Neue Studie bestätigt Verträglichkeit
und klinische Wirksamkeit der Tabletten gegen Pollenallergie von ALK-Abello
Den vorläufigen, heute bekannt gegebenen Ergebnissen einer neuen
Studie (GT-07) zufolge, verringert die bahnbrechende Allergie-Immuntherapie
in Tablettenform von ALK-Abello Symptome der Rhinokonjunktivitis
(Heuschnupfen) um 37 % und reduziert gleichzeitig den Bedarf an
symptomlindernden Medikamenten um 41 % (im Vergleich zu Placebo).
Die GT-07 Studie stellt die Wirksamkeit unter Beweis und bestätigt das
positive Verträglichkeitsprofil der Grasstabletten, wie kürzlich in der
Phase IIb/III Studie (GT-02) berichtet, der umfangreichsten je unternommenen
Allergie-Immuntherapie-Studie [1].
"Dies sind für ALK-Abello höchst interessante Ergebnisse", sagte Jens
Bager, CEO von ALK-Abello A/S. "Die Studie bestärkt uns ganz klar in unserer
Strategie, in das Tablettenprogramm zu investieren. ALK-Abello hat sich zum
Ziel gesetzt die Grasstabletten auf den Markt zu bringen, damit noch mehr
Patienten von der Immuntherapie profitieren können. Wir sind jetzt auf die
Ergebnisse der laufenden Studie (GT-08) sehr gespannt, die über 600 gegen
Grasspollen allergische Patienten umfasst", ergänzte Bager.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in der westlichen Welt
über 20 % der Bevölkerung an Allergien leidet. Von ihnen sind ca. 50 % gegen
Grasspollen allergische und die Tendenz ist weiterhin steigend [2] [3]. Im
Vergleich zu herkömmlichen symptomlindernden Medikamenten ist die
Immuntherapie eine einzigartige Behandlung, die von der WHO als gegen die
immunologische Ursache der Allergie gerichtet anerkannt wird und den
natürlichen Verlauf der Krankheit beeinflusst [4]. Bisher wird üblicherweise
nur einem geringen Teil der Patienten einen Allergie-Immuntherapie
angeboten.
"Die wirksamste Methode, um die Symptome der Allergie zu vermeiden
besteht in der Behandlung des allergischen Grundleides selbst. Die
Verfügbarkeit einer verträglichen und leicht einzunehmenden Immuntherapie in
Form von Tabletten entspricht einer echten Therapienotwendigkeit", sagte der
die Studie leitende Wissenschaftler, Professor Ronald Dahl vom
Universitätskrankenhaus in Aarhus, Dänemark. "Mit Hilfe einer wirksamen
Tablette werden mehr Patienten mit Grasspollenallergie Zugang zu einer
ursächlichen Allergiebehandlung haben, die eine dauerhafte Vorbeugung gegen
die Allergiesymptome bietet und den Bedarf an symptomlindernden Medikamenten
verringert", sagte Dahl.
Informationen zur Studie
Bei der GT-07 Studie handelte es sich um eine doppelblinde,
Placebo-kontrollierte, Multi-zentrische Studie, die die Verträglichkeit und
Wirksamkeit der einmal täglich in Form von Tabletten verabreichten
Grassallergie-Immuntherapie von ALK-Abello gegen Placebo testete.
Die Studie umfasste 114 Patienten in Schweden und Dänemark mit
diagnostizierter mittelschwerer bis schwerer Rhinokonjunktivitis und durch
Grasspollen verursachtem leichtem bis mittelschwerem Asthma. Die Patienten
erhielten randomisiert 75.000 SQ-T Einheiten Phleum pratense
(Grasstabletten) bzw. Placebo. Der Behandlungszeitraum vor dem Pollenflug
wurde im Vergleich zur GT-02 Studie verlängert. So erhielten alle Patienten
vor der Pollenflugsaison eine Behandlung über mindestens 10 Wochen ohne
Dosiserhöhung.
