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Bayer: Vardenafil bei erektilen Dysfunktion hochwirksam
Wirkstoff verbessert Erektionsfähigkeit bei 92 Prozent der Patienten
 

Levitra mit dem Wirkstoff Vardenafil verbessert bei 92 Prozent der Männer mit einer erektilen Dysfunktion (ED) die Erektionsfähigkeit. Dieses aktuelle Studienergebnis präsentierte der für Forschung und Entwicklung zuständige Pharmakonzern Bayer http://www.bayer.de gemeinsam mit GlaxoSmithKline, mit dem das Produkt vertrieben und weiterentwickelt wird, heute, Montag, auf dem 5. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Sexual- und Impotenz-Forschung (ESSIR) http://www.essir.com/index1.html . Erst kürzlich hat der wissenschaftliche Arzneimittelauschuss (CPMP) der europäischen Zulassungsbehörde die Prüfung der Zulassungsdokumente von Vardenafil mit einer positiven Empfehlung zur Zulassung abgeschlossen (pte berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021122013 )
 

Bislang haben klinische Studien gezeigt, dass Vardenafil eine hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit besitzt. Jetzt wurden erstmals Daten zur Wirkung des PDE-5-Hemmers unter individuell angepasster Dosierung vorgestellt. Im Rahmen der zehnwöchigen Multicenter-Studie bei 398 Männern mit ED beurteilten die Prüfer die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Vardenafil. Dabei zeigte sich, dass der Wirkstoff in der Gesamtbewertung (Global Assesment Question) bei 92 Prozent der Männer die Erektionsfähigkeit verbesserte.
 

Die Behandlung startete mit zehn Milligramm (mg). Sie wurde entweder mit dieser Dosierung fortgeführt oder nach zwei und sechs Wochen auf fünf mg reduziert oder auf 20 mg erhöht. Nach zehnwöchiger Studienteilnahme berichteten 70 Prozent der Männer, dass es bei jeder dieser Dosierungen von Vardenafil zu einer Erektion im Normalbereich gekommen sei. Unerwünschte Wirkungen waren in der Regel leicht bis mittelschwer ausgeprägt. Am häufigsten wurde über Kopfschmerzen und Gesichtsrötung berichtet, teilte Bayer in einer Aussendung mit.
 

Eine zweite Studie untersuchte die Sicherheit und Wirksamkeit von Vardenafil in einem Zeitraum von einem Jahr. 1.020 Männer nahmen dabei Bedarf 52 Wochen lang entweder Vardenafil zehn oder 20 mg. Weder Arzt noch Patient kannten die Dosierung - die erektile Dysfunktion hatte verschiedene Ursachen. Vor der Behandlung erfolgte eine vierwöchige Beobachtungsphase der Erektionsfähigkeit ohne Medikation, um einen Vergleichswert zu ermitteln.
 

Nach einjähriger Therapie verbesserte sich mit der 20 mg Dosierung die durchschnittliche Erfolgsrate bei der Aufrechterhaltung der Erektion von 16 Prozent bei Studienbeginn auf 86 Prozent - d.h. um das 5,4-fache. Bei Männern, die mit der Vardenafil 10 mg Dosierung behandelt wurden, kam es zu einer durchschnittlichen Erfolgsrate von 14 Prozent bei Studienbeginn auf 82 Prozent und damit um das 5,9-fache nach einem Jahr.


 

Bayer muss mit Klagewelle rechnen
US-Anwalt Fagen will auch deutsche Patienten vertreten
 

Die Bayer AG bestätigt, dass in den USA Klagen auf Schadenersatz in Zusammenhang mit Nebenwirkungen des Cholesterinsenkers Lipobay/Baycol erhoben worden sind. "Der Versuch, in derartigen Situationen mit Sammelklagen Druck auf die betroffenen Unternehmen auszuüben, ist für amerikanische Verhältnisse nichts Ungewöhnliches", teilte das Unternehmen mit, und betonte gleichzeitig, dass es die Klagen für unbegründet halte und sich "vehement zur Wehr setzen" werde. http://www.baynews.bayer.de/BayNews/baynews.nsf/ID/01-0233
 

Der US-Anwalt Edward Fagan, der immer zur Stelle ist, wenn irgendwo Opfer zu beklagen sind, und sein deutscher Kollege Michael Witti wollen auch Klagen von Europäern vor US-Gerichte bringen. Damit wollen die Anwälte verhindern, dass Geschädigte in Europa "vor der Tür bleiben", wenn es um Entschädigungszahlungen gehe, so Witti. Auch in Frankreich wurde eine erste Beschwerde bei Gericht eingereicht. Nach einem Bericht der Zeitung "Le Parisien" haben sich etwa 80 Geschädigte zu einem Verband zusammengefunden. Ein 53-Jähriger aus Avignon reichte die erste europäische Klage gegen Bayer ein.
 

