Schabl: Ergänzende Funktion der
ärztlichen Hausapotheken wertvoll und sinnvoll
Bundesregierung aufgefordert, endlich praktikable,
verfassungskonforme Lösungsvorschläge vorzulegen
"Die ergänzende Funktion von Apotheken und ärztlichen Hausapotheken ist vor
allem für ein so ländlich strukturiertes Bundesland wie Niederösterreich
wertvoll und sinnvoll. Es ist ein guter Mix, der vor allem eines garantieren
soll - die bestmögliche Versorgung der niederösterreichischen Patientinnen
und Patienten. Es ist nicht sinnvoll, sich hier öffentlich gegenseitig
Standpunkte ausrichten zu lassen, zumal seitens der Bundesregierung bis
heute ein machbarer, verfassungskonformer Vorschlag zur Neuregelung der
Hausapotheken bei niedergelassenen Ärzten ausständig ist. Eine
Verunsicherung der PatientInnen ist hier strikt zu vermeiden. Im Vordergrund
muss die Versorgungssicherheit stehen", so Niederösterreichs
Gesundheitsreferent Landesrat Emil Schabl zur aktuellen Diskussion um
ärztliche Hausapotheken.

Hausapotheker bleiben bei ihren
Zahlen
Pjeta: "Bedrohungsszenario weitaus umfassender als von
Apothekern dargestellt" - Brettenthaler fordert Einsatz der
Gesundheitspolitik für Hausapotheken
Mit Entschiedenheit ist heute die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) der
Behauptung der Apothekerkammer entgegengetreten, die Ärzte brächten falsche
Zahlen in Umlauf, indem sie betonten, dass durch die Gründung neuer
öffentlicher Apotheken in Folge des VfGH-Urteils 360 Hausapotheken
mittelfristig in ihrer Existenz bedroht seien. "Die Annahme der
Apothekerkammer, dass 60 öffentliche Apotheken gegründet werden und damit
'nur' 130 Hausapotheken in ihrer Existenz vernichtet werden, ist rein
spekulativ. Abgesehen davon bedeutet auch der Verlust von 130 ärztlichen
Hausapotheken für ältere und wenig mobile Patienten einen erheblichen
Rückschlag bei der Versorgung", betonte der Leiter des Hausapothekenreferats
der ÖÄK, Dr. Otto Pjeta in einer Aussendung am Donnerstag. "Die
Apothekerkammer geht bei ihrer Betrachung nur von den wirtschaftlich
besonders lukrativen Standorten aus. Aber niemand kann uns garantieren, dass
öffentliche Apotheken nicht auch an anderen Standorten aufsperren."
Für die hausapothekenführenden Ärzte gebe es daher keinerlei Garantie,
dass nicht doch noch an anderen Standorten öffentliche Apotheken eröffnet
würden. Pjeta: "Daher erleben wir ein weitaus umfassenderes
Bedrohungsszenario als die Apothekerkammer glauben machen will. Ich vermute,
dass die Apothekerkammer mit diesem von ihr herbeibeschworenen Streit
Wahlkampf für ihre nächste Kammerwahl betreibt. Daher wohl diese massive
Klientelpolitik. Die Behauptung, wir boykottierten das VfGH-Erkenntnis ist
an den Haaren herbeigezogen und entbehrt jeder Realität. Es ist die
Apothekerkammer, die kein Jota von ihrem Standpunkt abweicht, statt
gemeinsam ein gutes Ergebnis für die Patienten anzustreben."
Auch der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner
Brettenthaler äußerte "Unverständnis für die Kampftöne", die die
Apothekerkammer in der Sache anschlage. "Es kann sich kein Bürger mit
gesundem Menschenverstand der Erkenntnis verweigern, dass die Hausapotheken
auf dem Land eine zentrale Versorgungsfunktion haben und für gebrechliche
und chronisch kranke Patienten auf Grund der direkten Versorgung mit
Medikamenten durch den Arzt - das heißt sogar auch bei Visiten oder im
Nachtdienst - unverzichtbar sind." Das Argument des umfangreicheren
Warenlagers der öffentlichen Apotheken sei für die Patienten nicht so
entscheidend. Brettenthaler: "Was zählt, ist die Vorrätigkeit der
verordneten Arzneimittel, und diese hat der Hausapotheker auch im Haus." Im
übrigen könnten sich kleine Apotheke auch kein großes Warenlager leisten, so
Brettenthaler. Es werde daher zu Situationen kommen, dass Patienten zweimal
eine Apotheke aufsuchen müssten, weil nicht vorrätige Medikamente erst
bestellt würden. Der ÖÄK-Präsident appellierte abschließend an die
Gesundheitspolitiker und die Bürgermeister der Regionen, sich für den Erhalt
der traditionsreichen und gut funktionierenden Hausapotheken im Sinn der
Patienten einzusetzen.

60 neue Apotheken für Österreich
Verbesserung der Arzneimittelversorgung durch VfGH-Erkenntnis
Wien (OTS) - Der Verfassungsgerichtshof hat die bestehende Regelung zur
Neuerrichtung öffentlicher Apotheken in Gemeinden mit ärztlichen
Hausapotheken als verfassungswidrig aufgehoben. Grundtenor: Öffentliche
Apotheken sind Hausapotheken vorzuziehen. Das Erkenntnis ermöglicht die
Neugründung von rund 60 Apotheken im ländlichen Raum innerhalb der nächsten
Jahre.
Mehr als drei Viertel aller Gemeinden ohne Apotheke
Von den 2358 Gemeinden in Österreich haben 1822 keine eigene Apotheke.
Das bedeutet, dass mehr als drei Viertel aller österreichischen Gemeinden
ohne apothekerlicher Versorgung sind. Die Apothekerschaft setzt sich nun
vehement dafür ein, dass es auch am Land in Zukunft mehr Apotheken geben
soll.
Ärztekammer-Funktionäre boykottieren die Umsetzung des VfGH-Erkenntnisses
"Dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs muss endlich Rechnung
getragen werden," so Dr. Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen
Apothekerkammer.
Durch die Gründung von etwa 60 Apotheken müssten rund 130 Ärzte ihren
Arzneimittelverkauf einstellen und nicht wie fälschlicherweise von der
Ärztekammer verbreitet, 360 Ärzte. Sie behauptet, dass die medizinische
Versorgung am Land durch Apothekengründungen gefährdet sei. Doch das
Gegenteil ist der Fall: Eine Gemeinde, in der es neben einem oder mehreren
praktischen Ärzten auch eine öffentliche Apotheke gibt, profitiert von der
umfassenden Arzneimittelversorgung.
Ärztliche Versorgung am Land bleibt in vollem Umfang aufrecht
Cabana: "In allen Gemeinden, in denen eine Apotheke gegründet werden
könnte, betreiben die Landärzte große Ordinationen, von denen sie sehr gut
leben können. Bisher hat noch nie ein Arzt seine Ordination zusperren
müssen, wenn eine Apotheke eröffnet hat."
Großzügige Übergangsfrist für Ärzte
Tatsache ist, dass in jenen Gemeinden, in denen eine Apotheke eröffnet
wird, der oder die Ärzte eine großzügige Übergangsfrist von drei Jahren
haben, bevor sie ihren Arzneimittelverkauf einstellen müssen. Rechnet man
die Verfahrensdauer einer Apotheken-Neugründung dazu, dann beträgt die
Übergangsfrist in der Regel sogar durchschnittlich fünf Jahre. Cabana: "So
lange hat ein Arzt Zeit, sich auf die geänderte Situation einzustellen."
Dazu kommt, dass die neue Apotheke das Warenlager des hausapothekenführenden
Arztes teuer abkaufen muss, so dass dem Arzt auch diesbezüglich kein
Nachteil erwächst.
Vorteile für Gemeinde und Bürger
Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM zufolge ist
es für 91 Prozent der Österreicher wichtig, dass es in ihrer Gemeinde eine
öffentliche Apotheke gibt.
In den 536 Gemeinden in Österreich, in denen es bereits eine Apotheke
gibt, ist man hochzufrieden. Keine Gemeinde will mehr auf ihre Apotheke
verzichten, zumal die Apotheke neue Arbeitsplätze bringt, die Bedeutung des
Ortes erhöht und die Infrastruktur verbessert.
Eine Apotheke ist gesetzlich dazu verpflichtet, rund ums Jahr offen zu
halten. Das bedeutet, es gibt keine Urlaubssperre. "Vor allem die
kundenfreundlichen Öffnungszeiten, die apothekerliche Beratung und die
Produktvielfalt werden im Vergleich zur ärztlichen Hausapotheke geschätzt.",
so Cabana. Eine Apotheke hat im Durchschnitt 5000 unterschiedliche Produkte
lagernd. Die Apothekerinnen und Apotheker sind ausgebildete
Arzneimittelfachleute, die die Kunden in zahlreichen Gesundheitsfragen
beraten.

