mit "Killerproteinen"
Wissenschaftler isolieren Amoebapores
 

Sie gelten als die "potentesten Killerzellen" der Natur: Amöben. Sie können jede Art von Wirtszellen, sogar die Abwehrzellen des Immunsystems, binnen weniger Minuten töten. Wissenschaftler der Universität Würzburg http://www.uni-würzburg.de haben jetzt entdeckt, dass sich die Einzeller dazu spezieller Proteine bedienen.
 

Weltweit erkranken jedes Jahr 50 Mio. Menschen an den Folgen einer Infektion mit Amöben. Diese Erreger (Entamoeba histolytica), die im Dickdarm des Menschen parasitieren, rufen die als Amöbenruhr bekannte Durchfallerkrankung hervor. Werden die Amöben mit dem Blutstrom in andere Organe - vor allem die Leber ausgeschwemmt - ermöglichen ihnen so genannte Porenbildende Proteine - auch als Amoebapores bezeichnet - dort lebensbedrohliche Abszesse zu bilden.
 

"Amoebapores binden an die Zellmembran, dringen in sie ein und lagern sich dann meist gruppenweise zusammen", erläutert Prof. Dr. Matthias Leippe, der die Untersuchungen leitete. "Sie bilden regelrechte Löcher aus, so groß, dass sie häufig sogar im Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden können." Die Löcher verändern gänzlich die Bedingungen im Zellinneren. Kann die Zelle die Durchbrüche nicht reparieren, stirbt sie.
 

Den Wissenschaftlern gelang es, die Amöben so zu manipulieren, dass sie deutlich geringere Mengen dieser Proteine bilden konnten. Damit wurden auch ihre zellzerstörenden Aktivitäten drastisch reduziert. Im Tierexperiment hatten die Amöben dann ihre Fähigkeit zur Ausbildung von Leberabszessen fast vollständig verloren. Bislang haben die Forscher drei Amoebapores isoliert und - als erste porenbildende Proteine eines Parasiten überhaupt - molekular charakterisiert.
 

"Killerproteine" wurden bereits in zahlreichen Organismen nachgewiesen - in Bakterien ebenso wie in Pilzen oder Säugetieren. Selbst das Immunsystem des Menschen tötet fremde und virusinfizierte Zellen unter anderem nach diesem Prinzip. Bestimmte antimikrobielle und zellzerstörende Proteine, die unlängst in den Abwehrzellen von Säugern entdeckt wurden, sind sogar sehr ähnlich gebaut wie die Amoebapores. Es sei daher durchaus denkbar, dass es sich bei den porenbildenden Proteinen der Amöbe um die archaischen Vorfahren einiger Proteine handelt, die im Immunsystem der höher entwickelten Tiere und des Menschen auftreten, so Leippe.



 

Wundheilung und Wasseraufbereitung mit Shrimps-Schalen
Chitin-Panzer von Krustentieren liefert hochwirksamen Wirkstoff
 

Der Chitin-Panzer von Krustentieren liefert Wissenschaftlern und Unternehmern einen Wirkstoff, der über beeindruckende Fähigkeiten verfügt. Das natürliche Polymer Chitosan eignet sich zur Wundheilung, Abwasserklärung und zur Lebensmittel-Frischhaltung. Wissenschaftler der Arbeitsgemeinsachft industriellen Forschungsvereinigung Otto von Guericke (AiF) http://www.aif.de haben den engen Verwandten der Zellulose genauer untersucht.
 

Chitosan hemmt die Bakterienbildung und verhindert Entzündungen, speichert Feuchtigkeit und bindet Proteine, Eiweiße, Fette und Gerüche. Der Wirkstoff ist biologisch abbaubar, völlig ungiftig und nach Zellulose der zweithäufigste natürlich nachwachsende Rohstoff der Welt. Walter Becker, Professor für Textilchemie der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld, hat im Rahmen eines AiF-Forschungsprojektes die Eigenschaften der Chitosane bei der Wundheilung, der Flüssigkeitsaufnahme und der Vermeidung von Gerüchen untersucht. Dabei hat der Wissenschaftler Fasern mit dem Wirkstoff ummantelt, um die Vermehrung von Bakterien zu mindern, die für Schweiß- und andere Gerüche sorgen.
 

Chitosan steht als Geruchsabsorber bereits im Einsatz: die mit dem Wirkstoff beschichteten Luftfilter lagern Schmutzpartikeln, die stark riechen, doppelt so stark an wie Unbeschichtete. Bei der Frischhaltung von leicht verderblichen Lebensmitteln leistet der Stoff wertvolle Dienste, weil er viel Flüssigkeit aufnehmen kann. So verhindern mit Chitosan beschichtete Kartonagen Feuchtigkeit und hemmen damit das Wachstum von Krankheitskeimen. Auch als Wundauflage kann Chitosan bei nässenden Stellen und wundgelegenen Patienten die Flüssigkeit aufsaugen und gleichzeitig die Zellneubildung anregen. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Heilgeschwindigkeit verdoppelt.
 

