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Scheuch: Asylalltag überrollt Beamte

"Die Asylproblematik stellt Österreich an die Grenze des Machbaren - auch wenn die Asyllobby anderes behauptet! Die steigende Kriminalität von Flüchtlingen, der Ansturm an den Ostgrenzen und überfüllte Flüchtlingslager sind leider inzwischen zum Regelfall geworden und gefährden nicht nur die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung, sondern erschweren auch die Unterstützung der wirklich hilfsbedürftigen Asylwerber! Ministerin Prokop muss jetzt endlich darauf reagieren und die Gesetzeslage mit einem scharfen Asylgesetz an den traurigen Asylalltag anpassen", forderte FPÖ-Generalsekretär NAbg. DI Uwe Scheuch heute gegenüber dem Freiheitlichen Pressedienst.

Die Situation in diversen Flüchtlingsheimen oder Aussagen vieler betroffener Beamte im Vollzug würden laut Scheuch Bände sprechen. Österreichs Asylgesetz benötige rasch eine verbesserte Effizienz mit einer kürzeren Verfahrensdauer, um "schneller die Spreu vom Weizen trennen zu können. Jene kriminellen Elemente, die nur nach Österreich kommen, um an unserem Sozialsystem zu schmarotzen und nur durch Sozialmissbrauch und Verbrechensbegehung zu Geld kommen, müssen sofort abgeschoben werden! Mit "Asylbetrugsunternehmen" muss man kurzen Prozess machen", stellte der freiheitliche Generalsekretär fest. Nur so könne man die Unterstützung für ehrliche Asylwerber aufrechterhalten.

"Ich sehe es außerdem äußerst kritisch, wenn Beamte, die auf die schrecklichen Zustände im Asylsystem aufmerksam machen und Verbesserungsansätze liefern, von einer Disziplinaranzeige des Innenministeriums bedroht sind. Es darf doch wohl nicht wahr sein, dass man alles immer nur hinnehmen muss, ohne Missstände aufzeigen zu dürfen. Ein verschärftes Asylrecht würde nicht nur die Situation der Beamten im Vollzug, sondern auch den Status der ehrlichen ausländischen Mitbürger und die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung verbessern. Frau Ministerin Prokop, Sie sind unter Zugzwang!", meinte Uwe Scheuch abschließend.
 


 

Einem zu Asyl: Vernünftige Migrationspolitik ist notwendig

Wenn über Asyl gesprochen werde, dann sollte man auch über eine neue Migrationspolitik sprechen, denn Asyl "stellt lediglich ein Ventil dar", betonte SPÖ-Europasprecher Caspar Einem in der BSA-Veranstaltung "Aspekte der Asylpolitik in Österreich anhand der Causa Lorenz/Bürstmayr" am Dienstagabend. Bezugnehmend auf die lange Dauer der Asylverfahren plädierte Einem dafür, die Mitarbeiterzahl in beiden Instanzen zu erhöhen. Weiteres sprach sich Einem für eine EU-weite Vereinheitlichung des Asylgesetzes aus. An der Podiumsdiskussion nahmen weiters Georg Bürstmayr (Rechtsanwalt), Bernd-Christian Funk (Univ.Prof. am Institut f. Staatslehre/Uni Wien) und Michael Genner (Vorsitzender von Asyl in Not) teil.

"Wenn eine sehr rigide Einwanderungspolitik betrieben wird wie in Österreich, dann ist ein Asylantrag oft das einzige Mittel, um legal in ein Land zu kommen", erklärte Einem, auf die schwache Position der Arbeitsmigranten verweisend. Arbeitsmigranten müssten oft jahrelang auf eine Arbeitsbewilligung warten. "Ein Asylantrag ist dann das einzige Ticket, das sofort wirkt, weshalb Menschen zu dieser Lösung greifen", so Einem weiter. Um eine Zwangsvermischung von Migration und Asyl zu umgehen, müsste vor allem das Dumping am Arbeitsmarkt vermieden werden, wozu auch eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte notwendig sei.

Dass Zuwanderer sowohl aus demographischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive für Österreich notwendig seien, sei unbestritten, sagte Einem. "Doch es wird in Österreich keine erhöhte Bereitschaft für eine erhöhte Zuwanderung geben, solange eine erhöhte Arbeitslosigkeit gegeben ist." Um eine vernünftige Migrationspolitik etablieren zu können, müsste sich die Politik vermehrt um die bereits im Lande lebenden Menschen kümmern.

Auf die Frage, was sich asylpolitisch in den Jahren seit seiner Funktion als Innenminister (1995 bis 1997) geändert habe, hob Einem die Einführung des Unabhängigen Bundesasylsenats (UBAS) positiv hervor. Allerdings würde der UBAS über viel zu wenig Personal verfügen. Viele Menschen, die Asylanträge gestellt hätten, würden aufgrund des mühsamen, oft jahrelang dauernden Asylverfahrens einfach verschwinden, so Einem: "Und das ist auch beabsichtig." Nichts geändert habe sich hingegen bei der Fremdenpolizei, die unter harten Arbeitsbedingungen arbeiten müsse. "Durch den Druck, der auf sie ausgeübt wird, glauben sie, sich in einer äußerst feindseligen Umwelt zu befinden", erklärte Einem.

Eine EU-weite Vereinheitlichung des Asylrechts könne in Österreich nur zu Verbesserungen führen. "Ich halte es für vernünftig, ein gemeinsames europäisches Asylregime zu schaffen", zeigte sich Einem überzeugt. Allerdings komme es hierbei wiederum auf die Vollziehung an.

Asylanwalt Bürstmayr, der im letzten Jahr mit einer Strafanzeige wegen "Schlepperei" konfrontiert wurde, die nach 48 Stunden wieder zurückgezogen wurde, da die Auflistung der angeblichen Vergehen keinerlei Tatbestand erfüllte, erklärte, dass die derzeitige Verfahrensführung im Asylbereich von einem Abbau des Rechtsstaates zeuge. "Hier werden die Mindestmaßstäbe weit unterschritten. Es werden Menschen diskriminiert, weil sie lediglich einen Asylantrag stellen. Das halte ich für äußerst gefährlich." Kritik übte Bürstmayr auch an der Unterbesetzung des UBAS, wo es tausende unbearbeitete Fälle geben würde: "Wenn ich auf ein Berufungsverfahren über drei Jahre warten muss, dann ist das ein Zusammenbruch des Rechtsschutzes."

