Beschnittene Männer:
Seltenere HIV-Ansteckung
Hohes Risiko der Infektion bei häufigem
Partnerwechsel
Unbeschnittene Männer, die häufiger die
Sexpartnerin wechseln, infizieren sich mehr als doppelt so häufig
mit HIV als beschnittene. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von
Forschern aus den USA und Kenia, die in der jüngsten Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins Journal of Infectious Diseases
http://www.idsociety.org veröffentlicht wurde.
Das Forscherteam um Jared Baeten hatte zwischen 1993 und 1997 mehr
als 740 keniatische Lastwagenfahrer untersucht. Die Trucker wurden
nach ihren Sexualgewohnheiten befragt und mit Hilfe statistischer
Modelle wurde daraufhin das HIV-Risiko ermittelt. Die Probanden
waren am Beginn der Untersuchung alle HIV-negativ. Untersucht wurde
auch ob die Männer beschnitten waren und wie häufig sie außerhalb
ihrer Ehe Sexualverkehr mit Bekannten oder Prostituierten hatten.
Der Wahrscheinlichkeit nach lag das Risiko sich mit dem HI-Virus zu
infizieren durchschnittlich bei eins zu 160. Bei nicht-beschnittenen
Männern stieg dieses Risiko auf eins zu 80 an, bei beschnittenen
fiel es auf eins zu 200.
Die Studienautoren gaben an, dass kulturelle Unterschiede bei der
Infektion keine Rolle spielten. Bereits in anderen vorangegangenen
Studien konnten Forscher ein erhöhtes Infektionsrisiko bei
nicht-beschnittenen Männern feststellen. Die Gründe dafür sind
bisher nicht bekannt. Zusätzlich zur Beschneidung konnten die
Forscher ein anderes signifikantes Ergebnis in der Studie
feststellen: Die hohe Rate an Infektionen pro sexuellem Kontakt von
Frauen an Männer. In vergangenen Studien wurden in erster Linie
monogame Paare untersucht. Dort war das Risiko einer Infektion pro
Geschlechtsakt bei eins zu 1.000 oder sogar noch weniger.
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Aids: USA ändern
Richtlinien für antiretrovirale Medikamente
Einsatz nach Vergewaltigung, Drogenkonsum und
ungeschütztem Sex
Neue Richtlinien der Centers for Disease Control
and Prevention
http://www.cdc.gov legen fest, dass Menschen, die durch
Vergewaltigung, Drogenkonsum oder ungeschützten Sex mit dem
Aidsvirus in Kontakt kamen, antiretrovirale Medikamente erhalten
sollen. Diese Medikamente können innerhalb von 72 Stunden nach dem
Kontakt eine Infektion verhindern. Diese Richtlinien bedeuten laut
BBC einen grundlegenden Richtungswechsel in der Haltung der
amerikanischen Regierung. Empfehlungen aus dem Jahr 1996 legten
fest, dass nur medizinisches Personal antiretrovirale Medikamente
erhält, das mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.
Amerikanische Ärzte hatten die frühere Empfehlung heftig kritisiert
und argumentiert, dass es aberwitzig sei, dass die amerikanische
Regierung eine entsprechende Behandlung von Vergewaltigungsopfern
nicht erlaube. Diese Form der Behandlung ist in mehreren anderen
Ländern zugelassen. Versuche mit Tieren und Tests mit
Vergewaltigungsopfern haben gezeigt, dass die Einnahme einer
Kombination von Medikamenten kurz nach dem Kontakt mit dem Virus
eine Infektion verhindert. Ein Sprecher der Centers for Disease
Control and Prevention erklärte, dass die Schwere der HIV Epidemie
in Amerika es erforderlich mache, dass alle Anstrengungen zur
Verringerung der Übertragungsrate unternommen würden. In Amerika
werden jährlich 40.000 neue Erkrankungen gemeldet. Die Regierung
wird keine Mittel für die Verabreichung der Medikamente während der
28 Tage dauernden Behandlung zur Verfügung stellen.
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Hinweis auf Entstehung
von HIV beim Menschen gefunden
Einzelne Veränderung eines Gens entscheidend
Wissenschafter des National Institute for Medical
Research
http://www.nimr.mrc.ac.uk haben einen wichtigen Hinweis auf die
Ursprünge von HIV beim Menschen gefunden. Es wurden entscheidende
genetische Unterschiede eines Gens fest bei Rhesusaffen festgelegt,
das eine HIV Infektion verhindern kann und seines dazu unfähigen
menschlichen Gegenstücks. Es scheint so zu sein, dass nur eine
einzelne Veränderung des menschlichen Gens ausreicht, um eine
Blockierung der Infektion zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie
wurden in Current Biology
http://www.current-biology.com veröffentlicht.
Die Forscher gehen laut BBC davon aus, dass HIV sich nicht
verbreitet hätte, wenn die Menschen über die gleiche Genversion wie
die Rhesusaffen verfügten. Der leitende Wissenschafter Jonathan
Stoye erklärte, dass diese Entdeckung über wichtige Implikationen
für die Entwicklung einer effektiven Gentherapie gegen Aids verfüge.
Theoretisch sollte es möglich sein, Zellen einer infizierten Person
zu entnehmen, sie mit dem veränderten Gen gegen eine HIV Infektion
resistent zu machen und sie dem Patienten wieder zuzuführen. Diese
Zellen könnten in der Folge den Ausbruch von Aids verhindern.