Informationen zu ALK-Abello
ALK-Abello ist seit 1923 in der Allergie-Immuntherapie tätig. In den
letzten Jahren hat das Unternehmen eine Produktentwicklungsstrategie
eingeschlagen, die den aktuellen Markt der auf medizinisch geschultes
Personal angewiesenen subkutanen Immuntherapie auf oral zu verabreichende
Alternativen auszudehnen trachtet. Das Entwicklungsprogramm von ALK-Abello
umfasst Mittel in Form von Tabletten, die auf natürlichen Allergenen gegen
Grass und Hausstaubmilben basieren. ALK-Abello hat seinen Hauptsitz in
Hoersholm in Dänemark, nördlich von Kopenhagen. Das Unternehmen gehört zu
100 % der Chr. Hansen Holding A/S (CSE: CHRHb.CO), einem an der Börse in
Kopenhagen notierten Unternehmen.

Impfung gegen
Heuschnupfen
Allergiker verabreicht sich selbst Tropfen unter
die Zunge
Eine neue Behandlungsform von Allergien wird seit
kurzem immer populärer, die im Gegensatz zur bisher verbreiteten
Hyposensibilisierung ohne Spritzen auskommt. Bei der sublingualen
Immuntherapie (SLIT) träufelt der Patient mehrmals pro Woche einige
Tropfen einer Allergenlösung unter die Zunge. Die neue Methode
erzielt unglaubliche Erfolge, obwohl ihre Wirkungsweise noch kaum
erforscht ist, so Natalija Novak, Oberärztin an der Klinik und
Poliklinik für Dermatologie an der Universität Bonn
http://www.uni-bonn.de .
Zunächst befindet sich der Patient in einer zwei- bis vierwöchigen
"Induktionsphase", wo er das Allergen in aufsteigender Dosierung
einnimmt, bei Mehrfachallergikern erfolgt gegebenenfalls eine
Mischung aus zwei oder drei verschiedenen Substanzen. In der
anschließenden "Erhaltungsphase" muss die Therapie dann möglichst
kontinuierlich fortgesetzt werden. "In der Allergen-Saison
reduzieren wir allerdings die Tropfenzahl, damit die
Gesamtbeslastung für die Immunabwehr nicht zu hoch wird", erklärt
Novak . Nach etwa drei Jahren sollte sich das Immunsystem dann an
das Allergen gewöhnt haben.
Allergien treten an der Mundschleimhaut extrem selten auf, weshalb
sie von der Forschern der Universitätsklinik Bonn als
Forschungsschwerpunkt herangezogen wird. "Dabei kommt der Mund mit
extrem vielen Allergie-Auslösern in engen Kontakt", so Novak,
"wahrscheinlich sogar mehr als die Nase." Während diese bei einer
Pollenattacke zuschwillt oder mit unangenehmen Niesorgien reagiert,
scheint irgendein Mechanismus in der Mundschleimhaut derart heftigen
Immunreaktionen vorzubeugen, was für die Allergologen interessant
ist. Manche Mundschleimhautzellen sondern nach Allergenkontakt
bestimmte Botenstoffe ab, die scheinbar allergische
Entzündungsreaktionen blockieren können. Die SLIT ist also keine
"Schluckimpfung", sondern funktioniert auch, wenn kein Tropfen der
Allergenlösung in den Verdauungstrakt gelangt.
Experten empfehlen einen frühen Behandlungsbeginn, am besten schon
im Kindesalter. Ohne Hyposensibilisierung treten gerade bei jungen
Patienten mit der Zeit häufig weitere Allergien oder sogar ein
allergisches Asthma auf. Die Sprühimpfung ist neuesten Untersuchung
zufolge ebenso erfolgreich wie die bis dato angewandte
Hyposensibilisierung, bei der sich die Patienten einer dreijährigen
Injektionsserie unterziehen. Viele Patienten scheuen diese
Behandlungsform aber wegen ihrer Angst vor Spritzen.
|

Neuer
Behandlungsansatz für Allergien
Inaktivierung von p110delta reduziert Symptome
Das Leiden von Millionen von Menschen mit
Allergien wird in Zukunft dank neuen Forschungsergebnissen von
britischen Wissenschaftlern erleichtert werden. Die Erkenntnisse des
Ludwig Institute for Cancer Research (LICR)
http://www.licr.org/ zeigen im Detail, wie die Inaktivierung
eines Schlüsselmoleküls, p110delta, den Effekt von Allergien bei
Mäusen reduziert.