Wie Einem erklärte auch Funk, dass Menschen aufgrund der mangelhaften Migrationspolitik geradezu gezwungen werden, ihre Anliegen unter dem Titel "Asyl" durchzuführen. Um Asylmissbrauch zu vermeiden, sei eine erfolgsversprechende Migrationspolitik notwendig. Kritik übte Funk auch an der neoliberalen Wirtschafspolitik, die Entsolidarisierungseffekte im Sozialbereich mit sich bringe. "Es ist generell eine andere Akzentuierung notwendig." Nicht die Asylverfahren müssten perfektioniert werden, sondern es müsse zu einer Einstellungsänderung kommen, so Funk: "Die Bereitschaft, mit den Menschen mitzufühlen, muss gegeben werden. Es muss zuallererst erkannt werden, dass es diessen Menschen einfach dreckig geht."

Genner appellierte dafür, dass Österreich endlich Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention als solche anerkenne. "Es wurden auch traumatisierte Menschen mit Gutachten von Ärzten aus Traiskirchen einfach zurückgeschickt", zeigte sich Genner verärgert. Zudem seien manche Staaten, die im Mai vergangenen Jahres der EU beitraten, nicht über Nacht "plötzlich zu sicheren Drittstaaten" geworden, erklärte Genner, auf die Slowakei verweisend, die beispielsweise für Tschetschenen alles andere als sicher wäre.


 

Miklautsch zu Asylgesetz: Länder und Opposition in Diskussion aktiv eingebinden

Justizministerin Karin Miklautsch, Chefverhandlerin der FPÖ für die geplante Asylgesetznovelle, stellte heute Vormittag klar, dass es ihr ausdrücklicher Wunsch sei, sowohl die Landeshauptleute als auch die Opposition in die Gespräche über das neue Asylgesetz konstruktiv einzubinden. Mit der SPÖ wurden schon Vorgespräche geführt.

"Es geht um Österreich. Allen politischen Kräften in diesem Land muss ein schnelles und gerechtes Asylverfahren ein großes Anliegen sein. Jeder kritisiert zurecht die viel zu lange Bearbeitungszeit der Asylanträge. Ich lade alle Verantwortlichen in den Ländern und den politischen Parteien ein, konstruktiv mitzuwirken, um diesen Umstand der Vergangenheit angehören zu lassen", so Miklautsch.

Die Justizministerin will vor allem den Asylmissbrauch rigoros abstellen. Die sogenannten Scheinasylanten und Wirtschaftsflüchtlinge beanspruchten einen Gutteil der Bearbeitungsressourcen, was insgesamt zu einer erheblichen Verzögerung der Asylverfahren führte. Sie belasteten dadurch nicht nur die österreichischen Steuerzahler und förderten die Kriminalität im Lande, sondern seien auch zum Nachteil der Asylsuchenden im Sinne der Genfer Konvention, die wirklich Hilfe benötigten.

"Asyl nur jenen gewähren, die es wirklich brauchen - das muss unser Motto sein. Ich appelliere vor allem an die SPÖ, einen substantiellen Beitrag zur Verkürzung der auch von ihr kritisierten langen Verfahrensdauer zu leisten. Ich bin jederzeit zu Gesprächen bereit", schloss Miklautsch.


 

VP-Mayrhofer: Runder Tisch zu Asylantenheim

Die geplante Besiedelung eines Asylantenheimes in Jedlersdorf sorgt bei den AnrainerInnen für große Aufregung. "Ich kann die Ängste und Sorgen der betroffenen Bürger sehr gut verstehen und wir sollten diese auch ernst nehmen", meint dazu die Klubvorsitzende der ÖVP Floridsdorf, Andrea Mayrhofer, die bei der Diskussionsveranstaltung ebenfalls anwesend war.

Aus Sicht der ÖVP muss alles getan werden um ein friedliches Miteinander von Bezirksbürgern und Asylanten zu ermöglichen. "Dazu gehört für mich eine ausreichend personell besetzte Betreuung der Menschen, die kolportierten zwei Personen sind da bestimmt zuwenig", so Mayrhofer. Weiters fordert die Bezirks-ÖVP eine ständig erreichbare Ansprechperson, eine Art Ombudsmann, für die Anrainer, sofortige Integrationsmaßnahmen wie Deutschkurse für Erwachsene und Kinder sowie eine sozial verträgliche Aufteilung der Kinder auf Schulen und Kindergärten, so dass es nicht zu einer Überbelastung der umliegenden Institutionen mit nicht-deutschsprachigen Kindern kommt. Zusätzlich wird es notwendig sein die Beleuchtungssituation vor Ort zu verbessern sowie Verbesserungen betreffend die Infrastruktur zu setzen. All diese und weitere Maßnahmen müssen dann auch regelmäßig evaluiert werden, am besten bei einem regelmäßig stattfindenden runden Tisch, damit Probleme sofort aufgegriffen und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

"Wir werden aber nicht umhin können endlich das Asylgesetz zu verschärfen, da viel zu viele Asylwerber unter dem Deckmantel des Asylschutzes kriminelle Handlungen setzen. Hier ist die SPÖ gefordert auf Bundesebene diesem Verfassungsgesetz zuzustimmen, damit diejenigen, die wirklich Asyl benötigen dann auch bestmöglich betreut werden können", so Mayrhofer. Weiters fordert sie eine Beschleunigung der Asylverfahren.
 


 

"profil": Strafrechtliche Disziplinierung von Asylwerbern geplant

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wollte das Innenministerium über die bereits bekannt gewordenen Verschärfungen des Asylrechts hinaus Asylwerber auch strafrechtlich disziplinieren. So sollten Asylwerber, die sich über das behördliche Verbot, ein bestimmtes Bundesland zu verlassen, hinwegsetzen, beim ersten Mal noch mit einer Verwaltungsstrafe davonkommen. Ab der zweiten Übertretung sollte jedoch eine strafrechtliche Verurteilung drohen. Auch das Erschleichen von Visa hätte ursprünglich strafrechtlich geahndet werden sollen. Betroffen gewesen wären Menschen, die mit einem Touristenvisum einreisen, um in Österreich dann jedoch einer Arbeit nachzugehen. Mit beiden Vorhaben blitzte das Innenressort im Justizministerium vorerst ab.
 