Alternativ sei es denkbar, Medikamente zu entwickeln, die das
menschliche Gen gegen HIV aktivieren.
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Schlüssel von
HIV-bekämpfenden Genen geknackt
Drei unterschiedliche Molekültypen
Die Schlüsselgene, die den Körper bei der
Bekämpfung der HIV-Infektion lenken, sind von Wissenschaftlern
erkannt worden. Diese neuen Erkenntnisse sollen zum Verständnis
beitragen, weshalb manche Menschen, die mit HIV infiziert sind,
jahrelang symptomfrei leben können und andere sehr schnell mit dem
Auftreten der Symptome zu kämpfen haben, so die BBC
http://news.bbc.co.uk/ . "Die Ergebnisse werden uns genau zu
verstehen helfen, wie das Immunsystem gegen HIV erfolgreich sein
kann oder versagen kann", so Forschungsleiter Philip Goulder.
Die Studie, die im Nature
http://www.nature.com/ veröffentlicht wurde, fand in einem
Verbundprojekt der Universitäten von Oxford, KwaZulu-Natal und
Harvard statt. Experten glauben, dass zwischen dem HIV und dem
Immunsystem des Körpers ein äquivalentes Entwicklungswettrüsten
auftritt. Der Virus sei in der Lage, schnell zu mutieren, um dem
Abwehrsystem des Körpers ausweichen zu können. Dies wiederum treibe
die rasende Entwicklung des Immunsystems an. Genetische Variationen
sein weniger wirksam in der Bekämpfung einer Infektion, während
wirksamere Formen eine größere Überlebenschance hätten.
Normalerweise daure der Prozess einer gegenseitigen Gewöhnung
Tausende von Jahren. Aber diese Forschungen haben gezeigt, dass es
im Falle von HIV viel früher passiert. Es sind nicht nur die
Menschen, die den HIV-Virus verändern, auch die Menschen werden
durch den Virus in ihrer Entwicklung verändert. Die Forscher
konzentrierten sich auf Moleküle, die Leukozyten Antigene (HLA).
Diese sagen dem Immunsystem welche Zellen mit HIV infiziert wurden
und zerstört werden müssen. Es gibt drei Typen des einen
spezifischen HLA-Typs und es ist schon seit längerer Zeit bekannt,
dass der B-Typ die Gene schneller entwickelt als die Typen A und C
es tun.
Die Forscher sammelten Daten von HIV-infizierten Frauen, die wegen
ihrer Schwangerschaft in einer Klinik in Durban, Südafrika, lagen.
Sie fanden heraus, dass die B-Typ-Moleküle ihre Arbeit am besten
machen - sie identifizieren die mit HIV befallenen Zellen am
schnellsten und lösen diese auf. Die Fortschrittgeschwindigkeit der
Infektion scheint mit der Version des B-Moleküls, die jede Frau
trug, verbunden zu sein. Die Forscher fanden heraus, dass die
HIV-positiven Frauen, die eine schützende Form des Gens tragen,
nicht nur eine größere Überlebenschance haben, es ist auch weniger
wahrscheinlich, dass sie ihr Baby mit dem Virus anstecken. |

HIV-Medikamente fehlen
weiter
Generika schaffen Zulassung durch WHO nicht
Die WHO
http://www.who.int/en plant bis Ende 2005 drei Mio. Menschen in
Entwicklungsländern mit Medikamenten gegen Retroviren (ARV) zu
versorgen. Derzeit erhalten nur 440.000 der sechs Mio. Betroffenen
die entsprechenden Medikamente. Ein Teil des Problems besteht darin,
dass billigere Nichtmarkenprodukte die Zulassung nicht schaffen.
Eines von fünf Medikamenten erreicht die Zulassung durch die WHO
nicht. Obwohl ARVs keine Heilung ermöglichen, blockieren sie die
Fähigkeit des Virus sich zu vermehren. Daher können sie das
Ausbrechen von Aids durch eine Verlangsamung des Angriffes auf das
Immunsystem hinauszögern.
Die WHO hat Standards erstellt, um die Qualität von HIV-Medikamenten
sicherzustellen. Hilfsorganisationen soll damit eine
Orientierungshilfe geboten werden. Generische Medikamente sind
billiger als Markenprodukte. Laut WHO muss nachgewiesen werden, dass
sie qualitativ gleichwertig sind. Diese Standards sind strenger als
jene, die von vielen Ländern angewendet werden. Die Folge davon war
laut BBC, dass einzelne Medikamente nicht in die Liste der WHO
aufgenommen wurden. 13 Medikamente wurden freiwillig zur weiteren
Überprüfung von der Liste genommen, die rund 30 verschiedene
generische Aids-Medikamente enthält. Laut dem WHO-Sprecher Lembit
Rago hat die Entfernung der Medikamente von der Liste zwar direkte
Auswirkungen auf zahlreiche Patienten in ärmeren Ländern, stellt
aber langfristig Qualitätsstandards sicher.