Allergien sind Reaktionen des Immunsystems auf Allergene wie Pollen,
Staub, Insekten und Tiere. Diese resultieren in der Aktivierung von
Immunzellen, so genannten Mastzellen, die entzündliche
Krankheitserreger freisetzen. Das führt zu den bekannten Symptomen
wie einer rinnenden Nase, juckenden Augen, Husten, Hautausschlägen
und Keuchen. Bart Vanhaesebroeck und sein Team am LICR haben in
Kooperation mit Forschern des Novartis Respiratory Disease Centre
herausgefunden, dass die Inaktivierung von p110delta in den
Mastzellen die allergischen Reaktionen bei Mäusen wesentlich
reduziert. Mäusen, denen das Gen für p110delta fehlt, waren völlig
symptomfrei. Bei normalen Mäusen, die mit einem Medikament behandelt
wurden, das das p110delta blockiert, wurde die allergische Reaktion
komplett gestoppt.
Allergien haben in den vergangenen 20 Jahren dramatisch zugenommen,
und damit die Notwendigkeit neuer Behandlungsmethoden. Experten
schätzen, dass allein in Großbritannien eine von drei Personen
zumindest einmal im Leben mit einer Form von Allergie konfrontiert
ist. In Großbritannien leiden neun Mio. Menschen an Heuschnupfen,
sechs Mio. an Hautausschlägen und fünf Mio. an Asthma. Unter
extremen Umständen kann eine allergische Reaktion lebensbedrohliche
oder gar tödliche Konsequenzen haben, beispielsweise bei Erdnuss-
oder Medikamentenallergien. Studienleiter Khaled Ali erklärte, dass
die herkömmlichen Therapien nicht spezifisch sind und auf die
Symptome abzielen, nicht aber darauf, was in den Mastzellen selbst
passiert. "Durch die Fokussierung auf p110delta hoffen wir die
Mastzellenaktivierung direkt zu stoppen und dem Leiden so ein Ende
zu setzen."
Vanhaesebrock warnt davor, dass Menschen nicht mit Mäusen
vergleichbar seien. Es sei noch ein langer Weg bis zur Entwicklung
eines Medikaments für Menschen. Die Forscher von LICR glauben, dass
p110delta auch eine Rolle bei bestimmten Tumorarten, wie Leukämie,
spielt. Sie hoffen, dass die genauere Erforschung von p110delta auch
für die Krebsbehandlung nützlich sein könnte. |

Neue Website für Allergiker und Ärzte
Sie fliegen wieder, die Pollen. Und Tausende Kärntnerinnen und
Kärntner leiden wieder an allergischen Reaktionen. Welche Pollen fliegen
wann und wie lange, welche Reaktionen können sie auslösen? Antworten bietet
nun die auf Initiative von Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy in
Auftrag gegebene neue Website
www.pollenwarndienst.ktn.gv.at..
"Unser Ziel ist es, in der Vegetationsperiode aktuelle Informationen
über den Pollenflug der allergologisch wichtigsten Pflanzen zur Verfügung zu
stellen", so der Gesundheitsreferent. Aufbereitet wurden die Informationen
rund ums Thema Pollen von der Abteilung 12/Sanitätswesen der
Landesregierung. Mitgearbeitet hat Isolde Rudolf, stellvertretende Leiterin
der Allergieambulanz der Dermatologischen Abteilung des LKH Klagenfurt. Drei
BiologenInnen erstellen regelmäßig Vorhersagen, basierend auf den jeweils
über eine Woche ermittelten Pollenflugdaten und den von der Zentralanstalt
für Meteorologie und Geodynamik (Regionalstelle Kärnten) stammenden
Klimadaten.
"Wir befinden uns am Anfang der ersten Blütenperiode", erklärt Elisabeth
Oberleitner, Leiterin des Pollenwarndienstes Kärnten. Das bedeutet für
Allergiker bereits erste Beeinträchtigungen der Gesundheit. Insgesamt gibt
es in Österreich drei wichtige Blütenperioden. Im Frühling ist die Blütezeit
der Bäume."Erle, Hasel und Birke können bei Allergikern Abwehrreaktionen des
Immunsystems hervorrufen", erklärt Helmut Zwander, Leitender Biologe des
Pollenwarndienstes Kärnten.
