Architekturpreis 2005 für "Das beste
Haus"
42 Projekte kommen aus NÖ, "Haus Schilk" Sieger
Im Vorjahr schrieb die s Bausparkasse gemeinsam mit dem Staatssekretariat
für Kunst und Medien und dem Architekturzentrum Wien erstmals den
Architekturpreis "Das beste Haus" für Einfamilienhäuser aus. In einem
Pressegespräch in der St. Pöltner Innenstadt wurden heute die Preisträger
vorgestellt. Gesprächspartner waren Staatssekretär Franz Morak, Landesrat
Mag. Wolfgang Sobotka, Wolfgang Just (Generaldirektor der Sparkasse NÖ Mitte
West AG), Franziska Leeb (ORTE-Architekturnetzwerk NÖ) und Josef Schmidinger
(Generaldirektor der s Bausparkasse).
Der Jury lagen für den Architekturpreis 220 Projekte zur Beurteilung vor,
davon 42 aus Niederösterreich. In Niederösterreich ging das Projekt "Haus
Schilk" in Felixdorf, von der Architektengruppe Herzog_Hrabal ZT OEG
konzipiert, als bestes Haus hervor. Zusätzlich wurden drei weitere
niederösterreichische Eigenheime im Vorfeld von der Jury auf eine Shortlist
gesetzt. Die von der s Bausparkasse und dem Staatssekretariat für Kunst und
Medien gestiftete Preissumme betrug insgesamt 45.000 Euro, das sind je 2.500
Euro für Architekten und Bauherrn. Die Siegerhäuser werden jetzt u. a. in
den niederösterreichischen Sparkassen gezeigt.
Das Einfamilienhaus gilt als beliebteste Wohnform Österreichs. 2003
wurden in Österreich 15.567 Ein- und Zweifamilienhäuser fertig gestellt.
"Die Sehnsucht nach einem Einfamilienhaus ist nach wie vor ungebrochen",
betonte Morak. Österreich würde sich ab sofort "über seine
Architekturlandschaft definieren". Man wolle "Österreich auch zum
internationalen Mittelpunkt der Architektur machen".
Wenn der Kunde das Bewusstsein von einer qualitätvollen Architektur habe,
dann werde er oder sie auch bereit sein, das von den
Wohnbaugenossenschaften, von den Gemeinden und von den Planern einzufordern,
argumentierte Sobotka. Der Architekturpreis 2005 werde jedenfalls eine
folgenreiche Wirkung haben. Mehr Qualitätsbewusstsein bedeute aber auch,
dass sich der Architekt stärker mit dem Landschaftsplaner auseinandersetzen
müsse.

Architekturzentrum Wien:
Ausstellungen 2005
Die Weiterführung des erfolgreichen Projektes "a_schau", aber auch
neue Ausstellungsprojekte bietet das Architekturzentrum Wien im Jahr 2005.
Mit der Ausstellung über den Architekten Ottokar Uhl bietet das
Architekturzentrum einen Überblick über das Schaffen eines der
wesentlichsten Protagonisten der österreichischen Architektur in der 2.
Hälfte des 20. Jahrhunderts, das Ausstellungsvorhaben "Architektur + Wein"
eröffnet ein interessantes Themenfeld.
Das Langzeitprojekt "a_schau. Österreichische Architektur im 20. und
21. Jahrhundert" läuft 2005 weiter und wird im September um die 3. Etappe
erweitert. Reicht die Themenpalette der laufenden 2. Etappe vom "Roten Wien"
bis zum Wiederaufbau, so ist der 3. Teil den Jahren 1958 bis jetzt gewidmet.
Noch bis 21. Jänner läuft "Sociópolis", die Schau über ein "Projekt für
eine Stadt der Zukunft" - 12 internationale Architektenteams haben
Vorschläge für die ganzheitliche Konzeption eines Stadtteils am Rand von
Valencia entwickelt. Ein Symposium zu dieser Ausstellung findet am 22.
Jänner statt.
Ottokar Uhl hat unter anderem mit Projekten wie einer demontablen
Kirche in der Kundratstraße (1963-67) neue Maßstäbe im Sakralbau gesetzt und
mit dem Wohnhaus Feßtgasse in Ottakring (1973-83) ein Vorreitermodell für
partizipatives Bauen - unter Mitwirkung der Benutzer geschaffen. Dem 1931
geborenen Architekten widmet das Architekturzentrum eine Ausstellung, die
vom 3. März bis 13. Juni zu sehen ist.