 

Darabos zu Asylrecht: Erkenntnis des VfGH erfüllen

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos stellt im Zusammenhang mit dem geplanten neuen Asylgesetz klar, dass die SPÖ keine Zustimmung zu jenen Passagen geben wird, die dem Erkenntnis der Höchstrichter widersprechen. Eine Verhängung der Schubhaft, ohne dass neue Asylgründe nach einem bereits abgelehnten Asylantrag geprüft werden, ist für Darabos nicht vorstellbar, weil dies im Widerspruch zum Erkenntnis der Höchstrichter stehe. "Wir werden nicht sehenden Auges zusehen, wie abermals ein verfassungswidriges Asylgesetz beschlossen wird, das die Menschenrechte außer Acht lässt", so Darabos am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Sein Befremden drückt Darabos darüber aus, dass Innenministerin Prokop bereits einen Entwurf an die Länder ausgeschickt hat, mit der SPÖ aber noch immer keine Gespräche aufgenommen hat. "Die SPÖ ist bereit, sofort in Verhandlungen über die Reparatur des Asylgesetzes einzutreten", sagte Darabos, "allein zum Absegnen der Regierungsvorlage sind wird nicht zu haben".

Darabos fordert von Innenministerin Prokop die rasche personelle Aufstockung der drei Instanzen im Asylverfahren. "Keine Gesetzesreparatur führt daran vorbei, dass die Asylinstanzen mit den erforderlichen Ressourcen ausgestattet werden", so Darabos. Diese Grundvoraussetzung für faire, rasche und rechtsstaatlich einwandfreie Asylverfahren sei längst überfällig.


 

Asylgesetz: Partik-Pablè über Vorgehen Prokops befremdet

Mit Befremden reagierte heute FPÖ-Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pablè darauf, daß Innenministerin Liese Prokop den Entwurf zum Asylgesetz zuerst an die Länder aussandte, bevor er mit dem Koalitionspartner, FPÖ, durchgearbeitet wurde. Diese Vorgangsweise bezeichnete Partik-Pablè als nicht klug, denn dadurch entstehe in der Öffentlichkeit eine Diskussion und werde fortgeführt, bevor überhaupt noch ein übereinstimmender Entwurf vorliege.

Die Grüne Abgeordnete Stoisits preschte heute mit einer "Verteufelungsmeldung" in die Medien vor. Ihr müsse klargemacht werden, daß sie offensichtlich die Intention aller rechtsstaatlich denkenden Politiker nicht nachvollziehe, so Partik-Pablè. "Es muß endlich einmal klar sein, daß gegen jene, die das Asylgesetz missbrauchen, streng und rigoros vorgegangen wird und nur jene Asyl in Österreich bekommen, die wirklich Fluchtgründe nach der Genfer Konvention aufzuweisen haben. Für jene, die das Asylgesetz benutzen, aber in Wirklichkeit einwandern wollen, seien die Standards des Asylgesetzes nicht anzuwenden. Die Absicht der Regierung zur Herbeiführung einer Trennung zwischen Missbrauch und berechtigtem Anspruch sollte von allen mitvollzogen werden, so Partik-Pablè abschließend.
 


 

Gorbach: Taktische Asylanträge sind zu verhindern

"Es muss sichergestellt sein, dass verurteilte Ausländer so rasch wie möglich abgeschoben werden. Die bestehenden internationalen Übereinkommen zur Verbüßung der Haftstrafe im jeweiligen Vertragsstaat sind rasch zu vollziehen, was ein rechtskräftiges Strafurteil und daran anschließend ein fremdenpolizeiliches Verfahren voraussetzt" betont Vizekanzler Hubert Gorbach. "Auch die Abschiebung von kriminellen Asylwerbern ist eine langjährige freiheitliche Forderung, da diese Menschen ihr Gastrecht verwirkt haben. Seitens  der Fremdenpolizei ist deshalb schärfstens gegen taktische Asylanträge vorzugehen, weil derartige Anträgen unmittelbar vor Auslaufen einer Haftstrafe exorbitant  zugenommen haben", so Gorbach.

   Um der steigenden Bandenkriminalität nicht nur vor Weihnachten wirksam begegnen zu können, kann sich Gorbach die gesetzliche Verankerung eines mehrjährigen Einreiseverbotes für die Täter vorstellen sowie die Einführung von Fingerprints in den Reisepässen, wie dies in anderen europäischen Ländern bereits der Fall ist. Es seien außerdem prioritär internationale Übereinkommen mit denjenigen Ländern abzuschließen, deren Bürger in der Ausländerstatistik in den österreichischen Gefängnissen verstärkt vertreten sind, so Gorbach.

   "Geht man von einer Gesamtzahl von 8.799 der in Österreich derzeit einsitzenden Häftlingen aus, die sich aus 3.765 Ausländern und 2.100 verurteilten Häftlingen zusammensetzt und damit in Europa in Relation führend ist, ist akuter Handlungsbedarf gegeben, um die Sicherheit der Österreicher noch gewährleisten zu können", schloss Gorbach.


 

Posch: Regierung will mit Asylgesetznovelle Gesellschaft verunsichern

Wenn die FPÖ-Abgeordnete Partik-Pable in ihrer Rede eine Kette von Asyl über Bundesbetreuung hin zu Kriminalität und Drogenhandel herstelle, dann werde ersichtlich, wohin die Argumentation in der Aktuellen Stunde führen solle, kritisierte SPÖ-Menschenrechtssprecher Walter Posch am Donnerstag im Nationalrat. Posch betonte, dass es sowohl im Interesse der Asylwerber, als auch im Interesse Österreichs sein müsse, anständige Verfahren zu gewährleisten. "Dafür bedarf es aber auch der notwendigen finanziellen Ressourcen", sagte Posch. Besonderen Missbrauch, und zwar demokratischen Missbrauch, betreibe diese Regierung in den Fällen der Österreichischen Hochschülerschaft, beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger und bei der Nicht-Umsetzung der Ortstafelerkenntnis. "Das Ausländervolksbegehren, das 'Österreich zuerst', die Sager Jörg Haiders von den 'Blutsaugern der Demokratie' - diese Hetze, das ist demokratischer Missbrauch", sagte Posch.

        Posch verwies auf die Ambivalenz der freiheitlichen Politik, wenn Partik-Pable im Parlament vehement gegen Asylwerber und Ausländer argumentiere, während der FPÖ-Klubobmann Scheibner sich bei der Feier "25 Jahre islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich" hofieren lasse.

        Für den von den Freiheitlichen geprägten Begriff des "Kriminalitätstourismus" sei nur ein Verantwortlicher zu benennen:
der Innenminister. Posch hielt fest, dass in den letzten Jahren bei den Polizisten vehement eingespart worden sei, während die Kriminalitätsrate gestiegen und die Aufklärungsquote gesunken sei.