Über 7000 Ärzte arbeiten bereits mit
dem e-card System
Aktueller Rollout-Status per 3. Oktober 2005
Von insgesamt 11.700 Vertragsärzten sind österreichweit per 3. Oktober 2005
bereits 7.176 Vertragsärzte an das e-card-System (GINA-Box, Kartenlesegerät)
angeschlossen, 3.295 Vertragsärzte haben das e-card-System bei einem von
vier Providern bestellt und werden in den kommenden Wochen angeschlossen,
1.179 Vertragsärzte haben noch keine Bestellungen abgegeben. Die exakten
Bundesländerziffern entnehmen Sie der beiliegenden Tabelle. Per 3. Oktober
2005 haben exakt 5.686.631 Österreicherinnen und Österreicher ihre e-card
erhalten und können damit statt des Krankenscheines zu einem Ver-tragsarzt
oder einer Gesundheitseinrichtung der Sozialversicherung gehen. Um die
Vertragsärzte der Sozialversicherung und deren MitarbeiterInnen optimal auf
die Einführung der e-card in den Ordinationen vorzubereiten, wurden
österreichweit bereits 500 Schulungen mit insgesamt 20.306 Teilnehmern
durchgeführt.
Über das e-card System werden bereits täglich rund 175.000 bis 220.000
Patientenkontakte abgewickelt, seit Einführung des Systems sind es insgesamt
7.908.400. Allein in Wien wurden in der vergangenen Woche 160.000
Patientenkontakte über das e-card System abgewickelt. Die Verfügbarkeit des
e-card-Servers lag in der letzten Woche bei 97,6 % Prozent im 7x24
Stundenbetrieb.

Gewerbeverein: Das
deutsche Hausarztmodell ist auch für uns überlegenswert!
Medikamenten-Wechselwirkungen werden so weit gehend
ausgeschaltet!
Die gut 5,4 Millionen Mitglieder der deutschen Barmer
Ersatzkasse (BEK) müssen künftig nur einmal im Jahr die in Deutschland
übliche Praxisgebühr (zehn EUR beim ersten Arzt- und Zahnarztbesuch im
Quartal) bezahlen, wenn sie bei Erkrankungen stets zuerst zum Hausarzt
und dann zur Hausapotheke gehen. Den ersten bundesweiten Vertrag für
eine solche integrierte Patientenversorgung schloss die BEK mit dem
Verband der Hausärzte und Apotheker.
Durch die Kooperation von Hausarzt und Hausapotheker erhofft man sich
einen Durchbruch zu mehr Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Alles, was hilft Gesundheitskosten einzusparen, sollte auch in
Österreich geprüft werden - meint man dazu im Österreichischen
Gewerbeverein (ÖGV).
Mit dem neuen Modell kommt den Hausärzten eine Funktion als Lotsen im
komplexen Geflecht des Gesundheitswesens zu. Darüber hinaus wird mit dem
Vertrag der Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit beschleunigt.
Die freiwillige Teilnahme an einem Hausarzt- und Hausapothekermodell
bringt eine Ersparnis von bis zu 30 Euro bei allein stehenden
Mitgliedern und 60 Euro bei Familien. Die größte deutsche Krankenkasse
erhofft sich Einsparungen durch den Wegfall überflüssiger
Doppeluntersuchungen.
Besonders wichtig scheinen aber zwei Aspekte zu sein:
+ Durch Einbeziehung der Hausapotheker sollen die Folgen von
Medikamenten-Wechselwirkungen minimiert werden. Diese können sich
ergeben, wenn verschiedene Ärzte Medikamente verordnen und der Patient
diese sich nicht in der selben Apotheke abholt. Durch solche
Wechselwirkungen sterben - so Experten - jährlich drei bis vier Mal mehr
Menschen als bei Verkehrsunfällen.
+ Die Qualitätssicherung wird durch das neue System besonders
stimuliert. Für das neue Therapie-Modell müssen sich die teilnehmenden
Hausärzte speziell qualifizieren. Sie erhalten eine Sonderhonorierung
von etwa 35 Euro pro Jahr und Patient. Die Kosten dafür taxiert die BEK
auf 50 bis 60 Mio. Euro im Jahr und Mindereinnahmen von 20 Mio. Euro,
weil sich Patienten von der Praxisgebühr befreien lassen.
Ein Praxistest sollte in städtischen Gebieten - nicht gerade dort, wo am
Land der Arzt die Hausapotheke selbst betreibt - nun auch in Österreich
vorgenommen werden, empfiehlt der ÖGV! |

Abbott ruft zur "Bob-ÄM"
Abbott Österreich stellt innovative und zukunftsorientierte Produkte
und Serviceleistungen für das Gesundheitswesen zurVerfügung und leistet
somit einen wertvollen Beitrag für die österreichische Gesellschaft. Um
diesen Anspruch zu unterstreichen, beauftragte die Österreich Niederlassung
des amerikanischen Pharmaunternehmens Abbott die Perchtoldsdorfer
Full-Service-Werbeagentur ghost.company mit der Gestaltung eines ad games.
Herausgekommen ist ein Bobspiel, bei dem die Geschicklichkeit der Ärzte
gefragt ist und das innovative Atemwegsantibiotikum, Klacid UNO, das zur
neuesten Generation der Makrolide gehört, in den Vordergrund stellt.
Bei der offline-Version des Spiels auf CD haben Ärzte die Möglichkeit,
für die Online-Meisterschaften zu trainieren. "Auf der CD finden sich 3
Bobbahnen - Tiroler Alpen, Norwegen und Rocky Mountains - wobei jede dieser
Bahnen ihre eigenen Tücken aufweist", erklären Walter Urbanek, Key Account
Director der ghost.company, und Harald Riegler, Geschäftsführer von Sproing,
schmunzelnd.
"Wenn die Ärzte das Gefühl haben, dass sie für das Abbott online Game auf
der Seite www.klacid.at
gerüstet sind, haben sie die Möglichkeit, online ihre Spielstärke zu messen.
Jene Ärzte mit der höchsten Punkteanzahl werden in der Highscore Liste
geführt. Besuchen Sie unsere Homepage
www.klacid.at, registrieren
Sie sich und werden Sie Champion im Eiskanal", führt Claudia Rasper, Product
Manager Primary Care Division bei Abbott, weiter aus.
Über ghost.games:
ghost.games ist eine exklusive Vertriebskooperation der ghost.company und
Sproing. Die Unit ghost.games hat sich auf die Entwicklung von exklusiven
AdGames spezialisiert, die für Kunden maßgeschneiderte Spiele für die
Bewerbung von Produkten und/oder Marken gestaltet. Dazu gehören neben der
professionellen Grafik und Programmierung auf Wunsch auch das Hosting bzw.
die Integration von Highscorelisten. Diese AdGames stellen eine
professionelle Alternative zu den typischen "08/15-Spielen", wie Memory etc.
dar. Mehr Informationen finden Sie unter
www.ghostcompany.com

Gestresste Patienten
sind wesentlich teurer
Stresskonzept muss Komponente der Erholung
miteinbeziehen
Dass Stress die Kosten des Gesundheitssystems
deutlich erhöht, zeigt eine aktuelle Studie eines Wissenschaftlers
der Universität Graz
http://www.uni-graz.at . Wolfgang Kallus vom Institut für
Psychologie hat festgestellt, dass Patientenorientierung und
Wirtschaftlichkeit des Krankenhausmanagements kein Widerspruch sein
müssen. Patienten in gutem Erholungszustand vor einer Operation
genesen rascher und können die Intensivstation früher verlassen.
Der Forscher, der gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Uhlig von der
Universitätsklinik Jena arbeitete, ist davon ausgegangen, dass ein
modernes Stresskonzept die Komponente der Erholung mit einbeziehen
müsse. "Um den Zusammenhang zwischen Stressbewältigung und der
Genesung nach Operationen beschreiben zu können, ist es notwendig,
die individuellen Möglichkeiten mit Stress fertig zu werden und die
psychophysischen Ressourcen eines Menschen zu berücksichtigen." Es
sei nämlich durchaus möglich, dass eine Person trotz negativer
Voraussetzungen zur Stressbewältigung Gelegenheit zur Entspannung
findet.
Kallus versteht unter "Stress" einen Zustand, in dem der
Gesamtorganismus aus dem Gleichgewicht gerät. Dies äußere sich nicht
nur in einem negativen Befinden, sondern auch in Störungen des
sozialen Verhaltens und der physiologischen Funktionen. "Solange die
biologischen Rhythmen bei einem Menschen noch funktionieren, sind
die Ressourcen noch nicht erschöpft und eine solche Person ist noch
nicht gestresst", erklärt der Psychologe. "Fast alles, was von außen
kommt, wird innen gefiltert. Sind die Filter intakt, verhindern sie,
dass Stressfaktoren einen Menschen aus dem Gleichgewicht bringen.
Damit sie ihre Funktion aufrecht erhalten können, sind
Erholungsprozesse notwendig", führt der Experte aus. Zu den
Voraussetzungen für ein positives Stressmanagement zählen soziale
Kontakte und Beziehungen, Erfolg im Berufsleben und Selbstvertrauen.
Einsamkeit, mangelnde Bestätigung und Ängste wirken sich negativ
aus.
Der Forscher hat, um der Bedeutung von Stress und Erholung bei
Operationen auf den Grund zu gehen, mehr als 1.000 Patienten im
Grazer AKH befragt. Eine weitere Untersuchung an mehr als 100
Patienten wurde auch in Deutschland durchgeführt. Dabei gab es nach
Aussagen von Kallus klare Resultate. "Stressmanagement spielt eine
Rolle bei Operationen, wenn man die Fähigkeit zur Erholung mit
einbezieht. Ein unausgeglichener Stress-Erholungszustand senkt die
biopsychologische Fitness und erhöht das Risiko, länger auf der
Intensivstation bleiben zu müssen, die Operation nicht so gut zu
bewältigen, sich generell nachher viel schlechter zu fühlen als
besser erholte Menschen", erklärt Kallus. Der Wissenschaftler hält
daher die Diagnostik einer mangelnden biopsychologischen Fitness vor
einem Eingriff für sehr wichtig, um die Patienten optimal
vorbereiten zu können. Dazu sollte, so der Experte, ein Fragebogen
zum Befinden und Erholungszustand ausgefüllt werden. Dann könnte man
das weitere Vorgehen von der Medikation bis zum Operationstermin
individuell abstimmen. Besonders wichtig hält Kallus dies bei
größeren Eingriffen wie Herz-, Gefäß- oder Hüftoperationen. Die
Planung zum Wohle der Patienten würde sich auch für die Institution
rechnen, denn erholte Menschen verbringen nach der Operation weniger
Zeit im Aufwachraum und können die Intensivstation bis zu einem Tag
früher verlassen. |