Zwei generische Medikamente des indischen Herstellers Cipla wurden
nach sechs Monaten wieder auf die Liste gesetzt. Lamivudin und
Lamivudin in Kombination mit Zidovudin wurden ebenfalls wieder
aufgenommen, nachdem neuerliche Tests bewiesen, dass sie qualitativ
den patentierten Markenprodukten entsprachen. Die WHO hofft, dass
dieses Vorgehen die anderen Hersteller dazu motiviert, die erneute
Überprüfung von 16 weiteren aus der Liste genommenen HIV
Medikamenten rasch voranzutreiben. Laut Medecins Sans Frontieres (MSF)
http://www.msf.org
ist der Einsatz von generischen Medikamenten absolut notwendig.
Rowan Gillies betont, dass die von der WHO vor einem Jahr bekannt
gegebenen Ziele derzeit nicht auch nur annähernd erreicht seien. "Es
sind noch immer rund fünf Mio. Menschen, die in den nächsten zwei
Jahren sterben werden, wenn sie nicht die notwendigen Medikamente
erhalten." |

Antibiotikum halbiert Zahl
der Todesfälle bei Aids
Cotrimoxazol bei Kindern sehr wirksam
Tests des Medical Research Council
http://www.mrc.ac.uk
haben den Erfolg eines Antibiotikums in der HIV/Aids-Behandlung
nachgewiesen. Die Tests wurden frühzeitig beendet, als deutlich wurde,
wie wirksam die tägliche Verabreichung des Antibiotikums Cotrimoxazol
bei HIV/Aids war. WHO
http://www.who.int/en und Unicef
http://www.unicef.org
verändern aufgrund der Ergebnisse der in The Lancet
http://www.thelancet.com veröffentlichten Studie ihre Empfehlungen
für Medikamente. Das Team um Dianna Gibb untersuchte in Sambia 541
Kinder mit HIV Symptomen im Alter von einem bis 14 Jahren. In Sambia ist
die Resistenz gegen häufig eingesetzte Antibiotika weit verbreitet.
Jenen Kindern, die täglich Cotrimoxazol erhielten, erging es besser als
jenen, die ein Blindpräparat erhielten. Nach 19 Monaten war ein Viertel
der mit dem Antibiotikum behandelten Kinder gestorben. In der
Kontrollgruppe waren es mehr als 40 Prozent. In der Vergangenheit wurde
diskutiert, ob HIV-positive Kinder Cotrimoxazol erhalten sollten, auch
wenn sie keine Symptome zeigten und ihre CD4-Werte normal waren. Die
neuen Ergebnisse legen nahe, dass alle betroffenen Kinder das Medikament
erhalten sollten. Alle an der Studie teilnehmenden Kinder erhalten
derzeit Cotrimoxazol. Jene, die eine Behandlung gegen Retroviren
brauchen, bekommen sie jetzt über ein Programm der sambischen Regierung.
Laut Gibb ist die direkte Behandlung von HIV nur ein Ansatz in seiner
Bekämpfung. Die Verringerung der sekundären Komplikationen und
Infektionen, die bei einem schwachen Immunsystem genauso tödlich sein
können, sei ebenfalls wichtig und ermögliche entsprechende Ergebnisse.
"Die Ergebnisse dieser Studie sollten einen Anstoß dafür liefern, dass
die Cotrimoxazol-Prophylaxe und Ernährungsunterstützung im Klinikbereich
ohne Rücksicht auf die Resistenzen gegen dieses Medikament zur Verfügung
gestellt werden." Täglich sterben laut BBC 1.300 Kindern weltweit an mit
HIV und Aids in Zusammenhang stehenden Erkrankungen. |

Erste
Bilder von HIV in lebender Zelle
Vom Weg
des Virus in den Zellkern und den Beginn der Infektion
Weltweit
erstmals präsentieren Forscher der University of Illinois/Chicago (UIC)
http://www.uic.edu/index.html mit einem Zeitraffer-Mikroskop Bilder einer
HIV-Infektion. Die Bilder zeigen eine frühe HIV-Infektion in lebenden Zellen.
Gefilmt wurden einzelne HIV-Teilchen auf dem Weg in den Zellkern von
menschlichen Zellen und die Inbetriebnahme der genetischen Maschinerie. Dies
ist der erste Schritt in der Zerstörung des Immunsystems, der zu Aids führt.
Die Farbbilder und der 23-minütige Film bieten nicht nur Einblicke von "HIV in
Action", sondern beweisen auch, dass HIV die Assistenz des Wirten zur
Schädigung der Immunabwehr in Anspruch nimmt. Die Bilder zeigen das Virus auf
dem Weg entlang der Mikrotubuli, also des elektronenmikroskopisch erkennbaren
Röhrensystems als Teil des Zellskeletts, in den Zellkern. Dafür hakt sich das
Virus in das Protein Dynein, den molekularen Motor der Zelle, ein. "Dynein ist
gewissermaßen der Sattelschlepper, die Mikrotubuli die Autobahn und die
HIV-Partikel die Last", erklärte der Co-Autor der Studie David McDonald.
Die kleinen HIV-Teilchen haben einen Durchmesser von einem zwölf-millionstel
Zentimeter. Um den Nukleus zu erreichen, müssen sie eine um das 500-fache
größere Distanz als ihre eigene Struktur überwinden. Hinzu kommt, dass der Weg
durch zelluläre Strukturen blockiert ist, von den "Kraftwerken" der Zelle, den
so genannten Mitochondrien bis hin zu Proteinen. Wie sie es dennoch schaffen,
bewiesen die Forscher durch Fluoreszenz. Sie statteten die Partikel mit einem
grün fluoreszierenden Protein aus. Die Mikrotubuli der Wirtszelle leuchteten
durch die Inkorporation eines weiteren fluoreszierenden Proteins in ihre
Bausteine dunkelrot.
