Deutsche Forscher
entdecken überraschend Galaxienhaufen
Neun Milliarden Lichtjahre entfernt, hundert Bio.
Mal größer als die Sonne
Deutsche Astronomen haben in der unvorstellbar
großen Entfernung von neun Mrd. Lichtjahren ein riesiges
Galaxiensystem entdeckt. Astronomen des Max-Planck-Instituts für
extraterrestrische Physik (MPE)
http://www.mpe.mpg.de konnten in Zusammenarbeit mit einem
internationalen Forscherteam unter Einsatz der größten optischen
Teleskope und Röntgensatelliten den bisher am weitesten entfernten
massereichen Galaxienhaufen orten. Das enorme Galaxiensystem ist
mehrere hundert Bio. Mal größer als die Sonne und befindet sich in
einer Entfernung von umgerechnet 85.100.000.000.000.000.000.000
Kilometer.
http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen
Aufmerksam wurden die Forscher auf den Galaxienhaufen durch eine
schwach messbare, geringfügige Ausstrahlung von Röntgenlicht, welche
sie mit Hilfe des weltweit größten Röntgenobservatoriums XMM-Newton
wahrnehmen konnten. Die von der Galaxie ausgesandte Strahlung ist so
gering, dass das menschliche Augen beim Anblick einer am Mond
platzierten Glühbirne ungefähr dieselben Lichtteilchen wahrnehmen
würden. Durch optische Beobachtungen mit Hilfe des 8,2 Meter breiten
Very Large Telescope (VLT) des European Southern Observatorys (ESO)
http://www.eso.org
konnten die Forscher in weiterer Folge anhand der Lichtlaufzeit
die Entfernung der Galaxie festlegen.
Die Forscher erhoffen sich durch die Entdeckung des Galaxienhaufens
vor allem neue Einsichten in die bislang noch sehr umstrittene Frage
der Strukturentstehung- und -entwicklung des Universums zu erlangen.
"Durch das Einfangen des Lichts des Galaxienhaufens, das seit neun
Mrd. Jahren auf dem Weg zu uns ist, sehen wir ein Bild des
Universums im Jugendalter, zu einem Zeitpunkt, als es weniger als
fünf Mrd. Jahre alt war. Der Anzahl und dem Verteilungsmuster der
Galaxien können wir Auskunft über die Entwicklung des gesamten
Universums entnehmen", erklärt Chris Mullis von der Universität
Michigan
http://www.umich.edu ."Die Ergebnisse unserer systematischen
Suche und der weiterer zukünftiger Experimente auf diesem Gebiet
werden letztendlich die fundamentalen Parameter unseres Universums
stark eingrenzen", resümiert Hans Böhringer vom MPE.
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Extremste Sonnenaktivität
seit 8.000 Jahren
Forscher sehen engen Zusammenhang mit Erdklima
Seit über 8.000 Jahren ist die Sonne nicht mehr so
aktiv wie in den vergangenen 60 Jahren. Zu diesem Schluss kommt ein
internationales Forscherteam, das den historischen Verlauf der
Sonnenaktivität rekonstruiert hat und dabei auch den Rückgang dieser
Aktivität in wenigen Jahrzehnten prognostiziert. Das berichtet das
Forscherteam aus Deutschland, Finnland und der Schweiz in der jüngsten
Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature"
http://www.nature.com
.
Die Aktivität der Sonne im Verlauf der letzten 11.400 Jahre, also zurück
bis zum Ende der letzten Eiszeit, hat die Forschergruppe um Sami Solanki
vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung durch Isotopenanalyse
von Jahrtausende alten Bäumen und Polareis rekonstruiert. In der
Erdgeschichte müsse man über 8.000 Jahre zurückgehen, um einen Zeitraum
zu finden, in dem die Sonne im Mittel ebenso aktiv war. Dies bedeutet,
dass sie mehr dunkle Sonnenflecken, aber auch mehr Eruptionen und
Gasausbrüche als in der Vergangenheit zeigt. Ursache und Energiequelle
für alle diese Phänomene ist das Magnetfeld der Sonne. Aus dem Vergleich
mit früheren Perioden mit hoher Sonnenaktivität sagen die Forscher
voraus, dass die gegenwärtig hohe Aktivität wahrscheinlich nur noch
wenige Jahrzehnte andauern wird.
Auch die Helligkeit der Sonne schwankt leicht mit der Sonnenaktivität.