In die Klage soll nach Angaben der Rechtsanwälte auch der Co-Vermarkter von Baycol, die britische GlaxoSmithKline, einbezogen werden. Ein Glaxo-Sprecher bestätigte, dass eine Klage vorliege. http://www.gsk.com/ Die Konzerne haben 1997 eine Kooperation zur Vermarktung des Bayer-Medikaments abgeschlossen.
 


 

Deutsches Gesundheitsministerium greift Bayer scharf an
Klagewelle in den USA
 

Das Bundesgesundheitsministerium http://www.bmgesundheit.de hat den Bayer-Konzern http://www.bayer.com wegen seiner Informationspolitik im Lipobay-Skandal heftig angegriffen. Das Unternehmen habe dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fast zwei Monate neue Erkenntnisse über die Nebenwirkungen des Medikaments vorenthalten, erklärte heute Donnerstag Staatssekretär Klaus Theo Schröder. Gleichzeitig kündigte der Staatssekretär Konsequenzen auf nationaler und internationaler Ebene an. Die Verlautbarung des Bundesgesundheitsministeriums http://www.bmgesundheit.de/presse/2001/2001/86.htm
 

Der Bayer-Konzern habe bereits am 15. Juni über neue Erkenntnisse zu Nebenwirkungen von Lipobay verfügt. Diese Informationen seien dem Bundesinstitut erst zwei Tage nach dem Rückzug des Medikaments mitgeteilt worden. Nach dem Bundesarzneimittelgesetz müsse eine Meldung innerhalb von 15 Tagen erfolgen. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.600 Euro bestraft werden.
 

Zu den notwendigen Konsequenzen zählte Schröder die Entwicklung eines effizienten Frühwarnsystems. Zudem werde geprüft, ob die bisherige Meldepflicht der Ärzte im Berufsrecht und die Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Mitteilung von Arzneimittelrisiken ausreichend sind. Denkbar sei, die Unternehmen durch die Androhung schärferer Sanktionen zu einer umfassenden und sofortigen Mitteilung zu zwingen. Neben Lipobay stehen sechs weitere Medikamente mit ähnlichen Wirkstoffen unter verstärkter Beobachtung.
 

Auf den Bayer-Konzern rollt in den USA eine Klagewelle zu. Nur eine Woche nach dem Vermarktungs-Stopp wurden nach Angaben von Anwaltskanzleien und nach Medieninformationen in mindestens vier US-Bundesstaaten Schadenersatzklagen gegen Bayer eingereicht. Mögliche Forderungen in Millionenhöhe brachten die Bayer-Aktie erneut an der Börse unter Druck. Das Papier rutschte heute in Frankfurt zeitweise unter die 32 Euro Marke.
 

Wolfgang Jasek von der Österreichischen Apothekerkammer erklärte gegenüber pressetext.austria, dass die Kammer nur wenige Anrufe von Betroffenen erhalten habe. Man könne nicht von einer Panik bei den Patienten sprechen. Bei einer raschen Umstellung auf ein vergleichbares Medikament sei mit keinen dramatischen Folgen zu rechnen.
 

Seit 1997 wurden sechs Millionen Patienten mit Lipobay behandelt. In der Folge kam es zu 52 Todesfällen im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme. Die schweren Nebenwirkungen des Mittels waren laut Bayer nicht vor der Marktzulassung erkennbar. Das Medikament sei laut Bayer-Sprecher Michael Diehl in 50 Studien mit 2500 Patienten getestet worden.
 

Weitere Details: http://www.bundesregierung.de/top/sonstige/Themen_A-Z/Gesundheit/ix461_7645.htm
 


 

Bayer verschiebt Börsengang an die Wall Street
Lipobay-Skandal hebt Pharma Strategie aus den Angeln
 

Die Bayer AG http://www.bayer.de hat ihren Börsengang auf Anfang Februar 2002 verschoben. Ursprünglich wollte der Konzern am 26. September an die New Yorker Börse. Man müsse die Pharma-Strategie neu überdenken, weil man die strategischen Auswirkungen des Vermarktungsstopps des Cholesterinsenkers Lipobay heute noch nicht abschätzen könne, teilte Bayer am Donnerstag mit.
 

"Die Rahmenbedingungen für unseren Börsengang haben sich in den vergangenen Tagen erheblich verändert", erläuterte Bayer-Vorstandsvorsitzender Manfred Schneider.
 

Nach dem bekannt werden von 52 Todesfällen - fünf davon in Deutschland - die in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von Lipobay und dem darin enthaltenen Wirkstoff Cerivastatin stehen, hatte Bayer am 8. August das umsatzstarke Medikament vom Markt genommen.
 

Der Konzern muss jetzt mit einer großen Zahl an Schadensersatzklagen rechnen, die den Kurs der Aktie voraussichtlich weiter in die Tiefe reißen werden. Seit dem Rückruf von Lipobay hat die Bayer-Aktie bereits mehr als ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Am Donnerstag Nachmittag stand der Kurs bei 32,60 Euro, das sind knapp sieben Prozent weniger als am Vortag.
 

Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des US-Listings für Ende September waren laut Bayer bereits weitgehend abgeschlossen.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:45
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