Die Bilder der mit HIV infizierten lebenden Zellen wurden dann unter einem
Mikroskop in 15-Sekunden-Intervallen geschossen und zu einem Film
zusammengefügt. Die "Reise" dauert zwischen zwei und vier Stunden. Die
Wissenschaftler sahen, dass das Virus an der Peripherie des Zellkerns Komplexe
mit dem genetischen Material der Wirtszelle bildet. Damit wird dem Virus das
"Werkzeug" zur eigenen Reproduktion bereitgelegt. Die Funktion von Dynein
bestätigten die Forscher durch einen Antikörper-Zusatz. Dieser blockierte den
molekularen Motor. Stoppte der Motor, lagen die viralen Partikel in der
Wirtszelle verstreut und nicht um den Zellkern versammelt.
Thomas Hope, Co-Autor der Studie, will die für die HIV-Forschung entwickelte
Technik für das Studium an Ebola ausdehnen. In der Ebola-Forschung tappt die
Forschung in vielen Bereichen noch im Dunkeln. Über die Biologie des tödlichen
Virus und den Eintritt in die Zelle ist noch wenig bekannt.
Bilder und Film unter:
http://www.uic.edu/depts/paff/newsbureau/hivphotos.html

US-Biotech-Unternehmen senkt Preis für Aids-Medikament
Gilead
Sciences verkauft Viread in 68 Entwicklungsländern "ohne Gewinn"
Das an der
Nasdaq notierte Biotech-Unternehmen Gilead Sciences
http://www.gilead.com
wird eigenen Angaben zufolge den Preis für das Aids-Medikament Viread in 53
Ländern Afrikas und 15 weiteren Entwicklungsländern drastisch senken. Der
Preis von Viread richte sich einzig nach den Produktions- und
Distributionskosten. Der Medikamenten-Versand soll Mitte 2003 starten.
Programme, denen Viread zu Gute kommen soll, werden zuerst allerdings
sondiert. Nur jene, die über ein effektives Behandlungsprogramm bzw.
Lagermöglichkeiten verfügen und das Medikament adäquat verschreiben, können
Viread kostengünstig beziehen. Noch hat das Biotech-Unternehmen allerdings den
tatsächlichen Preis für die Entwicklungsländer nicht festgesetzt, erklärte
Gilead-Sprecherin Amy Flood. In den USA kostet Viread dem Patienten stattliche
4.320 Dollar jährlich.
Viread wurde erst im Oktober vergangenen Jahres von der US-Gesundheitsbehörde
FDA http://www.fda.gov
zugelassen. Tests an 700 HIV-Infizierten zeigten, dass das Medikament den
Virenanteil im Blut der Patienten signifikant vermindert. Durch dem Druck von
Aids-Aktivisten, Generika-Produzenten und afrikanische Regierungen haben
einige Pharmaunternehmen bereits 2001 die Preise für Aids-Medikamente gesenkt.

HIV-Test liefert Ergebnis in 20 Minuten
FDA erteilt Zulassung – US-Verkauf startet in den nächsten
Monaten
OraSure Technologies
http://www.orasure.com hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA
http://www.fda.gov die Zulassung
für den HIV-1-Antikörpertest erhalten. OraQuick soll in nur 20 Minuten eine
Infektion mit dem HI-Virus feststellen. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der
Zulassung stiegen die Aktien des börsennotierten Unternehmens um 66 Cent auf
6,44 Dollar. Bleibt zu hoffen, dass neben der Entwicklung schnellerer
Diagnose-Tests auch die in vielen Teilen der Welt inadäquate Behandlung von
HIV-Infiziezierten vorangetrieben wird.
Laut Angaben von OraSure besitzt der Test eine Empfindlichkeit von 99,6
Prozent und eine Genauigkeit von 100 Prozent. Dabei wird eine Blutprobe von
der Fingerspitze in eine Entwicklungslösung getaucht. OraQuick wird in die
Lösung getaucht und liefert kurz darauf das Testergebnis. Bislang mussten
Patienten tagelang auf das Testergebnis warten, dass die Blutproben zu
Analysezwecken in Labors geschickt werden mussten.
Der Test soll US-Krankenhäusern und Medizinlabors zur Verfügung stehen.
OraSure hat zu diesem Zweck mit Abbott Laboratories einen Vertrag für einen
Co-Exklusive-Vertrieb abgeschlossen. Abbott wird in den nächsten ein bis zwei
Monaten mit dem Verkauf starten. Durch die FDA-Zulassung könnte OraQuick rund
40.000 CLIA-qualifizierten Labors zur Verfügung stehen. CLIA ist die Abkürzung
für Clinical Laboratory Improvement Act of 1988. CLIA-qualifizierte Labors
sind dazu berechtigt, mäßig komplexe Diagnosetests durchzuführen. In
CLIA-Labors werden Schätzungen zufolge 17 Mio. HIV-Tests pro Jahr
durchgeführt.