Daraus ergibt sich, dass die Sonne heute etwas heller scheint als in den
8.000 Jahren zuvor. Ob dieser Effekt einen wesentlichen Beitrag zur
globalen Erwärmung des Erdklimas im vergangenen Jahrhundert geleistet
haben könnte, bleibt für die Forscher allerdings eine offene Frage.
Solanki weist jedoch darauf hin, dass die Sonnenaktivität seit etwa 1980
auf ungefähr konstantem Niveau verharrt, während die Temperatur auf der
Erde in diesem Zeitraum einen starken Anstieg erfahren hat. Allerdings
zeigt der ähnliche Verlauf von Erdtemperatur und Sonnenaktivität während
der letzten Jahrhunderte, mit Ausnahme der vergangenen 20 Jahre, dass
der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Erdklima weiterer
Erforschung bedarf, berichtet das Max Planck-Institut
http://www.mpg.de .
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Sonnensensor für
Galileo geht in Produktion
Produkt für synchrone Ausrichtung der Satelliten
zuständig
Die Elektronik-Firma Silicon Sensor
http://www.silicon-sensor.de hat heute, Montag, den
Produktionsstart des Sonnensensors für das europäische
Satellitennavigationssystem Galileo bekannt gegeben. Der
hochkomplizierte Sensor dient nach Angaben des Unternehmens der
synchronen Ausrichtung der 30 eingesetzten Satelliten. Die bei der
Silicon Sensor GmbH hergestellten Sonnensensoren sollen bei der
Tochterfirma Lewicki Microelectronik in eigens entwickelten und
produzierten, komplexen und hochzuverlässigen Hybridschaltungen
weiterverwendet werden.
Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo stellt einen
präzisen weltweiten Positionsbestimmungsdienst bereit und steht
unter ziviler Kontrolle. Durch die Standardnutzung dualer Frequenzen
soll Galileo in Echtzeit Positionsbestimmungen mit einer Genauigkeit
im Meterbereich liefern. Das Navigationssystem wird vor allem für
sicherheitskritische Anwendungen wie im Zugverkehr, der Steuerung
von Personenkraftwagen und der Landung von Flugzeugen eingesetzt
werden. Galileo soll im Jahr 2008 startbereit sein (vgl.
http://www.pte.at/pte.mc?pte=030527008 ). |

Leben im Kosmos weit verbreitet?
Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Astronomen im Universum
Planeten finden, die der Erde gleichen. Außerhalb unseres Sonnensystems
haben sie mit neuen Methoden bereits 130 bisher unbekannte Planeten
aufgespürt. Das berichtet das Entdecker- und Reportagemagazin NATIONAL
GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner Dezember-Ausgabe (EVT 22.11.2004). "Wir
stehen kurz davor, Systeme wie unser eigenes im All sehen zu können", sagt
Debra Fischer von der San Francisco State-Universität. "Unser Planet ist
nichts Besonderes, das Leben im Kosmos ist womöglich weit verbreitet", fügt
Michael Meyer, Astronom der Universität Arizona hinzu.
Immer präzisere Teleskope mit ausgefeilten Spiegelsystemen, die auf der
Erde oder im All stationiert werden, sollen die Astronomen unterstützen,
einen Beweis für Leben außerhalb der Erde zu finden. Die größte Hoffnung
setzen die Astronomen dabei auf den Einsatz des "Kepler-Teleskops", das 2007
im Weltraum stationiert werden soll. Mit diesem Teleskop kann im ersten
Schritt die Suche nach erdgroßen Planeten räumlich eingegrenzt werden. 2014
soll dann der "Terrestrial Planet Finder" die Suche der Kepler-Mission
fortsetzen und Anzeichen für eine lebensfreundliche Umgebung finden. "TFP"
soll erkennen, ob eine Atmosphäre reich an Sauerstoff oder Ozon ist. Das
wäre dann der erste Beweis für Leben außerhalb unserer Erde.

Diamanten-Stern fasziniert Forscher
Größter Edelstein Lucy 50 Lichtjahre von der Erde entfernt
Der größte Diamant der Welt heißt Lucy, er wurde am
Valentinstag 2004 entdeckt. Es handelt sich um einen Stern in der
Konstellation Centaurus, der etwa 50 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt,
berichten Forscher des Harvard Smithsonian Center of Astrophysics
http://cfa-www.harvard.edu . Lucy wiegt zehn Mrd. Billionen Billionen
Karat (eine Eins mit 34 Nullen dahinter).