Hausärzte: Tatsächliche
Betreuungszeiten weit über 20 Stunden pro Woche
Scharf zurückgewiesen werden vom Wiener Ärztekammerpräsidenten Walter
Dorner die Aussagen von Werner Vogt in "Offen gesagt" am Sonntag, wonach
niedergelassene Allgemeinmediziner lediglich 20 Stunden pro Woche für ihre
Patienten zur Verfügung stünden. In dieser Zahl seien ausschließlich die
Minimalanforderungen seitens der Krankenkasse enthalten, keinesfalls aber
die darüber hinaus gehenden Ordinationszeiten sowie die Visitentätigkeit.
"Rechnet man noch die bürokratischen Arbeiten, beispielsweise hinsichtlich
der Qualitätssicherung in den Ordinationen, dazu, dann kommen
Allgemeinmediziner auf ein Vielfaches der von Vogt angesprochenen
wöchentlichen 20-Stunden-Arbeitszeit", so Dorner.
Es sei bestürzend, wenn ein pensionierter Spitalsarzt, der nie den
Ordinationsalltag eines Allgemeinmediziners kennen gelernt hat, in dermaßen
salopper Form in der Öffentlichkeit ein komplett falsches Bild über die
Tätigkeit eines Hausarztes einbringt. Gerade bei der Betreuung durch den
Hausarzt sei ein entsprechendes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und
Patient besonders wichtig. Vogt habe der Sache einen schlechten Dienst
erwiesen, indem er genau dieses Vertrauensverhältnis - "ob bewusst oder
durch eklatante Unwissenheit sei dahingestellt" - öffentlich desavouiere.
Aber auch die (Nicht-)Reaktion der Gesundheitsministerin, die entgegen
ihrem eigenen Wissenstand die Falschaussagen Vogts nicht sofort
zurückgewiesen hat, stören den Ärztechef. Dorner: "Ich erwarte mir von einer
Gesundheitsministerin, dass sie Aussagen richtig stellt und in diesem Fall
die tatsächlichen Betreuungszeiten eines Hausarztes für seine Patienten ganz
klar auf den Tisch legt."

"Innovative
Arzneimittel künftig schwerer zu verschreiben als Suchtmittel"
Pharmig: Jan Oliver Huber warnt vor negativen
Folgen der "Chefarztpflicht Neu"
Jan Oliver Huber, Generalsekretär des
Branchenverbands Pharmig, geht mit der neuen Verordnung zur
Chefarztpflicht einmal mehr hart ins Gericht. "Wenn die Verordnung
zur Chefarztpflicht so, wie sie derzeit am Tisch liegt, von der
Ministerin erlassen wird, sind Suchtmittel künftig leichter und
unbürokratischer vom Arzt zu verschreiben als innovative
Medikamente. Das ist völlig absurd."
Im Fall von Suchtmitteln muss der verschreibende Arzt in der Regel
dokumentieren, warum eine Verordnung notwendig ist, sonst ist jedoch
keine Kontrolle erforderlich. Anders ist die Situation künftig bei
neuen, qualitativ hochwertigen Arzneimitteln: Geht es nach der
aktuellen Verordnung der Ministerin, muss der verschreibende Arzt
per Fax beim Chefarzt anfragen, ob er ein innovatives Medikament
verschreiben darf oder nicht. Bei fünf Millionen Verordnungen von
chefarztpflichtigen Präparaten pro Jahr bedeutet das mindestens zehn
Millionen Faxe. Dabei muss der Arzt außerdem genau begründen, warum
er ein chefarztpflichtiges Präparat verschreiben will. "Dieses
Übermaß an Bürokratie macht es den Ärzten so gut wie unmöglich,
innovative Medikamente weiterhin zu verschreiben." glaubt Huber.
"Die Ärzte hätten dann noch weniger Zeit, sich um ihre Patienten zu
kümmern, viele wollen und können das den Patienten einfach nicht
antun."
Dazu kommt, dass den Ärzten künftig Sanktionen bis hin zum Entzug
des Kassenvertrags drohen, wenn sie "auffällig" werden und zu viele
chefarztpflichtige Arzneimittel verschreiben. "Man tut alles, um die
Ärzte unter Druck zu setzen und ihre Verordnungsfreiheit
einzuschränken", kritisiert der Generalsekretär der Pharmig. "Dieser
Strafcharakter ist eines modernen Staates nicht würdig." Huber
abschließend: "Wir appellieren an die Vernunft der Ministerin, diese
Verordnung nochmals zu überdenken. Sollte sie in der derzeitigen
Form kommen, sehe ich für die Patienten und das gesamte
Gesundheitssystem schwarz."
|

Gesundheit punktet zum Jahreswechsel auch im Web
Verstärkter Traffic auch bei Astrologie- und Game-Sites
Der
Gesundheitsboom, der Fitnesscenter zum Jahreswechsel erfreut, findet auch im
Internet seine Entsprechung. Wie der Online-Marktforscher Nielsen//NetRating
http://www.nielsen-netratings.com in einer aktuellen Analyse feststellte,
stürmten US-User in der letzten Dezemberwoche des vergangenen Jahres
Gesundheits- und Ernährungsseiten. Mehr als 3,5 Mio. Konsumenten besuchten
demnach in der Woche bis 29. Dezember 2002 verschiedene Gesundheitsangebote im
Web. Auch Astrologie und Game-Seiten standen hoch im Kurs.
Vom gesteigerten Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit zu Jahresbeginn
profitierte laut Analyse am meisten AOL Health mit 850.000 Unique Visitors
(UV). WebMD
http://www.webmd.com kam in dieser Woche auf 521.000 UV, eDiets.com
http://www.ediets.com
auf 480.000 UV und Weight Watchers
http://www.weightwatchers.com auf 302.000 UV. Neben dem Drang zu
Gesundheitsinformationen scheint zum Jahreswechsel auch das Interesse an der
Zukunft größer zu sein als in anderen Monaten. So konnten auch
Astrologieseiten einen verstärkten Traffic verzeichnen: iVillage Astrology
http://www.astrology.com
ist hier mit 754.000 UV die Nummer eins vor MSN Astrology mit 689.000 UV.
Yahoo Astrology liegt etwas abgeschlagen auf Rang drei (377.000 UV).
Die Weihnachtsfeiertage dürften aber auch genügend Freizeit für Spielefans
bieten, denn Websites für Computer- oder Konsolenspiele hatten ebenfalls
Hochsaison. Game-Sites konnten die Besucherzahlen teilweise um mehr als 90
Prozent steigern (im Vergleich zur Vorwoche). Gewinner ist hier die Seite Game
Winners
http://www.gamewinners.com mit 882.000 UV sowie Cheat Code Central
http://www.cheatcc.com
mit 805.000 UV in der Weihnachtswoche. Auch die Websites von Playstation (plus
69 Prozent) und Xbox (plus 60 Prozent) hatten mehr Besucher als üblicherweise.

