HUAINIGG: ÖBB-SPEISEWAGONS: EDLES
DESIGN, ABER KEIN PLATZ FÜR ROLLSTUHLFAHRER
ÖVP-Behindertensprecher: Behindertengleichstellungsgesetz muss ÖBB
auf barrierefreie Schiene bringen
Verärgert zeigte sich heute, Freitag, ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr.
Franz-Joseph Huainigg über die Probleme mit der barrierefreien
Zugänglichkeit bei den teuren Umbauten der ÖBB-Speisewagons. Der Umbau eines
alten Speisewagons habe nach Angaben der ÖBB 100.000 Euro gekostet. "Auf
edles Design wie Mahagoni-Holz und Goldbeschläge wurde Rücksicht genommen,
nicht jedoch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Bewegungseinschränkungen",
so der ÖVP-Behindertensprecher.
"Es kann doch nicht sein, dass nach den zahlreichen Problemen, die der
Nahverkehrszug Talent verursachte, die ÖBB neuerlich Wagons nicht
barrierefrei auf Schiene lässt. Die Lernfähigkeit der ÖBB-Verantwortlichen
scheint gering zu sein. Anstatt bei Neuanschaffungen und Generalsanierungen
die Barrierefreiheit für behinderte Menschen zu berücksichtigen, wird dies
schlichtweg ignoriert und bei Kritik eventuell teuer nachadaptiert.
Nachträgliche Adaptierungen sind, wie der Talent-Zug zeigt, immer verhatscht
und außerdem um ein vielfaches teurer", kritisierte Huainigg.
Öffentliche Gelder dürfen nur dann in die ÖBB fließen, wenn die
Barrierefreiheit für Neuanschaffungen oder Bahnhofssanierungen gesichert
sind, und es darf nicht mehr vorkommen, dass behinderte Menschen im
Gepäckwagen reisen müssen. "Zehnjährige Tatenlosigkeit der ÖBB bei
Behindertenfragen, wie es der derzeitige Entwurf zum
Behindertengleichstellungsgesetz vorsieht, sind nicht vertretbar", so
Huainigg. "Oder will man den behinderten Passagieren am Bahnsteig sagen,
dass sie auf den nächsten rollstuhlgerechten Zug noch bis 2015 zu warten
haben?"
Weitreichende Ausnahmebestimmungen für die ÖBB im
Bundesgleichstellungsgesetz sind jedenfalls nicht akzeptabel. Huainigg zeigt
sich jedoch zuversichtlich, dass "Staatssekretär Dolinschek mit
Verkehrsminister und Vizekanzler Gorbach an effektiven Maßnahmen und
Lösungen arbeiten.

Arbeit für geistig Behinderte wird
gefördert
Seit 1998 gibt es in der Caritas St.Pölten das Projekt
Arbeitsassistenz, das die Integration von Menschen mit Lernschwäche oder
geistiger Behinderung im Wald- und Mostviertel unterstützt. Neben der
intensiven Arbeit mit den Klienten hat die Beratung der Betriebe einen hohen
Stellenwert.
Das Land Niederösterreich stellt für 2005 einen Förderbetrag von rund
98.000 Euro bereit. "Die öffentliche Hand ist verpflichtet, Menschen mit
besonderen Bedürfnissen zu unterstützen. Diese Menschen sind leistungsbereit
und müssen daher nach Möglichkeit am Arbeitsmarkt integriert werden", betont
dazu Landesrätin Dr. Petra Bohuslav.
Die Betroffenen erhalten unter anderem eine Berufsorientierung, eine
gemeinsame Planung der Arbeitsplatzsuche oder eine Begleitung beim
Berufseinstieg. Die Betriebe gewinnen damit motivierte Mitarbeiter und
erhalten Informationen über finanzielle Zuschüsse. Seit dem vergangenen Jahr
wird die Arbeitsassistenz in jeder Bezirkshauptstadt der Diözese
fläckendeckend angeboten. Im Vorjahr wurden 239 Personen mit geistiger
Behinderung begleitet. 122 Personen konnten erfolgreich in Betriebe
integriert werden.