Kokain beschleunigt Aids-Ausbruch
Studie bei Mäusen bestätigt Gefahr von Koks für das
Immunsystem
Kokain beschleunigt den Ausbruch von den typischen Infektionen, an denen
HIV-Positive Patienten erkranken. Das stellten Forscher der Universität von
Los Angeles jetzt im Versuch mit Mäusen fest. Über den Grund der Tatsache
rätseln die Wissenschaftler aber weiterhin. Die Studie wird im März im
"Journal of Infectious Diseases"
http://www.journals.uchicago.edu/JID/journal veröffentlicht, berichtet die
New York Times heute, Freitag.
"Kokain hat im Laborversuch 200 Mal schneller zur Ausbreitung von viralen
Infektionen geführt", so die Studienleiterin Gayle Baldwin. Zusätzlich hatten
die Kokain-Mäuse nur ein Neuntel der so genannten CD4-Zellen von Mäusen, denen
nur eine Salzwasserlösung verabreicht wurde. Die CD4-Zellen werden auch
Helfer-T-Zellen genannt. Sie sorgen für die Ankurbelung des Immunsystems. Wenn
die Zahl dieser Zellen vermindert wird, gebe es keine Hoffnung, gegen die
Infektionen anzukommen, so der Forscher. "Kokain verstärkt eindeutig die
Nachbildung des Virus und vermindert die Zahl der Humanzellen", so der
Wissenschaftler. Darüber hinaus werden auch noch andere Zellen geschädigt.
Baldwin meint, dass Kokain starke Effekte auf das gesamte Nervensystem und
das Immunsystem habe. Warner Greene, Direktor des Gladstone Institute of
Virology and Immunology der Universität von Kalifornien in San Francisco
meinte das Schöne an dieser Studie sei, dass damit eindeutig bewiesen werden
kann, welche Nebeneffekte der Kokain-Konsum auf den Infektionsprozess habe.
Greene, der nicht an der Studie teilnahm, meinte, dass das Ergebnis bei Mäusen
durchaus auch auf den Menschen zutreffe.
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com/2002/02/15/health/15IMMU.html

Aids-Impfung zwischen Fortschritt und Ernüchterung
Impfstoff verhindert tödliche Vermehrung von Viren
Mutation hebelt Schutzwirkung aus
Ein neuer AIDS-Impfstoff könnte der vielversprechendste sein. Das behauptet
ein US-Forschungsteam verschiedener Labors, das die Impf-Variante bei
Rhesus-Affen untersuchte. Der Impfstoff, der speziell für HIV und SIV, das
Affen infiziert, entwickelt wurde, verhinderte die tödliche Vermehrung der
Viren. Eine einzige Mutation des Virus allerdings hebelt den Impfschutz wieder
aus. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins
Nature http://www.nature.com
publiziert. Ob der Impfstoff bei Menschen ebenso wirksam ist wie bei Affen
liegt noch im Dunkeln.
"Die geimpften Affen überlebten die letale Infektion mit SHIV. Das
Immunsystem hielt die Virenzahl unter der Detektionsgrenze", sagte Emilio
Emini von den Merck Research Laboratories in West Point, Pennsylvania
http://www.merck.com/mrl/home.html , optimistisch. Die Forschergruppe um
Dan Barouch von der Harvard Medical School in Boston
http://www.hms.harvard.edu
deutet die Ergebnisse weniger positiv: "Ein geimpfter Affe starb ein Jahr nach
anfänglichem Impfschutz an AIDS-ähnlichen Symptomen." Ursache war eine
Punkt-Mutation im Genom des Virus.
Die Impfung basiert auf dem Prinzip, die zelluläre Impfantwort zu
stimulieren. Dabei wird das Virus mit einem bestimmten Gen geimpft. Während
bei der älteren Methode DNA mit dem Gen für das Viren-Protein Gag in einem
Plasmid injiziert wurde, verwendet das Team aktuell einen Adeno-Virus als
Überträger.
Ebenso wie jene Impfung, die bereits im Fachblatt Science
http://www.sciencemag.org
im Oktober 2000 als gut funktionierend beschrieben wurde, "stellt sich aber
auch bei der neu präsentierten Impfung die gesamte Impfstrategie in Frage", so
Jeffrey Lifson von National Cancer Institute in Frederick, Maryland, in einem
Kommentar. Theoretisch könnte eine derartige Impfung den Beginn der
Aids-Erkrankung verzögern und das Risiko der HIV-Verbreitung herabsetzten. Um
in der Praxis bestehen zu können, müssten Impfungen aber dauerhafte und
breitgefächerte Immunantworten auslösen. Beide Arme des Immunsystems, sowohl
Zellen als auch Antikörper, hätten aktiviert zu werden. Derzeit setze man nur
auf die Stimulierung der zellulären Immunantwort, da sich die Entwicklung von
Impfstoffen zur Stimulierung einer wirksamen Antikörperproduktion als
schwierig herausgestellt hat.

FDA genehmigt weiteres Aids-Medikament
Viread gegen resistente HIV-Stämme wirksam Nebenwirkungen
nicht ausgeschlossen
Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA)
http://www.fda.gov hat ein
weiteres antivirales Medikament gegen Aids zugelassen. Das Medikament mit dem
Namen Viread ist zum Einsatz in Kombination mit anderen HIV-bekämpfenden
Substanzen bestimmt. In den vergangenen Jahren sind die Überlebensraten durch
Medikamentenkombinationen gestiegen.
