Mit zunehmender Armut steigt auch
Gefahr der Verschuldung
Ein Viertel aller ÖsterreicherInnen hat kein Geld für unerwartete
Ausgaben - Schuldnerberatungen warnen vor leichtfertigem Kontoüberzug und
fordern bessere finanzielle Allgemeinbildung als Präventionsmaßnahme gegen
zunehmende Überschuldung.
12.750 neue KlientInnen wurden allein im Jahr 2004 in einer Erstberatung
in einer der 11 österreichischen Schuldnerberatungsstellen beraten,
insgesamt konnten 21.600 Personen das im Normalfall mehrere
Beratungsgespräche umfassende Unterstützungsangebot der Schuldnerberatungen
in Anspruch nehmen. 3.300 Personen wurden 2004 bei der Einleitung eines
Privatkonkursverfahrens begleitet.
"Der Beratungsbedarf", so Hans W. Grohs, Geschäftsführer der
Dachorganisation ASB Schuldnerberatungen, "muss jedoch noch weit höher
eingeschätzt werden". Insgesamt sind laut jüngstem Sozialbericht 223.000
Personen in Österreich mit Zahlungen im Rückstand, "dazu kommt die nicht
unbeträchtliche Zahl jener, die an der Kippe zur Zahlungsunfähigkeit
stehen".
Steigende Lebenshaltungskosten - kein Geld für unerwartete
Ausgaben
Armutsgefährdete Personen, also Menschen deren Einkommen unter der
Armutsschwelle liegt, sind viermal so stark betroffen wie der Rest der
Bevölkerung. Steigende Lebenshaltungskosten, z.B. für Wohnen und Heizen,
aber auch die vergleichsweise hohe Belastung durch indirekte Steuern und
Abgaben führen in Haushalten mit niedrigem Einkommen schnell an die Grenzen
des verfügbaren Haushaltsbudgets, so die Analyse der Schuldnerberatungen.
Immer mehr Mittelschichtsfamilien, so die Erfahrung aus der Beratungspraxis,
sind von diesem Phänomen betroffen.
So hat bereits ein Viertel aller Österreicher (fast 2 Mio) kein Geld für
unerwartete Ausgaben. Beinahe ebensoviele können sich keinen Urlaub leisten.
Schuldnerberatungen warnen vor leichtfertigem Kontoüberzug
"Der Schritt in die Verschuldung liegt in solchen Situationen nahe",
erläutert Grohs "und wird den Betroffenen auch leicht gemacht". Die
Schuldnerberatungen warnen dabei besonders vor leichtfertigem Kontoüberzug,
"der teuersten Form des Kredits" und appellieren auch an die Banken mehr
soziale Verantwortung zu zeigen und nicht leichtfertig Kredite an jene zu
vergeben, "deren Zahlungsunfähigkeit bereits abzusehen ist."
Mehr finanzielle Allgemeinbildung und effektive
Armutsbekämpfung gefordert
"Natürlich braucht es auch mehr finanzielle Allgemeinbildung, damit
mündige KonsumentInnen die Folgen einer Kontoüberziehung genauso realistisch
einschätzen können wie unterschiedliche Kreditangebote und deren
Rahmenbedingungen" so Grohs. Hier bestehe in Österreich großer
Nachholbedarf, entsprechende Angebote der Schuldnerberatungen werden bislang
nur von wenigen Bundesländern finanziert.
Letztlich notwendig sei vor allem eine "effektive Armutsbekämpfung, die
existenzsichernde Einkommen und gleichberechtigten Zugang zu sozialen
Dienstleistungen und Gütern garantiert und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
setzt, die langfristige Perspektiven eröffnen und so einen entscheidenden
Beitrag zur Vermeidung der Folgen von Verschuldung leistet."

