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Beschnittene Männer: Seltenere HIV-Ansteckung
Hohes Risiko der Infektion bei häufigem Partnerwechsel

Unbeschnittene Männer, die häufiger die Sexpartnerin wechseln, infizieren sich mehr als doppelt so häufig mit HIV als beschnittene. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern aus den USA und Kenia, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Journal of Infectious Diseases http://www.idsociety.org veröffentlicht wurde.

Das Forscherteam um Jared Baeten hatte zwischen 1993 und 1997 mehr als 740 keniatische Lastwagenfahrer untersucht. Die Trucker wurden nach ihren Sexualgewohnheiten befragt und mit Hilfe statistischer Modelle wurde daraufhin das HIV-Risiko ermittelt. Die Probanden waren am Beginn der Untersuchung alle HIV-negativ. Untersucht wurde auch ob die Männer beschnitten waren und wie häufig sie außerhalb ihrer Ehe Sexualverkehr mit Bekannten oder Prostituierten hatten. Der Wahrscheinlichkeit nach lag das Risiko sich mit dem HI-Virus zu infizieren durchschnittlich bei eins zu 160. Bei nicht-beschnittenen Männern stieg dieses Risiko auf eins zu 80 an, bei beschnittenen fiel es auf eins zu 200.

Die Studienautoren gaben an, dass kulturelle Unterschiede bei der Infektion keine Rolle spielten. Bereits in anderen vorangegangenen Studien konnten Forscher ein erhöhtes Infektionsrisiko bei nicht-beschnittenen Männern feststellen. Die Gründe dafür sind bisher nicht bekannt. Zusätzlich zur Beschneidung konnten die Forscher ein anderes signifikantes Ergebnis in der Studie feststellen: Die hohe Rate an Infektionen pro sexuellem Kontakt von Frauen an Männer. In vergangenen Studien wurden in erster Linie monogame Paare untersucht. Dort war das Risiko einer Infektion pro Geschlechtsakt bei eins zu 1.000 oder sogar noch weniger.


 

Aids: USA ändern Richtlinien für antiretrovirale Medikamente
Einsatz nach Vergewaltigung, Drogenkonsum und ungeschütztem Sex

Neue Richtlinien der Centers for Disease Control and Prevention http://www.cdc.gov legen fest, dass Menschen, die durch Vergewaltigung, Drogenkonsum oder ungeschützten Sex mit dem Aidsvirus in Kontakt kamen, antiretrovirale Medikamente erhalten sollen. Diese Medikamente können innerhalb von 72 Stunden nach dem Kontakt eine Infektion verhindern. Diese Richtlinien bedeuten laut BBC einen grundlegenden Richtungswechsel in der Haltung der amerikanischen Regierung. Empfehlungen aus dem Jahr 1996 legten fest, dass nur medizinisches Personal antiretrovirale Medikamente erhält, das mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.

Amerikanische Ärzte hatten die frühere Empfehlung heftig kritisiert und argumentiert, dass es aberwitzig sei, dass die amerikanische Regierung eine entsprechende Behandlung von Vergewaltigungsopfern nicht erlaube. Diese Form der Behandlung ist in mehreren anderen Ländern zugelassen. Versuche mit Tieren und Tests mit Vergewaltigungsopfern haben gezeigt, dass die Einnahme einer Kombination von Medikamenten kurz nach dem Kontakt mit dem Virus eine Infektion verhindert. Ein Sprecher der Centers for Disease Control and Prevention erklärte, dass die Schwere der HIV Epidemie in Amerika es erforderlich mache, dass alle Anstrengungen zur Verringerung der Übertragungsrate unternommen würden. In Amerika werden jährlich 40.000 neue Erkrankungen gemeldet. Die Regierung wird keine Mittel für die Verabreichung der Medikamente während der 28 Tage dauernden Behandlung zur Verfügung stellen.
 


 

Hinweis auf Entstehung von HIV beim Menschen gefunden
Einzelne Veränderung eines Gens entscheidend

Wissenschafter des National Institute for Medical Research http://www.nimr.mrc.ac.uk haben einen wichtigen Hinweis auf die Ursprünge von HIV beim Menschen gefunden. Es wurden entscheidende genetische Unterschiede eines Gens fest bei Rhesusaffen festgelegt, das eine HIV Infektion verhindern kann und seines dazu unfähigen menschlichen Gegenstücks. Es scheint so zu sein, dass nur eine einzelne Veränderung des menschlichen Gens ausreicht, um eine Blockierung der Infektion zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie wurden in Current Biology http://www.current-biology.com veröffentlicht.