Handheld verleiht Ärzten Röntgenblick
"Sonic Flashlight" macht Körperteile durchsichtig
Forscher der Carnegie Mellon University
http://www.cmu.edu haben ein
Handheld-Gerät entwickelt, das den menschlichen Körper durchleuchtet. Das
Gerät "Sonic Flashlight", das verschiedene Technologien kombiniert und dem
User einen Röntgenblick verleiht, wurde kürzlich auf der Siggraph 2002
http://www.siggraph.org/s2002/conference , dem jährlichen Treffen der
internationalen Computergrafikgesellschaft, präsentiert. Die Veranstaltung
gilt als wesentlicher Imulsgeber für die digitale Zukunft.
Wird das Gerät gegen den Körper des Menschen gedrückt, wird augenblicklich
ein Ultraschallbild produziert. Daher soll der Handheld in der chirurgischen
und diagnostischen Verfahren eingesetzt werden. Obwohl Mediziner bereits
Ultraschall-Geräte besitzen, die die Ausführung einer Operation unterstützen,
haben diese einen wesentlichen Nachteil: der Arzt muss für einen Blick auf den
Patienten seine Augen vom Monitor abwenden. Das neue Gerät würde diese
erschwerten Bedingungen vereinfachen, erklärte der Wissenschaftler Damion
Shelton im Gespräch mit dem BBC-Programm Go Digital.
"Sonic Flashlight" positioniert einen Ultraschall-Scanner sowie einen
Ultraschall-Monitor an die gegenüber liegenden Seiten eines durchsichtigen
Spiegels. Beim Blick durch den Spiegel vor einem Patienten projiziert der
Monitor das Ultraschall-Bild auf den Spiegel. Das Bild gleicht sich mit dem
betrachteten Körperteil ab. Aufrund der gleichen Ausrichtung von Spiegel und
Objekt erhält der Betrachter ein scheibenförmiges Abbild des Körperteils. "Die
Perspektive ist unabhängig davon, wo der Betrachter steht", so Shelton. Er ist
optimistisch, dass die einfache Anwendung des Geräts Mediziner überzeugen
wird. Demnächst sollen erste klinische Versuche mit dem Handheld anlaufen. Man
sucht auch nach weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Trendwende in der Medizinerausbildung
Eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis, eine stärkere Gewichtung
der Allgemeinmedizin, eine größere Bedeutung der Themenbereiche
Prävention, Rehabilitation und Gesundheitsförderung sowie kleinere
Gruppengrößen fordert die neue ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO),
die im Sommer dieses Jahres verabschiedet wurde und ab dem
Wintersemester 2003/2004 die Medizinerausbildung in Deutschland
wesentlich verändern wird. Die dafür erforderliche Überarbeitung des
Curriculums und die Entwicklung neuer Prüfungsmodalitäten stellen für
die Medizinischen Fakultäten derzeit eine große Herausforderung dar.
Über ihre bisherigen Aktivitäten auf diesem Gebiet tauschen sich
Vertreter der einzelnen Standorte in NRW am kommenden Samstag und
Sonntag, 7./8. Dezember 2002, bei einem Symposium an der Universität
Münster aus.
Veranstalter dieser Tagung zum Thema "Die neue ÄAppo - Trendwende in der
medizinischen Ausbildung" ist das zu Beginn dieses Jahres in Münster
eingerichtete "Kompetenzzentrum Medizindidaktik NRW (KOMED)". Ziel
dieser am Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten (IfAS) der
Medizinischen Fakultät der Universität Münster angesiedelten und vom
Land mit 300.000 Euro geförderten Einrichtung ist die Verbesserung der
Qualität der Lehre in der Medizin durch Unterbreitung gezielter
medizindidaktischer Angebote. Jedes Jahr wird das Zentrum zudem ein
Symposium ausrichten, das sich mit aktuellen Aspekten der
Medizinerausbildung beschäftigt. Mit der Veranstaltung am kommenden
Wochenende handelt es sich um das erste Symposium dieser Art.
Im Rahmen dieser zweitägigen Veranstaltung im Lehrgebäude des
Universitätsklinikums Münster werden die Teilnehmer die Veränderungen,
die sich aus der neuen Approbationsordnung für die Studienordnungen
ergeben, eingehend diskutieren. Im Vorgriff auf die anstehenden
Veränderungen haben die einzelnen Medizinischen Fakultäten teilweise
schon entsprechende Aktivitäten unternommen, die bei der Tagung in
Münster vorgestellt und diskutiert werden. Die Vertreter der insgesamt
sieben Medizinischen Fakultäten in NRW erwarten von diesem
Erfahrungsaustausch wichtige Impulse und Anregungen für die eigene
Arbeit vor Ort bei der erforderlichen Überarbeitung der Curricula. Denn
allzu viel Zeit bleibt nicht. Die Studierenden, die ab
dem Wintersemester kommenden Jahres ihr Medizinstudium aufnehmen, werden
bereits ihr gesamtes Studium nach der neuen Approbationsordnung
durchführen. Für diejenigen, die bereits jetzt studieren, gelten
differenzierte Übergangsregelungen. Ab dem Wintersemester 2006/2007 wird
die neue ÄAppO dann für alle Studierenden Gültigkeit haben.
Auf dem Programm des Symposiums unter der Leitung von Prof. Dr. R. Peter
Nippert, kommissarischer geschäftsführender Direktor des IfAS und Leiter
des Kompetenzzentrums Medizindidaktik NRW, stehen nach einer Einführung
in die Thematik und einer Darstellung der Intentionen des
Bundesgesundheitsministeriums sechs Arbeitsgruppen, die sich mit
speziellen Aspekten eingehender beschäftigen. Dabei geht es um Themen
wie gegenstandsbezogene Studiengruppen, Querschnittsfächer,
Stundenumfang und Gruppengrößen, Evaluation, Prüfungen und
Blockpraktikum.

New Vison präsentiert "Eurokiosk"
Public-Webterminal mit Highspeed-Internet für Arztpraxen,
Reisebüros, etc.
Das
Wiener Unternehmen New Vision, bekannt für seine Spezialisierung im
Mobile-Computing-Bereich, setzt neue Maßstäbe was sog. public Webterminals
betrifft. Es handelt sich dabei um einen selbstständig arbeitenden
Internet-Kiosk namens "Eurokiosk"
http://www.eurokiosk.info
mit eingebautem Flachbildschirm, Münzprüfer und professioneller
Sicherheits-Software.
Ab sofort haben Gastbetriebe, Arztpraxen, Reisebüros, Friseursalons,
Spielhallen, Internetcafes, usw. die Möglichkeit ihren Besuchern einen
kostenlosen, bzw. je nach Wunsch des Betreibers, kostenpflichtigen
Highspeed-Internetzugang zu bieten.Die vielseitige Software bietet neben
höchstem Sicherheitsniveau, mehrsprachiger Menüführung, Webcam-Unterstützung,
Content-Reglementierung auch Buchhaltungsfunktionen die es ermöglichen, die
Einnahmen genau unter Kontrolle zu behalten. Das Gerät besteht vollkommen aus
beschichtetem Metall und seine äußerst robuste Bauart garantiert 100%ige
Stabilität.
Der Eurokiosk ist außerdem ein idealer Werbeträger: Sei es in Form von
on-screen Werbefilmen, Präsentationen oder einfach indem sein Äußeres farblich
angepasst und mit Grafiken bzw. Logos bedruckt wird. Das Komplettsystem
zeichnet sich aber vor allem durch ein noch nie da gewesenes Preis/Leistungs-Verhältins
aus: Der Verkaufspreis liegt klar unter der Hälfte der zur Zeit am Markt
verfügbaren Geräte.

Ärztearbeitszeitregelung: Finanzministerium weist Vorwürfe zurück
"Das Bundesministerium für Finanzen hat in Sachen Ärztearbeitszeitregelung
immer eine klare Linie vertreten, weist Staatssekretär Dr. Alfred Finz den
heute geäußerten Vorwurf der Vertreter der Ärzteschaft zurück. Die jetzt
geltende Betriebsvereinbarung wurde bereits im Jahre 1999 samt finanzieller
Besserstellung für Ärzte geregelt. Jetzt gehe es lediglich um die Fortführung
einer Vereinbarung. Aus dieser Sicht seien Forderungen nach weiteren
finanziellen Abgeltungen abzulehnen. Die Arbeitszeit bleibe gleich wie bisher.
Das Problem speziell in Wien ist: Teure Spitzenmediziner, die eigentlich in
der Forschung und Lehre arbeiten sollten, werden unter anderem im
Routine-Ambulanzbetrieb eingesetzt, wodurch die Gemeinde Wien als
Spitalserhalterin große Einsparungen verbuchen kann. Trotzdem ist sie zu
keinem finanziellen Beitrag bereit. =

Ärztliche Behandlungsentscheidung elektronisch
unterstützt
BMJ Group und Technologie-Unternehmen InferMed bündeln
Kompetenzen
Ärzte könnten bald den Zugang zu einem elektronischen System erhalten, das
sie in der schwierigen Entscheidungen bei der Behandlung von Herzstörungen
unterstützen soll. Zu diesem Zweck wollen die British Medical Journal
Publishing Group (BMJ) und InferMed
http://www.infermed.com ,
ein Provider für klinische Software, ihre Kräfte bündeln. Das Team startet
demnächst mit der Entwicklung eines Systems, das auf elektronischem Weg die
natürliche Entscheidungsfindung in klinischen Bereichen nachahmt. Das nach
eigenen Angaben einmalige System wird auf der InferMed-Technologie AREZZO und
dem letzten Wissenschaftsstand der Behandlungsmöglichkeiten basieren.
Durch diese Kombination soll eine vollständige Liste von
Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet werden. Jede Alternative wiederum wird
durch Belege für und wider eine Behandlung untermauert sowie speziell auf
einzelne Patienten zugeschnitten sein. Enthalten sind auch Infos über jene
Medikamente, die der Patient einnimmt, sowie über den gesamten
Gesundheitszustand des Patienten.
"Natürlich obliegt es weiterhin der Verantwortung jedes einzelnen Arztes,
letztendlich die Entscheidung über eine Behandlung zu treffen. Das System
unterstützt ihren Entschluss in dem Wissen, dem bestmöglichen Beweis dafür
gefolgt zu sein", erklärte Stuart Barton, Herausgeber von Clinical Evidence
der BMJ Publishing Group
http://www.evidence.org/lpBinCE/lpext.dll?f=templates&fn=main-h.htm&2.0 .
Der Fachbegriff "Clinical Evidence" steht für das wesentliche "Werkzeug" eines
jeden Mediziners, um klinische Entscheidungen auf eine wissenschaftlich
fundierte Beweislage stützen zu können. Er basiert auf dem letzten
wissenschaftlichen Stand der Forschung in Bezug auf die Behandlung einer
großen Bandbreite von Erkrankungen.

