Webseite "Autismus und
Computer" gelauncht
Computer als lerntechnische Hilfen und
Therapieumgebung
Die britischen Autismus-Experten Dinah Murray und
Mike Lesser haben eine Webseite gelauncht, die über theoretische
sowie praktische Aspekte des Autismus Auskunft gibt und diese mit
Videosequenzen und Links untermalt. Die deutsche Website
http://www.autismusundcomputer.de und ihr englisches Gegenstück
http://www.autismandcomputing.org.uk/ heben hervor, dass
Computer eine ideale Umgebung zur Förderung der Kommunikation, der
sozialen Fähigkeiten, der Kreativität und der Spielfreude für
Personen selbst am extremen Ende des autistischen Spektrums
darstellen. Die Website wurde von der Non-Profit-Organisation
"Autismus und Computer" in Auftrag gegeben, die zum Ziel hat, Wege
zu erkunden, die Autisten zu einem erfüllten Leben verhelfen.
Die Computer sollen nicht nur eine lerntechnische Unterstützung für
Betroffene bieten, sondern auch therapeutische Hilfe. Sie geben Raum
für Spiel, Erkundung und Kreativität in einer geschützten Umgebung,
die keine verbalen Anforderungen stellt. Während nicht betroffene
Menschen meistens eine vielfach geteilte Aufmerksamkeit aufweisen,
in der Informationen leicht verarbeitet werden können, haben
Autisten einen Aufmerksamkeitstunnel, in dem die Dinge isoliert und
ohne Zusammenhang erscheinen. Lesser und Murray kommen zu dem
Schluss, dass sich Autisten nur auf wenige Aufgaben gleichzeitig
konzentrieren können. Computer ermöglichen es, an den
Aufmerksamkeitstunneln der Betroffenen zu partizipieren, ohne sich
gegenseitig zu behindern. Dadurch kann den am stärksten behindernden
Merkmalen der Störungen des autistischen Spektrums aus dem Weg
gegangen werden.
Murray und Lesser verstehen Autismus nicht als Krankheit, die sich
behandeln ließe. Autistische Menschen haben laut diesen Experten
eine Art von Verstand, die sie daran hindert eine konventionelle
Beschäftigung zu finden. Einen ökonomischen Rahmen empfinden die
Wissenschaftler jedoch als Grundlage für ein glückliches Ergebnis.
Unter positiven Umständen ist es Menschen mit der Fähigkeit zur
tiefen Konzentration möglich, sich Talente anzueignen, die über jene
von Menschen mit einem breiten Verstand hinausgehen.
Die Non-Profit-Organisation hat einen Film über die Möglichkeiten
gemacht, monotropischen Menschen mit dem Einsatz von Computern zu
helfen. Dieser Film ist über das Londoner Büro der Organisation
erhältlich. "In ganz Europa ist es leider sehr schwierig, Hilfe in
sehr guter Qualität für Menschen in dem autistischen Spektrum
bereitzustellen", heißt es seitens Autismus und Computer. Als
Ursache sehen die Experten das fehlende Verständnis für die Natur
des Autismus. |

Entzündungen des
Gehirns und Autismus hängen zusammen
Cytokin- und Chemokinwerte sind deutlich erhöht
Wissenschafter der Johns Hopkins University
http://www.hopkinsmedicine.org haben überzeugende Beweise dafür
gefunden, dass Autismus in manchen Fällen mit einer Entzündung des
Gehirns in Zusammenhang steht. Bei Autisten sind bestimmte
Komponenten des Immunsystems, die eine Entzündung fördern, immer
wieder aktiviert. In den vergangenen Jahren gab es wissenschaftliche
Hinweise auf Unregelmäßigkeiten des Immunsystems bei Kindern mit
Autismus. Diese Annahme wurde jedoch laut BBC nicht von allen
Studien bestätigt. Die Wissenschafter konzentrierten sich jetzt auf
Immunkomponenten, die innerhalb des relativ abgeschlossenen Bereichs
des Nervensystems lagen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den
Annals of Neurology
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/76507645
veröffentlicht.
Das Team untersuchte Gehirngewebe von Autismuspatienten im Alter von
fünf bis 44 Jahren, die bei Unfällen oder durch Verletzungen
gestorben waren. Im Vergleich mit den Kontrollgehirnen wiesen diese
Proben abnormale Muster bei den Cytokinen und Chemokinen auf. Dabei
handelt es sich um Immunsystemproteine, die in direktem Zusammenhang
mit Entzündungen stehen. Der Wissenschafter Carlos Pardo-Villamizar
erklärte, dass diese Ergebnisse die Theorie unterstützten, wonach
die Immunaktivierung beim Autismus eine Rolle spielt. Derzeit sei
jedoch nicht klar, ob das ein Vor- oder Nachteil oder beides für das
sich entwickelnde Gehirn sei. In der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
von sechs autistischen Kindern wurden ebenfalls erhöhte Cytokinwerte
festgestellt. Es könnte daher möglich sein, einen diagnostischen
Test für Autismus zu entwickeln.
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Autismus ist Autoimmunerkrankung
US-Wissenschaftler: Heilung mit relativ einfachen Mitteln
möglich
Autismus soll nach Ansicht von amerikanischen Wissenschaftlern auf eine
Autoimmunerkrankung zurückgehen und deswegen durch eine Behandlung des
Immunsystems auch heilbar werden. Das berichten Forscher der Universität von
Los Angeles in der jüngsten Ausgabe des britischen Fachmagazins "Molecular
Psychiatry"
http://www.naturesj.com/mp .
Julio Licinio, Forscher am Laboratory of Pharmacognomics an der UCLA
http://www.ucla.edu , hat mit
seinem Team entdeckt, dass bei Kindern mit einer gewissen Form des Autismus
unübliche Abweichungen in der Darmstruktur vorhanden sind. Die Forscher
vermuten, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Dabei
kämpft das Immunsystem gegen körpereigene Stoffe. Bei anderen vorangegangenen
Studien haben die Wissenschaftler nämlich entdeckt, dass eine Verbesserung der
geistigen Fähigkeiten durch die Behandlung des Darmleidens erreicht werden
konnte.