Die zweite Blütenperiode startet im Frühsommer, (Mai bis Juni) mit
Gräsern wie Ruchgras, Knäuelgras, Wiesenrispengras, Honiggras und Getreide
wie Gerste, Hafer und vor allem Roggen. Von Juli bis September setzt die
dritte Blütenperiode Allergikern zu. Dann blühen Kräuter wie Beifuß und
Spitzwegerich. Heuschnupfen ist in den meisten Fällen die stärkste Reaktion
auf Pollen. Zudem leidet jeder dritte Pollenallergiker an einer
Nahrungsmittelunverträglichkeit.
...Zur Erfassung des Pollenfluges wird eine "Burkard-Pollenfalle" verwendet.
Drei Messstationen - in Wolfsberg, Spittal/Drau und Klagenfurt - geben
Aufschluss über den aktuellen Pollenflug. "Dieser kann auch auf der neuen
Website aktuell abgerufen werden", freut sich Dr. Ambrozy über die
übersichtliche und informative neue Website des Pollenwarndienstes. Tipps
für Pollenallergiker und Informationen über den Heuschnupfen runden das
Informationsangebot ab. "Sie ist ein gelungenes Rundum-Service für
Allergiker und Ärzte", ist der Gesundheitsreferent überzeugt.
(S E R V I CE: Informationen gibt es im Amt der Kärntner
Landesregierung, Abteilung 12/Sanitätswesen, Hasnerstraße 8, 9020
Klagenfurt. Telefon: 050/536-31272. E-Mail:
abt12.umweltmedizin@ktn.gv.at.
Internet:
www.pollenwarndienst.ktn.gv.at. Tonbanddienst: 0463 1529).

Pilz-Enzyme machen Bäcker krank
Europaweites Projekt zu Allergien am Arbeitsplatz
Enzyme aus
Schimmelpilzen sorgen in der Backindustrie nicht nur dafür, dass Backwaren
locker werden. Sie gehören neben Weizen- und Roggenmehlen auch zu den
bedeutendsten Allergenen am Arbeitsplatz der Bäcker: Etwa jeder vierte Bäcker
reagiert auf verschiedene Enzyme allergisch. Die Symptome reichen von
Fließschnupfen, Augenreizungen und Hautreaktionen bis hin zu Asthma. Das geht
aus einer Untersuchung Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für
Arbeitsmedizin (BGFA)
http://www.bgfa.ruhr-uni-bochum.de der Ruhr-Universität Bochum hervor.
Laut Untersuchung sind vor allem die aus dem Pilz Aspergillus gewonnenen
Enzyme gefährlich. Bei 18 bis 25 Prozent der untersuchten Bäcker ließen sich
im Blut spezifische IgE-Antikörper gegen Aspergillus-Enzyme nachweisen.
IgE-Antikörper gegen Enzyme aus den Pilzen Trichoderma oder Thermomyces traten
dagegen nur vereinzelt auf.
In der Backindustrie werden diverse Enzyme (Amylasen, Xylanasen und Cellulasen)
verwendet, die durch Abbau von Stärke und verschiedenen Bestandteilen der
Getreide-Zellwände zur Verbesserung der Teigeigenschaften und Brotqualität
beitragen. Bräunung, Lockerung, Geschmack, Volumen und Frischhaltung von
Backwaren werden z.B. durch Enzyme beeinflusst. Die meisten im Einsatz
befindlichen Enzyme werden mit Hilfe von Mikroorganismen gewonnen. Es handelt
sich dabei hauptsächlich um Pilzkulturen aus Aspergillus und Trichoderma.
Die Ergebnisse der BGFA-Studie sind der erste Teil eines multizentrischen,
europaweiten Projektes, das mit EU-Mitteln für drei Jahre gefördert wird. Ziel
ist es, die Allergen-Belastungen der Luft an unterschiedlichen Arbeitsplätzen
mengenmäßig zu erfassen. Die Messmethoden, die die Forscher am BGFA
entwickeln, um allergene Enzyme nachzuweisen, sollen standardisiert und
optimiert werden. Die Studie-Ergebnisse können genutzt werden, um sinnvolle
Schutzmaßnahmen für Beschäftigte in Bereichen mit Allergenexposition (z.B.
Bäckereien) zu etablieren.