        Posch pflichtete dem Caritas-Präsidenten Küberl bei, der davon gesprochen hatte, dass die Asylrechtsnovelle nach einer schlechten Novelle rieche. Wenn nun der Vorschlag der Sicherungshaft auftauche, dann sei festzuhalten, dass es keinerlei Daten darüber gebe, wie viele Straftäter aus der Haft heraus einen Asylantrag stellen würden. "Das ist die Politik dieser Regierung: von Einzelfällen aus wird operiert. Mit dem Asylgesetz soll die Gesellschaft verunsichert werden; mit der Sicherungshaft sollen rechtsstaatliche Standards außer Kraft gesetzt werden", so die Kritik des SPÖ-Menschenrechtssprechers. Im Jahr 2004 habe es in Österreich 199.000 Tatverdächtige gegeben. "Davon waren 9.200 Flüchtlinge", hielt Posch abschließend fest.


 

Steinkellner: Beratungen über Verschärfung des Asylgesetzes beschleunigen

Für rasche Beratungen über die im Ministerrat zwischen Justizministerin Mag. Miklautsch und Innenminister Strasser vereinbarte Punktation zur Verschärfung des Asylgesetzes spricht sich der stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann Mag. Günther Steinkellner aus.

"Die Bürger erwarten, dass Österreich möglichst rasch die Regeln für die Asylwerber verschärft. Das trifft nicht die wirklich Hilfebedürftigen, sondern nur jene, die unter dem Deckmantel des Asylrechtes ihren oft sehr zwielichtigen Geschäften nachgehen wollen!", betonte Steinkellner.

Jedenfalls dürfe Minister Strasser nicht zuwarten, bis auch die SPÖ einmal bereit sei, einem schärferen Asylgesetz zuzustimmen. "Alles was die Regierungskoalition beschließen kann, um zu einem neuen Asylgesetz zu kommen, sollte möglichst rasch beschlossen werden. Bei der Verschärfung des Asylgesetzes braucht niemand die SPÖ. Die brauchen höchstens ein paar Weinbauern in der italienischen Toskana!", stellte FPÖ-Obmann Steinkellner zynisch fest.

Damit habe letztlich die SPÖ es zu verantworten, dass es bei der Behandlung der Asylanträge im Bundesasylsenat zu monate-, ja jahrelangen Verzögerungen kommt. "Dieser Partei scheinen die wirklich Hilfebedürftigen egal zu sein - ebenso die Sorgen der österreichischen Bevölkerung", so Steinkellner abschließend.
 


 

Asylverfahren ohne Rechtsschutz für Wiener Rechtsanwälte inakzeptabel

Meldungen über beabsichtigte Straffungen im Asylverfahren häufen sich. In Diskussion steht auch eine Ausschaltung des derzeit gegebenen Rechtszuges an den Verwaltungsgerichtshof, dessen Zuständigkeit durch eine Verfassungsbestimmung ausgeschaltet werden soll.

   Die Rechtsanwaltskammer Wien spricht sich vehement gegen diese Bestrebungen aus.

   Die Bemühungen zur Reformierung und Beschleunigung des Asylverfahrens selbst sind ausdrücklich zu unterstützen, vor allem was die Verhinderung von Asylmissbrauch und von Straftaten unter dem Deckmantel des Asyls anbelangt. Solche berechtigten Reformbestrebungen dürfen aber keinesfalls zulasten eines geordneten Rechtsschutzes und eines fairen Verfahrens gehen, besonders angesichts der ohnedies benachteiligten Minderheit der Asylsuchenden.

   Zu verstärken sind jedenfalls die Bemühungen zur Schaffung unabhängiger Verwaltungsgerichte in den Bundesländern, die derzeit vom Verwaltungsgerichtshof zu erfüllenden Rechtsschutz übernehmen und damit auch einen sinnvollen und sachgerechten Beitrag zur Entlastung des Verwaltungsgerichtshofes leisten könnten. Die Ausschaltung der Bescheidnachprüfung durch den Verwaltungsgerichtshof ohne gleichzeitige Anbietung praktikabler Alternativen (zB durch echte Verwaltungsgerichte) kann im Hinblick auf die Entscheidungskapazitäten des Verfassungsgerichtshofes nicht toleriert werden.
 


 

Strache: Vorsichtige Unterstützung für die Pläne von Innenminister Strasser bei Asylgesetzgebung!

Vorsichtige Unterstützung für die Pläne von Innenminsiter Strasser, wonach in Zukunft Asylwerbern in Österreich der Weg zum Verwaltungsgerichtshof versperrt werden solle, signalisierte heute der Landesparteiobmann der Wiener FPÖ, LAbg. GR Heinz-Christian Strache. Bei allen Vorschlägen Strassers sei von Haus aus Vorsicht geboten, da gerade im Bereich der Asylgesetzgebung in den letzten Jahren "viel Schindluder" betrieben worden sei.

Allein die Tatsache, daß man in den vergangenen Monaten "grüne Flecken auf der Landkarte" bestimmt hätte um Asylwerber da oder dort - ohne jegliche Perspektive für die ortsansässige Bevölkerung - unterzubringen zeige deutlich, daß im Innenministerium die Asylsituation völlig falsch beurteilt wurde.  Auch der massive Anstieg von Straftaten durch Asylwerber sei ein weiteres Indiz dafür, daß von Seiten Strassers einfach viel zu wenig Augenmerk auf die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher gelegt wurde.

Vor diesem Hintergrund forderte Strache einmal mehr eine umfassende Neubewertung der österreichischen Asylpolitik und auch die Zurückdrängung der NGO´s aus dem Menschenrechtsbeirat. Vereine bzw. Mitglieder von Vereinen, deren hauptsächliches Anliegen die Opposition gegen die Österreichische Bundesregierung sei, hätten in diesem wichtigen Kontrollorgan eigentlich nichts verloren. Hier wäre der Innenminister ebenfalls aufgefordert Handlungen zu setzen, so Strache abschließend.


