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Wenn ich dreimal klopfe    Hast Du jemals

 

Wenn ich dreimal klopfe, sollst Du nicht an den Elephanten mit den rosaroten 
Ohren denken....

 

Einem Mann alles zu sagen, nur weil man glaubt, dann von ihm verstanden zu werden ist Selbstmord - man macht sich und ihn dabei mundtot.

Sag ihm nur, was er hören will und sag nie zuviel, denn wenn er merkt, daß du mindestens so intelligent bist, wie du aussiehst, ist er wahrscheinlich überfordert.

 

Die Liebe ist wie ein Pokerspiel, einer bekommt immer die guten Karten und der andere nur die schlechten. Wenn ich schlechte Karte bekomme, hab ich meist nicht den Mut für einen Bluff und schmeiße lieber alles hin und hoffe in der nächsten Runde auf bessere Karten.
Die Karten werden ausgeteilt und als ich sie aufhebe, weiß ich nicht, ob es gute oder schlechte Karten sind, die ich in der Hand halte. Da ich aber von mir weiß, ein schlechter Verlierer zu sein, lege ich die Karten wieder nieder und gehe nach Hause.

 

Nach Hause.

- Wenigstens da ist man König - im eigenen Reich.

Aus.

Ich will nicht mehr kämpfen - weder um die Herzas und schon gar nicht mehr um den Herzkönig.

 

Es ist doch noch nur eine Frage der Zeit, wann der neue Krieg anbricht - hat er nicht schon begonnen, als er sie ins Kino eingeladen hat und er sie nachher mit in die Wohnung bat?

Wer von den beiden wird wohl gewinnen?...

 

Und dann....legt sie eine Bombe.

- Peng - Aus - Beziehungsende.....

 

Schlußstrich - Ich will nicht mehr kämpfen - weder um einen und schon gar nicht mehr mit einem Mann.
Ich geh nach Hause - spielt ihr euren Krieg ruhig weiter - ich geh heim!

 

Der Weg war kalt und dunkel, der Mond war mein einziger Begleiter, aber er war ruhig und friedvoll. Selbst noch, als ich bereits im Bett lag und mich von eine auf die andere Seite wälzte, blickte er durchs Fenster - so hell, als wolle er mich am einschlafen hindern.
Es war eine Aufforderung?

- Aufstehen - Kaffee - Zigaretten - Blätter - Bleistift.

 

Anfang.

 

Ungeduldig flackerte das Mondlicht auf meine Zetteln, auf meine Buchstaben und Wörter, die ich schrieb, so als sagte es mit jedem weiteren vollgeschriebenen Blatt „Noch eines, es muß weitergehen, du kannst noch nicht aufhören - noch nicht!“

Es war mir gerade so, als hallten diese Worte in meinem Kopf und als würde das Mondlicht bis in meine Gehirnwindungen leuchte, alles erhellen - es war sehr heiß, viel zu hell für mich. Als endlich die Sonne den Platz des Mondes einnahm, fiel ich erschöpft ins Bett.

Sie war nicht so kalt wie er, der mir mit seinen Strahlen bis in meine Gehirnwindungen brannte. Sie war ruhig und wärmte nur ein wenig....

Etwas verschwitzt wachte ich auf und versuchte meine wirren Gedanken zu ordnen - Natürlich.... er hatte gesagt, wir sollten uns fünf Tage nicht sehen und dann hat er noch gesagt, daß er mich lieb hat und, daß er nicht will, daß es mir schlecht geht.

 

Das ist doch das logischste der Welt; wenn ich jemanden mag, möchte ich diese Person fünf Tage nicht sehen; logisch; wenn ich eine warme Suppe haben möchte, lege ich sie auf Eis.

Also gut.

 

Wie gesagt, nach dem Kino kommt sie noch mit zu ihm - aber erst nach einigem Zögern, er muß sie zuerst noch umschwärmen, erst darum kämpfen - und das obwohl sie schon vor dem Kino genau gewußt hatte, daß sie noch mit zu ihm gehen würde.

Aber was sollte er denn denken, wenn sie gleich „ja“ sagte, so als wäre es eine Frage, ob sie noch ein Stück Zucker in den Tee haben will.

 - Natürlich möchte sie noch Zucker in den Tee!


Ich trinke lieber Tee ohne Zucker - sonst wird der wirkliche Geschmack nur versüßt und somit verfälscht und zum Schluß hat man einen verklebten Magen.

Aber was soll’s.

Er nimmt auch noch ein Stück Zucker. Die Tassen sind leer - er könnte noch eine Kanne Tee kochen - doch sie haben etwas Besseres vor.
Es ist logisch, daß ein Mann mit einer Frau ins Bett möchte - und sie mit ihm.

Logisch.

Aber vorher noch etwas Zucker.

Und ich?

Wieso kann ich es nicht verstehen, daß er mich nicht sehen möchte, wenn er vorgibt mich zu mögen.
 - Vielleicht nehm ich inzwischen auch schon Zucker in den Tee und merk es nur nicht?

- Und er?
Ob er seinen Tee süß trinkt - eigentlich glaub ich fast, er liebt bitteren Tee....

Am Liebsten wäre ich an diesem Morgen im Bett geblieben, ich versteh ja doch nichts von Tee und Zucker.

Ich stand auf und kochte mir so einen richtige schwarzen bitteren Kaffee, er sollte meinen Kopf wieder in Ordnung bringen, auch hatte der Mond zuviel Licht in meine Gehirnwindungen gebracht.