Hohes Ansehen von Ärzten weltweit ungebrochen
British Medical Journal wertet sieben nationale Erhebungen
aus
Weltweit genießen Ärzte ein sehr hohes Ansehen. Auch eine häufig negative
Berichterstattung in Publikumsmedien habe im Zeitraum von zehn Jahren nichts
daran geändert. Einzige Ausnahme scheint Deutschland zu sein, wo "sich das
Podest, auf das Ärzte gehoben wurden, derzeit eher knapp unter den Wolken als
darüber befindet". Dies berichtet das British Medical Journal (324, 2002, 11)
http://bmj.com in seiner aktuellen
Online-Ausgabe. Sieben nationale Erhebungen in Deutschland, Australien,
Frankreich, den USA, Israel, den Niederlanden und Großbritannien wurden dafür
ausgewertet.
Eine Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass 74 Prozent der Deutschen den
Ärzten das höchste Prestige aller Berufsgruppen bescheinigen. (1995: 81
Prozent) Die "rivalisierende" Gruppe der Priester wurde um rund 30 Prozent
geschlagen. In Australien hat sich das Ansehen der Ärzte wieder verbessert.
Mit 75 Prozent sind Ärzte hinter Krankenschwestern und Pharmazeuten die meist
respektierte Berufsgruppe, knapp vor der Berufsgruppe der Lehrer. Auch in
Großbritannien, wo Ärzte mit einigen medizinischen Skandalen zu kämpfen
hatten, sind Ärzte am "Topp" der Umfrage. Im Jahr 2000 stieg das Vertrauen in
Ärzte um zwei Prozent auf 89 Prozent.
Am zufriedensten sind laut dem Fachblatt die niederländischen Patienten mit
ihren Ärzten. Einer jüngeren Studie zufolge vertrauen 97 Prozent der Patienten
ihren Hausärzten. In Frankreich bekundeten 87 Prozent der Befragten, dass sie
ihre Ärzte für kompetent halten.

Befund positiv: Österreichs Ärzte gehen ins Netz
FH Joanneum startet Lehrgang "Tele-Medizin" im Januar neu
Im Januar 2002 startet die zweite Tranche des österreichweit einzigen
einjährigen Lehrganges "Tele-Medizin" in Graz. Ärztinnen und Ärzte werden
dabei im Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien im
Bereich der Medizin geschult.
"Tele-Medizin" wurde im Januar 2001 als einjähriger Lehrgang an der FH
JOANNEUM in Graz eingerichtet. 19 Ärztinnen und Ärzte aus der Steiermark, Wien
und Kärnten - Mediziner der verschiedenen Fachgebiete und Altersgruppen -
haben am Pionierjahrgang des Lehrganges teilgenommen. Am 1. Dezember findet
die letzte Lehrveranstaltung, "Teleconferencing, Second Opinion", statt. Am
14. Dezember werden bei der Abschlussfeier Zeugnisse überreicht und einzelne
Projekte präsentiert.
"Die Tendenz, Mediziner aktiv als kompetente Partner mit
Schnittstellenfunktion in den telemedizinischen Entwicklungsprozess
einzubinden, ist noch in zarten Anfängen", resümiert Heiko Renner, der
wissenschaftliche Leiter des Lehrganges. "Wir haben dabei Entwicklungsarbeit
geleistet, die in Europa Nachahmung finden wird. Das kann aber nie einfach
sein, wenn man bedenkt, welcher durchschnittlichen Arbeitsbelastung Mediziner
unterliegen, und welche organisatorischen Hürden zu nehmen waren." Sein Fazit:
"Die Arbeit hat sich gelohnt. Ich freue mich als Kollege schon auf die
Fortsetzung."
Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Lehrganges zählen:
+ Einführung in die Telemedizin und Benutzereinführung
+ IT-Grundlagen in Theorie und Praxis
+ Elektronische Befundübermittlung
+ Enablingsysteme für Ärzte
+ Anwendungsspektrum der Telemedizin
+ Rechtliche Grundlagen
+ ein Praxismodul
"Tele-Medizin" findet geblockt alle 14 Tage an Wochenenden statt. Die
Kosten für insgesamt 390 Lehr- und Praktikumseinheiten belaufen sich auf rund
4.000 Euro (ca. 55.040 Schilling). Am 22. und 29. November und am 10. Dezember
finden jeweils ab 19 Uhr Informationsabende am FH-Zentrum Graz-West statt.
Anmeldeschluss für "Tele-Medizin": 14. Dezember 2001.
Weitere Informationen:
http://telemedizin.fh-joanneum.at