 

Asyl: Kärnten hat Kündigung der 15a Vereinbarung vollzogen

Den Rücktritt Kärntens von der 15a Vereinbarung zur Grundversorgung von Asylanten hat Landeshauptmann Jörg Haider am Freitag allen Landeshauptleuten sowie dem Bundeskanzler mitgeteilt. Damit sei Kärnten unter Berufung auf die Wiener Vertragsrechtskonvention mit sofortiger Wirkung aus dem Vertrag zwischen Bund und Ländern ausgestiegen, betonte Haider heute, Samstag, vor Journalisten in Klagenfurt. Grund dafür sei, dass es seit Vertragsabschluss zu einem enormen Anstieg der Personen in der Grundversorgung durch die Aufnahme von Illegalen oder nicht hilfsbedürftigen Fremden gekommen sei. Kärnten sei nicht bereit, die damit entstandene massive budgetäre Belastung zu übernehmen, sagte Haider und sprach von einer Kostenverzehnfachung seit dem Jahr 2002. Zur von Innenminister Ernst Strasser geplanten Verschärfung des Asylgesetztes meinte der Landeshauptmann, dass diese zu begrüßen sei, Strassers vorgeschlagene Maßnahmen aber nicht ausreichend seien.

    Grundlage bei Vertragsabschluss seien 16.800 Personen in der Grundversorgung gewesen, erklärte Haider. Innerhalb weniger Monate sei diese Zahl jedoch auf rund 27.000 Personen angestiegen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass viele Illegale mit der Vereinbarung in die Legalität geführt worden seien. Massive Kritik übte er in diesem Zusammenhang am Wiener Bürgermeister Michael Häupl sowie an solchen freiwilligen Hilfsorganisationen, die Asylmissbrauch unterstützten. Beim Abschluss der Grundversorgungsvereinbarung sei klar hervorgegangen, dass nur Asylanten mit positivem Bescheid, Asylwerber in einem laufenden Asylverfahren sowie Flüchtlinge in Betreuung durch die Bundesländer von der Regelung erfasst werden sollten. Dies sei dem damaligen Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz, Tirols Herwig van Staa, auf Anfrage beim Innenministerium nochmals bestätigt worden. Van Staa sei in dieser Angelegenheit auch bereit, als "Zeuge" für das Land Kärnten aufzutreten, betonte Haider.

    Ein weiterer Grund Kärntens sei die enorme budgetäre Belastung durch den Anstieg an zu betreuenden Personen. Nach 670.000 Euro im Jahr 2002 habe man heuer bereits 6,5 Mio. Euro dafür aufwenden müssen, Berechnungen würden für die kommenden Jahre sogar 11,3 Mio. Euro prognostizieren. Obwohl es einen Rückgang von 24 Prozent bei den Asylwerbern gebe, steige die Zahl der zu Versorgenden, da immer mehr aus der Illegalität auftauchen würden. Haider sprach von rund 93.000 Untergetauchten in den letzten Jahren, deren Finanzierung sei eine "Vernichtung von Steuergeld". Für die Kündigung der Vereinbarung habe Kärnten somit eine "klare rechtliche und sehr gute Position", betonte er. Die übrigen Vertragspartner hätten nunmehr eine dreimonatige Einspruchsfrist, die von diesen wohl nicht genützt werde, wie der Landeshauptmann meinte.

    Die von Innenminister Strasser vorgeschlagene Verschärfung des Asylgesetztes bezeichnete Haider als nicht ausreichend. So sei beispielsweise die Abschaffung der dritten Instanz Verwaltungsgerichtshof bei Asylverfahren nicht zielführend. Vielmehr sollte das "Problemkind", der Unabhängige Bundesasylsenat (UBAS), abgeschafft werden. Dieser habe trotz seiner vielen Mitarbeiter und einem Kostenaufwand von Hunderten Mio. einen Rückstand von 23.000 Fällen. Die Agenden des UBAS sollten auf die "leistungsfähigen" Unabhängigen Verwaltungssenate der Länder aufgeteilt werden, anstatt sie dieser "Schläfertruppe" zu überlassen, die "Legionen von Scheinasylanten" produziere, so der Landeshauptmann.

    Ebenfalls forderte Haider, dass Beihilfe zu Asylmissbrauch unter Strafe gestellt werde und dass straffällig gewordene Asylanten sofort in sichere Drittstaaten abgeschoben würden. Auch sollten Erstaufnahmezentren an den Grenzen installiert werden, die ausschließlich Flüchtlingen im Sinne der Genfer Konvention aufnehmen sollten. Asylwerber sollten weiters eine klare Verpflichtung zur Identitätsklärung haben und Sozialleistungen sollten nach Erhalt des Asylbescheids nicht rückwirkend ausbezahlt werden. Neben einer Absage an die "großzügige Regelung" beim Familiennachzug forderte Haider vom Bund auch klar deklarierte Gründe für Asyl. Nur noch 14 bis 16 Prozent der Asylanten sind laut dem Landeshauptmann nämlich Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention.
 


 

Dringliche/Menschenrechte

Harsche Kritik an der Asylpolitik und an Innenminister Strasser übte SPÖ-Menschenrechtssprecher Walter Posch am Mittwoch im Nationalrat im Rahmen einer Dringlichen Anfrage. So habe Innenminister Strasser schon des öfteren versucht, den UBAS als ineffizient und langsam zu brandmarken, kritisierte Posch die von Strasser dargestellte Geringschätzung und Herabwürdigung dieser Behörde. Durch die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, Teile des Asylgesetzes wie das Neuerungsverbot wieder aufzuheben, hätte der Verfassungsgerichtshof die Rechtsstaatlichkeit wieder hergestellt, freute sich Posch: "Es geht hier um Menschenleben, die zur Debatte stehen." So wie Teile des Asylgesetzes wurden auch viele andere Gesetze wie das Zivildienstgesetz, das Personalvertretungsgesetz und das  Sicherheitspolizeigesetz wieder aufgehoben, erinnerte Posch an die fünfjährige Arbeit dieser Bundesregierung.  ****

        Der UBAS würde unter den ständigen Drohungen und Kontrollen, die von Innenminister Strasser ausgehen würden, leiden, kritisierte Posch. "Sie versuchen ständig, diese Behörde unter Druck zu setzen, obwohl der UBAS stark unterbesetzt ist." Man sei davon ausgegangen, dass es rund 5000 Fälle pro Jahr zu erledigen gäbe, aber inzwischen sei diese Summe auf 12.000 angewachsen. Posch: "Wenn man sich anschaut, wie viel Arbeit für eine Entscheidung notwendig ist, dann sorgen Sie mit ihrer Politik dafür, dass ein rechtsstaatlich angesehenes Verfahren entweder nicht durchgeführt werden kann, oder dass sich ein enormer Rückstau ergibt." Das sei bedenklich, weil Betroffene oft jahrelang auf die Entscheidungen warten müssten.