Großes TV-Interesse an
Paralympics
Japan an erster Stelle
Mehr als 1,8 Mrd. Menschen saßen bei den
para-olympischen Spielen in Athen vor dem Fernseher. Eine in 17
Ländern durchgeführte Studie belegt, dass Japan mit 587 Mio.
Zuschauern unangefochten auf dem ersten Rang liegt, so das
Internetportal sport business
http://www.sportbusiness.com/ .
Miriam Wilkens, Medien- und Kommunikationsdirektorin von IPC: "Eine
Zuschauerbeteiligung von 1,8 Mrd. in 17 Ländern ist mehr als die
Zuschauerzahl im totalen bei den Paralympics 2000 in Sydney." Auf
Japan folgen Frankreich (335 Mio.), Deutschland (310 Mio.) und China
(309 Mio.). Den größten Marktanteil konnte Neuseeland mit 26,4
Prozent verzeichnen. An zweiter Stelle steht die Schweiz (21,6
Prozent) gefolgt von Österreich (21,1 Prozent). An der Anzahl der
Fernsehstunden gemessen, liegt Brasilien mit 168 Stunden auf dem
ersten und Spanien mit 125 Stunden auf dem zweiten Platz.
Wilkens gibt zu bedenken, dass eine komplette Studie 38 Länder
umfasse. Sie sei davon überzeugt, dass die noch ausstehende
Endstudie ein sehr positives Ergebnis bringe. "Diese Entwicklung
bestätigt, dass ein wachsendes Interesse für die Paralympics
besteht", so Wilkens. Ein Rundfunksprecher von ARD/ZDF berichtete,
dass die am Sonntag, den 19. September übertragenen Highlights von
nahezu 1,5 Mio. Zuschauer verfolgt worden seien. |

Aktionsbündnis lehnt
Behindertengleichstellungsgesetz ab
Keine Verbesserungen für behinderte Menschen
Laut dem Aktionsbündnis "Österreich für
Behindertenrechte"
http://www.gleichstellung.at ist das neue
Behindertengleichstellungsgesetz eine Mogelpackung, das seinen Namen
nicht verdient. Wenn dieses Gesetz in Kraft trete, werden
Benachteiligungen auch in Zukunft zum Alltag behinderter Menschen
zählen, so Martin Ladstätter vom Aktionsbündnis heute, Dienstag, auf
einer Pressekonferenz. "Dieser Gesetzesentwurf bringt im Bereich
Bildung für behinderte Menschen und deren Angehörige keine
Verbesserungen," sagte Irmgard Kurz von Integration Österreich
http://www.ioe.at
. "Es werden damit nicht einmal diskriminierende Gesetzesstellen in
Schulgesetzen repariert."
Auch für gehörlose Personen werde das
Behindertengleichstellungsgesetz keine Fortschritte bringen, da die
Österreichische Gebärdensprache nach wie vor nicht als offizielle
Sprache anerkannt werden solle. "Auch eine nur symbolische
Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache reicht nicht", so
Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes
http://www.oeglb.at
(Bild).
Das Aktionsbündnis "Österreich für Behindertenrechte" kämpfe für ein
Behindertengleichstellungsgesetz, dessen Auswirkungen auch im Alltag
spürbar seien. "Bauordnungen müssen geändert werden und es dürfen
nur mehr barrierefreie Verkehrsmittel angeschafft werden. All dies
passiert nicht," so Ladstätter. "Wir lehnen den vorliegenden
Gesetzesentwurf vehement ab. Den jetzigen Entwurf unverändert zu
verabschieden, hieße sich auch von der Gleichstellung behinderter
Menschen für die nächsten Jahre zu verabschieden."
|

Größte Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderung
Feldkirch (VLK) - Von 1985 bis 2000 ist die Zahl der Mitglieder des
Vorarlberger Zivilinvalidenverbandes von 604 auf 1.052 gestiegen. "Damit ist
dieser Verband die größte Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderung im
Lande. Hier wird wertvolle und wichtige Arbeit für die ganze Gesellschaft
geleistet." Das betonte Soziallandesrätin Greti Schmid kürzlich bei der
Weihnachtsfeier des Zivilinvalidenverbandes in Feldkirch. ****
Schmid verwies auf die Vorarlberger Landesverfassung, in der das Ziel der
Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderung
verankert ist. "Ich sehe dies als wichtiges Signal", so die Landesrätin.
Für das Land Vorarlberg ist der Zivilinvalidenverband ein engagierter und
verlässlicher Partner, wenn es darum geht, in großen und kleinen Bereichen die
Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vor allem auch in den Köpfen der
Menschen zu verankern. Auch im Jahr 2002 werden diese Bemühungen aus dem
Sozialfonds unterstützt.