Risiko einer Nahrungsmittel-Allergien überschätzt
Selbstdiagnose führt zur Verwechslung mit Intoleranz
Millionen Menschen glauben irrtümlich an einer Nahrungsmittel-Allergie zu
leiden. Jeder Dritte ist überzeugt, an einer Allergie zu leiden, aber weniger
als zwei Prozent tun es tatsächlich. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung
des britischen Marktforschungsinstituts Datamonitor
http://www.datamonitor.com/~31d16a0abbe748d1a4a881df1b7443ea~/all/home/index.asp
. Viele scheinbar Betroffene würden demnach gewisse Lebensmittel vermeiden und
dadurch auf wertvolle Nährstoffe verzichten, berichtet die BBC.
Zum Teil rührt das Problem daher, dass viele Menschen eine Selbstdiagnose
erstellen. Vor allem in Großbritannien mangle es an zertifizierten
Allergie-Experten und die Schließung zahlreicher Allergie-Ambulanzen
verschlimmere die Problematik zusätzlich. Daraus resultiere die Situation,
dass Menschen Nahrungsmittel-Allergien mit einer Nahrungsmittel-Intoleranz
verwechseln. Eine echte Nahrungsmittel-Allergie ist dadurch gekennzeichnet,
dass das Immunsystem auf ein konsumiertes Lebensmittel abnorm reagiert. In
extremer Form kommt es zu einem so genannten anaphylaktischen Schock, der
lebensgefährlich ist. Die hauptsächlichen Auslöser sind Erdnüsse, Milch und
Meeresfrüchte. Bei einer Nahrungsmittel-Intoleranz wird keine immunologische
Reaktion ausgelöst. Es können aber Symptome wie Asthma, Ekzeme oder Migräne
auftreten.
Datamonitor schätzt, dass rund 30 Prozent aller Nahrungsmittel-Allergien
daher rühren, dass Betroffene Nahrungsmittel genießen, die nicht ordnungsgemäß
gekennzeichnet und bei denen allergieauslösende Inhaltsstoffe nicht angeführt
sind. Schon ein Tausendstel einer Erdnuss besitze für hypersensible Personen
allergisches Potenzial. Laut Datamonitor ist die Allergierate bei Kindern nur
geringfügig höher als bei Erwachsenen, aber Kinder würden häufiger falsche
Diagnosen erstellt werden. "Mit zunehmendem Gesundheitsbewusstsein der
modernen Gesellschaft steigt die Selbstdiagnose", erklärte Silvia Anton. Daher
sollte sich die künftige Forschung um die Entwicklung genauer Diagnosetests
kümmern, die auch eine "echte" Nahrungsmittel-Allergie feststellen. Muriel
Simmons, CEO der British Allergie Foundation
http://www.allergyfoundation.com , bestätigt zwar die häufige
Verwechslung, betont aber, dass "der Körper nicht grundlos auf ein
Nahrungsmittel reagiert". Es zeige, dass der Körper auf einen Inhaltsstoff
reagiert, den er schlecht verträgt und daher sei es unerheblich, dass es sich
um keine "echte" Nahrungsmittel-Allergie handelt.

Allegieauslösendes Gen entdeckt
Ohne A1sterben Mastzellen allergische Reaktion wird
unterbunden
Allergische Reaktionen wie Heuschnupfen können immer wieder kehren, solange
die allergievermittelnden Mastzellen überleben. Forscher der Universität
Uppsala http://www.uu.se haben nun
ein Gen entdeckt, das jene Mastzellen überleben lässt. Wird das Gen blockiert,
können allergische Reaktionen verhindert werden. Für die Forscher öffnet sich
ein neuer Behandlungsweg, so ein Bericht im Journal of Experimental Medicine
http://www.jem.org (J. Exp. Med.
2001 194: 1561-1570). Bisher war bekannt, dass lang lebende Mastzellen die
Vorbedingung für Allergien wie z.B. Heuschnupfen sind. Für die Wissenschaftler
bedeutet die Entdeckung: Keine Mastzellen, keine Allergie und neue
Antiallergika.
Dringen allergieproduzierende Substanzen wie Pollen in den Körper einer
allergischen Person ein, werden diese von so genannten IgE-Antikörpern (IgE
steht für Immunglobulin E) gebunden. Die Antikörper befinden sich an der
Oberfläche der Mastzellen. IgE bindet das Allergen, die Mastzellen werden
aktiviert und setzen Histamin frei. Histamin gilt als Auslöser der
allergischen Reaktionen wie anschwellende Schleimhäute, Juckreiz und
Schnupfen. Allergieauslösende Mastzellen können nach einer akuten Allergie
wieder zum Leben erweckt werden. Dies bedeutet, dass Menschen jahrelang von
einer Allergie heimgesucht werden können, so z.B. während der Pollensaison.