Breite Anwendung findet Chitosan bereits in der Abwassertechnik: Als Flockungsmittel wird es mineralischen und organischen Schlämmen zugesetzt. Winzige Schwebstoffe, die zu klein für jeden Filter sind, ballen sich nach Zugabe von Chitosan zu größeren Klumpen zusammen und können so mühelos aus dem Wasser abgefischt werden. Auch Algen in Swimming-Pools können damit bekämpft werden. Die guten Vernetzungseigenschaften des Stoffes machen sich auch andere Branchen zu Nutze: In der Papierindustrie erhöht Chitosan die Nassreißfestigkeit von Filterpapieren und verhindert das Auslaufen der Farbränder auf bedruckten Dokumenten. Als Zusatz von Haarspray festigt es die Frisur mit einem feinen Zellulosefilm, der gleichzeitig das Zellwachstum stimuliert und der Schuppenbildung entgegenwirkt.
 

Das Unternehmen Heppe GmbH, das ökologische Alternativen für breite chemische Anwendungen entwickelt, importiert und veredelt Chitosan aus Asien. Dabei kooperiert Heppe mit Partnern in China, Thailand und Indonesien, die den Rohstoff aus der Krabbenfischerei gewinnen und zum Teil bereits in Halb- und Fertigprodukte weiterverarbeiten. Das Unternehmen hat eine Produktionskapazität von rund 250 Tonnen Chitosan pro Jahr.



 

Beuteltiere rücken Menschen verwandtschaftlich näher
Forschungsergebnisse stellen Evolution des Menschheit unter neues Licht

 Forscher der Duke University in North Carolina http://www.duke.edu haben genetische Hinweise dafür gefunden, dass Beuteltiere, die vor allem in Australien zu finden sind, weitaus näher mit anderen Säugetieren verwandt sind als bisher angenommen. Das Team rund um Randy Jirtle meinte, dass frühere Ergebnisse in der Genforschung über die Evolution von Säugetieren möglicherweise unrichtig seien. Somit wird die bisher vertretene Meinung, dass die Entwicklung des modernen Menschen in Afrika stattgefunden hat, in ein neues Licht gerückt.

Anfang dieses Jahres fanden Forscher nach der Studie von versteinerten Säugetier-Zähnen allerdings Beweise für das Gegenteil. Jirtle und sein Team konnten diese Theorie nach der Analyse von Zellkern-Genen nun bestätigen. Den neuesten Ergebnissen zufolge entstanden Kloakentiere in der südlichen Hemisphäre, während Beuteltiere und plazentale Säugetiere weniger weit entfernte gemeinsame Vorfahren in der nördlichen Hemisphäre haben.

Jirtle meint, dass Analysen mittels mitochondrialer DNA die Evolution von Säugetieren nicht verlässlich erklären können. Mitochondriale DNA ließ darauf schließen, dass der moderne Mensch in Afrika entstanden war und sich von dort aus über die Welt verbreitet hat. Nun wird die Evolutions-Debatte zu Gunsten jener, die meinen, dass der Mensch gleichzeitig in mehreren Teilen der Welt entstanden ist, wieder entfacht.

Säugetiere werden in drei Gruppen eingeteilt: Erstens Beuteltiere wie das Känguruh oder der Koala, zweitens Kloakentiere wie zum Beispiel das Schnabeltier und drittens plazentale Säugetiere wie Menschen, Hunde oder Pferde. Chinesische und schwedische Forscher hatten nach Analyse von mitochondrialer DNA vor vier Jahren herausgefunden, dass Beutel- und Kloakentiere eng miteinander verwandt sind.


 


Schaltplan der Photosynthese erforscht
Dreidimensionale Struktur gibt Einblick in molekulare Wechselwirkung

 Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin http://www.tu-berlin.de haben in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin http://www.fu-berlin.de den detaillierten Schaltplan des Photosystems I erforscht. Das schreiben Wolfram Saenger, Horst Tobias Witt, Petra Fromme und Norbert Kraus im Fachmagazin Nature http://www.nature.com . Photosystem I ist einer der beiden Proteinkomplexe, der bei der Photosynthese abläuft. Bei der Photosynthese wandeln Bakterien und Pflanzen Licht in chemische Energie um.