Der kosmische Edelstein besteht aus Kohlenstoff und ist nach Ansicht der
Forscher das Herzstück eines ehemals großen Sterns ähnlich unserer Sonne, der
in sich zusammengeschmolzen ist. Die amerikanischen Astronomen haben ihn nach
dem Beatles-Song "Lucy in the Sky with Diamonds" kurz Lucy getauft. Lucy
schlägt alle bisher bekannten Diamanten um Längen: der 530 Karat schwere "Star
of Africa", der von einem 3.100 Karat schweren Diamanten geschnitten wurde,
gilt als der größte Schmuckstein vom größten Diamanten der Welt. Der "Star of
Africa" gehört dem britischen Königshaus.
Der kosmische Diamant mit dem wissenschaftlichen Namen BPM 37093 ist
eigentlich ein kristalliner weißer Zwergstern (White dwarf). Das bedeutet,
dass Lucy ein Übrigbleibsel eines größeren Stern ist, der ausgebrannt ist. Er
besteht aus Kohlenstoff mit einer dünnen Schicht Wasserstoff und Heliumgasen.
Die Experten, die Lucy beobachten sehen auch für unsere Sonne eine ähnliche
Zukunft voraus: in fünf Mrd. Jahren wird auch sie zu einem Weißen Zwerg und
nach weiteren zwei Mrd. Jahren wird sie wie Lucy zu einem Diamanten.

NASA veröffentlicht 3D-Landkarten
Vollständige Erfassung der Erde noch in diesem Jahr
Das Jet Propulsion Laboratory (JPL)der US-Raumfahrtbehörde NASA
http://www.nasa.gov hat neue
3D-Landkarten der USA veröffentlicht. Die topographischen Daten in
High-Res-Qualität stammen von der Shuttle Radar Topgraphy Mission (SRTM) der
Endeavour im Februar 2000. Die animierten Bilder von Kalifornien sind laut
Projektleiter Michael Kobrick nur ein Baustein für die dreidimensionale
Erfassung der ganzen Welt. Einsatzgebiete der Karten sehen die Entwickler in
Erdbebenstudien, in der Flutkontrolle, im Transportwesen und in der
Stadtplanung.
Für vom Pentagon genehmigte wissenschaftliche Arbeiten stehen digitale
Bilddaten mit Aufnahmen im 30 Meter Abstand zur Verfügung. Die Öffentlichkeit
hat Zugriff auf Bilder mit einem Aufnahmeabstand von 90 Metern. Noch in diesem
Frühjahr soll sich die Datenmenge auf zwölf Terabyte belaufen, umgerechnet
bedeutet dies rund eine Billion Aufnahmen. 80 Prozent der Landmasse zwischen
60 Grad nördlich und 56 Grad südlich des Äquators werden zu diesem Zeitpunkt
bildlich festgehalten sein. In dieser Region leben 95 Prozent der Bevölkerung.
Herzstück der nun veröffentlichten 3D-Kartenwerks ist Kalifornien,
dargestellt als farblich schattierte Reliefkarte. Für die Aufnahmen wurden dem
Space Shuttle Endeavour zwei 60 Meter lange Radarantennen montiert. Um die
Höhenunterschiede zu verdeutlichen, wurden niedrigere Regionen in Blau- und
Grüntönen gehalten. Höchste Ebenen spiegeln sich in gelber, blauer und grüner
Farbe wider. Sind die Daten vollständig erhoben, werden diese zum
Qualitätscheck an das National Imaging and Mapping Agency (NIMA) geschickt.
Kopien gehen an das US-EROS-Datencenter, wo die Karten archiviert und
vertrieben werden.

Astronomiehistorisches Kolloquium an der Kuffner Sternwarte
Heute, Freitag, von 14-19 Uhr an der Kuffner Sternwarte (16., Johann
Staud-Straße 10) ein astronomiehistorisches Kolloquium statt. Alle
InteressentInnen und Freunde der Wissenschaftgeschichte sind dazu herzlich
eingeladen. Neben den Beiträgen werden zwei neue, in Zusammenarbeit mit der
Kuffner-Sternwarte ( www.kuffner.ac.at/ ) herausgegebene Publikationen
präsentiert. Es sind dies das Heft "Sterne über dem Nil" von Dieter B.
Herrmann sowie der Tagungsband "Astronomie von Olbers bis Schwarzschild" des
Arbeitskreises für Astronomiegeschichte der Astronomischen Gesellschaft.