Ebenfalls am 3. März wird eine kleine Schau im 3. Ausstellungsraum
eröffnet: "Ein Dach für Mexiko 96Grad 13´W 16Grad33´N. /Studierende bauen".
Das weite Themenfeld "Architektur und Wein" lässt vielfältige
Assoziationen von der bäuerlichen Kultur der Kellergassen bis hin zu
anspruchsvollen zeitgenössischen Vinothekenprojekten zu. Ihm widmet das
Architekturzentrum 2005 ebenfalls eine Ausstellung, die genauen Daten sind
noch nicht fixiert.

Multiuser-3-D-Rendering für Architekten
ARTHUR erlaubt virtuelle "Sandkastenspiele" in
Echtzeit
Forscher des Fraunhofer Instituts für Angewandte
Informationstechnik (FIT)
http://www.fit.fraunhofer.de haben im Rahmen des EU-Projekts
"ARTHUR" (Augmented Round Table) ein System zur
Mulituser-Collaboration entwickelt. Damit können Architekten und
Städteplaner gleichzeitig und ortsunabhängig am gleichen virtuellen
Modell arbeiten.
Kernstück von ARTHUR ist ein interaktives Augmented Reality-Stystem.
Dabei wird der Entwurf eines geplanten Gebäudes als virtuelles
3-D-Modell realisiert. Teilnehmer des Meetings können via
Datenbrille und mit vernetzten Rechnern jede Änderung am
computergenerierten Modell sofort verfolgen.
Jedes virtuelle Objekt ist mit einem realen Platzhalter verbunden
und kann direkt bearbeitet werden. Soll etwa ein Gebäude zwei Meter
weiter von der Straße gebaut werden, muss nur der entsprechende
Platzhalter versetzt werden. Eine an der Datenbrille befestigte
Kamera zeichnet die Bewegung auf, das System setzt die Veränderung
um und alle Teilnehmer sehen sofort die Auswirkungen am virtuellen
Modell.
"Mit ARTHUR kann von mehreren Usern gleichzeitig virtuell modelliert
werden. Änderungsvorschläge werden sofort visualisiert, so dass alle
Gesprächspartner die Auswirkungen gleich sehen können. Das macht
langwierigen Modellbau überflüssig", erklärt Projektleiter Wolfgang
Broll.
Entwickelt wurde ARTHUR gemeinsam mit Forschern des University
College London, der Universität Aalborg (Dänemark), Saabtech
(Schweden) und den Architekten von Foster and Partner. Für das
gemeinsame Forschungsprojekt haben die Fraunhofer-Wissenschaftler
vor allem das verteilte AR-System und die 3-D-Visualisierungen
realisiert. |

Zaha
Hadid erhält Staatspreis Architektur 2002
Auszeichnung für Neubau der Bergisel Sprungschanze
Der irakischen
Architektin Zaha Hadid ist Freitagabend der Staatspreis Architektur 2002 für
Tourismus und Freizeit verliehen worden. Der 52-jährigen Architektin, die
gegenwärtig als die weltbeste Architektin gilt, ist es laut Jury in
unvergleichlicher Weise gelungen, die am Kopf der Bergisel-Sprungschanze
konzentrierten Funktionen wie Cafe und Aussichtsterrasse mit der Anlauframpe
zu einer geschmeidigen Großform zu verbinden. Damit habe sie ein weithin
sichtbares Zeichen für die kulturelle Öffnung Tirols geschaffen, heißt es in
der Begründung. Der Staatspreis wurde von Staatssekretärin Mares Rossmann an
der Technischen Universität Graz verliehen.
Der Sonderstaatspreis für "Bauwerke des Tourismus im Alpinen Raum" ging an das
Hotel Anton in St. Anton am Arlberg. Das Hotel wurde von den Architekten
Wolfgang Pöschl und Dieter Comploj aus Mils geplant und Ende 2000
fertiggestellt. Das Hotel räumt mit einigen überholten Konventionen des
alpinen Hotelbaus aus, heißt es in der Begründung der Jury: Durch die
Anpassungsfähigkeit seiner Struktur erlaubt es je nach Saison eine
Mehrfachnutzung sowohl als Hotel als auch als Appartmenthaus. Es verzichtet
auf banal-rustikale Anbiederungen und respektiert dennoch die regionale
Baukultur. Laut Jury ist es "schlicht ein gutes Stück Architektur".