Therapiespielzeug für Behinderte
Die Zweite Wiener Landtagspräsidentin Prof. Erika Stubenvoll hat den "Basalen
Förderklassen" der Wiener Sozialdienste therapeutisches Spielzeug aus der
Spendenaktion "Kleiner Bär" übergeben. Der Verein "Kleiner Bär" nutzte das
"Arbeitsmedium" einer jungen Internetfirma, um Sachspenden für eine
Weihnachtstombola zu sammeln. Die Adventaktion war ein voller Erfolg, so
wurden auf diese Weise 2.000 Lose um jeweils 25 Schilling, mit denen man die
wertvollen Preise gewinnen konnte, innerhalb kurzer Zeit verkauft. Für den
Erlös (50.000 Schilling) wurde therapeutisches Spielzeug bei dem
sozialökonomischen Betreib "Team Idee" erworben. Das Spielzeug kommt nun einer
schulischen Einrichtung für mehrfachbehinderter Kinder zu Gute. Da immer noch
Sachspenden eintreffen, werden diese bis Freitag, dem 21. Dezember 2001 im
Internet versteigert. Die Adresse der Aktion "Kleiner Bär" ist:
www.KleinerBaer.at/ .

Navigationshilfe für Rollstuhlfahrer entwickelt
Computerprogramm ermittelt Engpässe auf Fußwegen
Ein Navigationssystem für Rollstuhlfahrer könnte Behinderten in Zukunft
Wege ohne Barrieren durch Städte zeigen. Der Landschaftsökologie und
Geoinformatik-Student der Universität Münster Carsten Dewey
http://wwwmath.uni-muenster.de hat ein Computerprogramm entwickelt, das
anhand von Informationen über mögliche Hindernisse und Barrieren im
Fortbewegungsbereich (z.B. Engpässe auf Fußwegen und Kopfsteinpflaster)
Rollstuhlfahrern eine weitgehend hürdenfreie und kurze Route berechnet. Für
die Entwicklung des Prototyps des mobilen Navigationsdienstes hat Dewey einen
von fünf ersten Plätzen beim Deutschen Studienpreis der Hamburger
Körber-Stiftung
http://www.stiftung.koerber.de belegt. Die Preisverleihung des mit je
5.000 Euro dotierten Preises findet am 25. Februar 2002 in Berlin statt.
Dewey versuchte Barrieren und Hindernissen für Rollstuhlfahrer so zu
beschreiben, dass die Information von einem Computer verarbeitet und
übermittelt werden kann. Damit können Rollstuhlfahrer unterwegs abschätzen,
wie viel Körpereinsatz sie für deren Überwindung brauchen. Typische
Hindernisse sind Bordsteinkanten ohne Absenkung, zu schmale Gehwege oder
Kopfsteinpflaster. Der Student entwarf dafür drei Dienste, die Rollstuhlfahrer
bei der Navigation unterstützen sollen. So können zunächst über eine Art
Filter unüberwindbare Barrieren individuell gefunden werden. Danach werden
Start und Ziel angegeben und der Computer berechnet die kürzeste Strecke unter
Berücksichtigung der angegebenen Barrieren. Das Ergebnis ist eine Beschreibung
dieser Strecke und auffälliger Hindernisse, die deren Bewältigung erschweren.
Gefördert wurde Deweys Idee durch die Mitarbeit im Projekt MoSS (Mobile
Sensors and Services) am Institut für Geoinformatik der Universität Münster,
das sich mit der Entwicklung intelligenter mobiler Dienste beschäftigt. Dieses
wird in Kooperation mit der Firma MobileGIS Ltd. (Irland) durchgeführt. Laut
Angaben der Uni wird zurzeit gemeinsam mit beteiligten Firmen überlegt, wie
der bestehende Prototyp weiterentwickelt und in bestehende Informationssysteme
wie zum Beispiel das Projekt "KOMM" (Kommunikations- und Orientierungshilfen
für Menschen mit Behinderungen in Münster) integriert werden kann.

