Der Aktienmarkt allgemein:
Namensverwechslung führt
zu Boom bei falschen Aktien
Rosneft: Exotische Märkten verleiten zu verfehlten
Investitionen
Eine Namensverwechslung rund um die Übernahme des
russischen Mineralölkonzerns Yukos hat einigen
Beteiligungsgesellschaften gute Gewinne verschafft. Zugleich hat der
Vorgang gezeigt, wie "exotische" Aktienmärkte Anleger mit Hoffnung auf
Spekulationsgewinne dazu verleiten, sogar die völlig falschen Aktien zu
kaufen. Betroffen von der Verwechslung war die Aktie des russischen
Pipeline-Bauers Rosneftegazstroy und der Boom um Rosneft im Zuge der
Yukos-Auflösung. Bei Rosneftegazstroy handelt es sich um eine Holding,
die rund 30 Unternehmen der Pipeline- und Öl-/Gas-Infrastrukturtechnik
umfasst und an etlichen weiteren Firmen der Branche beteiligt ist.
Spekulanten stürzten sich in Folge der Yukos-Übernahme auf
Rosneftegazstroy und setzten damit auf das falsche Pferd.
Hans Geldmacher, Vorstand der Stratega-Ost Beteiligungen AG
http://www.stratega-ost.de mit Sitz in Neuss, die seit 1990
existiert und seit 1995 auf den russischen Markt spezialisiert ist,
erläutert den Vorgang: "Nach der Versteigerung der Yukos-Tochter
Yuganskneftegas an die Baikal-Finanz gingen die Spekulationen um die
Yukos-Aktie los. Das Papier erfuhr innerhalb kurzer Zeit Veränderungen
von über 100 Prozent. Als dann am 23. Dezember bekannt wurde, dass
Rosneft hinter der Übernahme steckt, kam es aufgrund einer
Namensähnlichkeit zu der Verwechslung von Rosneft und deren
börsennotierter Tochter Roseneftegaz mit der Holding Rosneftegazstroy.
Spekulanten wollten auch auf Rosneft setzen. Obwohl bereits am gleichen
Tag, am 23. Dezember, in den einschlägigen Internet-Foren auf diese
Verwechslung hingewiesen, zog das Papier von Rosneftegazstroy bis zum
27. Dezember von 0,22 Euro auf zwei Euro in der Spitze an".
Hintergrund der Spekulationen um Rosneftegaz ist die Zerschlagung des
Yukos-Konzerns. Rosneft ist der letzte Ölkonzern, siebtgrößter Russlands,
der sich komplett in staatlichem Besitz befindet. Das Unternehmen hatte
2003 knapp 20 Mio. Barrel gefördert. Die Tendenz der russischen
Regierung, Rosneft mit dem halbstaatlichen Konzern Gazprom zusammen zu
legen, ist deutlich erkennbar. Die staatlich angeordnete Versteigerung
von Yukanskneftegas, das plötzliche Auftauchen der Baikal-Finanz als
Käufer und die angekündigte Klage von Yukos-Aktionären vor
amerikanischen Gerichten haben die Spekulationen genährt. Daraufhin sind
viele Anleger kurzfristig in die russischen Aktien eingestiegen,
getrieben von der Hoffnung, dass die Rosneftegaz-Aktien durch den
Vorgang deutlich wertvoller werden. Immerhin würde durch den Übergang
Yukanskneftegas über Rosneft zu Gazprom ein Konzern entstehen, der
täglich 1,6 Mio. Barrel Öl fördert und damit zu den großen Ölkonzernen
der Welt gehört.
Obwohl aber zwischen Rosneft und Rosneftegazstroy kein Zusammenhang
besteht und diese Tatsache bereits schon im Spätsommer 2004 in
Anleger-Foren dargestellt wurde, brach kurz vor Weihnachten trotz aller
Warnungen ein Run auf das Rosneftegazstroy-Papier aus. Mit dem Motto
"viele Käufer können nicht irren" wurden sogar die Hinweise auf die
Verwechslung beiseite geschoben. Der Rosneftegazstroy-Kurs stieg enorm
an und schloss am 27. Dezember mit einem Kurs, der über dem Fünffachen
der Notierung vom 22. Dezember lag. Und alles aufgrund einer
Verwechslung. Erwartungsgemäß gab der Kurs des Rosneftegazstroy-Papiers
anschließend sofort wieder nach, lag am 30. Dezember noch bei 0,60 Euro.