Mit dem "Staatspreis Architektur für Tourismus und Freizeit" wird der
österreichische Architekturstaatspreis erstmals in einer neuen Form vergeben.
Entsprechend einem von der Architekturstiftung Österreich erarbeiteten Konzept
wird diese Auszeichnung künftig jährlich verliehen, wobei alternierend in
einem dreijährigen Turnus die Bereiche "Tourismus und Freizeit", "Industrie
und Gewerbe" und "Neue Arbeitswelten in Verwaltung und Handel" ausgezeichnet
werden. Der Staatspreis Architektur wird vom Bundesministerium für Wirtschaft
und Arbeit
http://www.bmwa.gv.at/BMWA/default.htm in Kooperation mit der
Wirtschaftskammer Österreich
http://portal.wko.at , der Bundeskammer der Architekten und
Ingenieurkonsulenten
http://www.arching.at und der Architekturstiftung Österreich
http://www.aneta.at
verliehen.

Gebäude mit integrierten Windturbinen entwickelt
20-prozentige Deckung des Energiebedarfs der Bauwerke
möglich
Gebäude mit integrierten Windturbinen könnten mindestens 20 Prozent ihres
Energiebedarfs decken. Laut Forschern der Rutherford Appleton Labortatory´s
Energy Research Unit
http://www.eru.rl.ac.uk sind derartige Konstruktionen sogar
energieeffizienter als Windfarmen und solarbetriebene Komplexe. Ein
Ingenieur-Team hat die Energielösung für ein öffentliches Gebäudes mit
mehreren Türmen entwickelt. Die Prototypen der Windturbinen, mit einer Breite
von derzeit nur zwei Metern sind dazwischen montiert, wie New Scientist
http://www.newscientist.com
berichtet. Die Originalgröße ist allerdings mit 30 Metern Durchmesser geplant.
Vorläufige Testergebnisse an einem sieben Meter hohen Prototypen haben
bereits gezeigt, dass die Anlage zwei Mal so effizient ist wie ein
allein-operierender Windgenerator. Und dies trotz der Tatsache, dass die
Anlage nicht dem Wind gegenübersteht. Zudem sind laut Expertenansicht in
städtischen Gebieten die Windgeschwindigkeiten um zwei Drittel höher als in
ländlichen Gegenden, was die Effizienz zusätzlich erhöhe.
Das Gebäudekonzept besteht aus einem zweitürmigen, 200 Meter hohen Gebäude
mit drei integrierten Turbinen. Das britische Team wurde von Ingenieuren der
Stuttgarter Uni unterstützt. "Die Preisgestaltung der gesamten Anlage ist
allerdings sehr schwierig", erklärte der Projektkoordinator Sinisa Stankovic.
Der wahrscheinlich hohe finanzielle Aufwand stellte allerdings nur einen
Bruchteil der Gesamtbaukosten dar, so Stankovic. Daran seien wiederum die
benötigten gebogenen Turmkonstruktionen "schuld", erklärte Marcus Lee,
Architekt von Richard Rogers Partnership
http://www.richardrogers.co.uk in London. Auch die thermodynamische
Struktur müsste sorgfältig überlegt werden, da die Turbinen einen bedeutenden
Kühleffekt auf das Gebäude bewirken könnten.
In Großbritannien geraten Planer im Städtebau zunehmend unter Druck. Die
britische Regierung hat sich verpflichtet, zehn Prozent des Energiebedarfs bis
zum Jahr 2010 aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen.

Erhöhte Bausicherheit durch seismologische Forschung
Gebäude als Simulationsobjekte
Um die bauliche Sicherheit von Gebäuden bei Erdbeben zu erhöhen, entwickeln
Wissenschaftler der University of California (UCLA)
http://www.ucla.edu Test- und
Überwachungsgeräte. Die Messgeräte sollen als "Augen und Ohren" eines
nationalen Netzwerkes zur Erdbebenforschung dienen. Zu diesem Zweck wurde ein
87 Mio. Dollar Projekt gestartet, das elf Institutionen miteinander verbindet.
Das System, entwickelt von John Wallace von der UCLA, besteht aus einer
bestimmten Anzahl von Gebäuden, die verschiedenen erdbeben-ähnlichen
Bedingungen unterworfen werden.