Die in der Fachsprache als Tenofovir disoproxil fumarat bezeichnete
Substanz blockiert die HIV-Replikation. Das Humane Immundefizienz Virus (HIV)
mutiert sehr schnell. Im Lauf der Zeit bildet das Virus Resistenzen gegenüber
ein oder mehreren wirksamen Medikamente. Dies macht die Entwicklung ständig
neuer Medikamente gegen resistente Stämme erforderlich.
Die Zulassung erfolgte nach zwei klinischen Studien mit mehr als 700
Patienten, die eingangs mit antiretroviralen Substanzen behandelt wurden, aber
trotz einer Therapie Anzeichen einer erneuten HIV-Replikation zeigten. Laut
FDA konnten die HI-Viren im Blut deutlich reduziert werden. Das Medikament ist
in Tablettenform erhältlich und ausschließlich für erwachsene Patienten
zugelassen. Nebeneffekte wie gastrointestinale Störungen, Lebervergrößerungen
sowie eine Fettleber sind nicht auszuschließen.
Viread wird von dem kalifornischen Unternehmen Gilead Sciences Inc.
http://www.gilead.com/webpage_templates vertrieben. Bereits Ende der Woche
soll das Medikament auf den Markt kommen. "Dem Patienten kostet eine
Jahresversorgung mit Viread rund 4.000 Dollar. Ein Großteil sollte allerdings
von der Versicherung abgedeckt werden", erklärte Gilead-Sprecher Amy Flood.

Neue HIV-Medikamente bekämpfen Resistenz
Tests für T-20 und T-1249 bisher vielversprechend
Eine neue Gruppe von Medikamenten soll die wachsende Nachfrage nach
Arzneimitteln befriedigen, die zur Bekämpfung bereits resistenter HIV-Stämme
geeignet sind. Derzeit laufen umfangreiche Tests für zwei so genannte
Fusion-Inhibitoren, die bis jetzt vielversprechende Ergebnisse geliefert
haben. Diese Medikamente, T-20 und T-1249, blockieren die Fähigkeit des Virus
in eine Wirtszelle einzudringen vollständig. Da sie auf einem anderen Prinzip
beruhen als die bereits auf dem Markt befindlichen Präparate, werden von den
Entwicklern Roche
http://www.roche.com und Trimeris
http://www.trimeris.com
keine Resistenzprobleme erwartet. Details:
http://www.roche.com/inv-news-detail-1999?id=187
T-20 wurde Patienten in Kombination mit bestehenden Medikamenten
verabreicht. In 56 Prozent der Fälle gelang es die Viruslast um das Zehnfache
zu verringern. 39 Prozent der Teilnehmer erreichten in der Folge eine
Viruslast von weniger als 400 Viren pro Milliliter. Eine Viruslast von weniger
als 500 Viren pro Milliliter wird allgemein als sehr niedrig angesehen. Die
Tests mit T-1249 sind derzeit noch weniger weit fortgeschritten.
Julian Meldrum von Aidsmap
http://www.aidsmap.com erklärte gegenüber BBC News Online, dass trotz der
vielversprechenden Ergebnisse die neuen Medikamente wahrscheinlich nicht die
erste Wahl für die allgemeine Behandlung werden dürften. Verantwortlich dafür
sei, dass sie injiziert werden müssten und sie sehr teuer seien. "Das
bedeutet, dass sie für den Großteil der Betroffenen keine Vorteile bringen
werden, die bereits jetzt keinen Zugang zu entsprechenden Medikamenten haben."
Bestehende HIV-Medikamente konzentrieren sich auf das Innere der Zelle und
zielen auf die Virus-Enzyme ab, die eine Fortpflanzung ermöglichen. Das Virus
verfügt über eine große Mutationsfähigkeit. Es wird laut BBC geschätzt, dass
bereits bei bis zu 50 Prozent der HIV-Patienten Virusstämme nachweisbar sind,
die eine Resistenz gegen verschiedene Behandlungsansätze entwickelt haben.
Diese Resistenz schränkt in der Folge die zur Verfügung stehenden
Behandlungsmöglichkeiten deutlich ein.

Gentest ermittelt Wirksamkeit von Aids-Medikamenten
Trugene-System erkennt Virus-Mutationen im Blutstrom
Die US-Regierung hat einen gen-basierten Test genehmigt, der HIV-Patienten
rasch Auskunft über die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung geben
soll. Der Test konzentriert sich auf das Virus, das möglicherweise mutiert und
zum Versagen der Therapie führt. Das System wurde bereits von der Food and
Drug Administration (FDA)
http://www.fda.gov genehmigt und soll Ärzten in der Selektion der
Medikamente unterstützen.
Der Gentest Trugene misst direkt die genetischen Veränderungen des Virus im
Blut. Eine Mutation bedeutet, dass mindestens eines der 15
Anti-Aidsmedikamente unwirksam wird. Der Arzt entnimmt dabei eine Blutprobe
und sendet diese an eines der 130 Visible Genetics Labors. Ein Computer
dekodiert das HIV-Gen im Blut und identifiziert bestehende genetische
Mutationen. Ein Softwareprogramm vergleicht diese Mutationen mit einer Liste
von mehr als 70 derzeit bekannten Mutationen in Verbindung mit der Resistenz
auf ein bestimmtes Medikament. "Anschließend teilt das Labor dem Arzt mit, ob
das Medikament nach der viralen Mutation noch wirksam ist", erklärte der
Präsident des Unternehmens Visible Genetics
http://www.visgen.com ,
Richard Daly.