Wie Norbert Kraus gegenüber pressetext.deutschland erklärte, konnte das Team aus zwölf Forschern im Laufe von 14 Jahren die molekulare Struktur des Photosystems I aufklären. Dazu habe man Cyanobakterien (Synechococcus elongatus) verwendet, die vor allem im Salzwasser vorkommen und den Reaktionsräumen der Pflanzen – den Chloroplasten - ähneln. Die Bakterien wurden kristallisiert und einer Röntgenstrukturanalyse unterzogen. Aus dem zurückgestrahlten Licht haben die Forscher Rückschlüsse auf den molekularen Bau des Photosystems gezogen. "Man sieht in unserem Modell, wie in diesem Komplex einzelne Moleküle in Wechselwirkung zueinander treten", so Kraus.

Gemeinsam mit dem Photosystem II, das Berliner Forscher Anfang des Jahres ebenfalls entschlüsselt und in Nature publiziert hatten, ist Photosystem I für die Sauerstoffproduktion aus Wasser verantwortlich. Es besteht aus elf großen Proteinen, an die 96 Chlorophylle und 31 kleinere Moleküle gebunden sind.


 


Biologen untersuchen Kaulquappen bei Experimenten im All
Schüler aus Deutschland und Frankreich beteiligen sich am Projekt

Mitte Oktober werden Kaulquappen zur Raumstation ISS starten. Deutsche und französische Wissenschaftler wollen an ihnen die Entwicklung des Gleichgewichtssinns von Fröschen erforschen. Damit werden zum ersten Mal Tiere wissenschaftlichen Beobachtungen auf der ISS unterzogen.

Vorgesehen sind Untersuchungen über das Schwimmverhalten von Kaulquappen unterschiedlichen Alters unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Dazu werden Videoaufzeichnungen in der Weltraumstation gemacht. Nach der Rückkehr auf die Erde stehen verhaltens- und neurophysiologische sowie neuroanatomische Studien an. Die Untersuchungen sollen den Ursachen für die Verhaltensänderungen nachgehen, die sich bei Kaulquappen im Anschluss an zwei vergangene Raumflüge zeigten.

In das Projekt werden auch Schüler einer Klasse des Ulmer Schubart-Gymnasiums und französische Schüler aus Nancy einbezogen. Die Forscher lassen sie schon an der Vorbereitung des wissenschaftlichen Experiments teilhaben. Während der Mission werden die Schüler zudem weitgehend identische Paralleluntersuchungen durchführen. Im Anschluss daran sollen sie selbst Ideen für eine wissenschaftliche Analyse entwickeln. Die Arbeiten erfolgen unabhängig von den Schülern beider Klassen in Nancy und Ulm. Ein Gedankenaustausch über die an dem Experiment gesammelten Erfahrungen wird im Rahmen gegenseitiger Besuche und via Internet gewährleistet.

In den USA ist es bereits weit verbreitete Praxis, Schüler mit einfachen Mitteln und ohne großen Kostenaufwand an wissenschaftlichen Experimenten im Orbit zu beteiligen. Das Modell der deutsch-französischen Zusammenarbeit soll bei einem weiteren für 2003/2004 geplanten biologischen Weltraumvorhaben mit anderen Schülern erneut angewendet werden. http://www.uni-ulm.de/


 


Zeitweise scheintote Zebrafische leben normal weiter
Embryos überleben 24 Stunden ohne Sauerstoff

 Forscher des Fred Hutchinson Cancer Center http://www.fhcrc.org haben durch den Entzug von Sauerstoff bei Zebrafisch-Embryos den so genannten Scheintod hervorgerufen. Während des Experiments hörte bei den Fischen jede beobachtbare metabolische Aktivität inklusive Herzschlag auf. Danach lebten sie ohne erkennbare Nebenwirkungen auf Gesundheit oder Wachstum weiter. Diese Entdeckung soll in Zukunft laut BBC neue Wege in der Erforschung des Scheintodes, neue Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs und das Verhindern von Verletzungen von Organen und Gewebe durch eine mangelnde Blutversorgung ermöglichen. Zusätzlich soll erforschbar werden, wie Sauerstoffentzug das Wachstum von Tumoren beeinflusst.

Die Forscher um Mark Roth verglichen die Entwicklung von Zebrafisch-Embryos, die normalen atmosphärischen Bedingungen ausgesetzt waren mit jener von Fischen, die in Kammern ohne Sauerstoff wuchsen. Es stellte sich heraus, dass ein 25 Stunden alter Embryo 24 Stunden lang ohne Sauerstoff überleben konnte. Laut Roth konnte das Team bei diesen Fischen, nachdem sie sich erholt hatten, keine Anomalien feststellen. "Als Erwachsene vermehrten sie sich normal und hatten gesunden Nachwuchs."