Ärzte-Überschuss belastet die Krankversicherungen
Auflösung des Vertragszwangs als Chance für bessere
medizinische Versorgung?
Mit der vom Ständerat beschlossenen Auflösung des Vertragszwangs zwischen
Krankenkassen und Ärzten soll der zunehmenden Ärztedichte und damit einem
wichtigen Faktor für den Kostendruck im Gesundheitswesen begegnet werden. In
seiner Wintersession diskutiert der Ständerat am Donnerstag, 29. November,
weitere Punkte der Teilrevision des Krankenversicherungsgesetzes. Ärzte, die
in einem Netzwerk (Managed-Care-Modell) zusammengeschlossen sind und heute
schon finanzielle Verantwortung für ihre Leistungen
übernehmen, sehen in der Einführung der Vertragsfreiheit eine Chance, die
Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern.
In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der frei praktizierenden Ärzte
verdoppelt Jedes Jahr werden rund 300 neue Praxen eröffnet und der Trend
dürfte sich noch verstärken. Denn mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge
können sich Ärzte aus dem ganzen EU-Raum in der Schweiz niederlassen. «Seit
einigen Jahren haben wir zu viele Ärzte. Und der Überschuss geht voll zu
Lasten der sozialen Krankenversicherung», kritisiert der Gesundheitsökonom
Willy Oggier.
Tatsächlich: trotz zunehmender Ärztedichte kann dennoch jeder Arzt, der
eine Praxis eröffnet, mit einem garantierten Einkommen rechnen. Dies, weil die
Krankenkassen dem sogenannten Kontrahierungszwang unterliegen, das heisst von
Gesetzes wegen dazu verpflichtet sind, mit jedem der rund 14500 selbstständig
praktizierenden Ärzte abzurechnen.
Im Schnitt belastet jede Praxis die Grundversicherung mit etwa 450000
Franken jährlich. Peter Marbet, Sprecher des Schweizerischen
Krankenkassenkonkordats «santésuisse», stellt fest: «Je höher die Ärztedichte,
desto teurer das Gesundheitswesen. Denn jeder neue Leistungserbringer schafft
eine zusätzliche Nachfrage.» Die Statistiken geben ihm recht: Mit der höchsten
Zahl praktizierender Ärzte sind die Kantone Baselstadt und Genf auch Schweizer
Spitzenreiter hinsichtlich der Konsultationen und der Ausgaben gesünder sind
Basler und Genferinnen trotzdem nicht. «Unser System schafft Anreize, die auf
eine Mengenausweitung hinauslaufen oder umgekehrt: jeder Leistungserbringer,
der sich wirtschaftlich verhält, schmälert sein Einkommen», sagt Willy Oggier.
Die Verpflichtung, mit jedem Praxis-Arzt einen Vertrag abzuschliessen,
stösst den Krankenkassen schon lange sauer auf. Inzwischen haben sie
Unterstützung erhalten. Im Hinblick auf die Revision des KVG folgte der
Ständerat jüngst den Empfehlungen seiner Gesundheitskommission und beschloss
die Einführung der Vertragsfreiheit. Zum Missfallen der Standesorganisation
der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Bereits im Vorfeld der
Ständeratsdebatte hatte sie das Referendum gegen die Neuregelung angekündigt.
Die Leistungserbringer würden dem Diktat der Krankenversicherer ausgeliefert,
warnte sie. «Ohne entsprechende Rahmenbedingungen würde die Beurteilung der
ärztlichen Leistung bald nur noch auf den Preis reduziert», bringt
FMH-Sprecher Reto Steiner die Befürchtungen auf den Punkt: «Der beste Anbieter
wäre jeweils der billigste». Nachdem die Rahmenbedingungen für die Einführung
der Vertragsfreiheit noch nicht festgelegt sind, wartet die FMH vorerst ab.
«Doch unsere Referendums-Drohung steht weiterhin», sagt Steiner. «Unabhängig
davon, wie die künftigen Rahmenbedingungen aussehen werden, lehnen heute vier
Fünftel unserer 29'000 Verbindungsärzte die Auflösung des Vertragszwangs ab»,
skizziert er die derzeitige Stimmung.
Patientenorganisation will "schwarze Schafe ausschliessen
Auch Patientenorganisationen warnen davor, den Krankenkassen zuviel Macht
einzuräumen in der Wahl ihrer Vertragsärzte. Die Schweizerische
Patientenorganisation (SPO) verlangt, dass vor der Einführung der
Vertragsfreiheit Kriterien festgelegt werden, die von 90 Prozent der Ärzte
erfüllt werden können. «Das würde genügen, um die sogenannten schwarzen Schafe
auszuschliessen und zugleich die Einschränkung der Wahlfreiheit in einem
akzeptablen Rahmen zu halten», sagt SPO-Präsidentin Margrit Kessler. Für sie
gäbe es noch eine andere Möglichkeit, die zunehmende Ärzteflut einzudämmen:
«Ärzte, die eine Praxis eröffnen wollen, müssten sich verpflichten, vorher ein
Jahr lang in einer bereits existierenden Praxis mitzuarbeiten.» Auch eine
Bedürfnisklausel, die zeitgleich mit den bilateralen Verträgen in Kraft treten
müsste, wäre für die SPO eine Lösung. Wohlwissend, dass die Bedürfnisklausel
faktisch einem Verbot von Praxis-Neueröffnungen gleichkäme, möchte Kessler die
Massnahme vorerst auf drei Jahre beschränken. «Diesen Zeitraum könnte man
nutzen, um patientenfreundliche Kriterien für die Auflösung der
Vertragsfreiheit festzulegen.» Nicht alle Ärzte haben Angst vor der
Vertragsfreiheit. Der «MediX» Ärzteverbund, dem 35 Ärzte in Zürich und Bern
angeschlossen sind, setzt sich sogar aktiv dafür ein. Die MediX-Ärzte sind
überzeugt, dass die Aufhebung des Vertragszwangs eine wichtige Voraussetzung
ist für den marktwirtschaftlichen Wettbewerb unter den Leistungserbringern,
bei dem sich Qualität und Effizienz schliesslich durchsetzen. Da nun aber auch
MediX es nicht der Willkür der Krankenkassen überlassen möchte, welche
Leistungserbringer sie unter Vertrag nehmen, befürworten die Ärzte einen
«Guide Santé», der es analog dem «Guide Michelin» in der Gastronomie
Versicherten und Patienten ermöglicht, Leistungen, Prämien und Produkte der
Krankenversicherer wie auch die Betreuungsphilosophie und qualität der
Vertragsärzte eines jeden Versicherers miteinander zu vergleichen. «Ein
solches Instrument schafft Transparenz und bewirkt, dass der Wettbewerb im
Gesundheitswesen nicht nur über den Preis, sondern auch über die Qualität
stattfindet», sagt MediXArzt Andreas Weber.
Auch der Internist Christian Marti, Präsident der interdisziplinären
Plattform «Forum Managed Care», sieht die Aufhebung des Vertragszwangs als
Chance. «Wenn ambulante Leistungserbringer nicht mehr automatisch mit der
Praxiseröffnung ein verbrieftes Recht auf Krankenkassen-Zahlung geltend machen
können, wird sich das positiv auf die Qualität unseres Gesundheitswesens
auswirken», ist er überzeugt.
Marti ist einer von 27 Winterthurer Hausärzten, die im Ärztenetzwerk «Wintimed»,
zusammengeschlossen sind. Wintimed ist ein so genanntes Managed-Care-Modell.
Wie auch die Mitglieder des MediXÄrzteverbundes übernehmen Wintimed-Ärzte eine
sogenannte «Gate-Keeper»- oder Pförtner-Funktion, das heisst, die
erstkonsultierten Ärzte entscheiden über Art und Umfang der medizinischen
Leistungen. Die Versicherten, die sich für ein Managed-Care-Modell
entscheiden, verpflichten sich ihrerseits, im Krankheitsfall immer zuerst ihre
Hausärztin aufzusuchen, nehmen also eine eingeschränkte Arztwahl in Kauf. Im
Gegenzug profitieren sie von einer Prämienreduktion.
Ernüchterung bei den Krankenkassen
Der Anteil der Managed-Care-Versicherten stagniert seit einiger Zeit bei knapp
8 Prozent. Wenn alle Krankenkassen das Modell flächendeckend anböten, könnte
er etwa 20 Prozent betragen. Doch bei den Versicherern, die alternative
Modelle in den 90er Jahren noch förderten und sogar eigene HMO-Praxen
gründeten, ist die anfängliche Euphorie inzwischen einer gewissen Ernüchterung
gewichen. Einige Krankenkassen haben sich bereits wieder aus dem Experiment
verabschiedet. Einerseits weil Managed-Care-Modelle überdurchschnittlich oft
von sogenannt «guten Risiken» gewählt wurden jüngeren, gesünderen
Versicherten, die ohnehin nur selten ärztlicher Betreuung bedürfen so dass
die Einsparungen die gewährten Prämienreduktionen nicht zu decken vermochten.
Vor allem aber, weil ein Grossteil der über 60 Ärztenetzwerke mit rund 3000
angeschlossenen Ärzten, die in den letzten Jahren entstanden sind, gar nicht
gewillt ist, sich in die finanzielle Verantwortung für die Leistungen, die sie
erbringen, einbinden zu lassen.
Solche Vorbehalte gelten nicht für Wintimed, MediX oder das erste, in der
Schweiz lancierte Hausarztmodel, das 1992 in Genf gegründete «réseau Délta».
Für einen Teil ihrer Patienten übernehmen diese Netzwerke heute schon
Budgetverantwortung: Mit einzelnen Versicherungen bestehen sogenannte «Capitation»-Verträge,
das heisst, die Krankenkasse vergütet nicht mehr jede ärztliche Leistung
einzeln, sondern entrichtet eine nach Alter und Geschlecht festgelegte
Kopf-Pauschale für ihre Versicherten.
Die Capitation hebt eine von Gesundheitsökonomen wie Willy Oggier heftig
kritisierte und einigermassen zynisch anmutende Eigenheit unseres
Gesundheitswesens auf: Das heutige Entgeltungssystem nach
Einzelleistungstarifen ist für Ärzte um so rentabler, je länger ihre Patienten
krank sind und je häufiger sie die Praxis aufsuchen. Mit der Pauschalvergütung
wird hingegen das ärztliche Interesse an einer möglichst raschen Gesundung der
Patienten honoriert. «Die wahre Bedeutung der Capitation liegt in der
Neuverteilung der Verantwortungsbereiche», sagt MediX-Arzt Andreas Weber. «Mit
diesem Modell wird erstmals die medizinische und die ökonomische Verantwortung
zusammengeführt.»
Ältere Patienten überproportional vertreten
Interessanterweise trifft der bei HMO-Praxen beobachtete Überhang von jüngeren
Versicherten auf die Hausarztmodelle nicht zu. Im Gegenteil: «In praktisch
allen Hausarztmodellen sind die 20- bis 40-Jährigen unterdurchschnittlich und
die über 60-Jährigen überproportional vertreten», sagt Andreas Weber. Das
liegt zum Teil daran, dass die Hausärzte, die sich in Netzwerken organisiert
haben, ihren Patientenstamm integrieren konnten, während die kasseneigenen
HMOPraxen ihr Patientenkollektiv neu rekrutieren mussten. Der Hauptgrund
dürfte aber sein, dass die HMOs in erster Linie mit Prämienrabatten
um Patienten warben. «Die Prämienersparnis interessiert jedoch ältere
Patientinnen weniger», sagt Weber. «Viel wichtiger ist ihnen ein Angebot, das
ihren Bedürfnissen entspricht. Zum Beispiel, dass der Arzt Hausbesuche macht
und wenn nötig rund um die Uhr erreichbar ist.»
Obwohl ältere Patienten häufiger die Arztpraxis aufsuchen und an ihnen pro
Arztbesuch auch mehr Diagnosen gestellt werden als an jüngeren, arbeiten die
Netzwerke mit Budgetverantwortung doch günstiger. Auf 5 bis 15 Prozent schätzt
Andreas Weber das Sparpotential.
«Im Zentrum steht jedoch nicht das Sparen, sondern die adäquate Betreuung»,
betont Weber. Die komplexen Krankengeschichten mancher Patienten vergleicht er
mit einer Grossbaustelle, auf der er als Hausarzt die Rolle eines
Generalunternehmers übernimmt, der die Aktivitäten der einzelnen «Handwerker»
koordiniert, die Kosten überwacht und den Informationsfluss zwischen den
Subunternehmern und gegenüber der Bauherrin respektive der Patientin
gewährleistet. «In Netzwerken mit Capitation-Verträgen ist das Engagement
grösser, sich zum Beispiel um einen hospitalisierten Patienten zu kümmern und
nachzufragen, was mit ihm geschieht», ist Weber überzeugt. «Ein Hausarzt ohne
Budgetverantwortung wird sich kaum bei Spezialisten oder Spitälern unbeliebt
machen, indem er ihre Kosten kontrolliert.»
Modelle wie Wintimed, MediX oder «réseau Délta» könnten auch in anderer
Hinsicht beispielhaft sein: Die Ärzte dieser Netzwerke verpflichten sich zur
Teilnahme an sogenannten Qualitätszirkeln: In regelmässigen Teamsitzungen
werden Behandlungsprobleme besprochen, Entscheidungen diskutiert und
Erfahrungen ausgetauscht. «Die offene Diskussion von therapeutischen
Massnahmen schafft Transparenz und verbessert unsere Kompetenz als
Grundversorger», nennt Wintimed-Arzt Christian Marti die Vorteile. «Etwas die
Hälfte unserer Ärzte arbeitet auch mit Apothekern in Qualitätszirkeln.»
Schliesslich wird durch die Qualitätszirkel auch die eingeschränkte Arztwahl
der Patienten relativiert: Bei wirklichen Problemen steht ihnen das Know-how
eines ganzen Stabes von Fachleuten zur Verfügung.
Optimale statt maximale Medizin
So wie Einzelleistungstarife die medizinische Überversorgung begünstigen, ist
auf der anderen Seite nicht von der Hand zu weisen, das bei pauschaler
Leistungsvergütung das Risiko einer Unterversorgung besteht. Um dieser Gefahr
zu begegnen, wurde bereits bei der Einführung der ersten Managed-Care-Modelle
ein Organ zur Qualitätsprüfung geschaffen, die unabhängige Stiftung für
externe Qualitätskontrolle in Managed Care (Equam). Die Stiftung, der auch
ExponentInnen von Patientenorganisationen angehören, zertifiziert HMOs und
Hausarzt-Netzwerke und stellt Managed-Care-Versicherten, die den Eindruck
haben, nicht korrekt behandelt zu werden, einen Ombudsman zur Seite.
Obwohl auch Patientenorganisationen den Qualitätsinstrumenten der
Managed-Care-Modelle ein gutes Zeugnis ausstellen, sehen sich die
Netzwerkärzte doch immer mal wieder mit dem Verdacht konfrontiert, sie würden
«Billig-Medizin» betreiben. «Wir sind überhaupt nicht dafür, den
Leistungskatalog einzuschränken», betont Andreas Weber. «Viel wichtiger ist
es, die Indikationen korrekt zu stellen. Teuer sind vor allem die Sachen, die
falsch laufen.» An Beispielen für unadäquate oder unnütze Massnahmen fehlt es
ihm nicht: Die routinemässige Check-up-Untersuchung bei einem gesunden
Menschen etwa, bei der völlig unnötigerweise der ganze in einer Praxis
vorhandene «Gerätepark» zum Einsatz kommt. Oder die Rückenoperation bei einem
Leiden, das in wenigen Wochen von selbst heilt. «Derartige Auswüchse, die die
Kosten in die Höhe treiben, können wir weitgehend unterbinden, indem wir
unsere Patienten richtig informieren über Nutzen und Risiken einer Therapie
und ihnen mögliche Alternativen aufzeigen», sagt Weber. Optimale statt
maximale Medizin lautet sein Credo.
Ein ideeller Schritt
«Der zentrale Punkt ist, mit welcher Motivation ein Managed-Care Modell
betrieben wird», sagt Christian Marti. Hausarzt-Netzwerke, bei denen
Qualitätszirkel wirklich etabliert sind und die allen Anforderungen für eine
EQUAM-Zertifizierung genügen würden, lassen sich nach seiner Schätzung an
einer Hand abzählen. «Zur Zeit haben die Ärzte kaum ein Interesse, sich in
Managed-Care-Netzwerken zu engagieren, die Qualitätsstandards verlangen», sagt
santésuisse-Sprecher Peter Marbet. «Das ist ein ideeller Schritt, den nur
macht, wer davon überzeugt ist ökonomisch betrachtet lohnt sich ein solches
Engagement für einen Arzt nicht. Heute fahren Ärzte als Einzelkämpfer am
besten.» Doch mit der Aufhebung des Vertragszwang würden Netzwerke mit hohen
Qualitätsansprüchen einen enormen Boom erleben, ist sich Marbet sicher. «Denn
dann wird es für Ärzte interessant, sich zusammenschliessen und gemeinsam eine
gute Leistung anzubieten, um ihre Position gegenüber den Vertragspartnern zu
stärken.» Auch Fritz Britt, Vizedirektor beim Bundesamt für
Sozialversicherungen (BSV) ist überzeugt: «Die Zukunft gehört den modernen
Netzwerken, die Budgetverantwortung übernehmen.» Von der obligatorischen
Einführung eines Managed-Care-Modelles in der Grundversicherung
wie es etwa die SP-Nationalrätin Simonetta Sommaruga fordert, verspricht er
sich allerdings nichts: «7,2 Millionen Versicherte in ein Modell zu zwingen,
ändert nichts an den falschen Anreizen», sagt Britt: «Nur wenn Leute sich
bewusst und freiwillig dafür entscheiden, kann ein alternatives Modell seine
kostendämpfende Wirkung entfalten.»
SPO-Präsidentin Margrit Kessler setzt auch auf Seiten der
Leistungserbringer auf Freiwilligkeit: «Die Netzwerke, die heute schon
Capitation-Verträge abgeschlossen haben, sind sehr produktiv und bringen gute
Resultate», sagt sie. «Bis jetzt werden teure Patienten auch nirgends
selektioniert. Doch wenn Ärzte unter dem Druck der Vertragsfreiheit dazu
gebracht werden, finanzielle Verantwortung zu übernehmen, frage ich mich, was
mit den sogenannt schlechten Risiken unter den Patienten geschieht die will
doch dann keiner mehr...»