Magazin HANDICAP verleiht Preis für Lebensqualität
Dr. Klaus Kinkel überreicht Auszeichnungen für
behinderten(un)gerechte Konsumgüter auf der REHACare
Termin: 2. 10., 17:00 Uhr, "Sport-Center"-Bühne, Halle 7
Preisträger: HANDICAP TOP-Produkt: "Flotte Biene", Langnese Honig
KG,
HANDICAP FLOP-Produkt: "Milka Tender", Kraft Foods Deutschland
Das Magazin HANDICAP verleiht auf der REHACare erstmals den
"HANDICAP-Preis für Lebensqualität", mit dem besonders
behinderten(un)gerechte Konsumgüter ausgezeichnet werden. Die
öffentliche Verleihung findet am 2. Oktober um 17.00 Uhr auf der
Veranstaltungsbühne "Sport-Center" der REHACare-Messe in Düsseldorf
statt und wird vom ehemaligen Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel
vorgenommen.
Der Preis wird von der Zeitschrift HANDICAP, Deutschlands
führendem Informations- und Lifestyle-Magazin für Menschen mit
Behinderungen, alle drei Monate vergeben. Ausgezeichnet werden
allgemeine Konsumgüter, deren Funktionalität von gehandicapten Scouts
daraufhin untersucht wird, ob die Produkte auch von behinderten
Menschen uneingeschränkt verwendet werden können. Ist dies der Fall,
wird das jeweilige HANDICAP-TOP-Produkt in einer fast schon
schamlosen Art und Weise positiv hervorgehoben. Mit dem
HANDICAP-FLOP-Produkt bekommen dagegen Artikel "ihr Fett weg", die
für viele der annähernd sieben Millionen gehandicapten Menschen in
Deutschland eine Verwendung ohne Hilfe erschweren oder gar unmöglich
machen.
Das erste HANDICAP-TOP-Produkt ist die "Flotte Biene" der Firma
Langnese Honig. Mit der praktischen Plastikflasche ist es z.B. auch
querschnittgelähmten Menschen mit eingeschränkter Handfunktion
möglich, den Honig gezielt aufs Brot zu bringen. Zum
HANDICAP-FLOP-Produkt wurde - stellvertretend für viele süße Riegel
in bunten Verpackungen - "Milka Tender " von Kraft Foods Deutschland
gekürt. Gerade von querschnittgelähmten Menschen ist die hartnäckige
Folienverpackung kaum zu öffnen.
Auch ansonsten bietet das Magazin HANDICAP den REHACare-Besuchern
viel Information und Unterhaltung. So sind am Donnerstag um 12.15 Uhr
die ehemaligen Bewohner des BigBrother-Containers um Rollstuhlfahrer
Tommy im Sportcenter zu Gast. Beim Rollstuhlbasketball wollen sie
gegen das Team des RSC Köln zeigen, ob sie neben flotten Sprüchen
auch sportlich etwas drauf haben. Verstärkt wird die Mannschaft durch
Joey Kelly, Sänger der berühmten Kelly Family und Extrem-Triathlet.
Das detaillierte Programm finden Sie unter
www.handicap-life.de.

Termin-Erinnerung: ARBÖ Fahr- und Testtag für körperbehinderte
Kraftfahrer am Samstag
Er ist ein Fixpunkt im Herbst geworden, der alljährliche kostenlose Fahr- und
Testtag für körperbehinderte Kraftfahrer des ARBÖ. Auch heuer wieder können
sich Körperbehinderte oder deren Angehörige Informationen, Tipps und
Anregungen rund um den Führerschein für körperbehinderte Verkehrsteilnehmer
holen. Beim Fahrsicherheitstraining und dem Reaktionstest können
körperbehinderte und nichtbehinderte Kraftfahrer ihre Fähigkeiten testen.
Autofahren ist für Körperbehinderte kein Luxus, sondern in vielen Fällen die
einzige Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Viele
Körperbehinderte meinen, aufgrund ihrer Behinderung nicht oder nicht mehr Auto
fahren zu können.
Fahr- und Testtag für körperbehinderte Kraftfahrer
Datum: Samstag, 15. September 2001, von 10 bis 16 Uhr Ort:
ARBÖ-Trainingszentrum, Wien 22, Bernhardinerallee 1
Die Highlights sind unter anderem:
* Fahrsicherheitstraining
* Reaktionstest für körperbehinderte und nichtbehinderte Kraftfahrer
* Brillen- und Sehtest der Firma Zeiss
* Mehrere Leihfahrzeuge der Firma Privoznik mit behindertengerechtem Umbau
* Fahrschule Columbus
* Verkehrsmedizinische Untersuchungen durch Dr. Birgit Hengstschläger
* Für technische Fragen rund um den Führerschein für körperbehinderte
Verkehrsteilnehmer steht auch heuer wieder der technische Sachverständige
Hofrat Dipl. Ing. Daniel Kirste zur Verfügung
Weitere Auskünfte erhalten Sie beim ARBÖ-Behindertenberater Roland Hirtl,
Telefon 0664/303 37 41.