Diese Forschungsergebnisse können für die Krebsforschung von entscheidender Bedeutung sein. Sie helfen zu verstehen, warum manche Krebszellen sich in einer Art Winterschlaf befinden und wie sie trotzdem angegriffen werden können. "Normalerweise stellen wir uns Krebs als ein unkontrolliertes Wuchern von Zellen vor. Die Mehrzahl der Zellen in einem Tumor befindet sich jedoch in einem Zustand geringen Sauerstoffdruckes und wuchert nicht. Aus diesem Grund sprechen manche Tumore nicht auf eine Behandlung mit Strahlung und Chemotherapie an." Zusätzlich greifen die meisten Krebsmedikamente gezielt nur sich teilende Zellen an.



 

Pflanzenhormone schützen vor Austrocknung bei Dürre
Neu entdeckter Mechanismus könnte zu widerstandfähigeren Arten führen
 

Wissenschaftler der Rockefeller University http://www.rockefeller.edu in New York haben bei Pflanzen einen ausgeklügelten Mechanismus gefunden, wie sie sich vor zu großer Trockenheit schützen. Dabei spielt die Wechselwirkung des Pflanzenhormons ABA und des Proteins AB15 eine entscheidende Rolle. Diese beiden Substanzen kontrollieren den Zeitpunkt des Keimens und verzögern das weitere Wachstum bei Dürre, ohne dass die Pflanze abstirbt.
 

So ist das Pflanzenhormon ABA sowohl für das Herauszögern des Keimens als auch des frühen Wachstums bei widrigen Umweltbedingungen verantwortlich. Dieses Hormon aktiviert das Protein AB15, das so wesentlich dem Selbstschutz der Pflanze dient. "Unsere Arbeit zeigt die Komplexität im frühen Wachstumsstadium. Damit könnte es möglich sein, Pflanzen genetisch so zu verändern, dass sie besser bei schwierigen Bedingungen wie Trockenheit oder salzigen Böden gedeihen", fasst Luis Lopez-Molina die Bedeutung seiner Ergebnisse zusammen. Frühere Studien zeigten bereits, dass genveränderte Pflanzen ohne das AB15-Protein ohne Unterbrechung unabhängig von den Bedingungen weiterwuchsen. Bei einer Überproduktion von AB15 hingegen verlangsamte sich das Wachstum nur, wenn auch das Hormon ABA vorhanden war. Damit kamen die Forscher hinter das komplizierte Zusammenspiel dieser Pflanzenmoleküle. Für ihre Versuche nutzten die Forscher die schnell wachsende Arabidopsis-Pflanze.
 

Zudem zeigten die Pflanzen mit einer Überproduktion von AB15 einen geringeren Verlust an Wasser während ihres gesamten Wachstums. Sie "schwitzten" weniger Feuchtigkeit aus. Nun glauben die Forscher, Pflanzen mit einer größeren Widerstandsfähigkeit gegen Dürren entwickeln zu können. AB15 könnte so der Schlüssel dazu sein, das Pflanzenwachstum besser zu kontrollieren sowie den aktuellen Umwelt- und Wetterbedingungen anzupassen.
 


 

Erneut Hinweise für mikrobiologisches Leben auf dem Mars
Gefundene Magnetit-Kristalle in Antarktis ähneln Bakterien auf der Erde

Ein internationales Wissenschaftsteam hat laut Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA http://www.nasa.gov neue Hinweise für mikrobiologisches Leben auf dem Mars gefunden.
Ein in der Antarktis entdeckter Mars-Meteorit enthält so genannte Magnetit-Kristalle, die in dieser Anordnung nur biologischen Ursprungs sein können, erklärte Imre Friedman vom Ames Research Center der Nasa http://amesnews.arc.nasa.gov in der amerikanischen Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science" (PNAS) http://www.pnas.org .

Die feinen Ketten der magnetischen Mineralien sind organischen Ursprungs, so Friedman, der den Meteoriten "ALH84001" untersuchte. Sie erinnerten an Bestandteile irdischer Mikroorganismen. Hier produzieren so genannte "magnetotaktische Bakterien" in ihrem Inneren feine Magnetit-Kristall-Ketten. Kathy Thoms-Keprta, die in der selben Publikation ihre Erkenntnisse veröffentlichte, spricht von einer Ähnlichkeit zwischen den Magnetit-Kristallen und gewissen Bakterien auf der Erde, die eine geringe Sauerstoffkonzentration zum Leben bräuchten.

Asteroiden haben diese Kristalle vor rund 3,9 Mrd. Jahren in kleine Gesteinsritzen geschwemmt, vermutet Friedman. Aufgrund des Aufpralls eines anderen Festkörpers auf dem Mars sei das Gestein schließlich als Meteorit auf der Erde gelandet. Somit gehen die Forscher davon aus, dass es damals Organismen auf dem Mars gab, die zur Sauerstoffproduktion Photosynthese betrieben.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:45
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