Autisten besitzen ungewöhnliche Hirnstrukturen
Mögliche Erklärung für Rückzug der Erkrankten in eigene Welt
Autisten besitzen ungewöhnliche Strukturen im Gehirn, die das
Verhalten der Betroffenen erklären könnten. Dafür haben Forscher des Medical
College of Georgia
http://www.mcg.edu und Kollegen der University of South Carolina
http://www.sc.edu bzw. des
Downtown VA Medical Center in Augusta, Georgia, die Hirnstrukturen von
Autisten vermessen und wesentliche Unterschiede in ihren Stirn- und
Schläfenlappen entdeckt. Autisten zeigen für die Außenwelt ein eigenes
Kommunikationsverhalten und scheinen unfähig zu sein, eine Beziehung zur
Umwelt aufzubauen. Ihr Verhalten und ihre Bewegungen sind stereotyp. Als
außergewöhnlich gilt ihr stark spezialisiertes Interesse. Die Ergebnisse
wurden im Fachmagazin Neurology
http://www.neurology.org
veröffentlicht.
Das Team um den Neuropathologen Manuel F. Casanova (Bild) vom Medical
College of Georgia untersuchte das Gehirn von zwölf autistischen Kindern mit
einem Durchschnittalter von zwölf Jahren. Dabei entdeckten die Forscher, dass
die so genannten Minisäulen der Hirnrinde deutlich kleiner, aber zahlreicher
sind. Minisäulen sind die Basiselemente der Gehirntätigkeit und umfassen 80
bis 100 Gehirnzellen und ihre Verknüpfungen. Dadurch können Informationen
aufgenommen und verarbeitetet bzw. in der Folge reagiert werden.
Der Ursprung dieser Hirnveränderungen ist allerdings unklar, sowohl
Genmutationen wie auch zahlreiche andere Möglichkeiten kommen in Frage.
"Vermutlich entsteht Autismus durch einen Defekt in der Entwicklung der
Hirnrinde. Weltweit sind rund ein Prozent der Bevölkerung von Autismus
betroffen, seit den 40-er Jahren steigt die Zahl kontinuierlich an.
http://www.mcg.edu/news/2002NewsRel/Casanova.html

Genetisches Elexier der Liebe gefunden
Erhöhte Hormonkonzentration von Vasopressin steht auch mit
Autismus in Zusammenhang
Wissenschaftler der Emory University of Georgia
http://www.emory.edu haben das
genetische Elexier der Liebe gefunden. Dafür haben die Forscher Gene in das
Suchtzentrum von Mäusegehirnen eingebracht, die das Gehirn für das Hormon
Vasopressin aufnahmefähiger machen. Eine erhöhte Konzentration von
Vasopressin-Rezeptoren im so genannten ventralen Palladium führte bei
männlichen Mäuse nicht nur zu einem freundlicheren Umgang mit dem gleichen
Geschlecht. Die Männchen erwiesen sich als treuer, so ein Bericht im Nature
http://www.nature.com . Die
Ergebnisse sollen auch Licht auf Krankheiten in Zusammenhang mit
Beziehungsstörungen wie Autismus werfen.
Larry Young verwendete einen Virus, um das Gen direkt in das Gehirn
einzubringen. "Zum ersten Mal wurde mittels einer viralen Gentherapie ein
komplexes Verhalten verändert", erklärte Stafford Lightman, Hormonspezialist
der Bristol University. "Ein Anstieg der Vasopressin-Rezeptoren führt dazu,
dass das Zusammenleben mit dem menschlichen Umfeld bereichender wird",
erklärte Young. Forscher gehen davon aus, dass das ventrale Palladium
angenehme Erfahrung verstärkt.
Im Versuch wurden männliche Mäuse gemeinsam mit einer weiblichen
Artgenossin für einen Zeitraum von 17 Stunden in einen Käfig gesperrt.
Anschließend wurden sie mit einem Weibchen und einem weiteren Männchen
eingeschlossen. Genbehandelte Mäuse entwickelten eine Vorliebe für das bereits
bekannte Weibchen. Unbehandelte Nager oder jene, denen ein Gen in einen
anderen Gehirnbereich verpflanzt wurde, zeigten keine Reaktion. Young
vermutet, dass ein Mangel an Vasopressin-Rezeptoren im ventralen Palladium
auch für Autismus verantwortlich ist. Autisten haben ein gestörtes Verhältnis
zu anderen Menschen und können schwer Beziehungen aufbauen. "Probleme in
diesem System könnten für diese sozialen Defizite verantwortlich sein", glaubt
Young.