Die Überlebensfähigkeit der Mastzellen führt das Team um Gunnar Nilson auf
das Gen A1 zurück. A1 bewahrt Mastzellen vor dem Selbstmord, auch
programmierter Zelltod genannt. Werden die Mastzellen durch IgE aktiviert,
steigt der Anteil der Gene. Wird A1 blockiert, überleben die Mastzellen die
allergische Reaktion nicht. Im Mäuseversuch zeigte sich, dass ein Mangel an
A1-Genen auch weniger Mastzellen nach einer allergischen Reaktion bedeutet.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen Innoventus
Uppsala
http://www.innoventus.se durchgeführt. Herkömmliche Mittel verhindern eine
allergische Reaktion dadurch, dass Mastzellen an der Freisetzung von Histamin
gehindert werden. Forscher hoffen nun auf Methoden, allergieauslösende
Mastzellen direkt behandeln zu können.

Medikament bekämpft Ursachen von Allergien
Arzneizulassung in Deutschland und den USA läuft
Mehrere Pharmafirmen haben gemeinsam ein Medikament gegen Allergien
entwickelt, das erstmals bereits die Ursachen von Allergien bekämpft. Bislang
war es nur möglich, die Symptome eines Allergieanfalles zu bekämpfen. An der
Entwicklung sind die Unternehmen Genentech, Tanox und Novartis http://www.novartis.de
beteiligt. Das Präparat E25 (Omalizumab) mit dem Namen "Xolair"
soll im kommenden Herbst auf den deutschen Markt kommen.
Im "Journal of the American Medical Association (JAMA)" http://www.ama-assn.org
wurde jüngst von drei klinischen Studien mit über 2.500 Menschen berichtet.
Dabei hätten sich die Nebenwirkungen des Medikaments als vergleichbar mit
denen eines Placebos erwiesen. Da jedoch noch keine ausreichenden Studien mit
Kindern vorliegen, dürfen anfangs wohl nur Jugendliche ab zwölf Jahren und
Erwachsene mit allergischem Asthma oder Heuschnupfen mit "Xolair"
behandelt werden. Auch in den USA läuft das Zulassungsverfahren.
"Xolair" blockiert den Eiweißstoff Immunglobulin E (IgE), der
bei Allergikern nach einem Kontakt mit Pollen oder Tierhaaren im Übermaß
produziert wird. Durch "Xolair" wird die Ausschüttung von körpereigenen
Entzündungsbotenstoffen verhindert. Allergische Symptome wie Hustenreiz,
Augenjucken, Fließschnupfen und Atemnot bleiben aus. Das Medikament muss etwa
alle drei Wochen unter die Haut gespritzt werden.

Allergie-Attacke vor Gewittern
Asthmatikern bei Unwettern besonders gefährdet
Wenn Gewitter im Anzug sind, besteht für Allergie-Asthmatiker besondere
Gefahr: die Menge der Allergene, also jener Stoffe, auf die der Patient mit
einer Allergie reagiert, steigt in Bodennähe auf das Vier- bis Zwölffache der
normalen Pollenlast an. Dies berichtet die Online-Ausgabe des Fachmagazins
Ärztliche Praxis http://aep.r-e.de
.
Das Magazin bezieht sich auf eine Studie australischer Forscher, die den
Zusammenhang zwischen Asthmaanfällen und Unwettern anhand der Daten ambulanter
Notaufnahmen untersuchten. Ihnen fiel auf, dass an Gewittertagen besonders
viele Asthmakranke mit akuten Anfällen die Ambulanzen aufsuchten.
"Die Wetterfronten wirbeln Gräserpollen auf und treiben diese in einem
schmalen Korridor in Bodennähe vor sich her. Dort werden sie von den
Allergikern eingeatmet", beschreibt Studienleiter Guy Marks von der
Universität Sydney das Phänomen.