        Bezüglich der Ermittlungen gegen den Menschenrechtsanwalt Georg Bürstmayr erinnerte Posch, dass Bürstmayr vom Menschenrechtsbeirat mit großer Mehrheit zur Wiederbestellung als Vorsitzender dieser Kommission vorgeschlagen wurde. Die Aussage Strassers in dieser Causa wäre ein schwerer Affront gegen den Menschenrechtsbeirat gewesen und hätte seine Arbeit desavouiert, so Posch: "Der Menschenrechtsbeirat ist ein Gremium zur Kontolle der Verwaltung und Vollziehung und dadurch auch zur Sicherheit der Rechststaatlichkeit."


 

KISS: STOPP DER AUSBEUTUNG VON ILLEGAL BESCHÄFTIGTEN FREMDEN

EU-Fahrercard benötigt noch europaweit harmonisierte Strafbestimmungen

Wien, 30. Jänner 2002 (ÖVP-PK) Klare Worte fand ÖVP-Sicherheitssprecher Abg. Paul Kiss heute, Mittwoch, zum aktuellen sogenannten "Frächterskandal", der sich weit über die Grenzen Österreichs hinaus in die EU erstreckt und durch täglich neu auftauchende Missstände und Gesetzesverletzungen geradezu nach Maßnahmen schreit: "Der Ausbeutung von illegal beschäftigten Fremden muss ein Riegel vorgeschoben werden." Daher hat die ÖVP gemeinsam mit dem Regierungspartner FPÖ auch heute, Mittwoch, einen Dringlichen Antrag eingebracht, der im Plenum des Nationalrats diskutiert wird.
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"Nicht zuletzt mittels dieses Dringlichen Antrages an Innenminister Dr. Ernst Strasser werden ÖVP und FPÖ jetzt aktiv. Wir schlagen dem Innenminister vor, jene Strafbestimmungen des Fremdengesetzes zu verschärfen, die einer Ausbeutung von Menschen wie im gegenwärtigen Frächterskandal entgegenwirken können. Den Behörden und Gerichten müssen effiziente Mittel zur konsequenten Bekämpfung dieser Form der modernen Schlepperei in die Hand gegeben werden", betonte Kiss, der die Einführung der EU-Fahrercard zum Anlass nahm, sich für europaweit harmonisierte Strafbestimmungen auszusprechen.

Die EU kümmere sich zwar um die - schon sprichwörtlich gewordene - Krümmung der Gurken, Rechts- und Sicherheitsstandards für die Menschen zutiefst berührende Umstände, wie beispielsweise Atomkraftwerke oder eben die ausbeuterische Schlepperei, fehlen aber zum größten Teil, meinte Kiss. "Das muss sich ändern." Der ÖVP-Sicherheitssprecher gibt ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch Recht, wenn er als EU-Spitzengewerkschafter rasche Maßnahmen zur Behebung des Frächterskandals urgiert. "Gleichzeitig weiß ich mich aber auch eins mit der heimischen Wirtschaft, dass gegen die wenigen schwarzen Schafe drakonisch vorgegangen werden muss - in Österreich wie auch in der EU."

Kiss abschließend: "Fest steht, dass die Frächterbranche ein Strukturproblem hat. Verschärfte Kontrollen, die ÖVP und FPÖ parallel zu den verschärften Strafbestimmungen umsetzen werden, sollten nicht davon abschrecken, die dringend notwendige Strukturbereinigung der Frächterbranche anzugehen. Ich will, dass korrekte und gute Betriebe einen Nutzen aus unserer Initiative ziehen, schwarze Schafe aber auf Dauer aus diesem Bereich des Wirtschaftslebens verbannt werden."


Bundesbetreuung; Offener Brief an Strasser



Herrn Bundesminister für Inneres Dr. Ernst STRASSER Herrengasse 7 1014 Wien

Wien, 24. Dezember 2001

Sehr geehrter Herr Minister !

Wir haben Sie in einem per Email übermittelten Schreiben am 18. Dezember 2001 auf die Missstände in der Bundesbetreuung hingewiesen. Wir haben davor gewarnt, daß schutzsuchende Menschen, denen der Staat die Aufnahme verweigert, erfrieren könnten. Gleichlautende Schreiben, die Sie an Ihre Verantwortung erinnerten, haben Sie auch von anderen Nichtstaatlichen Organisationen, so dem Evangelischen Flüchtlingsdienst, und von einzelnen Persönlichkeiten erhalten.

Unsere Schreiben wurden von subalternen MitarbeiterInnen der Bürgerdienst- und Auskunftsstelle Ihres Hauses beantwortet. Zu unserem Erstaunen lesen wir in diesen Antwort-Mails, daß eine #generelle Aufnahme aller Antragsteller nicht möglich sei, daß aber immerhin #Alte, Kranke, Frauen oder Kinder# als #Grenz- oder Härtefälle# eingestuft werden könnten, für die Sie #humanitäre Lösungen zu erarbeiten versuchen#.

Wie gütig von Ihnen. Also nicht einmal für die am meisten Schutzbedürftigen, für Alte, Kranke, Frauen und Kinder, sehen Sie den # von der gesamten Zivilgesellschaft geforderten # Rechtsanspruch auf soziale Grundsicherung vor. Selbst diese verzweifelten Menschen sollen von der Gnade Ihrer Beamtenschaft abhängig sein.

Ihre PostbeantworterInnen behaupten auch, #im Sinne der gerechten Hilfeleistung# sei es #dem Bundesministerium für Inneres aber keinesfalls möglich, jener nicht unbeträchtlichen Anzahl von Personen Unterstützung einzuräumen, die mit unwahren oder unvollständigen Angaben # insbesondere zu ihrer Identität oder ihrer vorgegebenen Hilfsbedürftigkeit # versuchen, in die Bundesbetreuung zu gelangen.#

Glauben Sie wirklich, irgend jemand, der es gar nicht nötig hat, täuscht Hilfsbedürftigkeit vor, nur damit er ins Lager Traiskirchen kommen darf? Meinen Sie ernstlich, dort ist es so toll? Meinen Sie, jemand, der nicht hilfsbedürftig ist, möchte unbedingt dorthin?

Oder glauben Sie, die Tausenden, die alljährlich die kirchlichen Notquartiere bevölkern, weil ihnen die Bundesbetreuung verweigert wurde, schwimmen in Wirklichkeit im Geld? Oder was sonst stellen Sie sich vor, wenn jemand in Ihrem Auftrag so etwas schreibt?