Hatten spekulationswütige Laien die Kurse genährt, so lag der
eigentliche und unerwartete Vorteil bei den Profis. Auf dem Höchstkurs
vom 27. Dezember, der den Höchststand des Papiers seit dem Jahr 2000
darstellte, konnte die Beteiligungsgesellschaft Stratega-Ost hohe
Gewinne durch den Verkauf von Aktien realisieren.
"Das Rosneftegazstroy-Papier war in unseren Büchern mit 0,34 Euro
bewertet. Angesichts der völlig unbegründeten, aber von uns beobachteten
rasanten Entwicklung am 27. Dezember konnten wir sehr gute Gewinne mit
dem Verkauf der Aktie realisieren. Das wirklich Erstaunliche dabei ist,
dass die spekulierenden Anleger immer wieder alle Bedenken wegen der
Verwechslung Rosneftegazstroy mit Rosneft ignoriert haben. Alleine die
These 'andere kaufen, also muss daran was sein', hat viele dazu
verführt, in das Papier einzusteigen", erläutert Geldmacher. Für
Stratega-Ost war das Geschäft ein erfreulicher Zufall außerhalb der
Reihe. Die Beteiligungsgesellschaft mit der Börsennotierung WKN 733 130
ist damit auf dem besten Wege, ein sehr positives Ergebnis im laufenden
Geschäftsjahr zu erreichen. Das Portfolio von Stratega-Ost umfasst zu
etwa zwei Drittel russische Papiere mit dem Schwerpunkt Energie und
Rohstoffe. Dank nun zehnjähriger Aktivitäten in diesem Markt gehört die
Gesellschaft zu den führenden Russland-Experten der deutschen
Börsenszene.
Die Geschichte um das Rosneftegazstroy zeige aber auch, so Geldmacher,
wohin sich spekulierende Anleger ohne wirkliche Kenntnisse des
betreffenden Marktes gegenseitig treiben. "Im Grunde ist das eine
Warnung für alle ernsthaften interessierten Anleger. Emerging Markets
wie Russland sind börsentechnisch kein Feld für Laien. Langjährige
Kenntnisse des Marktes, Kontakte zu einheimischen Insidern und natürlich
auch die sprachliche Kompetenz, sich aus primären Informationsquellen
direkt zu informieren, sind Grundvoraussetzungen für erfolgversprechende
Börsenaktivitäten. Das muss jeder für sich selbst bewerten und dann für
sich entscheiden, ob er selbst an der Börse Roulette spielen will oder
lieber in Fonds einsteigt, die von Profis gemanaged werden", so
Geldmachers Resümee. |

Aktien-Empfehlungsliste 2002
Durchschnittlich 24,6 Prozent pro Jahr
Wie jedes Jahr stellt die IR-WORLD.com ihre aktuelle Jahresempfehlung für
2002 vor. Auch drei österreichische Unternehmen sind diesmal wieder vertreten.
Im letzten Jahr konnten - wie in den Vorjahren - die Vergleichsindizes
geschlagen werden. Durchschnittlich wurde dabei eine Rendite von 24,6 Prozent
pro Jahr erzielt.
Die Empfehlungsentscheidungen wurden aus fundamentaler Sicht getroffen.
Eine detaillierte Aufstellung mit Kurs, KGV, WKN und Dividendenrendite finden
Sie in der Rubrik "News-Österreich" auf
http://www.ir-world.com .
Für Trading-Interessierte Anleger haben wir ein Handelssystem entwickelt,
das für die wichtigsten österreichischen Aktien im "WirtschaftsBlatt"
veröffentlicht wird. Dieses Handelssystem finden Sie auf
http://www.wirtschaftsblatt.at/chartsysteme/. Wir senden Ihnen auch gerne
die kostenlose Signale zu. Senden Sie ein kurzes E-Mail an
office@ir-world.com mit dem Betreff
"kostenlose Kurssignale".

Ausblick 2002
Nach den sehr schwierigen letzten zwei Börsenjahren erwarten wir für das
Jahr 2002 nun endlich eine Erholung. Die letzten drei Monate des letzten
Jahres 2001 zeigten schon in die richtige Richtung. Alle schlechten Meldungen
sollten schon in den Kursen enthalten sein, so dass es eigentlich nur mehr
besser werden kann. Natürlich wird die Kursentwicklung einzelner Unternehmen
stark von den Unternehmensmeldungen abhängen und starken Kursschwankungen
unterliegen. Außerdem sollte die Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte
2002 wieder deutlich anziehen. Auch wenn sich der Konjunkturaufschwung leicht
verzögert, so sollte die Kurserholung dadurch nicht belastet werden.
