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ARGE-ÄrztInnen zu Arbeitszeitgesetz: Sanktionsmechanismus überdenken

"Viele ÄrztInnen arbeiten weit mehr als die in Österreich gesetzlich erlaubten Wochenstunden", sagt Dr. Sabine Oberhauser, Vorsitzende der ARGE ÄrztInnen im ÖGB. "Leider mangelt es in Österreich an effizienten Kontrollmechanismen - und das sowohl im privaten, als auch im öffentlichen Bereich. Die Sanktionsmechanismen müssen dringend überdacht werden." Oberhauser schließt sich den Forderungen der Ärztekammer nach einer flächendeckenden Kontrolle der Spitäler durch das Arbeitsinspektorat an: "Gewerkschaft und Ärztekammer müssen bei Kontrolle und Schutz an einem Strang ziehen."

   Oberhauser kritisiert, dass in Österreich nur unzureichend Strafen bei Überschreitungen der Arbeitszeitregelungen verhängt werden. Bei den öffentlichen Spitälern gebe es zwar Kontrollen, allerdings ohne Folgen.

   Besonderes Augenmerk müsse laut Oberhauser auf den Schutz von Turnusärzten gelegt werden, die wegen der schlechten Arbeitsplatzsituation besonders unter Druck stünden: "Speziell für Turnusärzte ist es auf Grund ihrer unsicheren Jobsituation schwierig, sich gegen überlange Arbeitszeiten zur Wehr zu setzen."
 


 

Wiener SpitalsärztInnen wollen weniger Nachtdienste

Die ÄrztInnen in den Wiener Gemeindespitälern wollen in ihrer überwiegenden Mehrheit maximal sechs Nachtdienste pro Monat machen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die von der Personalvertreterin und Vorsitzenden der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, durchgeführt wurde.

   "ÄrztInnen haben kein Interesse sich übermüdet den PatientInnen zu widmen. Voraussetzung ist ein gut organisiertes Dienstsystem und ein solides Grundgehalt", nennt Oberhauser die Gründe warum es in den Wiener Gemeindespitälern einerseits kaum zu eklatanten Arbeitszeitüberschreitungen und anderseits nach dem Wunsch zu weniger Nachtdiensten kommt. In Wien wurde für das Jahr 2004 eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen die die Nachtdienste im Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen auf acht Dienste erweitert hatte. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass für jeden ÄrztInnennachtdienst sechs ÄrztInnenposten verfügbar sein müssen. Der Grund: Die tatsächlich geleisteten Nachtdienste sollen unter acht Diensten gehalten werden. Das ist bisher auch gelungen. Die Mehrzahl der ÄrztInnen macht zwischen vier und sechs Dienste im Monat.

Oberhauser: "Berichte von eklatanten Arbeitszeitverstößen in anderen Bundesländern sind alarmierend. Dass es anders geht zeigt das Wiener Modell. Für die Krankenanstaltenerhalter gibt es keine Ausreden. Es liegt an ihnen, wenn übermüdete ÄrztInnen sich selbst und PatientInnen gefährden."(ff)
 


 

ARGE-ÄrztInnen: Schon wieder abkassieren bei den Kranken

"Abkassieren und Leistungen kürzen ist das einzige was diese Bundesregierung perfekt beherrscht", geht die Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, mit der gestrigen Einigung der Regierungsparteien über den Finanzausgleich im Bereich Gesundheit hart ins Gericht. Oberhauser: "Von einer solidarischen Finanzierung der Gesundheitskosten ist da nichts mehr zu spüren".

   "Immer nur bei den Kranken und den sozial Schwachen abkassieren zeugt sicher nicht von intelligenter und sozial verantwortlicher Politik. Aber leider ist dass das einzige was diese Bundesregierung perfekt beherrscht", stellt Oberhauser fest. Und dass die Regierung gerade den Zuschuss zu den Sehbehelfen streicht wirft die Frage auf "ob es nicht schon genügt, dass die Regierung den Menschen ständig Sand in die Augen streut."
 