Wissen Sie, wie oft in unserem Wartezimmer Menschen sitzen, die seit Tagen nichts gegessen haben und daß wir einen Teil unserer Spendengelder zur Soforthilfe für mittellose, hungernde und frierende Asylwerber verwenden?

Wissen Sie, daß wir schon die Rettung rufen mussten, als ein Flüchtling, der nicht in Bundesbetreuung war, in unserem Büro vor Hunger kollabierte? Wissen Sie, wie viele Flüchtlinge in Telefonzellen oder in Bahnhofsklos übernachten müssen, weil es nirgends sonst Platz für sie gibt?

Wissen Sie, warum Flüchtlinge ihre Identität nicht nachweisen können? Weil sie auf der Flucht ihre Papiere verloren haben; oder weil sie ihnen weggenommen wurden; oder weil sie im Krieg verbrannt sind; oder weil sie sie nicht mitnehmen konnten auf der Flucht und sie auch nicht nachschicken lassen können, weil Krieg ist und die Post nicht funktioniert.

Oder auch: weil sie immer noch Angst haben vor den Verfolgern und aus Angst nicht sagen, wer sie sind. Haben alle diese Menschen keinen Anspruch auf ein Dach über dem Kopf?

Wissen Sie, daß der Schutz der Menschenrechtskonvention absolut ist? Daß er auch #undokumentierte# Menschen schützt? Menschen, deren Identität nicht feststeht, weil ihnen der Fetzen Papier fehlt, der sie nach Meinung mancher Beamter erst zu Menschen macht? Die aber trotzdem den Hunger und den Frost genauso spüren wie jeder #dokumentierte# Mensch?

Wissen Sie, daß der Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung feststellt, daß #das Feststehen der Identität keine besondere gesetzliche Voraussetzung für die Gewährung von Abschiebungsschutz# ist (so etwa 99/20/0465-6 vom 25.11.1999, u.a.m.)?

Daß also auch #undokumentierte# Flüchtlinge nicht dorthin abgeschoben werden dürfen, wo ihnen Folter oder unmenschliche Behandlung droht?

Meinen Sie nicht, daß das Gleiche auch für die Aufnahme in die Bundesbetreuung zu gelten hat? Oder glauben Sie, die Verweigerung elementarster Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Wärme sei keine so schlimme Grundrechtsverletzung wie die Abschiebung in ein Folterland?

Herr Minister Strasser! Sie werden einsehen müssen, daß Flüchtlinge keine Bittsteller sind. Sondern Menschen, die nichts anderes verlangen als ihr selbstverständliches Recht.

Gemeinsam mit vielen anderen Nichtstaatlichen Organisationen, zusammengeschlossen in der Plattform #ÖsterREICH # für alle GLEICH#, fordert Asyl in Not: Gleiche Rechte für alle! Artikel 7 der Bundesverfassung soll lauten: #Alle Menschen, die in Österreich leben, sind vor dem Gesetz gleich #.

Das bedeutet auch den gleichen Rechtsanspruch aller Menschen in diesem Land auf eine ihren Bedürfnissen konforme soziale Grundsicherung.

Das Recht, zu leben, das Recht, nicht zu hungern und zu frieren, ist ein elementares Menschenrecht, über das auch Ihr Haus, Herr Minister Strasser, auf die Dauer sich nicht hinwegsetzen kann.

Frohe Weihnachten! Michael Genner, Asyl in Not Asyl in Not Unterstützungskomitee für politisch verfolgte Ausländerinnen und Ausländer Währingerstraße 59, 1090 Wien Tel.: (01) 408 42 10, Fax.: (01) 405 28 88 m.genner@asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org Spendenkonto: Bank Austria 698 035 557 Michael Genner (Geschäftsführer)
 


 

Petrovic: Charles Ofoedu heute morgen in Schubhaft genommen

Heute, um acht Uhr morgen, wurde der Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Charles Ofoedu verhaftet und in Schubhaft genommen. "Zu befürchten ist, daß Strasser einmal mehr nicht das Ende des höchstgerichtlichen Verfahrens abwarten und durch eine Abschiebung vollendete Tatsachen schaffen will", kritisiert die stv. Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic. Ofoedus Berufung gegen das gegen ihn ausgesprochene Aufenthaltsverbot wurde abgelehnt, die Frist für die Anrufung des Verwaltungsgerichtshofes ist aber noch nicht abgelaufen. Ofoedu hätte also noch das Recht eine Beschwerde gegen das Aufenthaltsverbot einzubringen und damit den weiteren Verbleib bis zur höchstgerichtlichen Entscheidung zu beantragen. Dieses Recht würde ihm abgeschnitten werden, wenn er kurzerhand abgeschoben werden würde. "Das ist eine flagrante Verletzung des Rechtsstaates", so Petrovic.

Schon kürzlich wurde Anthony O. vor dem Abschluß des höchstgerichtlichen Verfahrens im Schnellverfahren außer Landes gebracht", erinnert Petrovic. Trotz der Gefahr der Doppelbestrafung in Nigeria wurde ihm damit das Recht auf Schutz vor unmenschlicher Behandlung verweigert. Dasselbe würde bei einer Abschiebung auch für Charles Ofoedu gelten, so Petrovic.

 


Das Recht auf Asyl ist in Gefahr

Asyl in Not warnt vor den jüngsten Versuchen der Bundesregierung, das Asylrecht zu zerstören. Herrn Strassers Plan, Asylanträge bei den Botschaften zu verhindern, treibt Flüchtlinge - da ihnen der legale Weg versperrt wird - in die Hände der Schlepper. Aber auch diesen Weg will ihnen Herr Strasser durch Kampf gegen die Schlepper ("eine internationale kriminelle Organisation") verwehren. ("Standard" 25./26.10.2001).

Auf gut deutsch: Es soll gar niemand mehr nach Österreich kommen. Herr Strasser - von dem wir schon Besseres dachten und sagten - macht sich nun zum Vollstrecker der fremdenfeindlichen Politik der FPÖ.

Herr Strasser bringt vor, Asylanträge bei Botschaften seien "nicht im europäischen Gleichklang". Er sei daran erinnert, daß (wie "Der Standard" am 20./21.10.2001 berichtete) jedenfalls in den Botschaften der europäischen Länder Dänemark, Frankreich und der Schweiz Asylanträge gestellt werden können.