Internet für Ärzte auf Doktor-Online.at
Topaktuelle medizinische News, Tipps, Spaß & Spiel und
kostenlose eMails
Nach den patientenorientierten Plattformen Chirurgie-Online
http://www.chirurgie-online.at/ und Endoskopie-Online
http://www.endoskopie-online.at/ wurde von Webtrend Networx und
Doktor-Online auch ein Fachbereich für Ärzte entwickelt. Doktor-Online Pro
http://pro.doktor-online.at/ ist der exclusive Bereich und ausschließlich
medizinischen Berufsgruppen vorbehalten.
Doktor-Online Pro bietet 2xtäglich aktualisierte Nachrichten aus dem
internationalen Feld der modernen Medizin. Darüberhinaus werden
wissenschaftliche Berichte und Artikel veröffentlicht, die auch im Rahmen des
Diplomfortbildungsprogrammes der Ärzteakademie anerkannt werden. Aktuell wird
die Gastroösophageale Refluxkrankheit von Frau Prim. Prof. Dr. Brigitte
DRAGOSICS präsentiert.
Neben den umfangreichen medizinischen Informationen steht vor allem das
Internet und der Umgang mit dem neuen Medium im Mittelpunkt. Umfrageergebnisse
des Fessel-GfK Institutes für das laufende Jahr ergaben, dass a) 51 Prozent
der österreichischen Ärzte einen PC besitzen und b) 39 Prozent der
österreichischen Ärzte einen Internet-Zugang haben. Das ist ein Anstieg
gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent.
Webtrend Networx, welche auf Internet-Dienstleistungen im Ärztebereich
spezialisiert ist, möchte mit Doktor-Online Pro vor allen Ärzten und Personen
aus dem medizinischen Bereich das Medium Internet auf einfache Weise noch
näher bringen und bietet reichhaltige Informationen und Tipps & Tricks für den
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Ein Höhepunkt der Seite ist das integrierte CheckMail. Dieses wurde eigens
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Domains wie z.B.
drmeier@doktor-online.at. So können von jedem PC der Welt aus mit
maximaler Sicherheit E-mails verschickt und empfangen werden.
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Ärztequiz mit einem Umfang von mehr als 1000 kniffligen Fragen zur Verfügung.
Weiters finden Sie hier Top-Konditionen für Ihren Wellness Aufenthalt in
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Doktor-Online Pro ist ein Kooperationsprojekt von Webtrend Networx
http://www.webtrend-networx.com und Doktor-online medizinisches
Informationsmanagement Dr. Razek & Partner KEG in Zusammenarbeit mit Nycomed
Austria, Rogner Resorts und der Universitätsbuchhandlung Maudrich.