Nach Aussage des medizinischen Begutachters der FDA, Andrew Dayton, besitzt
der Test eine Genauigkeit von 98 Prozent. . Kommt es zu einer neuen Mutation,
die eine Medikamtenresistenz verursacht, kann die Information sofort in das
Software-Programm aufgenommen werden. "Dadurch ist der Test für die Praxis
sehr nützlich", so Dayton weiter. Die Testauswertung dauert rund drei Tage und
kostet dem Patienten zwischen 300 bis 500 Dollar. Der Präsident der American
Academy of HIV Medicine, Scot Hitt, begrüßt den Test, gibt allerdings zu
bedenken, dass er nur Teil eines Puzzles sein könne. "Die Testdaten müssen
auch richtig interpretiert werden. Dafür müssen selbst Spezialisten geschult
werden", betonte Hitt.
Das Aids-Virus wird naturgemäß gegen Medikamente zunehmend resistent.
Experten schätzen, dass 60 Prozent der Patienten einen Virus in sich tragen,
der zumindest gegen ein Medikament resistent ist.

HIV: Frühe Medikation erhält Funktion des Immunsystems
Wissenschaftler starten Vergleichsstudie
Eine sehr früh einsetzende Kombinationstherapie, die auf der Gabe von nur
drei Medikamenten beruht, könnte bereits in den Anfangsstadien einer
HIV-Infektion die Immunität eines Patienten gegen das Virus erhalten. Das
haben Wissenschaftler des St. Luke's Medical Centers
http://www.rush.edu/ und der
Northwestern University Medical School
http://www.nums.nwu.edu/
in Chicago bei Labortests festgestellt. Anhand klinischer Tests soll die
Theorie jetzt überprüft werden.
Die Patienten erhalten eine Kombination von Stavudin
http://www.hiv.ch/rubriken/therapie/medikamente/d4t.htm, Didanosin
http://www.hiv.ch/rubriken/therapie/medikamente/ddi.htm und einem
Protease-Hemmer. Letztere werden einmal pro Tag eingenommen, Stavudin zweimal
täglich. Die Forscher glauben, dass sie mit ihrer Methode die Funktion des
Immunsystems der Patienten aufrecht erhalten, das Risiko der Virusübertragung
und das Fortschreiten der Krankheit unterbinden können. Das Virus soll
außerdem nicht mehr zu Mutationen in der Lage sein. Die Medikation beginnt
bereits sieben bis 14 Tage nach der Diagnosestellung.
An der Studie nehmen nur solche Patienten teil, die bei einem HIV-Test
innerhalb der letzten sechs Monate ein negatives, nach dem späteren
Wiederholungstest jedoch ein positives Ergebnis hatten. Zu diesem Zeitpunkt
liegt die Virusinfektion etwa 140 bis 150 Tage zurück. Gegenwärtig setzt die
antiretrovirale Therapie erst dann ein, wenn die Zahl der CD4+T Zellen unter
350 sinkt. Bis ein HIV-Patient diesen Wert erreicht, können jedoch mehrere
Jahre vergehen. Vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an werden die Betroffenen
lediglich beobachtet.

Freundlicher Virus verzögert Wachstum von HIV-Zellen
Zusätzliche Infektion mit GBV-C erhöht Lebenserwartung
Wissenschaftler der University of Iowa
http://www.uiowa.edu haben
nachgewiesen, dass die gleichzeitige Infektion von HIV-Patienten mit dem so
genannten GB Virus Typ C (GBV-C) den Krankheitsverlauf verzögert. Das Team um
Jack Stapleton führte eine klinische Studie mit HIV-infizierten Teilnehmern
und Laborversuche mit Zellkulturen durch. Es stellte sich heraus, dass
Patienten ohne GBV-C Infektion 3,68 Mal wahrscheinlicher starben. Im
Reagenzglas zeigte sich, dass ein infektiöser molekularer Klon von GBV-C die
Wachstumsrate von HIV in kultivierten menschlichen T-Zellen deutlich
verringert. Laut Stapleton ist GBV-C für die Entwicklung eines neuen
lebensverlängernden Behandlungsansatzes vielversprechend, berichtet das New
England Journal of Medicine
http://content.nejm.org/cgi/content/short/345/10/707
Damit gehört GBV-C zu jenen Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass
ein Teil der HIV-Infizierten länger und gesünder lebt. Von den 342 Teilnehmern
der Studie waren 144 zusätzlich mit GBV-C infiziert. Der Anteil von 39,7
Prozent entspricht dabei in etwa dem allgemein bei HIV-Patienten beobachteten.
Früher als Hepatitis G bekannt, infiziert GBV-C auch rund 15 Prozent aller
Patienten mit Hepatitis C. Anders als Hepatitis C führt GBV-C weder zu einer
Hepatitis noch anderen klinischen Symptomen.