Die Forscher gehen laut BBC davon aus, dass HIV sich nicht verbreitet hätte, wenn die Menschen über die gleiche Genversion wie die Rhesusaffen verfügten. Der leitende Wissenschafter Jonathan Stoye erklärte, dass diese Entdeckung über wichtige Implikationen für die Entwicklung einer effektiven Gentherapie gegen Aids verfüge. Theoretisch sollte es möglich sein, Zellen einer infizierten Person zu entnehmen, sie mit dem veränderten Gen gegen eine HIV Infektion resistent zu machen und sie dem Patienten wieder zuzuführen. Diese Zellen könnten in der Folge den Ausbruch von Aids verhindern. Alternativ sei es denkbar, Medikamente zu entwickeln, die das menschliche Gen gegen HIV aktivieren.
 


 

Schlüssel von HIV-bekämpfenden Genen geknackt
Drei unterschiedliche Molekültypen

Die Schlüsselgene, die den Körper bei der Bekämpfung der HIV-Infektion lenken, sind von Wissenschaftlern erkannt worden. Diese neuen Erkenntnisse sollen zum Verständnis beitragen, weshalb manche Menschen, die mit HIV infiziert sind, jahrelang symptomfrei leben können und andere sehr schnell mit dem Auftreten der Symptome zu kämpfen haben, so die BBC http://news.bbc.co.uk/ . "Die Ergebnisse werden uns genau zu verstehen helfen, wie das Immunsystem gegen HIV erfolgreich sein kann oder versagen kann", so Forschungsleiter Philip Goulder.

Die Studie, die im Nature http://www.nature.com/ veröffentlicht wurde, fand in einem Verbundprojekt der Universitäten von Oxford, KwaZulu-Natal und Harvard statt. Experten glauben, dass zwischen dem HIV und dem Immunsystem des Körpers ein äquivalentes Entwicklungswettrüsten auftritt. Der Virus sei in der Lage, schnell zu mutieren, um dem Abwehrsystem des Körpers ausweichen zu können. Dies wiederum treibe die rasende Entwicklung des Immunsystems an. Genetische Variationen sein weniger wirksam in der Bekämpfung einer Infektion, während wirksamere Formen eine größere Überlebenschance hätten.

Normalerweise daure der Prozess einer gegenseitigen Gewöhnung Tausende von Jahren. Aber diese Forschungen haben gezeigt, dass es im Falle von HIV viel früher passiert. Es sind nicht nur die Menschen, die den HIV-Virus verändern, auch die Menschen werden durch den Virus in ihrer Entwicklung verändert. Die Forscher konzentrierten sich auf Moleküle, die Leukozyten Antigene (HLA). Diese sagen dem Immunsystem welche Zellen mit HIV infiziert wurden und zerstört werden müssen. Es gibt drei Typen des einen spezifischen HLA-Typs und es ist schon seit längerer Zeit bekannt, dass der B-Typ die Gene schneller entwickelt als die Typen A und C es tun.

Die Forscher sammelten Daten von HIV-infizierten Frauen, die wegen ihrer Schwangerschaft in einer Klinik in Durban, Südafrika, lagen. Sie fanden heraus, dass die B-Typ-Moleküle ihre Arbeit am besten machen - sie identifizieren die mit HIV befallenen Zellen am schnellsten und lösen diese auf. Die Fortschrittgeschwindigkeit der Infektion scheint mit der Version des B-Moleküls, die jede Frau trug, verbunden zu sein. Die Forscher fanden heraus, dass die HIV-positiven Frauen, die eine schützende Form des Gens tragen, nicht nur eine größere Überlebenschance haben, es ist auch weniger wahrscheinlich, dass sie ihr Baby mit dem Virus anstecken.


 

HIV-Medikamente fehlen weiter
Generika schaffen Zulassung durch WHO nicht

Die WHO http://www.who.int/en plant bis Ende 2005 drei Mio. Menschen in Entwicklungsländern mit Medikamenten gegen Retroviren (ARV) zu versorgen. Derzeit erhalten nur 440.000 der sechs Mio. Betroffenen die entsprechenden Medikamente. Ein Teil des Problems besteht darin, dass billigere Nichtmarkenprodukte die Zulassung nicht schaffen. Eines von fünf Medikamenten erreicht die Zulassung durch die WHO nicht. Obwohl ARVs keine Heilung ermöglichen, blockieren sie die Fähigkeit des Virus sich zu vermehren. Daher können sie das Ausbrechen von Aids durch eine Verlangsamung des Angriffes auf das Immunsystem hinauszögern.