Schwer dagegen wird es wieder die Wiener Börse haben. Die inländischen Anleger
werden verstärkt auf die internationalen Märkte drängen und die Performance in
Wien wird aufgrund der besseren Performance der ausländischen Märkte nicht so
überragend sein. Sollte es daher nicht zu sehr massiven Änderungen (etwa wenn
Pensionsfonds in österreichische Aktien investieren müssen) in Österreich
kommen, so erwarten wir für die Wiener Börse eine Seitwärtsbewegung.
International sollten Kursgewinne zwischen zehn und 20 Prozent möglich sein.
Besonders die Märkte in den USA und Europa sollten profitieren. Weniger
optimistisch bin ich für den Bereich Asien. Besonders Japan leidet nach wie
von an seinen eminenten Strukturproblemen. Interessant könnten jedoch
Investitionen in exportorientierte Werte wie Sony oder Toshiba sein, diese
dürften vor allem von dem schwachen Yen profitieren. In den USA ist damit zu
rechnen, dass Technologiewerte im Nasdaq-Index eine bessere Performance
erreichen werden als die Werte im Dow Jones-Index. Die Anlagestrategie sollte
sich derzeit auf Blue Chip Werte(Euro Stoxx 50, DAX, Dow Jones und Nasdaq
100-Werte) konzentrieren. Spekulative Positionen können dazu eingegangen
werden, sollten jedoch nur einen kleinen Teil des Portfolios darstellen. Da
ich von einem stärkeren Euro ausgehe, sollte ein Übergewicht auf die
europäischen Aktienmärkte gelegt werden.
Weiters sollte im Laufe des Jahres eine Branchenrotation in Richtung
Technologie vollzogen werden. Denn die Bereiche Software, Hardware und
Telekommunikation dürften auf dem Vormarsch sein.
Rückblick auf die Empfehlungen 2001
Wie auch in den letzten Jahren konnten wir unsere Vergleichsindizes Dow
Jones, Nasdaq, DAX, Neuer Markt 50 und ATX outperformen. Besonders unsere
konservativen Werte konnten mit einer Performance von +4,4 (USA) und -1
(Europa) überzeugen. Große Verluste von bis zu 87 Prozent mussten wir bei
unseren spekulativen Titeln hinnehmen. Die Gesamtperformance lag damit bei
rund -19 Prozent. Es wurden keine Dividendenerträge in die Berechungen
inkludiert.
Die durchschnittliche Jahresperformance für die letzten sechs Jahre sank trotz
der zwei Katastrophenjahre damit auf noch immer beachtliche 24,6 Prozent.
Empfehlungen 2002
Die Empfehlungsliste 2002 versucht wie in jedem Jahre einen soliden Mix
zwischen konservativen, dividendenstarken Titeln und wachstumsstarken
Unternehmen herzustellen. Besonders in den letzten beiden Jahren konnten die
dividendenstarken Titel überzeugen.
Die vollständige Liste inkl. KGV und Dividendenrendite finden Sie unter
http://www.ir-world.com in
der Rubrik "News-Österreich".

USA:
American Electric Power: Großer amerikanischer Energieversorger. Die
Analysten gehen von einem Gewinnwachstum von rund zehn Prozent aus. Das
Unternehmen ist mit einer Dividendenrendite von über fünf Prozent gut
abgesichert.
AOL Time Warner: Das Unternehmen wurde im letzten Jahr stark von der
Konjunkturschwäche bzw. der abflachenden Interneteuphorie belastet. Kinohits
wie "Harry Potter" und "Herr der Ringe" konnten daran nicht viel ändern. Das
Unternehmen sollte jedoch am besten die Synergieeffekte zwischen Internet und
Unterhaltung nutzen können und dürfte in naher Zukunft davon profitieren.
AT&T: Einer der größten Telekommunikationsunternehmen der Welt. Im letzten
Jahr belastete der durch Akquisitionen angehäufte Schuldenberg. Dieser konnte
jedoch in den letzten Zeit deutlich reduziert werden. Daher sollte das
Unternehmen bald zu seiner alten Ertragsdynamik zurückfinden.
General Electric: Das Standardunternehmen in jedem Depot. In den nächsten
fünf Jahren wird mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 15 Prozent
gerechnet. Die Dividendenrendite liegt bei rund 1,7 Prozent.