Prettner: Armut ist weiblich, allein
erziehend oder alt
Kärntner SP-Sozialsprecherin kritisiert Bundesregierung scharf
Der Sozialbericht des Ministeriums stellt dem Sozialstaat ein katastrophales
Armutszeugnis aus. Sowie in der Bildungspolitik wird auch im Bereich der
Sozialpolitik von Seiten der schwarz blauen Bundesregierung massiv
abgewirtschaftet. "Die Armutsgefährdung hat erstmalig die Millionengrenze
überschritten, die akute Armut hat sich annähernd verdoppelt (dzt.460 000),
die Zahl der Notstandshilfebezieher steigt und steigt (95 000), 230 000
Pensionisten sind auf Ausgleichszulagen angewiesen, da müssten bei der
Bundesregierung längst die Alarmglocken läuten", kritisiert die
Sozialsprecherin der Sozialdemokraten im Kärntner Landtag, LAbg. Beate
Prettner.
Staatliche Einnahmen werden hauptsächlich auf Kosten des "kleinen Mannes"
respektive der "armen Frau" lukriert. Im Gegenzug dafür werden
Steuererleichterungen für Großindustrielle von ÖVP und FPÖ beschlossen, TV
Geräte mit Flachbildschirm, Flüge in ferne Länder und Designerwaren werden
billiger und die Sektsteuer fällt. "Wer sein Geld für Wohnen, Heizen,
Nahrungsmittel oder gar für Gesundheitsleistungen ausgeben muss hat Pech
gehabt und lebt teuer in einem so reichen Land wie Österreich", bemängelt
Prettner.
Der Ruf nach sozialer Ausgewogenheit wird immer lauter und unüberhörbar.
"Nur Schade, dass derzeit jene an der Macht sind, die am sozialem Ohr taub
sind und Armut nur aus Berichten kennen bzw. bei Exerzitien als Abwechslung
zum überladenen Alltag praktizieren", so Prettner. Die SPÖ fordert eine
armutsfreie Zukunft mit Anspruch auf angemessene Grundsicherung für ein
würdevolles Leben in einem wohlhabenden Land.

Sozialbericht: Walch:
Armutsbekämpfung ist vorrangiges Anliegen der Regierung
Sozialstaat wurde seit 2000 weiter ausgebaut
Der freiheitliche Abgeordnete Max Walch wies die heutige Kritik der SPÖ an
der Regierung im Zusammenhang mit dem Sozialbericht entschieden zurück. In
ihrer Regierungszeit habe die SPÖ stets nur Lippenbekenntnisse von sich
gegeben, den Sozialstaat aber in Wahrheit immer mehr zurückgedrängt. Erst
durch die freiheitliche Regierungsbeteiligung sei wieder Dynamik in die
Sozialpolitik gekommen.
Gerade die Armutsbekämpfung sei dieser Regierung vorrangiges Anliegen,
betonte Walch. Dies zeige sich unter anderem in der Einführung des
Kinderbetreuungsgeldes, der Beschäftigungsoffensive für behinderte Menschen,
der überproportionalen Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes für
Ehepaare und der Erhöhung der Pflegegeldsätze. Auch von der Steuerreform
würden einkommensschwächere Gruppen in besonderem Ausmaß profitieren.
"Herbert Haupt hat als Sozialminister diese Sozialpolitik entschieden
geprägt, und seine Nachfolgerin Ursula Haubner beschreitet den gleichen
erfolgreichen Weg."
Walch verwies auch darauf, daß der Sozialstaat seit dem Jahr 2000 weiter
ausgebaut worden sei, "jener Sozialstaat, der unter SPÖ-Ministern in den
Jahren zuvor immer mehr abgebaut worden ist". Die Opposition könne noch so
sehr polemisieren, die Fakten würden eine andere Sprache sprechen.

ARMUTSKONFERENZ: Armutsanstieg nicht
verharmlosen!
5,9% von akuter Armut betroffen. Armut ist Stress, Armut macht krank,
Armut macht einsam, Armut nimmt Zukunft.
