Chinesen bringen Alcatel
und Co. unter Zugzwang
Westliche Telekomausrüster müssen billiger anbieten
Westliche Telekom-Ausrüster wie Alcatel kommen durch
die Konkurrenz aus China zunehmend unter Druck. Mit günstigen Preisen
machen Firmen wie Huawei Technologies
http://www.huawei.com
ihren Konkurrenten aus Europa und den USA Kunden abspenstig. Die
Anbieter aus dem Westen müssen ihrerseits darauf reagieren: "Sie zwingen
uns, billiger anzubieten", erklärte Philippe Germond, Chief Operating
Officer bei Alcatel, gegenüber dem Wall Street Journal. Vielfach setzen
Telekom-Provider die chinesische Preiskeule nur deshalb ein, um von
westlichen Anbietern günstigere Konditionen zu erhalten.
Mit der nunmehrigen Entwicklung kehrt sich die Geschichte gleichsam um.
Die französische Alcatel hatte als eine der ersten ihren Fuß nach China
gesetzt und ein Joint Venture mit einem einheimischen Partner gegründet,
das später komplett übernommen wurde. Nunmehr beschäftigen die Franzosen
6.000 Leute in China, zehn Prozent des weltweiten Personals.
Gleichzeitig haben chinesische Anbieter wie Huawei ihre Segel Richtung
Westen gesetzt und sind seit geraumer Zeit erfolgreich nicht nur auf
asiatischen Märkten, sondern auch in Europa, Afrika und Lateinamerika
unterwegs.
Huawei hat etwa erst kürzlich den US-Konzern Motorola und den
schwedischen Konzern Ericsson bei einem Millionen schweren Auftrag aus
Thailand ausgestochen. Darüber hinaus haben die Chinesen den ersten
Schritt auf die europäische 3G-Bühne gesetzt und werden für den
niederländischen Provider Telfort ein UMTS-Netzwerk errichten. pte
berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=041210031 Schließlich war Huawei auch
bei Kunden in Deutschland, Spanien, Schweden und Frankreich erfolgreich.
Alcatel spielt die Erfolge seiner Konkurrenten aus dem Reich der Mitte
herunter: "Es gibt jetzt einen ziemlichen Hype um chinesische Anbieter,
nur weil sie erst seit ein paar Jahren da sind. Und immer, wenn sie
einen Deal gewonnen haben, gibt es ein ziemliches Getöse", erklärte
Germond. Nach Marktanteilen gerechnet seien die Chinesen in Europa noch
immer unbedeutend und in den USA praktisch nicht vorhanden. "Ein
wesentlicher Unterschied ist der Service-Level und das Know-how
bezüglich Produkt-Integration, das wir unseren Kunden bieten können.
Wenn die Chinesen da mithalten wollen, müssen sie weltweit Ingenieure
und Techniker rekrutieren und sind dann gezwungen, ihre Preise zu
erhöhen." |

Alcatel gliedert Handy-Fabrik aus
Flextronics übernimmt Produktionsstätte in Frankreich
Der Pariser Telekomausrüster Alcatel http://www.alcatel.com
hat einen Vertrag zur Ausgliederung seiner Handyproduktion unterzeichnet.
Demnach wird das in Singapur ansässige Unternehmen Flextronics http://www.flextronics.com
rückwirkend mit 30. Juni sowohl eine Fabrik in Frankreich als auch deren 830
Mitarbeiter übernehmen. Dies teilte Alcatel heute, Montag, in einer knappen
Aussendung mit. Die Handy-Produktion im französischen Werk Illkirch wird nach
eigenen Angaben eingestellt.
Wie pressetext.austria in der Vorwoche berichtete, hatte
Alcatel-Vorstandsvorsitzender Serge Tchuruk gegenüber dem Wall Street Journal
angekündigt, dass im laufenden Geschäftsjahr die Handy-Fabriken auf "zwölf
oder weniger" reduziert werden. Unklar war wegen fehlender konkreter
Aussagen, wie viele der insgesamt 110.000 Produktionsmitarbeiter ihren Job
verlieren werden.

Alcatel schließt fast alle Produktionsstätten
Maximal zwölf Fabriken überleben
Der französische Telekomausrüster Alcatel http://www.alcatel.com
, der noch im vergangenen Jahr weltweit 120 Fabriken betrieben hat, wird bis
Jahresende seine Produktionsstätten auf "zwölf oder weniger
reduzieren". "Wir werden in Kürze sozusagen eine Unternehmen ohne
Produktionsstätten sein, erklärte Alcatel-Vorstandsvorsitzender Serge
Tchuruk gegenüber dem Wall Street Journal. Die Nachricht kommt weniger als
einen Monat nachdem Alcatel angekündigt hatte, 900 Arbeitsplätze in Nord
Amerika abzubauen.
Wie viele der insgesamt 110.000 Produktionsmitarbeiter konkret ihren Job
verlieren werden, wollte Tchuruk nicht verraten. Derzeit sei man daran, mit
der Belegschaft an für beide Seiten verträglichen Lösungen zu arbeiten.
Alcatel hatte erste grundlegende Restrukturierungen angekündigt, nachdem die
Gespräche um den 23,5 Mrd. Dollar-Merger mit Lucent Technologies geplatzt
waren (Siehe auch http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=010530007
).
Vor zwei Tagen wurde der Verkauf eines Werkes in Richardson, Texas, mit 450
Mitarbeitern bekannt gegeben. Dazu meinte Mike Quigley, Präsident von Alcatel
Americas: "Dies entspricht der Strategie Alcatels, sich auf die Einführung
von neuen Produkten und der Produkteinführungen zu konzentrieren."
Die Österreich-Niederlassung von Alcatel zeigte sich nach einer Anfrage um
eine Stellungnahme von den Schließungen überrascht, firmenintern sei man
noch nicht informiert worden, war von Pressesprecher Anton Bum zu erfahren.
Mit direkten Auswirkungen auf Österreich rechnet Alcatel nicht, zumal man
hierzulande diese Schritte schon mit dem Outsourcing eines Leiterplattenwerkes
im Jahre 1998 sowie eines Komponentenherstellwerks (1995) vorweggenommen habe,
erklärte Bum.