Tagungsbeitrag: frei
Programm:
o 14.00: Begrüßung o 14.15: "Mensch im Kosmos - Vision und Realität im Ablauf
von
Jahrhunderten"
Jürgen Hamel o 15.15: "Astronomie von Olbers bis Schwarzschild -
Buchpräsentation"
Jürgen Hamel, Peter Habison o 15.30:"Die Sternwarte des Bierbrauers Moriz von
Kuffner"
Peter Habison o 16.30: Kaffeepause o 17.00:"Sterne über dem Nil - Vortrag mit
anschließender
Buchpräsentation"
Dieter B. Herrmann o 18.00:"Datierung einer ägyptischen Klepsydra aus Ephesos"
Maria G. Firneis o 18.30: Schlussworte

Sonnenfinsternis in Afrika und im Internet
Diesen Donnerstag: Fünf Minuten Dunkelheit
Diesen Donnerstag, am 21. Juni 2001, wird die erste totale Sonnenfinsternis
des neuen Jahrtausends stattfinden. Sie wird mit einer maximalen Dauer von
fast fünf Minuten eine der längeren ihrer Art sein. Zu beobachten ist sie im
südlichen Afrika. Die Totalitätszone verläuft durch fünf Länder: Angola,
Sambia, Simbabwe, Mocambique und Madagaskar.
Die Zentrallinie der Finsternis verläuft grösstenteils über dem Meer.
Sie beginnt vor der Küste Brasiliens im Atlantik. Auch der Punkt der grössten
Verfinsterung und längsten Dauer liegt mitten im Atlantik. Am Nachmittag
erreicht die Finsternis dann die Küste Angolas. Aufgrund dieses Verlaufs kann
die Finsternis von Land aus nur in den Nachmittags- und Abendstunden
beobachtet werden.
Gleichentags wird auf der südlichen Halbkugel der astronomische Winter
anfangen. Zu dieser Jahreszeit herrscht im südlichen Afrika Trockenzeit, der
Juni ist in der Regel praktisch niederschlagsfrei und der Himmel selten bewölkt.
Zahlreiche Reiseveranstalter bieten Reisen an zu diesem Himmelsspektakel,
viele Hotels sind ausgebucht. Grössere Städte bieten den Touristen neben dem
Naturschauspiel zahlreiche weitere Festivitäten. In Lusaka, der Hauptstadt
Sambias, findet beispielsweise ein zehntägiges Festival statt mit Musik,
Performances und Modeschau.
Angola, Madagaskar und Sambia haben eigene offizielle
Sonnen-Finsternis-Websites. http://www.eclipse.ao
http://www.madagascar-eclipse2001.com
http://www.eclipse.com.zm
eingerichtet.
Wer die Sonnenfinsternis live erleben will, kann dies dank Internet tun.
Die Site http://www.live-eclipse.org/eng
überträgt das Spektakel live von Sambia, Simbabwe und Madagaskar aus.

Im All gelten veraltete Gesetze
Internationales Kolloquium zum Weltraumrecht
Die intensive Nutzung des Weltraums zeigt immer deutlicher, dass das
internationale Weltraumrecht veraltet ist. Deshalb veranstalten das Institut für
Luft- und Weltraumrecht der Universität Köln http://www.uni-koeln.de/jur-fak/instluft/geschinst6.html
und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) http://www.dlr.de
ein internationales Kolloquium zum Weltraumrecht. Im Kölner Maternushaus geht
es von Dienstag bis Donnerstag vor allem um die kommerzielle und
privatwirtschaftliche Weltraumnutzung. http://www.uni-koeln.de/jur-fak/instluft/proj2001/programme.html
Die beiden Institutionen führen in Zusammenarbeit mit sechs
internationalen Expertengruppen seit vier Jahren ein Projekt zur
Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen des Weltraumrechts durch. Dessen
wichtigste Verträge und Konventionen wurden während der 60er und 70er Jahre
ausgehandelt. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden im Kolloquium
vorgestellt und diskutiert.
Einer der Höhepunkte des Kolloquiums soll die Diskussionsrunde unter dem
Vorsitz des Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs zur Harmonisierung
und zukünftigen Entwicklung des Weltraumrechts sein. Mehr als 100 führende
Juristen des In- und Auslands sowie Teilnehmer aus Raumfahrtagenturen und der
internationalen Wirtschaft werden erwartet.

