Argentinien:
Gentech-Soja erfordert mehr Pestizide
Nüchternes Ergebnis nach neuester Umweltstudie
Dass genetisch veränderte Sojapflanzen weniger
Pestizide erfordern, stimmt nur für die ersten drei Jahre. Nach
einer Studie, die die Umweltorganisation Greenpeace
http://www.greenpeace.at in Auftrag gegeben hat, mussten
argentinische Gentech-Soja-Bauern im Anbaujahr 2003/04 pro Hektar um
58 Prozent mehr des Pflanzengifts Glyphosat spritzen als noch vor
wenigen Jahren.
Der Agrarwissenschafter Charles Benbrook, ehemaliger Geschäftsführer
des Landwirtschaftsausschusses der US-Akademie der Wissenschaften,
beschäftigt sich mit dem Pestizidverbrauch in der US-Landwirtschaft.
Der Forscher hat belegt, dass der Anbau von Gentech-Pflanzen nicht
zur Einsparung von Pestiziden führt. Anhand der Daten des
US-Landwirtschaftsministeriums konnte er nachweisen, dass in den
ersten drei Anbau-Jahren der Pestizid-Einsatz zwar geringer ist,
dass dann aber der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln drastisch
ansteigt. In einer anderen Studie untersuchte Benbrook die
Veränderung der Landnutzung in Argentinien, da sich die Anbaufläche
für - fast ausschließlich genmanipulierte - Soja im Zeitraum 1996
bis 2004 von 6,7 auf 14,2 Mio. Hektar mehr als verdoppelt hat.
Seit 1996 wurden 2,4 Mio. Hektar Wälder und Savannen für den
Sojaanbau im südamerikanischen Staat gerodet, das entspricht 41
Prozent der neuen Soja-Flächen. Wertvolles Land ging dadurch
verloren. Auch die argentinische Eigenproduktion von Milch, Fleisch,
Kartoffeln, Erbsen und Linsen ist unterdessen rapide gesunken. Die
kleinbäuerliche Landwirtschaft wurde von exportorientierter
Großindustrie abgelöst. 59 Prozent der neuen Soja-Flächen waren
zuvor Weide- und Ackerflächen für die nationale
Lebensmittelproduktion. 50 Prozent des als Tierfutter nach Europa
importierten Sojaschrots stammen aus Argentinien.
Benbrook warnt in seinem Bericht aber auch vor dem Umkehreffekt des
Spritzmittels Glyphosat: Der jährliche, dauernde Einsatz des
Herbizids fördert die Entwicklung resistenter Wildpflanzen. Dieser
Effekt konnte vom Forscher in zahlreichen Studien auch an
Gentech-Soja in den USA fest gestellt werden.
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