Walt Disney: Durch die Terroranschläge wurde besonders der Geschäftszweig
"Erlebnispark" belastet. Auch die fehlgeschlagene Internetstrategie belastete
das Unternehmen. Die negativen Überraschungen sollten daher bereits im Kurs
enthalten sein. Die Aktie konnte sich jedoch bereits von seinen Tiefständen
gut erholen.
Philip Morris: Einer der größten Tabak- und Nahrungsmittelhersteller der
Welt. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine sehr günstige Bewertung und
durch eine hohe Dividendenrendite von rund fünf Prozent aus. Die Aktie wird
nach wie vor von den Klagen in den USA belastet.

Europa:
Deutsche Telekom: Eines der größten Telekommunikationsunternehmen der Welt.
Derzeit belasten hohe Schulden das Unternehmen. Durch Akquisitionen werden
auch in den nächsten Jahren durch die Abschreibungen keine buchhalterischen
Gewinne erwirtschaftet werden.
E.On: Einer der größten Energieversorger in Europa. Mit einem KGV von 16
ist die Aktie derzeit fair bewertet. Aufgrund der guten Kapitalausstattung
könnten einige Überraschungen in diesem Jahr passieren.
DaimlerChrysler: Einer der größten Automobilhersteller der Welt. Ist
strategisch wohl am besten aufgestellt. Konnte sich von seinen Tiefständen
schon deutlich erholen. Durch die starken Rationalisierungsmassnahmen sollte
in den nächsten Jahren eine deutliche Zunahme der Ertragsdynamik erzielt
werden können. Das Unternehmen ist weiters durch eine hohe Dividendenrendite
abgesichert.
Ericsson: Das Unternehmen ist einer der größten Telekommunikationsausrüster
der Welt. Durch die stark defizitäre Handyproduktion wurde das Unternehmen
stark belastet. Durch die Zusammenlegung der Sparte mit Sony sollten diese
Probleme jedoch gelöst sein.
Palfinger: Einer der größten Kranehersteller der Welt. Das Unternehmen ist
sehr günstig bewertet. Durch Aktienrückkaufprogramme sollte der Aktienkurs
positiv stimuliert werden.
Telekom Austria: Das größte Telekommunikationsunternehmen in Österreich
sollte durch die Übernahmespekulationen beflügelt werden.
AXA: Einer der größten Versicherungskonzerne in Europa. Ist durch eine gute
Dividendenrendite abgesichert.
ING: Zählt zu den aktivsten Banken in Europa. Das Unternehmen ist derzeit
am Markt sehr billig bewertet. Auch die Dividendenrendite ist
überdurchschnittlich hoch.
Sony: Ist einer der führenden Elektronikkonzerne der Welt. Das Unternehmen
dürfte vor allem vom fallenden Yen profitieren. Weiters soll der Start der
nächsten Spielkonsolengeneration vorgezogen werden.

Spekulative Titel
Nortel: Ist einer der größten Telekommunikationsausrüster und in den
letzten Jahren stark in Bedrängnis gekommen. Die eingeleiteten
Restrukturierungsmaßnahmen könnten jedoch das angeschlagene Unternehmen wieder
in die Gewinnzone führen.
GASCO Energy: Das Management des Erdgasexplorationsunternehmens hat sich
auf die Auffindung von Erdgasblasen spezialisiert. Das Unternehmen hat
Kooperationen mit großen Erdgasunternehmen geschlossen, die für das
Unternehmen die Felder erschließen. Die ersten Bohrergebnisse sind
vielversprechend. Das Management will nach erfolgreicher Exploration (zwölf
bis 24 Monate) das Unternehmen zur Gänze verkaufen. Dieses Konzept konnte
bereits in den letzten fünf Jahren dreimal erfolgreich durchgezogen werden.
Dabei wurden Vermögenswerte von rund 1,5 Mrd USD generiert.
MidasTrade Inc: Ist kein Internetbroker im herkömmlichen Sinn. Das
Unternehmen hat nur das Recht, koreanische Broker online mit den Börsen zu
verbinden. Dies ist derzeit nicht möglich. So waren Ende Januar rund 4,7 Mio.
koreanische Onlinetrader mit der NY-Börse verbunden. Das Unternehmen verdient
bei jedem Trade rund einen bis zwei USD mit. Weiters ist das Unternehmen gut
kapitalisiert und zeichnet sich durch sehr geringe Fixkosten aus. Ein Listing
im deutschsprachigem Raum ist in Kürze geplant.