"Vor der Tendenz den Armutsanstieg zu verharmlosen und zu verdrängen" warnt
DIE ARMUTSKONFERENZ, das österr Anti-Armutsnetzwerk, das im Jahr über 100
000 Hilfesuchende unterstützt und betreut.
"5,9% sind akut arm, das sind 460 000 Personen", zitiert Martin Schenk,
Sozialexperte der Armutskonferenz, den aktuell erschienen Sozialbericht.
"Die Betroffenen haben geringes Einkommen weit unter dem Schwellenwert von
780 Euro und können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung
nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie
weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, sind chronisch krank, leben
in feuchten, schimmligen Wohnungen.
Mindestens eines dieser Lebensbedingugen muss zutreffen, um von akuter
Armut sprechen zu können, meist sind es mehrere. Armutsgefährdung weist auf
knappe Ressourcen hin, ist aber nicht mit Armut zu verwechseln. Neben dem
Einkommen geht es bei Armut immer um schwierige und eingeschränkte
Lebensbedingungen. Erst wenn beides zuammenkommt, spricht man von Armut.
"Armut ist Stress, Armut macht krank, Armut macht einsam, Armut nimmt
Zukunft", so der Sozialexperte.
Armut nimmt Zukunft
Besonders bei länger andauernden Einkommenseinbußen werden in
Armutshaushalten anteilige Ausgaben für Bildung und Kultur zugunsten der
Ausgaben für Ernährung und Wohnung verringert. "Armut nimmt Zukunft",
analysiert Schenk: "Die Mobilität aus der Armut heraus steht in enger
Wechselbeziehung zu gesellschaftlicher Ungleichheit insgesamt. Je sozial
polarisierter eine Gesellschaft ist, desto mehr Dauerarmut existiert, desto
stärker beeinträchtig sind die Zukunftschancen benachteiligter Jugendlicher.
"Lieblingsarme"
Erfahrungsgemäß hat jede Partei ihre "Lieblingsarmen", was eine
ganzheitliche Sicht in der Armutsbekämpfung erschwert. Neben
Alleinerzieherinnen, Pensionistinnen und kinderreichen Familien gehören auch
Immigranten, Langzeitarbeitslose und working poor zu den hauptgefährdeten
Gruppen".
offenstehende Erwerbsmöglichkeiten
ImmigrantInnen sind laut Sozialbericht auch nach längerer
Aufenthaltsdauer mit Barrieren konfrontiert, die die Integration in den
Arbeitsmarkt erschweren. "Dies veranschaulicht, dass es nicht allein die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit ist, die das Armutsrisiko senkt, sondern es
darauf ankommt, welche Erwerbsmöglichkeiten einer bestimmten
Bevölkerungsgruppe auf dem Arbeitsmarkt überhaupt offen stehen.", zitiert
DIE ARMUTSKONFERENZ den Sozialbericht.
Arbeit, von der man leben kann
Weiters weist der Sozialbericht auf die große Zahl von working poor hin.
"Dies zeigt, dass nicht allein sozial ist, was Arbeit schafft; sondern
sozial ist Arbeit, wenn man von ihr leben kann.", präzisiert Schenk.
Die Zahl der akut Armen steigt. Im letzten Sozialbericht waren es noch 4%
der Wohnbevölkerung (300 000 Personen). Weitere Indikatoren, die auf das
wachsende Risiko sozialen Absturzes hinweisen, sind die ansteigende Zahl der
SozialhilfebezieherInnen, dramatisch zugenommen haben die
Richtsatzergänzungen für Arbeitssuchende, was auf die anwachsende Zahl von
Billig-Jobs zurückzuführen ist. Viele arbeiten voll mit teils zwei oder drei
solcherJobs und kommen trotzdem nicht über die Runden. Die Beratungs- und
Hilfsorganisationen der Armutskonferenz beobachten seit zwei Jahren:
Wartelisten in der Schuldenberatung, wachsende Zahl an Menschen in
psychischen Krisen bei den psychosozialen Diensten , Anstieg Hilfesuchender
in den Sozialberatungsstellen.
DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale
Ausgrenzung. Wir betreuen und unterstützen im Jahr über 100 000
Hilfesuchende: Österr.Frauenhäuser, Arbeitsmarktpolitische
Betreuungseinrichtimgen für MigrantInnen, Schuldnerberatungen, Bildungshaus
St.Virgil, Wohnungslosenhilfe, Soziale Unternehmen, Caritas Österreich,
Diakonie Österreich, Europ.Zentrum für Wohlfahrtspolitik und
Sozialforschung, Kolping Österreich, Frauen- und Mädchenberatungsstellen,
Österr.Plattform für Alleinerziehende, Berufsverband
Dipl.SozialarbeiterInnen, SOS-Mitmensch, Neustart, Bewährungshilfe,
Konfliktregelung, Soziale Arbeit, Volkshilfe Österreich,
Österr.HochschülerInnenschaft, Frauenabteilung Österr.Gewerkschaftsbund;
Evangelische Akademie, Forum Kirche und Arbeitswelt,
Internat.Versöhnungsbund, Kath.Familienverband, Kath.Frauenbewegung,
Kath.Sozialakademie.
www.armut.at

Lopatka: Wir nehmen Armutsgefährdung
ernst
"Die sozialpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre können sich sehen
lassen und setzen genau dort an, wo der Sozialbericht besondere
Armutsgefährdung sieht", so ÖVP- Generalsekretär Abg.z.NR Dr. Reinhold
Lopatka heute, Dienstag.
Die familienpolitischen Maßnahmen seien in diesem Zusammenhang besonders
hervorzuheben, so Lopatka. Das "Kinderbetreuungsgeld für alle", eine der
Hauptforderungen des Familien-Volksbegehrens, sei mit dem Beschluss über das
Kinderbetreuungsgeld-Paket erfolgreich umgesetzt worden. "Alleine dadurch
bekommen seit 2002 zusätzlich über 85.000 junge Mütter rund 5.200 Euro pro
Jahr", so Lopatka.
Um vor allem kinderreichen Familien die notwendige finanzielle
Unterstützung zukommen zu lassen, sei ebenfalls mit 1. Jänner 2002 der
Mehrkindzuschlag für jedes dritte und weitere Kind von 29,07 auf 36,40 Euro
angehoben worden. Im Juli 2003 wurde die Schaffung eines erhöhten
Kinderbetreuungsgeldes für Eltern von Mehrlingen beschlossen. Auch im Zuge
der großen Steuerreform seien familienpolitische Maßnahmen gesetzt worden,
so Lopatka, der dabei unter anderem den Kinderzuschlag zum
Alleinverdiener(erzieher)- Absetzbetrag nannte (für das erste Kind 130 Euro,
für das zweite Kind 175 Euro und für das dritte und jedes weitere Kind 220
Euro).
"Der Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung für Eltern stellt ebenfalls eine
bedeutende familienpolitische Maßnahme dar, von der auch positive Impulse
für die Erwerbstätigkeit von Frauen und für die partnerschaftliche
Beteiligung des Vaters an der Betreuung des Kindes ausgehen werden."
Eine weitere Maßnahme, der Armut in Österreich gegenzusteuern, sei die
große Steuerreform, bei der besonders die Bezieher niedriger Einkommen
berücksichtigt wurden. "Seit 1999 sind mehr als 350.000 Einkommensbezieher
zur Gänze aus der Steuerpflicht entlassen worden. Insgesamt müssen heute
über 2,5 Millionen Einkommensbezieher keine Lohn- und Einkommensteuer mehr
zahlen."
Auch den Ausgleichszulagenrichtsatz bei der Altersvorsorge ließ Lopatka
nicht unerwähnt. Für allein stehende Personen wurde dieser seit dem Jahr
2000 von 589,52 Euro (Wert im Jahr 1999) auf 662,99 Euro angehoben. "Das
entspricht insgesamt einer Erhöhung um 73,47 Euro. Hingegen hat die SPÖ in
den fünf Jahren zuvor den Richtsatz für Alleinstehende nur um 29 Euro
angehoben." Die Voraussetzungen für den Anspruch einer eigenständigen
Alterspension seien vereinfacht worden, "was besonders Frauen zu Gute kommt,
die dadurch auch einen leichteren Zugang zur Ausgleichszulage haben".