Es ist noch nicht lange her, daß Österreichs blauer Skandalbotschafter in Islamabad, Walter Howadt, afghanische Flüchtlinge von der Botschaft wegprügeln ließ. "Standard" und "Falter" berichteten. Das Außenamt hat unserer Forderung, Howadt (der im Handbuch des Rechtsextremismus genannt wird) aus dem Verkehr zu ziehen, bis heute keine Folge geleistet.

Ebenso wenig wurde den afghanischen Flüchtlingen in Pakistan, die den legalen Weg nach Österreich suchten, die sofortige Einreise gestattet, obwohl dies nach § 16 Asylgesetz vorgesehen ist.

Wie "Die Presse" vom 25.10. berichtet, hat das Bundesasylamt auf Weisung des Innenministeriums beschlossen, afghanischen Asylwerbern ab sofort keine Bescheide mehr auszustellen, sondern ihre Verfahren ruhen zu lassen, um den weiteren Verlauf des Krieges in Afghanistan abzuwarten.

Auch das ist skandalös, denn Asyl ist keine Gnade, sondern ein Recht. Wer die Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention erfüllt, dem ist Asyl zu gewähren, ohne abzuwarten, ohne wenn und aber. Wem im Falle seiner Abschiebung unmenschliche Behandlung droht, dem ist Abschiebungsschutz zu gewähren.

Das sind Rechte, die das Gesetz den Flüchtlingen einräumt. Der Asyl-Stopp des Anti-Asylamtes stellt daher eine Verhöhnung des Rechtsstaates dar.

Asyl in Not verlangt rasche, unbürokratische Asylverfahren. Wir erinnern daran, daß Innenminister Helmer 1956 die Weisung gab, allen Flüchtlingen aus Ungarn ohne besonderes Verfahren Asyl zu gewähren.

Österreichs guter Ruf als Asylland beruht nicht zuletzt auf seiner damaligen Haltung. Gleichermaßen ist heute mit Flüchtlingen aus Afghanistan umzugehen: Wer vor dem Terror der Taliban flieht, ist schutzbedürftig und schutzwürdig.

Österreich muß wieder Asylland werden. Die Menschenrechte müssen wieder gelten in diesem Land.



41% wollen keine zusätzlichen afghanischen Asylwerber
Sms-panel 1000! präsentiert aktuelle Meinung der ÖsterreicherInnen
 

Die aktuelle Repräsentativumfrage mittels des Mobile Research Tools "sms-panel 1000!" zeigt insgesamt eine eher reservierte Haltung gegenüber einer zusätzlichen Aufnahme von Asylanten aus Afghanistan. Europas erstes und bisher einziges sms-panel (http://www.marketingdata.at/mobileresearch.html), das repräsentative Meinungsumfragen mittels SMS durchführt, stellte die Frage:
 

"Soll Österreich zusätzliche (= mehr als bereits vorgesehene) Asylanten aus Afghanistan aufnehmen?"
 

41% antworteten mit "Nein", 26% der Respondenten wollen diese Aufnahme "nur teilweise". 16% befürworten diese Frage mit "Ja". Die restlichen 17% entfielen "auf weiß nicht" und "keine Angaben". Interessante Details der Studie: ältere Personen sind eher bereit zusätzliche Flüchtlinge aus diesem Teil der Welt aufzunehmen als junge. Regional ist man im Westen und Süden Österreichs weniger geneigt zusätzliche Asylwerber zu akzeptieren als im Osten (Wien, Niederösterreich).
 

Das sms-panel 1000! wird immer mehr für umgehend benötigte Meinungsumfragen eingesetzt, da Repräsentativergebnisse in ein bis zwei Tagen ausgewertet werden können. Der extrem hohe und kurzfristige Response wird durch die hohe Penetration des Fragemediums Handy (82%), sowie durch den Umstand, dass Antworten faktisch "immer" und von "überall" gegeben werden können, ermöglicht.
 

Zu sms-panel 1000!
sms-panel 1000! ist ein auf SMS basiertes Echtzeit-Marktforschungstool. Repräsentativ ausgewählte Respondenten beantworten im Rahmen von Befragungswellen die gestellten Fragen per SMS. Dank der vom Technologiepartner ucp (http://www.ucpag.com) entwickelten Lösung smx.XL sind Meinungsumfragen nun in annähender Echtzeit möglich.


Deutsch lernen, basta Von Eva Linsinger DER STANDARD - Kommentar am 04.10.2001

Kennen Sie einen ORF-Moderator oder Kommentator, dem man seine türkische Herkunft ansieht? Sind Sie schon einmal einem Post- oder sonstigen Beamten begegnet, der kein Österreicher ist? - Eben. So viel zum Stand der Integration von Ausländern in Österreich.

Der ist im Vergleich mit anderen Ländern, in denen Zuwanderern nicht nur Jobs am Bau oder als Taxifahrer, sondern echte Aufstiegsmöglichkeiten zugestanden werden, so beschämend niedrig, dass derartige Fragen gern als naiv oder weltfremd abgekanzelt werden. Ist doch die Xenophobie, Integration als Beschränkung für Zuwanderer zu definieren und nicht auch als Pflicht für Österreich, mittlerweile fast Konsens.

Dem entspricht auch die - weitgehend von rot-schwarzen Koalitionen geschaffene - Gesetzeslage. Ausländer haben nur sehr eingeschränkt Zugang zum kommunalen Wohnbau und zu Sozialleistungen. Ausländer haben kein passives Wahlrecht bei Betriebsratswahlen (obwohl das nicht EU-rechtskonform ist) oder in Interessenvertretungen und gar kein Wahlrecht bei anderen Wahlen. Das Ausländerbeschäftigungsgesetz ist eine Sammlung von Vorschriften, die einen freien Zugang zum Arbeitsmarkt verhindern. Der große Arbeitgeber Staat nimmt im öffentlichen Dienst auf Zuwanderer kaum Rücksicht.

All das sind Barrieren, die Integration erschweren. Ein "Integrationsvertrag", der diesen Namen auch verdient, hätte diese Integrationshindernisse zumindest thematisieren müssen. Statt dessen wurde mit den Deutschkursen eine weitere Pflicht für Zuwanderer eingeführt. So notwendig Sprachkenntnisse auch sind - Integration wäre mehr. Dass darüber nicht einmal nachgedacht wurde, ist auch Jörg Haiders "Verdienst". Seine Attacken gegen Zuwanderer und Asylanten waren erfolgreich.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 18:47:38
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