"Internet in der Arztpraxis" präsentiert
Ärzten soll professionellere Nutzung des Web näher gebracht
werden
Thomas Nagy, Geschäftsführer von Nagy´s Internet und marketing GmbH,
http://www.immer.at hat heute,
Donnerstag, das Buch "Internet in der Arztpraxis" präsentiert. Das 126 Seiten
starke Buch soll Ärzten, die laut Nagy nach wie vor noch nicht mit dem
digitalen Medium umgehen können, das Internet begreifbarer machen. "Der Inhalt
umfasst neben Internet-Basisinformationen spezifisch für Ärzte aufbereitete
Themen wie eigener Webauftritt oder Online-Services für Mediziner", erklärte
Nagy im Rahmen der Präsentation gegenüber pte.
Nagys Ziel ist es, Ängste abzubauen, Ärzte neugierig zu machen und die
Voraussetzung für eine breitere und professionellere Nutzung des Web in der
Arztpraxis zu schaffen. "Ärzte wissen noch nicht so recht, wie sie mit dem
neuen Medium umgehen sollen. Eine eigene Webseite hält ein Großteil der
österreichischen niedergelassenen Ärzte für zu teuer und zu zeitaufwändig",
ergänzte der Geschäftsführer. Viele wüssten nicht, welche Inhalte sie auf der
Website präsentieren sollen. "Gerade am Content scheitert es nicht, dafür gibt
es genug Gesundheitsplattformen. Und wenn Kritiker die mangelnde Qualität
medizinischer Inhalte im Internet anprangern, so sind dafür nicht das Web,
sondern die Content-Anbieter verantwortlich", betonte Nagy.
Das Buch stellt in einem Online-Almanach den Ärzten auch Webauftritte vor.
Es sei ein Leichtes, Content von Pharmaunternehmen auf die eigene Homepage zu
schaffen. "Aber Inhalte müssen nicht zwangsläufig nur medizinische Themen
sein. Ärzte brauchen Convenience", erklärte Nagy. Aus diesem Grund ist die
Erste Bank im September mit www.dame.at online gegangen. Das Portal DaMe ist
eine Vernetzung von Ärzten, Labors, Institutionen und Krankenhäusern. Es
beinhaltet unter anderem ein umfassendes Online-Informations-Service exklusiv
für Mediziner.
"Internet in der Arztpraxis" ist bereits im Handel erhältlich. Eine zweite
Auflage hält Nagy aufgrund der rasanten Weiterentwicklung des Internets für
unwahrscheinlich. Er schreibt derzeit an einem weiteren Buch mit dem Titel
"Internet in der Apotheke", in dem er speziell auf Themen wie Online-Apotheke,
E-Business und Kundenservice eingeht.

Med.TV startet in Arztpraxen
Gesundheitsfernsehen informiert in 100 Wartezimmern
In Österreich ist das erste Gesundheitsfernsehen
http://www.medtv.at gestartet.
In bereits 100 österreichischen Arztpraxen bietet das Medium namens med.TV
Informationen aus dem Gesundheitssektor. Herausgeberin der 60-minütigen
Videofilme ist Susanne Takats, die gemeinsam mit Gesundheitsexperten,
-journalisten und TV-Machern die elektronische Präsentationsplattform
betreibt. Das Programm wird kostenlos zur Verfügung gestellt und erscheint
einmal im Monat.
"Mit med.TV erfolgt nicht nur eine Europapremiere am heimischen
Mediensektor, sondern die Umsetzung eines innovativen Konzeptes im Bereich der
Gesundheitsvorsorge", erklärte Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck
http://www.bmsg.gv.at , der
die Patronanz für das Projekt übernommen hat. Durch strategisches
Zusammenwirken aller Beteiligten am Gesundheitssektor sollen die wichtigen
Einflussfaktoren Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit forciert und für
die Bevölkerung attraktiv gestaltet werden", so Waneck weiter.
Kooperationspartner ist u.a. auch die österreichische Ärztekammer (ÖAK)
http://www.aerztekammer.at
. "Die multimediale Darstellung von Gesundheitsthemen kann dazu dienen, das
Problembewusstsein der Menschen zu schärfen und die Aufnahmebereitschaft für
Information des Arztes zu erhöhen", erklärte Jörg Pruckner, Bundeskurienobmann
der niedergelassenen Ärzte der ÖAK. Med.TV könne zu vorsorgerelevanten Themen
Hintergrundinfos bereit stellen, auf die Ärzte in Gesprächen aufbauen könnten.
"Somit müssen Ärzte mit ihrer Aufklärungsarbeit, die sehr viel Zeit weg nimmt,
nicht mehr bei Null beginnen", so Pruckner.
Laut Umfragen ist Gesundheit für die österreichische Bevölkerung das
wichtigste Thema. "Mit med.TV wird eine neue Qualität der
Gesundheitsinformation geschaffen, und zwar in einer Situation, in der man als
Patientin, Patient oder Angehöriger besonders sensibilisiert ist", sagte
Waneck. In den Wartezimmern bestehe die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der
Patienten für aktuelle Problemstellungen zu schärfen. Kompetenz und
Objektivität der Informationen werden über einen wissenschaftlichen Beirat
sicher gestellt. Bis 2002 will Takats die med.TV-Standorte auf 1.000
ausdehnen.

Ärzte als Franchise-Nehmer
Wellnessstudie Sympaticus eröffnet Gesundheit wird zur
Dienstleistung
In Wien ist heute, Dienstag, das Sympaticus-Studio
http://www.sympaticus.at
als erstes einer Kette von Gesundheits- und Wellness-Studios eröffnet worden.
Das Franchise-System bietet Ärzten die Möglichkeit, ein derartiges Studio
selbstständig zu führen und sich ein zweites wirtschaftliches Standbein zu
schaffen. Die Schwerpunkte von Sympaticus liegen in der Vitalfeldtechnologie
und der Cellulite-Therapie. Bis zum Jahr 2003 sind österreichweit 35 Studios
geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll eine Expansion nach Deutschland, in die
Slowakei, Tschechien, Slowenien, Ungarn und die Schweiz erfolgen.
Die Vitalfeldtechnologie ist eine Weiterentwicklung der
Magnetfeldtechnologie und wurde vom deutschen Physiker Siegfried Kiontke
entwickelt. Ein wesentlicher Teil der Vitalfeldanwendung besteht darin, die
energetischen Mangelerscheinungen mit Hilfe speziell entwickelter Programme in
einem Organismus auszugleichen. Zum Unterschied zur allgemein angewandten
Magnetfeld-Therapie verwendet die Anwendung ein Vielfaches an Frequenzen. Die
Spezialgebiete liegen in der Behandlung von akuten und chronischen
Schmerzzuständen, Hauterkrankungen, Allergien, Entzündungen und Erkrankungen
des Bewegungsapparates.
"Die Zielgruppe ist breit gefächert und reicht von Kindern bis hin zu
älteren Bevölkerungsschichten", betonte der geschäftsführende Gesellschafter
der Franchise GmbH, Dieter Warsberg. In Zeiten des Wellnessbooms sollen nicht
nur Menschen mit nicht definiertem Erkrankungsbild, sondern auch Menschen mit
hohem Stressfaktor angesprochen werden, so Ralf Höller, zweiter
geschäftsführender Gesellschafter der Franchise GmbH. "Ein größtmögliches Maß
an Unterstützung sollen dabei modernste Technologien bieten", betonte der
ärztliche Leiter, Basim Shnawa. Dies sollen u.a. auch ausgebildete Therapeuten
garantieren.
"Die Behandlungskosten trägt der Kunde allerdings selbst", erklärte
Warsberg gegenüber pte. Die Kosten für eine Vitalfeldtechnologie-Anwendung
betragen 600 bis 700 Schilling. Daneben werden auch Hypoxi
Cellulite-Anwendungen, Ozon-Sauerstofftherapien, ein Solarium mit
Melanom-Kontrolle sowie Heil- und Lymphdrainage-Massagen angeboten. "Wichtig
ist die Beweisführung, so können z.B. bei Cellulitetherapie
Hauthermographie-Aufnahmen vorgenommen werden, die gezielte Prognosen über die
Dauer der Anwendung sowie mögliche Erfolgsaussichten und erzielte Ergebnisse
liefern. Das Konzept von Sympaticus ist es, auf natürlichem Weg Gesundheit zu
erhalten und Heilungsprozesse ohne Einsatz von Chemie zu beschleunigen",
resümierte Warsberg.

Symposium: Internet stösst "Götter in Weiss" vom Thron
Universität Zürich diskutiert Beziehung Arzt zu Patient
Seit dem Internet-Zeitalter sind Patienten immer besser informiert. Die
Zahl der Kranken, die zu ihrem Leiden vor dem Arztbesuch das World Wide Web zu
Rate ziehen, steigt von Jahr zu Jahr. Doch nicht alle Mediziner schätzen
solche Zusatzinformationen von Patientenseite. Besonders, wenn der Kranke auch
noch verschiedene Behandlungsmethoden vorschlägt, löst das bei manchen
Spezialisten Ärger aus. Mit dem Symposium "Informationstransfer und
-management in der Medizin" hat das Hortenzentrum
http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2001/0276/index.html#horten
der Universität Zürich
http://www.unizh.ch diese für viele Ärzte neue Situation thematisiert.
Medizinpages werden heute im Internet nach den Sexseiten am zweithäufigsten
angeklickt. Deshalb sollten sich auch Ärzte laufend im Internet über die
neuesten Entwicklungen in Medizin und Forschung informieren. Zwar verfügen 75
Prozent der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz über einen Internetanschluss,
doch nur 7 Prozent nutzen ihn während Patientenkonsultationen zur
Informationsbeschaffung. Die Zeit der Mediziner ist knapp. Umso wichtiger ist,
dass Anbieter ihre Daten im World Wide Web anwenderfreundlich präsentieren.
Das Internet hat die Beziehung zwischen Arzt und Patient verändert, darin
waren sich die sechs Referenten einig. Die "Götter in Weiss" müssten sich
jetzt mit wohlinformierten "Kunden" auf einen Wissenswettbewerb einlassen.
Dies betonte Wirtschaftsinformatiker Professor Walter Brenner von der
Hochschule St. Gallen. Sperrt sich die Ärzteschaft gegen diese Entwicklung,
riskiere sie einen Vertrauensverlust der Patienten.