Allergene von Staubmilben in 23 Mio US-Haushalten
Nationale Studie identifiziert Risikofaktoren
Große Mengen von Allergenen der Staubmilbe sind in 23 Prozent der
amerikanischen Betten vorhanden. Bei mehr als sechs Prozent wurden
Kakerlaken-Allergene nachgewiesen. Zu diesem Ergebnis ist die First National
Survey of Lead and Allergies in Housing gekommen. Diese nationale Studie wurde
von Juli 1998 bis August 1999 durch das US Department of Housing and Urban
Development http://www.hud.gov
und das National Institute of Environmental Health Sciences
http://www.niehs.nih.gov
durchgeführt.
http://www.niehs.nih.gov/oc/news/atszeld.htm
Proben wurden amerikaweit in 831 Haushalten an 75 verschiedenen Standorten
entnommen. Neben Staubproben sammelte das Team um Darryl C. Zeldin Daten zu
Umwelt, Demografie und Gesundheit der Haushalte und ihrer 2.456 Bewohner.
Basierend auf diesen Daten wird geschätzt, dass Allergene der Hausstaubmilbe
in 23,2 Mio Haushalten vorkommen. Zu den Faktoren, die mit einem erhöhten
Allergenrisiko verbunden sind, gehören Einfamilienhäuser, Haushalte mit
niedrigem Einkommen, hohe Luftfeuchte und modriger Geruch im Schlafzimmer, vor
1978 erbaute Gebäude sowie nichthispanische Bewohner.
Die in mehr als sechs Mio. Haushalten vermuteten Kakerlaken-Allergene seien
vor allem in Haushalten mit niedrigem Einkommen, modrigem Geruch, nichtweißen
Bewohnern und bei Lagerung von verdorbenen Lebensmitteln zu finden. Zeldin
erklärte gestern, Dienstag, auf der 97th International Conference of the
American Thoracic Society,
http://www.thoracic.org dass diese Studie wichtige Faktoren identifiziere,
die mit dem steigenden Kontakt mit Hausallergenen eng verbunden seien. "Diese
Informationen können Wissenschaftlern helfen, besonders gefährdete Personen
und Haushalte zu bestimmen und werden so eine gezieltere Prävention und
Intervention ermöglichen."
Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich im Internet unter
http://www.niehs.nih.gov/airborne/home.htm

Eosinophile Leukozyten für Lebensmittelallergie
verantwortlich
Wissenschaftler entwickeln Mäuse-Modell
Eine Studie des Childrens Hospital Medical Center of Cincinnati
http://www.cincinnatichildrens.org hat jetzt einen Typ von
Lebensmittelallergien definitiv mit den so genannten eosinophilen Leukozyten
in Verbindung gebracht. Wird ein Allergen aufgenommen, greifen diese Zellen
das Gewebe im Magen-Darm-Trakt an und verursachen unter anderem
Schwierigkeiten beim Transport des Nahrungsbreis und eine Vergrößerung des
Magens. Nature Immunology
http://www.nature.com/ni
Der Wissenschaftler Marc E. Rothenberg erklärte, dass Allergien den
Magen-Darm-Trakt deutlich in Mitleidenschaft zögen. Schuld seien eben die
eosinophilen Leukozyten. "Orale Antigene rufen eine eosinophile Entzündung in
Speiseröhre, Magen und Dünndarm hervor. Dieser Krankheitsverlauf wird von
Eotaxin gelenkt, das eine entscheidende Rolle bei den Reaktionen des Körpers
auf Allergene spielt und die eosinophilen Leukozyten in das entzündliche
Gewebe bringt."
http://www.eurekalert.com/releases/chmc-sic032601.html
Die aktuelle Studie arbeitete mit dem ersten experimentellen System zur
Analyse von Lebensmittelallergien, die nicht mit einem allergischen Schock in
Verbindung stehen. Rothenberg entwickelte mit seinem Team ein Mäuse-Modell.
Die Tiere erhielten ein mit oralen Antigenen speziell aufbereitetes Futter.
Die Folge war eine Anhäufung von eosinophilen Leukozyten in Blut, Magen,
Dünndarm und Speiseröhre. Zu den Krankheitssymptomen gehörten wie beim
Menschen eine Aktivierung der T-Zellen und Reaktionen der B-Zellen. Bei den
gentechnisch veränderten Mäusen, die über kein Eotaxin verfügten, fand im
Dünndarm keine Verstärkung der eosinophilen Leukozyten mehr statt.