 

Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit: Ärzte begrüßen neues EuGH-Urteil

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) hat das neueste Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) begrüßt, wonach Zeiten der Arbeitsbereitschaft als Vollarbeitszeit im Sinne der EU-Arbeitszeitrichtlinie anzusehen sind. "Dieses Urteil unterstreicht die Richtigkeit der geltenden österreichischen Rechtslage, die voll auf der Linie der EU-Rechtssprechung liegt", betonte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Dr. Harald Mayer, in einer Aussendung. Dies habe der Europäische Gerichtshof nun schon zum dritten Mal in Folge so entschieden. Zuletzt waren ähnliche Urteile im Fall eines klagenden Spitalsarztes aus Deutschland (Sache Jäger/2003) und im Fall spanischer Ärzte (Simap/2000) seitens des EuGH ergangen.

   Es sei "nur recht und billig und völlig gerechtfertigt", dass Bereitschaftsdienste - und damit sämtliche Dienstzeiten von Ärzten im Spital - als Vollarbeitszeit gewertet werden, erklärte Mayer. Der Kurienobmann der Angestellten Ärzte erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von Spitalsärzten derzeit 60 Stunden beträgt und wöchentliche durchschnittliche Maximalarbeitszeiten von bis zu 82 Stunden "an der Tagesordnung" seien. Die im Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz für die Spitalsärzte vorgesehenen Arbeitszeiten würden vielfach seitens der Dienstgeber umgangen, da das Gesetz zahlreiche Schlupflöcher enthält und bisher keine ausreichenden Sanktionsmöglichkeiten, vor allem im öffentlichen Bereich, gegeben sind. "Ärzte sind im Spital im Dauereinsatz", betonte Mayer. Dies belege auch die ständig wachsende Zahl an Leistungen, die der einzelne Arzt bringen müsse (So erbrachte im Jahr 2000 jeder einzelne Arzt jährlich 1000 Leistungen mehr als noch 1990. Der Zahl der zu versorgenden Patienten pro Bett wuchs um in dieser Zeit von durchschnittlich 27 Patienten pro Bett und Jahr auf 42 pro Bett und Jahr).

   Im Urteil des EuGH, das am Dienstag erging, heißt es wörtlich, "dass Bereitschaftsdienste, die ein Arbeitnehmer in Form von persönlicher Anwesenheit an dem von seinem Arbeitgeber bestimmten Ort leistet, in vollem Umfang als Arbeitszeit im Sinne der Richtlinie 93/104 anzusehen sind, unabhängig davon, dass der Betroffene während dieses Dienstes tatsächlich keine ununterbrochene berufliche Tätigkeit ausübt".
 


 

ARGE-ÄrztInnen: Therapiewechsel statt Belastungspolitik

"Die aktuelle Diskussion um Selbstbehalte ist der ungeeignete Ansatz für eine Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitssystems", kristisiert die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, nach einer Sitzung der gewerkschaftlichen ÄrztInnenvertreterInnen, heute, Donnerstag. Notwendig sei jetzt ein Therapiewechsel in der Diskussion, eine Bestandsaufnahme von Stärken und Schwächen des derzeitigen Systems sowie ein langfristiges Konzept.++++

"Ein Arzt würde nie zuerst eine Therapie verschreiben und erst viel später die Diagnose erstellen", kritisiert Oberhauser, dass immer wieder einzelne PolitikerInnen mit Einzelvorschlägen an die Öffentlichkeit treten. Die ARGE-ÄrztInnen fordert daher eine eingehende Diskussion sowie Bestandsaufnahme der aktuellen Situation des Gesundheitswesens. Das Ziel müsse dabei sein, eine Grundlage für ein langfristiges Konzept zu bekommen. Oberhauser: "Als ARGE-ÄrztInnen wollen wir Qualitätsverbesserungen für die Patienten innerhalb eine vernünftigen und finanzierbaren System."