Die WHO hat Standards erstellt, um die Qualität von HIV-Medikamenten sicherzustellen. Hilfsorganisationen soll damit eine Orientierungshilfe geboten werden. Generische Medikamente sind billiger als Markenprodukte. Laut WHO muss nachgewiesen werden, dass sie qualitativ gleichwertig sind. Diese Standards sind strenger als jene, die von vielen Ländern angewendet werden. Die Folge davon war laut BBC, dass einzelne Medikamente nicht in die Liste der WHO aufgenommen wurden. 13 Medikamente wurden freiwillig zur weiteren Überprüfung von der Liste genommen, die rund 30 verschiedene generische Aids-Medikamente enthält. Laut dem WHO-Sprecher Lembit Rago hat die Entfernung der Medikamente von der Liste zwar direkte Auswirkungen auf zahlreiche Patienten in ärmeren Ländern, stellt aber langfristig Qualitätsstandards sicher.

Zwei generische Medikamente des indischen Herstellers Cipla wurden nach sechs Monaten wieder auf die Liste gesetzt. Lamivudin und Lamivudin in Kombination mit Zidovudin wurden ebenfalls wieder aufgenommen, nachdem neuerliche Tests bewiesen, dass sie qualitativ den patentierten Markenprodukten entsprachen. Die WHO hofft, dass dieses Vorgehen die anderen Hersteller dazu motiviert, die erneute Überprüfung von 16 weiteren aus der Liste genommenen HIV Medikamenten rasch voranzutreiben. Laut Medecins Sans Frontieres (MSF) http://www.msf.org ist der Einsatz von generischen Medikamenten absolut notwendig. Rowan Gillies betont, dass die von der WHO vor einem Jahr bekannt gegebenen Ziele derzeit nicht auch nur annähernd erreicht seien. "Es sind noch immer rund fünf Mio. Menschen, die in den nächsten zwei Jahren sterben werden, wenn sie nicht die notwendigen Medikamente erhalten."


 

Antibiotikum halbiert Zahl der Todesfälle bei Aids
Cotrimoxazol bei Kindern sehr wirksam

Tests des Medical Research Council http://www.mrc.ac.uk haben den Erfolg eines Antibiotikums in der HIV/Aids-Behandlung nachgewiesen. Die Tests wurden frühzeitig beendet, als deutlich wurde, wie wirksam die tägliche Verabreichung des Antibiotikums Cotrimoxazol bei HIV/Aids war. WHO http://www.who.int/en und Unicef http://www.unicef.org verändern aufgrund der Ergebnisse der in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlichten Studie ihre Empfehlungen für Medikamente. Das Team um Dianna Gibb untersuchte in Sambia 541 Kinder mit HIV Symptomen im Alter von einem bis 14 Jahren. In Sambia ist die Resistenz gegen häufig eingesetzte Antibiotika weit verbreitet.

Jenen Kindern, die täglich Cotrimoxazol erhielten, erging es besser als jenen, die ein Blindpräparat erhielten. Nach 19 Monaten war ein Viertel der mit dem Antibiotikum behandelten Kinder gestorben. In der Kontrollgruppe waren es mehr als 40 Prozent. In der Vergangenheit wurde diskutiert, ob HIV-positive Kinder Cotrimoxazol erhalten sollten, auch wenn sie keine Symptome zeigten und ihre CD4-Werte normal waren. Die neuen Ergebnisse legen nahe, dass alle betroffenen Kinder das Medikament erhalten sollten. Alle an der Studie teilnehmenden Kinder erhalten derzeit Cotrimoxazol. Jene, die eine Behandlung gegen Retroviren brauchen, bekommen sie jetzt über ein Programm der sambischen Regierung.

Laut Gibb ist die direkte Behandlung von HIV nur ein Ansatz in seiner Bekämpfung. Die Verringerung der sekundären Komplikationen und Infektionen, die bei einem schwachen Immunsystem genauso tödlich sein können, sei ebenfalls wichtig und ermögliche entsprechende Ergebnisse. "Die Ergebnisse dieser Studie sollten einen Anstoß dafür liefern, dass die Cotrimoxazol-Prophylaxe und Ernährungsunterstützung im Klinikbereich ohne Rücksicht auf die Resistenzen gegen dieses Medikament zur Verfügung gestellt werden." Täglich sterben laut BBC 1.300 Kindern weltweit an mit HIV und Aids in Zusammenhang stehenden Erkrankungen.