Sonnensegel als Antrieb im Weltraum
Russland und USA arbeiten bei Technologietest zusammen
- Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika bereiten gemeinsam den
Einsatz von Sonnen-Segeln als Antrieb für Weltraumfahrzeuge vor. In den
nächsten Wochen soll auf der russischen Rakete Volna eine
Sonnensegel-Technologie der US-Planetary Society
http://www.planetary.org/
getestet werden. Wie der Nachrichtendienst VDI
http://www.vdi-nachrichten.com/ meldet, soll der erste Flug unterhalb der
Erdumlaufbahn rund 30 Minuten dauern.
An der "Cosmos 1"-Mission sollen das Russische Babakin Weltraum Zentrum und
das Makeev Rocket Design Bureau beteiligt sein. Sollte der Test erfolgreich
verlaufen, könnte ein Flug auf der Erdumlaufbahn an Bord der "Volna" noch in
diesem Jahr erfolgen. Im Hintergrund steht der Wunsch, einen
sonnenenergie-betriebenen Antrieb für Weltraumflüge zu entwickeln. Die
Forscher hoffen mit dieser Technologie zehn mal schneller zu fliegen als mit
der bisher raketen-getriebenen Antriebskraft.
Wie der wissenschaftliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für
Astrophysik in München Garching Herbert Scheingraber gegenüber
pressetext.deutschland sagte, stellen sich bei der Sonnensegel-Technologie
noch zahlreiche Probleme. So sei die nötige Antriebskraft nur mit sehr großen
Sonnensegelflächen zu erreichen, was die Störanfälligkeit durch Meteoriten und
Weltraummüll erheblich steigere. Außerdem nehmen die Gravitationkräfte der
Sonne zu, je mehr Energie aus ihrem Licht gezogen werden könne. Es müsse Kraft
aufgewendet werden, um die Gravitation zu überwinden. Des Weiteren würde das
Material der Sonnensegel durch den Dauerbeschuss der energiereichen Teilchen
mürbe.
Die Sonnensegel der "Cosmos 1"-Mission bestehen aus Mylar-Polyester, einer
Kunststoff-Folien-Faser, die nach Aussage von Scheingraber zäh und belastbar
sein soll. An der neuen Technologie sind die NASA, die ESA und andere
Weltraumorganisationen interessiert. Die acht Segel haben insgesamt eine
Oberfläche von 600 Quadratmetern.

Erde des Mars soll analysiert werden
Wissenschaftler entwickeln gentechnisch-veränderte Pflanzen
- Gentechnisch-veränderte Pflanzen sollen den Weg zum Terraforming des Mars
ebnen. Als Terraforming wird die Anpassung der atmosphärischen Gegebenheiten
eines Planeten an die Lebensbedingungen des Menschen bezeichnet. Amerikanische
Forscher der University of Florida
http://www.ufl.edu/ bereiten derzeit Pflanzen vor, die in sechs Jahren auf
den Mars transportiert und dort angepflanzt werden sollen.
Die Pflanzen werden mit einem so genannten Reporter-Gen ausgestattet. Dank
dieses Gens reagieren die Pflanzen auf lebensfeindliche Bedingungen mit einem
fluoreszierenden Leuchten. So soll eine der Pflanzen auf Schwermetalle im
Boden mit einer bestimmten Farbe reagieren. Eine andere beginne zu leuchten,
wenn sie auf Peroxyde trifft.
Die Pflanzen sollen 2007 an Bord der Raumsonde wachsen, die bei einer von
der NASA geplanten Mission zum Mars fliegen wird. Der Boden des
Minigewächshauses soll auf dem Rückflug aus Marserde bestehen, die zuvor von
einem Roboterarm in das Mini-Gewächshaus gehoben wurde. Ausgehend von der
Reaktion der Pflanzen wollen die Forscher andere Pflanzen gentechnisch so
verändern, dass sie den Lebensbedingungen auf dem Mars angepasst sind. Mit
solchen Pflanzen könnte dann das Terraforming des Mars eingeleitet werden.

Großes Rätsel der Astronomie steht vor Aufklärung
Forscherteam findet Dunkle Materie in der Umgebung unserer
Milchstrasse
Ein britisch-amerikanisches Forscherteam ist der Lösung eines Jahrzehnte
alten astronomischen Rätsels einen Schritt näher gekommen. Wie die
Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Science"
http://www.sciencemag.org
berichten, fanden sie in einem dunklen, vermeintlich leeren Abschnitt des
südlichen Himmels 38 bisher unerkannte ausgekühlte Sternleichen, so genannte
Weiße Zwerge. Damit befindet sich rund um unsere Galaxie, der Milchstraße,
deutlich mehr der mysteriösen Dunklen Materie als bisher nachgewiesen werden
konnte.