Im Labor wurden infektiöse molekulare Klone von GBV-C und HIV-Kulturen
eingesetzt, um nachzuweisen, dass GBV-C, wie HIV, in CD-4 positiven T-Zellen
wächst. In einer Reihe von Tests wurde untersucht, ob GBV-C die
HIV-Replikation im Reagenzglas verändert. Die Forscher testeten die Produktion
des p24 Antigens, eines Markers für HIV-Wachstum, in Zellkulturen, die nur mit
HIV, nur mit GBV-C sowie mit HIV und GBV-C infiziert waren. Die Zellen, die
mit beiden Viren infiziert waren, produzierten in der Folge 30 bis 40 Prozent
weniger HIV. Derzeit erforschen die Wissenschaftler wie GBV-C das HIV-Wachstum
hemmt. "Wir wissen noch nicht, ob GBV-C das HI-Virus direkt behindert oder ob
die Stimulation von zellularen Proteinen wie Interferon oder Immun-Zytokinen
entscheidend ist, die die Zellen gegen das HIV-Wachstum schützen." Details:
Eurekalert
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-09/nioa-ars090401.php

Neuer Schritt der HIV-Infektion entdeckt
Virus kann natürliche Barrieren umgehen
Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH)
http://www.nimh.nih.gov
haben einen unerwarteten Schritt in jenem Prozess entdeckt, den das HI-Virus
zur Umgehung natürlicher Barrieren und Infektion menschlicher Zellen einsetzt.
HIV repliziert vor allem in den CD4 T-Zellen, einer Untergruppe der
Blutzellen. Der Verlust dieser Zellen führt in der Folge zum Immundefekt. Die
meisten T-Zellen befinden sich in einem Ruhezustand, der einer HIV-Infektion
widersteht. Jetzt hat das NIMH-Team herausgefunden, dass das Virus eine
Möglichkeit zur Umgehung dieser natürlichen Barriere entwickelt hat, berichtet
das Magazin Science
http://www.sciencemag.org
Das HI-Virus gehört zu den so genannten Retroviren, deren genetische
Struktur anders als beim Menschen aus RNA besteht. Nach dem Eindringen in die
menschliche Zelle, stellt die HIV-RNA eine DNA-Kopie ihrer RNA her, die in der
Folge in die menschliche DNA integriert wird. Nach dieser Integration verhält
sich die Virus-DNA ähnlich dem normalen menschlichen Gen. Anstelle von
Proteinen stellt sie allerdings neue Virus-Partikel her. Die aktuelle Studie
zeigt, dass nach der Herstellung der DNA-Kopie durch die RNA, aber vor der
Integration der Virus-DNA, die HIV-DNA als Vorlage für die Herstellung der
Virusproteine Nef und Tat dient. Diese Proteine holen die CD4 T-Zellen aus
ihrem Ruhezustand und ermöglichen so dem Virus die Integration in die DNA der
Zelle und damit die Replikation.
Frühere Studien haben nachgewiesen, dass HIV-Infizierte im Gehirn und
anderen Körperteilen über viele Zellen mit nichtintegrierter HIV-DNA verfügen.
Obwohl diese DNA kein neues Virus produzieren kann, trägt sie, wie jetzt
nachgewiesen wurde, trotzdem zum Fortschreiten der Erkrankung bei. Details:
http://www.nimh.nih.gov/events/hivinfection.cfm

Aids-Aktivisten klagen Südafrika
Treatment Action Campaign fordert Nevirapin für Schwangere
Aids-Aktivisten um die Treatment Action Campaign
http://www.tac.org.za/home.htm haben gestern, Dienstag, den
südafrikanischen Staat wegen Unterlassung der Verbreitung des Medikaments
Nevirapin verklagt. Schwangeren HIV-Infizierten und ihren Kindern werde so das
verfassungsmäßig garantierte Recht auf medizinische Versorgung verweigert.
Diese Klage ist laut Washington Post
http://www.washingtonpost.com der erste großangelegte Versuch die
südafrikanische Regierung zu zwingen, Medikamente gegen AIDS zur Verfügung zu
stellen. Ein umfassendes Nevirapin-Programm, das jährlich etwa 20.000 Babys
retten könnte, würde rund 30 Mio. Dollar kosten.
Der Hersteller Boehringer-Ingelheim
http://www.boehringer-ingelheim.com hat Nevirapin Entwicklungsländern
kostenlos angeboten. Südafrika hat dieses Angebot bis jetzt nicht angenommen.
Mark Heywood von der Treatment Action Campaign erklärte, dass die Aktivisten
bereits seit vier Jahren versuchten, die Regierung von der Notwendigkeit
entsprechender Medikamente zu überzeugen. Die Regierung hat kürzlich in jeder
Provinz des Landes zwei Pilotprogramme angekündigt, um die Wirksamkeit von
Nevirapin zu testen. Die Aktivisten schätzen, dass diese Programme rund zehn
Prozent der betroffenen Frauen erreichen werden.
Rund 4,7 Millionen Südafrikaner, rund elf Prozent der Bevölkerung sind
derzeit infiziert. Etwa ein Viertel der Babys infizierter Mütter wird laut
Studien während der Geburt angesteckt. Eine einmalige Verabreichung von
Nevirapin während der Wehen und kurz nach der Geburt könnte diese Rate auf 13
Prozent senken. Details:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/health/A43435-2001Aug21.html