Erste Bilder von HIV in lebender Zelle
Vom Weg des Virus in den Zellkern und den Beginn der Infektion

 

Weltweit erstmals präsentieren Forscher der University of Illinois/Chicago (UIC) http://www.uic.edu/index.html mit einem Zeitraffer-Mikroskop Bilder einer HIV-Infektion. Die Bilder zeigen eine frühe HIV-Infektion in lebenden Zellen. Gefilmt wurden einzelne HIV-Teilchen auf dem Weg in den Zellkern von menschlichen Zellen und die Inbetriebnahme der genetischen Maschinerie. Dies ist der erste Schritt in der Zerstörung des Immunsystems, der zu Aids führt.

Die Farbbilder und der 23-minütige Film bieten nicht nur Einblicke von "HIV in Action", sondern beweisen auch, dass HIV die Assistenz des Wirten zur Schädigung der Immunabwehr in Anspruch nimmt. Die Bilder zeigen das Virus auf dem Weg entlang der Mikrotubuli, also des elektronenmikroskopisch erkennbaren Röhrensystems als Teil des Zellskeletts, in den Zellkern. Dafür hakt sich das Virus in das Protein Dynein, den molekularen Motor der Zelle, ein. "Dynein ist gewissermaßen der Sattelschlepper, die Mikrotubuli die Autobahn und die HIV-Partikel die Last", erklärte der Co-Autor der Studie David McDonald.

Die kleinen HIV-Teilchen haben einen Durchmesser von einem zwölf-millionstel Zentimeter. Um den Nukleus zu erreichen, müssen sie eine um das 500-fache größere Distanz als ihre eigene Struktur überwinden. Hinzu kommt, dass der Weg durch zelluläre Strukturen blockiert ist, von den "Kraftwerken" der Zelle, den so genannten Mitochondrien bis hin zu Proteinen. Wie sie es dennoch schaffen, bewiesen die Forscher durch Fluoreszenz. Sie statteten die Partikel mit einem grün fluoreszierenden Protein aus. Die Mikrotubuli der Wirtszelle leuchteten durch die Inkorporation eines weiteren fluoreszierenden Proteins in ihre Bausteine dunkelrot.

Die Bilder der mit HIV infizierten lebenden Zellen wurden dann unter einem Mikroskop in 15-Sekunden-Intervallen geschossen und zu einem Film zusammengefügt. Die "Reise" dauert zwischen zwei und vier Stunden. Die Wissenschaftler sahen, dass das Virus an der Peripherie des Zellkerns Komplexe mit dem genetischen Material der Wirtszelle bildet. Damit wird dem Virus das "Werkzeug" zur eigenen Reproduktion bereitgelegt. Die Funktion von Dynein bestätigten die Forscher durch einen Antikörper-Zusatz. Dieser blockierte den molekularen Motor. Stoppte der Motor, lagen die viralen Partikel in der Wirtszelle verstreut und nicht um den Zellkern versammelt.

Thomas Hope, Co-Autor der Studie, will die für die HIV-Forschung entwickelte Technik für das Studium an Ebola ausdehnen. In der Ebola-Forschung tappt die Forschung in vielen Bereichen noch im Dunkeln. Über die Biologie des tödlichen Virus und den Eintritt in die Zelle ist noch wenig bekannt.

Bilder und Film unter: http://www.uic.edu/depts/paff/newsbureau/hivphotos.html


 

US-Biotech-Unternehmen senkt Preis für Aids-Medikament
Gilead Sciences verkauft Viread in 68 Entwicklungsländern "ohne Gewinn"

Das an der Nasdaq notierte Biotech-Unternehmen Gilead Sciences http://www.gilead.com wird eigenen Angaben zufolge den Preis für das Aids-Medikament Viread in 53 Ländern Afrikas und 15 weiteren Entwicklungsländern drastisch senken. Der Preis von Viread richte sich einzig nach den Produktions- und Distributionskosten. Der Medikamenten-Versand soll Mitte 2003 starten.

Programme, denen Viread zu Gute kommen soll, werden zuerst allerdings sondiert. Nur jene, die über ein effektives Behandlungsprogramm bzw. Lagermöglichkeiten verfügen und das Medikament adäquat verschreiben, können Viread kostengünstig beziehen. Noch hat das Biotech-Unternehmen allerdings den tatsächlichen Preis für die Entwicklungsländer nicht festgesetzt, erklärte Gilead-Sprecherin Amy Flood. In den USA kostet Viread dem Patienten stattliche 4.320 Dollar jährlich.