Weiters fordert die ARGE-ÄrztInnen eine Verbesserung der Ausbildung der TurnusärztInnen. Oberhauser: "Es kann nicht angehen, dass junge KollegInnen den Hauptteil ihrer Arbeit mit Dokumentationen und Papierkram vertun. Wir müssen uns bewusst werden, dass der Schwerpunkt der Ausbildung im fachlichen Bereich liegen muss und nicht im Erlernen von Bürokratie. Sonst könnten uns in Zukunft schlecht ausgebildete ÄrztInnen medizinisch versorgen. Das kostet Geld und möglicherweise die Gesundheit von Menschen."

Ungelöst ist nach wie vor die Kontrolle der ärztlichen Arbeitszeit vor allem im öffentlichen Bereich. Oberhauser: "Trotz einer bestehenden gesetzlichen Regelung werden die vorgeschriebenen Arbeitszeiten auf Grund von Personalmangel nicht eingehalten. Ein Zustand, der unerträglich ist."


 

Arge-ÄrztInnen im ÖGB unterstützen ÄrztInnenprotest

"Mit den Hungerlöhnen für junge ÄrztInnen an den Uni-Kliniken muss sofort Schluss gemacht werden. Daher unterstützen wir auch die heutigen Protestmaßnahmen", kritisiert die Sprecherin der Arge-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, den ernormen Einkommensverlust der JungärztInnen durch das neue Uni-Dienstrecht.++++

Das neue Uni-Dienstrecht begrenzt die Bezahlung für AssistentInnen mit 350.000 Schilling brutto jährlich. Gleichzeitig werden die Dienstverträge mit sechs Jahren befristet. So wurde es von den Koalitionsparteien beschlossen. Oberhauser: "Über die Auswirkungen für in Ausbildung stehende FachärztInnen dürfte sich niemand Gedanken gemacht haben."

Brutto 350.000 Schilling im Jahr bedeuten - Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit eingerechnet - 25.000 Schilling brutto monatlich für Menschen, die zu diesem Zeitpunkt im Regelfall zwischen 26 und 32 Jahre alt sind. Dazu kommt, dass dieser Hungerlohn, so die Arge-ÄrztInnen-Sprecherin, auf sechs Jahre eingefroren ist. Oberhauser: "So raubt man engagierten Menschen die Zukunft und die FachärztInnen-Ausbildung an den Universitätskliniken könnte bald nur noch für Begüterte leistbar sein. Das kann es doch nicht sein."

"Die Vertreibung von jungen ÄrztInnen von den Universitätskliniken wird damit vorangetrieben. Nachwuchs wird es unter diesen Bedingungen kaum mehr geben", kritisiert die ARGE-ÄrztInnen-Sprecherin. Sie fordert eine umfassende Diskussion über die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitssystems und dessen Finanzierung. Oberhauser: "Diese Regierung kürzt überall, denkt nur ans Abkassieren und von Konzepten zur Gestaltung der Zukunft ist nirgends was zu sehen. So kann und darf es nicht weiter gehen.


 

ARGE-ÄrztInnen im ÖGB unterstützen Sozialstaat-Volksbegehren

Der Sozialabbau in Österreich muss endlich gestoppt werden, die unsozialen Maßnahmen der Regierung sind zurückzunehmen und über die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ist eine breite Diskussion zu führen. Das fordert die ARGE-ÄrztInnen im ÖGB. Dr. Sabine Oberhauser, Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen: "Aus diesem Grund unterstützen wir auch das Sozialstaat-Volksbegehren.++++

"Für einen großen Teil der Menschen in diesem Land gibt es seit Antritt dieser Regierung viel Kälte und massiven Sozialabbau. Es wird gestrichen und zerstört, wo es nur geht. Für viele Menschen geht es bereits um ihre Existenz", fasst Oberhauser die Kritik der ARGE-ÄrztInnen zusammen. "Nach der erfolgreichen ÖGB-Urabstimmung und der Forderung von Präsident Verzetnitsch, den Sozialstaat in der Verfassung zu verankern, muss der Widerstand gegen diese unsoziale Politik weiter gehen", so die ARGE-ÄrztInnen-Sprecherin weiter.