Als ich so saß, links die Zeitung, rechts der Kaffee, da fiel mir ein, was ein Freund vor einigen Jahren zu mir gesagt hatte, als er versuchte mich über meinen Liebeskummer hinwegzutrösten. Er erklärte mir, daß es unmöglich wäre, einen Menschen zu vergessen, wenn man dauernd daran denkt, ihn vergessen zu wollen. Wir spielten ein Spiel: Wenn er dreimal hintereinander klopfte, durfte ich nicht an einen Elephanten mit rosaroten Ohren denken. Aber jedesmal, wenn er dreimal hintereinander klopfte und mich fragte, an was ich denken würde, war es der Elephant und so weiter...

Daß ich mit dem Ratschlag ihn eine Woche nicht zu sehen und nicht an ihn zu denken, gegangen war, war wohl das Dümmste, was ich und konnte - das bemerkte ich erst, als ich die Zeitung las und den bitteren Kaffee trank. Also tat ich Zucker in den Kaffee - jetzt schien mir das ganze schon viel logischer und ich dachte so intensiv an ihn, daß ich es gar nicht bemerkte.

Zucker.

In den nächsten zwei Tagen muß wohl jeder Gedanke um ihn gekreist sein, sonst hätte ich ihn nicht vergessen können. Eigentlich merkt man ja gar nicht, ob man jemanden vergessen hat, denn wenn man ihn vergessen hat, kann man nicht mehr an ihn denken und sich auch nicht mehr an diesen Menschen erinnern. Und wenn man sich nicht mehr erinnert, ist es gerade so, als wäre man diesem jemanden nie begegnet.

Deswegen glaube ich, muß ich wohl so intensiv an ihn gedacht haben, weil ich mich jetzt doch noch an ihn erinnere, obwohl ich ihn schon fast vergessen hatte. Es ist doch unlogisch, daß ich ihn in den letzten beiden Tagen fast vergessen habe.

Unlogisch.

Ich gehe zu ihm und erzähle ihm von dem Elephanten mit den rosaroten Ohren, an den er nicht denken darf, wenn ich dreimal klopfe!

 

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Hast Du jemals

 

Hast Du jemals an den Elephanten mit den rosaroten Ohren gedacht, wenn ich dreimal klopfte?

 

Ich habe meine Ansichten über das Pokern geändert!

Nicht einer bekommt die guten und der andere immer die schlechten Karten - dafür haben wir sie zu gut und zu lange gemischt.

Zuerst habe ich nicht verstanden, warum du die Karten offen auf den Tisch gelegt hast und ohne ein Wort zu sagen aufgestanden und gegangen bist. - Ich habe deine Karten angesehen - sie waren besser als meine.

Dachte ich.

Ich fühlte mich als Verlierer.

Aus.

Ende.

Die Bombe war hochgegangen.

Doch wer ist nun der Verlierer von uns beiden, wenn du aufstehst und gehst?

Hattest du plötzlich nicht mehr die Courage dein Spiel fertigzuspielen - oder hast du gemerkt, daß du deinem Bluff nicht mehr gewachsen bist? Hast du gewußt - anfangs - daß du bluffst - oder hast du gar nie geblufft?

Logik - deine Logik.

Bei dir war immer alles logisch - dabei kann Liebe nun mal nicht logisch sein.

Ich habe gedacht, wenn ich dir nur lang genug zuhöre, werde ich es lernen - aber ich kann gar nicht wie du sein, und du nie wie ich!

Denn du tust noch immer Zucker in deinen Tee. Ich genieße inzwischen wieder bitter. Das Leben ist nun mal nicht süß und Zucker verschleiert nur.

Meine Sonne war in deinen Himmel scheinen gegangen und was mir blieb war der Mond. Ohne Erbarmen drang sein Licht zuerst in mein Gehirn - ich hatte das Gefühl, alles würde verschmoren in mir; mein ganzer Körper.

Gerade als ich mich an das kalte Licht des Mondes gewöhnt hatte, das viel zu heiß und zu stark für mich war, hast du mir meine Sonne zurückgegeben.

Zurück.

Es war so, als hättest du gesagt, ein Leben mit dem Mond, wäre nichts für mich und meine Sonne sei für deinen Himmel auch zu hell und zu groß.

 

Logisch

Ein Mann will mit einer Frau nicht immer nur ins Bett.

Unlogisch

 

Du hast meine Hand genommen und wir sind zu unserer Pflanze gegangen, der wir die Wurzeln abgehackt hatten. Damals hatten wir sie im Frühling gesetzt und jetzt ein paar Jahre später im Herbst die Wurzeln vernichtet. Bevor wir sie begraben haben, hast du ein Samenkorn herausgenommen. Behutsam und mit dem Wissen reicher, daß man gerade auf die Wurzeln achten muß, haben wir das Samenkorn neben unserer toten Pflanze eingesetzt und gegossen.

Diese Pflanze setzten wir nun schon im Herbst, damit sie über den Winter Wurzeln schlagen kann und den heftigen Stürmen standhält.

 

Einem Mann alles zu sagen, nur weil man glaubt, dann von ihm verstanden zu werden, ist nicht Selbstmord - das verlangt Vertrauen!!!!

Zucker???

Als wir beide vom Honig kosten, siehst du mich an und sagst:

„Wenn du dreimal klopfst, kann ich mir einen Elephanten mit rosaroten Ohren vorstellen.“

 

Anfang.....

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Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:41
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