"Diese Maßnahmen sind Beispiele dafür, dass die Bundesregierung mit
ihrer Sozialpolitik dort ansetzt, wo die größte Armutsgefährdung droht.
Damit steuern wir dem gegen und sorgen für mehr soziale Gerechtigkeit in
Österreich", so Lopatka abschließend.

Klimawandel
unterminiert Armutsbekämpfung in Afrika
Bis 2080: Weitere 80 bis 120 Mio. Hungerleidende
weltweit
Ein Experte der nigerianischen Universität Jos
warnt in einer Studie vor den Auswirkungen der Klimaveränderung auf
die Verbreitung von Krankheiten, die Ernährungs- und
Einkommenssituation. Die Studie ist bei der derzeit stattfindenden
Climate Change Conference
http://www.stabilisation2005.com in Exeter vorgestellt worden.
Besonders in Ländern wie Nigeria gibt es Auswirkungen auf soziale
und ökonomische Entwicklungsmöglichkeiten sowie auf den
Gesundheitssektor, berichtet die Umweltorganisation WWF
http://www.wwf.at
, die die Studie in Auftrag gegeben hat.
"In Entwicklungsländern müssen erfolgreiche Naturschutzarbeit und
Armutsbekämpfung immer Hand in Hand gehen. Die Auswirkungen des
weltweiten Klimawandels auf Mensch und Natur werden noch viel weiter
gehen als bisher angenommen", so Studienautor Anthony Nyong Nyong.
Auch andere Experten warnen davor, dass eine Erwärmung von bis zu
zwei Grad Celsius dramatische Auswirkungen auf die reichhaltigen
aber fragilen Ökosysteme haben wird. "Durch den Verlust der
natürlichen Ressourcen werden aber auch die Lebensgrundlagen von
Millionen Menschen bedroht", warnt auch WWF-Österreich-Klimaexperte
Markus Niedermair.
Nach der Studie werden Wetterextreme und Naturkatastrophen wie
Fluten, Hitzeperioden und Dürre weiter zunehmen. Diese Faktoren
stehen auch in direktem Zusammenhang mit der Verbreitung von
Krankheiten. Für Südafrika wird etwa eine Verdoppelung der
Malariagebiete prognostiziert. Gleichzeitig wird das Aussterben von
Pflanzenarten erwartet, die in der traditionellen Medizin Verwendung
finden. Nach Angaben der WHO ist diese traditionelle Medizin für 80
Prozent der Menschen die wichtigste Heilquelle.
Nach den ersten Schätzungen werden bis zum Jahr 2080 werden weitere
80 bis 120 Mio. Menschen in Folge des Klimawandels durch Hungersnöte
gefährdet sein, 70 bis 80 Prozent davon in Afrika. In erster Linie
wird die Armut die Chance auf Schulbildung bei Frauen und Mädchen
nehmen, da sie für die Versorgung der Familien zuständig sind.
Hungersnöte werden zu einer weiteren Intensivierung der
Landwirtschaft und daraus resultierend zu noch mehr Kahlschlägen
führen. Die Wege zur Brennholzbeschaffung und Trinkwasserversorgung
werden noch länger werden. Zeit für Schulbildung bleibt den Mädchen
dann keine mehr.
Auch die britische Umweltministerin Margaret Beckett forderte bei
der Eröffnung der Konferenz eiligst Schritte gegen die globale
Erwärmung zu treffen. Radikale Veränderungen in der Art und Weise
wie Energie erzeugt und auch verbraucht werde, wären notwendig.
Kyoto sei nur ein erster Schritt in die richtige Richtung, so die
Ministerin. |