Weitere Chromosomen als Auslöser für Autismus entdeckt
Mediziner untersuchen Genom von 150 autistischen
Geschwistern
Wissenschaftler der Oxford University
http://www.ox.ac.uk/ und des
Londoner Institute of Psychiatry
http://www.iop.kcl.ac.uk/Main/ haben zwei neue Regionen auf den
Chromosomen 2 und 17 entdeckt, die möglicherweise für das Entstehen von
Autismus verantwortlich sind. Die Mediziner hatten das Genom von 150
Geschwisterpaaren untersucht, die an dieser Funktionsstörung des Gehirns
leiden. Dabei konnten sie auch die Ergebnisse vorangegangener Studien
bestätigen, bei denen Gensequenzen auf den Chromosomen 7 und 16 als Auslöser
für Autismus identifiziert worden waren.
Autismus ist eine Störung der Gehirnentwicklung, die bei etwa fünf von
10.000 Kindern und innerhalb der ersten drei Lebensjahre auftritt. Die Störung
ist unter anderem durch eine tiefgreifende Beziehungs- und
Kommunikationsunfähigkeit gekennzeichnet, die die Kinder unfähig macht, zu
anderen Personen, selbst zu den eigenen Eltern, ein normales Verhältnis
herzustellen. Jede Veränderung in ihrer Umwelt erregt die kleinen Patienten
sehr. Sie können nicht spielen oder benutzen ihr Spielzeug in immer gleicher,
oft zweckentfremdeter und stereotyper Art und Weise. Zudem bestehen sie
zwanghaft auf ganz bestimmte Ordnungen, sammeln exzessiv bestimmte Gegenstände
und wiederholen permanent dieselben Verhaltensweisen oder sprachlichen
Äußerungen.
Die intellektuelle Begabung autistischer Kinder ist sehr unterschiedlich
und reicht von geistiger Behinderung bis hin zu normaler Intelligenz. Dabei
zeigen die Kinder häufig besondere Begabungen, etwa im Rechnen, in technischen
Disziplinen oder in der Musik. Doch trotz umfangreicher Forschungsergebnisse
existiert bislang noch kein Erklärungsmodell, das vollständig und schlüssig
die Entstehungsursachen des frühkindlichen Autismus belegen kann.
http://www.autismus.de/

Autismus bei Kindern viermal höher als angenommen
Studie: 17 von 10.000 Kindern sind betroffen
Die Anzahl der Autismusfälle bei Kindern dürfte viermal höher sein als
bisher angenommen. Eine Studie von Forschern der Central Clinic und des
Institute of Psychiatry des Kings College http://www.iop.kcl.ac.uk/IoP/index.stm
hat zwischen Juli 1998 und Juni 1999 im englischen Staffordshire 15.000 Kinder
zwischen 2,5 und 6,5 Jahren auf Entwicklungsstörungen hin untersucht. Frühere
Studien gingen von vier bis sechs Erkrankungen auf 10.000 Kinder aus. Jetzt
zeigte sich, dass der Anteil viel eher bei 17 Fällen liegt. Journal of the
American Medical Association (JAMA) http://jama.ama-assn.org/issues/v285n24/rfull/joc10065.html
Bei den so genannten beherrschenden Entwicklungsstörungen, die den
Autismus-Kriterien nicht voll entsprechen, wie dem Asperger Syndrom oder dem
Rett Syndrom wurden rund 46 Erkrankungen auf je 10.000 Kinder festgestellt.
Beim Asperger Syndrom zeigen die Kinder zwar ein autistisches Verhalten, verfügen
aber über gute sprachliche Fähigkeiten. Beim Rett Syndrom verschwinden
bereits erlernte Fähigkeiten wie Gehen und Reden schrittweise wieder. Die
eingeschränkten methodologischen Möglichkeiten dieser Studie erlaubten es,
laut den Studienautoren Suniti Chakrabarti und Eric Fombonne, nicht, direkt
auf ein Ansteigen der Erkrankungen zu schließen. Die präsentierten Zahlen
erforderten jedoch weitere umfassende Tests.
David Potter, ein Sprecher der National Autistic Society, http://www.oneworld.org/autism_uk
erklärte gegenüber der BBC, es sei aufgrund des Fehlens einer zentralen
Datenbank schwierig, entsprechende Zahlen aufzuzeichnen. Ein Ansteigen der
Erkrankungen werde jedoch allgemein angenommen. "Wir sind von rund zehn
Erkrankungen auf 10.000 Kinder ausgegangen. Die Zahlen dieser neuen Studie
zeigen, dass für die lokalen Behörden Änderungen in ihren Planungen für
Autismus-Patienten notwendig werden."