Für Oberhauser stellt das Sozialstaat-Volksbegehren eine Möglichkeit dar, sich für eine Änderung der derzeitigen Politik einzusetzen und aktiv für die Menschen in diesem Land einzutreten. Gleichzeitig hält sie es für notwendig, dass es endlich eine breite Diskussion über die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesen gibt. Oberhauser: "Bevor die Regierung in ihrer Zerstörungswut auch das gute österreichische Gesundheitswesen zerstört, müssen wir aktiv werden. Wenn dem Herrn Bundeskanzler schon die Neutralität nur so viel wert ist wie die Mozartkugeln, was ist ihm dann möglicherweise erst das österreichische Gesundheitssystem wert?


 

ARGE-ÄrztInnen: Ärztekammerpräsident sorgt für Skandal

Die Versicherten sollten eine Zusatzversicherung abschließen, um gewisse Behandlungen in Anspruch nehmen zu können, rät im heutigen Kurier Ärztekammerchef Pjeta. Diese Aussage bezeichnet die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, als Skandal.++++

"Jeder Versicherte in unserem Land hat ein Recht auf die bestmögliche Behandlung durch einen Arzt. Das müsste der Ärztekammerchef am besten wissen. Ich fordere daher, dass Herr Pjeta seine Aussage sofort zurück nimmt", so Oberhauser.

Die ÄrztInnen-Sprecherin hält es für legitim, dass sich auch die Ärztekammer zur Finanzierung des österreichischen Gesundheitssystems Gedanken macht. Auch sei es wichtig, dass endlich eine sachliche Diskussion über Verbesserungen des an sich bewährten System geführt werde. Oberhauser: "Aber den Versicherten zu drohen, ohne Zusatzversicherung würden sie nicht mehr optimal behandelt, ist schlicht ein Skandal."


 

ARGE-ÄrztInnen: Ambulanzgebühren sind Schröpfaktion

"Die Ambulanzgebühr wird weder den erhofften Lenkungseffekt bringen, noch zur Erhöhung der Einnahmen der Krankenkassen beitragen. Sie sind eine einzige Schröpfaktion, vor allem bei den sozial Schwachen und Kranken", kritisiert die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, Aussagen von Ärztekammerpräsident Pjeta.++++

Die massiven Proteste der PatientInnen wegen der Ambulanzgebühr seien verständlich. Allerdings nicht, wie Pjeta behauptet, weil die Krankenkassen schlecht informiert hätten, sondern weil "die Menschen nun erkennen, dass sie geschröpft werden", so die ÄrztInnen-Sprecherin.

Oberhauser geht davon aus, dass in Zukunft die Verunsicherung der PatientInnen steigen werde, das Vertrauensverhältnis zwischen ÄrztInnen und PatientInnen auf eine harte Probe gestellt werde. Oberhauser: "Bei diesem Pfuschgesetz ist es für die ÄrztInnen schwierig den PatientInnen zu erklären ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht. Und das sollte der Herr Pjeta doch wissen. Daher ist es für mich unverständlich, dass sich der Herr Präsident für die Regierungspropaganda einspannen läßt."

Die ÄrztInnen-Sprecherin fordert die sofortige Rücknahme der Ambulanzgebühr und eine sofortige umfassende Diskussion über Verbesserungen des an sich guten österreichischen Gesundheitssystem. Oberhauser: "Hier hat die Regierung bisher völlig versagt. Aber wer nur schröpfen will, der kann nicht anders regieren."(ff)



 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 18:47:38
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