Seit knapp 70 Jahren suchen Astronomen weltweit nach dieser mysteriösen
Masse. Nach den geltenden Gesetzen der Physik ist diese nötig, um das
beobachtete Verhalten der spiralförmigen Galaxien zu erklären. Ohne diese
Dunkle Materie wäre diese Spiralform nicht stabil und jede Galaxie würde in
die Weiten des Alls auseinander driften. "Wir fanden die bisher unentdeckte
Sternpopulation in der Halo unserer Galaxie", sagt Ben Oppenheimer von der
University of California
http://www.berkeley.edu/ in Berkeley. Da sich diese massenreichen Weißen
Zwerge in einem sehr kleinen Bereich befinden, vermuten die Wissenschaftler,
dass sich sehr viel mehr dieser ausgebrannten Sterne rund um unsere
Milchstraße befinden. Aufsummiert könnten diese Objekte so mindestens drei und
maximal 35 Prozent der gesuchten Dunklen Materie ausmachen.
Bisher gehen die Wissenschaftler von zwei Theorien aus. In der ersten
tragen bisher unbekannte exotische Elementarteilchen die fehlende Masse. Diese
so genannten WIMPs seien nur deshalb nicht nachweisbar, weil sie kaum
Auswirkungen auf die uns bekannte Materie hätten. Die zweite Theorie, die mit
dieser neuen Entdeckung von Weißen Zwergen stark gestützt wird, sagt voraus,
dass etwa 95 Prozent aller Materie kein Licht mehr abgibt und daher unsichtbar
sei. Nur über den Einfluss ihrer Massen auf die Schwerkraftfelder in einer
Galaxie seien sie nachweisbar. "Diese Ergebnisse geben auch Aufschluss über
die Entstehungsgeschichte unserer Galaxie, vermutlich sogar auf die Zeit,
bevor sich die spiralförmige Scheibe bildete", beurteilt Didier Saumon von der
Vanderbilt University
http://www.vanderbilt.edu/ in Nashville die Entdeckung. Denn die Forscher
schätzen das Alter der entdeckten Weißen Zwerge auf zehn bis 13 Milliarden
Jahre, der Geburtszeit unserer Galaxie

Zukünftige Marsroboter sehen mit Spinnenaugen
Techniker entwickeln effektivere Kameras nach dem Vorbild
der Natur
Oliver Landolt, Ania Mitros und Kollegen vom California Institute of
Technology
http://www.caltech.edu/ haben mit Blick auf die Natur einen Bildsensor
entwickelt, der bei gleicher Schärfeleistung deutlich leichter und kleiner ist
als bisher. Was Biologen lange bekannt ist - die Netzhaut tropischer
Springspinnen federt im Auge hin und her und lässt sie dadurch schärfer sehen
-, konnten die Robotik-Experten erstmals technisch umsetzen. Die schwingenden
Bildsensoren benötigen weniger Platz, weniger Rechenkapazität und damit auch
weniger Strom, berichtet das Magazin "New Scientist"
http://www.newscientist.com. In künftigen Marsrobotern ließen sich damit
die Batterien deutlich kleiner halten, so die Forscher. Das Team präsentierte
seine Entwicklung auf der "Advanced Research in Very Large Scale
Integration"-Konferenz in Salt Lake City, Utah.
Photosensoren auf einem Mikrochip liefern Robotern das Bild ihrer Umgebung.
Typische Chips mit 256x256 winzigen Sensor verwandelt Helligkeit in ein
elektronisches Signal und ergeben ebensoviele Bildpunkte. Die riesigen
DAtenmengen pro Sekunde erfordern große Rechenkapazitäten. Landolts Team
hingegen nutzte einen Mikrochip mit nur 32x32 Sensoren und hängte davor eine
Linse federnd auf.
Bei Erschütterung vibriert die Linse mit rund 300 Hertz in ihrer Ebene, mit
stets gleichbleibendem Abstand zum Chip. Das Bild bleibt immer fokussiert,
doch erhält jeder Photosensor durch die Schwingungen der Linse nicht nur
Helligkeitsinformationen über einen einzelnen Punkt, sondern über eine kleine
Ellipse. Er deckt somit eine größere Fläche ab und "sieht" auch
Helligkeitsverläufe. Ein Signalprozessor, der die Frequenz und Position der
Federn kennt, errechnet aus dem Strom der digitalen Signale die
Bildinformationen. Das so entstehende Bild erreicht in etwa die gleiche
Schärfe wie ein herkömmlicher 256x256-Chip.