"Rund um die Gebäude messen Sensoren die Reaktion der Häuser", erklärte
Wallace. Die Sensoren können bis zu 100 verschiedene Zustände wie
Beschleunigung und Verschiebungen in der Erde erkennen. Die Informationen
werden in eine Zentrale weitergeleitet, wo die Daten anschließend via
Satelliten in das Internet gelangen. "Dadurch haben Seismologen in jedem
Landesteil gleichzeitig Zugang zu den Daten".
Um erdbeben-ähnliche Bedingungen zu schaffen, platzieren die Forscher große
Massen auf die Dächer und Fußböden der Gebäude, um diese anschließend rotieren
zu lassen. Forscher können Kräfte von mehr als 100.000 Kilogramm aufwenden.
Zusätzlich zu den rotierenden Schüttelvorrichtungen erlauben lineare Schüttler
Vibrationsmuster. "Diese kommen den realen Bedingungen bei Erdbeben sehr
nahe", erläuterte Wallace. Derzeitige Modelle verwendeten seines Erachtens nur
"ideale Gebäude", die keine realistische Bedingungen schaffen.
Wesentlicher Vorteil der Simulationsmethode sei laut Forschern ihre
Mobilität. Die Geräte können von einem Erdbebengebiet in ein anderes
transportiert und an verschiedene Institutionen verliehen werden. Dies
bedeutet eine enorme Kosteneinsparung. Für die Koordination der
Spezialausrüstung wird ein eigenes Konsortium eingerichtet.

Materialarchitektur für unzerstörbare Bauwerke entdeckt
Konzept erlaubt bisher unmögliche Werkstoffpaarungen
Eine spezielle Materialarchitektur aus sich verzahnenden Tetraedern
stellen deutsche, australische und russische Wissenschaftler in der neuen
Ausgabe der Fachzeitschrift "Scripta Materialia" vor. Die
Eigenschaften einer solchen Struktur ergeben sich allein aus der räumlichen
Anordnung der Elemente. Damit könnte etwa auf dem Mond ein Bauwerk
konstruiert werden, das dem Einschlag großer Meteoriten standhält.
Den Wissenschaftlern gelang es, dreidimensionale Strukturen zu finden, bei
denen es keine so genannten "Schlüsselelemente" gibt, d.h. jeder
Baustein ist durch seine Nachbarschaft arretiert. In der Ebene entstehen
solche Schlüsselelemente, wenn eine Fläche durch gerade Linien geteilt wird.
Werden die Schlüsselelemente festgehalten, sorgen sie dafür, dass kein
Element in der Ebene mehr verschoben werden kann. Im Bauwesen ist das Prinzip
sich selbst verzahnender Strukturen zwar bereits bekannt auch in der
dritten Dimension. Allerdings erzeugt der so genannte "Schlüsselbart"
gefährliche Spannungsspitzen. Er stellt damit einen kritischen, bruchgefährdeten
Bereich dar.
Die Wissenschaftler haben nun jedoch eine Topologie gefunden, in der sich
die Elemente selbst wechselseitig tragen, frei von Spannungsspitzen. Lediglich
in Randbereichen ist ein Ausbrechen möglich. Daher umschlossen die
Wissenschaftler die aus Tetraedern zusammengesetzte Struktur von einem festen
Stahlrahmen. Anschließend erprobten sie eine aus 100 Tetraedern bestehende
Struktur an einer Aluminium-Legierung: Sie drückten mit einem Stempel auf die
in den Stahlrahmen eingespannte "Matte" aus verzahnten Tetraedern
und erhöhten kontinuierlich die ausgeübte Kraft. Dabei entdeckten sie, dass
mit der Erhöhung des Pressdrucks auch der Widerstand des Bauteils gegen die
Verformung immer größer wurde.
Gelingt es, die pyramidenförmigen Bausteine sehr klein zu fertigen und in
der gewünschten Weise zusammenzusetzen, könnten nach den Vorstellungen der
Wissenschaftler ganz neue und viel versprechende Werkstoffpaarungen ermöglicht
werden. Diese könnten vor allem beim Schallschutz oder zur Wärmedämmung
Verwendung finden. Von seinem Prinzip her ist das Konzept sowohl im
makroskopischen Bereich etwa im Bauwesen als auch im mikroskopischen
Sektor beispielsweise beim Design neuartiger Verbundwerkstoffe
anwendbar. http://www.tu-clausthal.de