Adcon Telemetry: Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von kabelloser
Datenübertragungstechnologie auf Basis des digitalen Datenfunks. Adcons
Produktangebot reicht von Umwelt- und Agrarmesstechnik über standardisierte
Funkmodems bis zu OEM-Komponenten. Das Unternehmen hat seit seinem Höchststand
im März 2000 (über 35 Euro) rund 90 Prozent seines Wertes eingebüsst obwohl
sich die fundamentalen Kennzahlen deutlich verbesserten.
Wapme Systems: Dieses Telekomdienstleistungsunternehmen erstellt unter
anderem für große Telefongesellschaften mobile Anwendungen auf Basis der SMS,
WAP, GPRS und UMTS Technologie. Das Untenehmen konnte in den letzten drei
Quartalen den Umsatz um rund 144 Prozent steigern, der Verlust konnte vor
allem im letzten Quartal deutlich gesenkt werden. Die Eigenkapitalquote liegt
bei rund 89 Prozent.
Splendid Media: Ist im Film-Lizenzhandel tätig. Das Unternehmen verlor von
seinen Höchstständen rund 95 Prozent, konnte jedoch in den ersten drei
Quartalen den Umsatz um 17 Prozent auf 28,7 Mio. Euro steigern. Der Gewinn pro
Aktie lag mit 0,08 Euro pro Aktie deutlich niedriger als im Vorjahr (0,61 Euro
pro Aktie). Jedoch war das Ergebnis durch Herstellungs- und Vertriebskosten
belastet.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne unter
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Swissair-Aktie stürzt an der Schweizer Börse ab
Kurs hält sich knapp über einem Franken
Erwartungsgemäss sind die Aktien der Swissair
http://www.swissairgroup.com heute an der Schweizer Börse SWX Swiss
Exchange http://www.swx.com
komplett eingebrochen. Die Papiere waren Montag und Dienstag vom Handel
suspendiert worden, der Schlusskurs vom Freitag betrug 42,05 Franken. Heute
stürzten sie auf ein trauriges Rekordtief von 1.25 Franken. Der Wert pendelte
gegen Mittag um 3 Franken. Somit haben die Aktien an einem einzigen Tag fast
93 Prozent ihres Wertes eingebüsst.
Damit bestätigen sich die Befürchtungen von Analysten, dass für Aktionäre
der Swissair ein Totalverlust zu erwarten ist. Lediglich für Obligationäre
besteht laut Zürcher Kantonalbank
http://www.zkb.com eine ganz kleine Hoffnung auf Konkursdividenden.

Aktienkurse werden von Emotionen beherrscht
ZKB schätzt, dass Kurse weiter unter Druck bleiben
Die Unsicherheit der Märkte dauert nun schon über eine Woche an, die
Kursausschläge werden laut Analysten der Zürcher Kantonalbank
http://www.zkb.ch von emotionalem
Denken beherrscht. Die leicht verbesserte Handelsbilanz der USA (-28,83 Mrd.)
konnte daran nichts ändern. Auch die Aussage von Bundesbankpräsident Ernst
Welteke, das deutsche Konsumverhalten sei nach wie vor auf hohem Niveau
brachten keine neue Fantasie in den Markt.
Die ZKB erwartet keinen weiteren Fall des Dollars, trotz der schlechten
Nachrichten aus den USA wie Massenentlassungen bei den Airlines,
Gewinnwarnungen verschiedener Unternehmen und nachlassendes Konsumverhalten.
Neue Bewegungen könnten die Indikatoren für den Monat September bringen,
welche die Ereignisse in den USA mit einbeziehen.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, Kurs dividiert durch den Gewinn pro Aktie)
des Schweizer Aktienmarktes sinkt weiterhin und beträgt nach Berechnungen der
ZKB derzeit 15. Dieses Resultat liegt nahe beim Durchschnitt der letzten 13
Jahre. Das langjährige Mittel seit 1973 liegt bei 13,5. Andere europäische
Märkte zeigen ein ähnliches Bild. In den USA hingegen liegt das KGV mit 19,1
deutlich über dem Schnitt von 16,4 seit 1988. Die Kantonalbank schätzt, dass
die Aktien deshalb weiter unter Druck bleiben. Für steigende Kurse bräuchte es
erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung. Auch die Unsicherheit über
mögliche Reaktionen der USA auf die Terrorangriffe verhindert weiterhin eine
Besserung.
