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Anästhesie-Enquete in St. Pölten

Kommenden Montag, 13. Dezember, findet im Vortragssaal des Zentralklinikums St. Pölten zwischen 14 und 15.30 Uhr eine Enquete mit dem Titel "Anästhesie im Zentrum - Wenn es der Anästhesie gut geht, geht es dem Krankenhaus gut" statt.

   Konkret werden im Rahmen der Veranstaltung Referate über die Entwicklungsgeschichte der Anästhesie, ihre Stellung im Krankenhaus sowie über Spannungs- und Entwicklungsfelder gehalten. Anschließend steht ein Expertengespräch über die Zukunft der Anästhesie in Niederösterreich auf dem Programm. An diesem werden unter anderen die beiden Landesräte Mag. Wolfgang Sobotka und Emil Schabl sowie der Geschäftsführer des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds Bereich Gesundheit (NÖGUS), Dr. Robert Griessner, teilnehmen.

   Veranstaltet wird die Enquete vom NÖGUS und dem Arbeitskreis der leitenden Anästhesisten in Niederösterreich.

   Nähere Informationen: NÖGUS, 3100 St. Pölten, Daniel-Gran-Straße 48, Telefon 02742/31 38 13, e-mail medizin@noegus.at.
 


 

Narkose-Mittel wirken auf Schlafzentrum
Narkotika entfalten Wirkung über sedativ wirkende Neurotransmitter-Rezeptoren
 

Hirnforscher der Harvard Medical School http://www.hms.harvard.edu und des Imperial College London http://www.ic.ac.uk haben bei Versuchen an Ratten herausgefunden, dass zwei häufig verwendete Narkosemittel auf ein Schlafzentrum im Mittelhirn wirken. Dieses Zentrum (in der Fachsprache tumeromammillary nucleus, TMN) ist Teil des Hypothalamus und kontrolliert wichtige Prozesse wie die Atmung und die Temperaturregulation. "Das Zentrum ist Teil eines Switch-Mechanismus im Schlaf-Wach-Rhythmus. Es sorgt dafür, dass am Morgen das Gehirn mit elektrischen Ladungen geweckt und am Abend die Aktivität gedrosselt wird", erklärte Nick Franks vom Imperial College.
 

Die Narkotika Pentobarbital und Propofol produzieren den selben sedativen Effekt, indem sie an einen spezifischen Neurotransmitter-Rezeptor-Typ, GABA-A, andocken, berichtet das Fachmagazin Nature Neuroscience http://www.nature.com/neurosci . GABA-A-Rezeptoren besitzen eine inhibierende Wirkung. Binden narkotisierende Moleküle an diese Rezeptoren, stoppen Nervenzellen die Übertragung elektrischer Signale an andere Neuronen. Die Wirkung entfalten die Narkotika besonders in diesem Kern des Zwischenhirns und drosseln dessen Aktivität, so die Forscher. Dadurch hat der Patient zu Beginn der Narkose das Gefühl, müde zu werden und nach der überstandenen Behandlung "aufzuwachen".
 

Nicht alle Narkotika wirken aber über GABA-A-Rezeptoren. "Die Ergebnisse sind allerdings insofern interessant, da gezeigt wurde, dass die Schlaf-induzierende Wirkung von Narkotika über bestimmte Gehirnareale zustande kommt", ergänzte Franks. Mervyn Maze, Studienleiter und Leiter der Abteilung für Anästhetika am Imperial College hofft, dass das bessere Verständnis über die Wirkung von Betäubungsmitteln zu neuen Narkotika führen wird, nach dessen Verabreichung sich Patienten besser erholen.
 


 

Software erfasst medizinische Fehler
Computerprogramm analysiert Arbeitsschritte von Jung-Anästhesisten
 

Steve Bolsin, jener Arzt, der den "Bristol Herzskandal" in den 90-er Jahren an die Öffentlichkeit brachte, hat ein Computerprogramm entwickelt, das medizinische Fehler erkennt. Die Palmtop-Software identifiziert laut Angaben Bolsins Fehler, die durch Anästhesisten in der Ausbildungsphase begangen werden. In einer jüngst im Medical Journal of Australia http://www.mja.com.au publizierten Studie wurde von mindestens 50 Fehlern in mehr als 1.600 Abläufen eines einzigen Krankenhauses über einen Zeitraum von sieben Monaten berichtet.
 

Die Software ermöglicht es dem Trainee, jeden medizinischen Arbeitsschritt aufzuzeichnen. Die Information ist mit einer zentralen Datenbank, die das Vorgehen des Jung-Anästhsisten analysiert, verbunden. Bolsin ist überzeugt, dass das Computerprogramm bereits frühzeitig mögliche Probleme erkennt und ein zweiter "Herzskandal", wie er sich in dem renommierten Krankenhaus Bristol Royal Infirmary ereignete, nicht mehr eintritt. Bolsin, einst als Narkosearzt am Bristol Royal Infirmary tätig, lieferte Details über skandalöse Vorkommnisse am Bristol Royal Infirmary. Diese hatten u.a. bis zu 35 Todesfälle von Babys während Herzoperationen zu Folge. Zusammengefasste Details auf BBC unter http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/1445747.stm .
 

Bolsin, derzeit praktizierender Mediziner in Australien, hat die Software bereits an einige Krankenhäuser in Australien verkauft, berichtet die BBC heute, Montag http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/2482011.stm . Details über das Softwareprogramm gingen auch bereits an das Bristol Royal Infirmary, das er vor sechs Jahren laut eigenen Angaben unfreiwillig verließ.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:40
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