Viread wurde erst im Oktober vergangenen Jahres von der US-Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov zugelassen. Tests an 700 HIV-Infizierten zeigten, dass das Medikament den Virenanteil im Blut der Patienten signifikant vermindert. Durch dem Druck von Aids-Aktivisten, Generika-Produzenten und afrikanische Regierungen haben einige Pharmaunternehmen bereits 2001 die Preise für Aids-Medikamente gesenkt.
 


 

HIV-Test liefert Ergebnis in 20 Minuten
FDA erteilt Zulassung – US-Verkauf startet in den nächsten Monaten
 

OraSure Technologies http://www.orasure.com hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov die Zulassung für den HIV-1-Antikörpertest erhalten. OraQuick soll in nur 20 Minuten eine Infektion mit dem HI-Virus feststellen. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der Zulassung stiegen die Aktien des börsennotierten Unternehmens um 66 Cent auf 6,44 Dollar. Bleibt zu hoffen, dass neben der Entwicklung schnellerer Diagnose-Tests auch die in vielen Teilen der Welt inadäquate Behandlung von HIV-Infiziezierten vorangetrieben wird.
 

Laut Angaben von OraSure besitzt der Test eine Empfindlichkeit von 99,6 Prozent und eine Genauigkeit von 100 Prozent. Dabei wird eine Blutprobe von der Fingerspitze in eine Entwicklungslösung getaucht. OraQuick wird in die Lösung getaucht und liefert kurz darauf das Testergebnis. Bislang mussten Patienten tagelang auf das Testergebnis warten, dass die Blutproben zu Analysezwecken in Labors geschickt werden mussten.
 

Der Test soll US-Krankenhäusern und Medizinlabors zur Verfügung stehen. OraSure hat zu diesem Zweck mit Abbott Laboratories einen Vertrag für einen Co-Exklusive-Vertrieb abgeschlossen. Abbott wird in den nächsten ein bis zwei Monaten mit dem Verkauf starten. Durch die FDA-Zulassung könnte OraQuick rund 40.000 CLIA-qualifizierten Labors zur Verfügung stehen. CLIA ist die Abkürzung für Clinical Laboratory Improvement Act of 1988. CLIA-qualifizierte Labors sind dazu berechtigt, mäßig komplexe Diagnosetests durchzuführen. In CLIA-Labors werden Schätzungen zufolge 17 Mio. HIV-Tests pro Jahr durchgeführt.
 


 

Kokain beschleunigt Aids-Ausbruch
Studie bei Mäusen bestätigt Gefahr von Koks für das Immunsystem
 

Kokain beschleunigt den Ausbruch von den typischen Infektionen, an denen HIV-Positive Patienten erkranken. Das stellten Forscher der Universität von Los Angeles jetzt im Versuch mit Mäusen fest. Über den Grund der Tatsache rätseln die Wissenschaftler aber weiterhin. Die Studie wird im März im "Journal of Infectious Diseases" http://www.journals.uchicago.edu/JID/journal veröffentlicht, berichtet die New York Times heute, Freitag.
 

"Kokain hat im Laborversuch 200 Mal schneller zur Ausbreitung von viralen Infektionen geführt", so die Studienleiterin Gayle Baldwin. Zusätzlich hatten die Kokain-Mäuse nur ein Neuntel der so genannten CD4-Zellen von Mäusen, denen nur eine Salzwasserlösung verabreicht wurde. Die CD4-Zellen werden auch Helfer-T-Zellen genannt. Sie sorgen für die Ankurbelung des Immunsystems. Wenn die Zahl dieser Zellen vermindert wird, gebe es keine Hoffnung, gegen die Infektionen anzukommen, so der Forscher. "Kokain verstärkt eindeutig die Nachbildung des Virus und vermindert die Zahl der Humanzellen", so der Wissenschaftler. Darüber hinaus werden auch noch andere Zellen geschädigt.
 

Baldwin meint, dass Kokain starke Effekte auf das gesamte Nervensystem und das Immunsystem habe. Warner Greene, Direktor des Gladstone Institute of Virology and Immunology der Universität von Kalifornien in San Francisco meinte das Schöne an dieser Studie sei, dass damit eindeutig bewiesen werden kann, welche Nebeneffekte der Kokain-Konsum auf den Infektionsprozess habe. Greene, der nicht an der Studie teilnahm, meinte, dass das Ergebnis bei Mäusen durchaus auch auf den Menschen zutreffe.
 

Weitere Informationen: http://www.nytimes.com/2002/02/15/health/15IMMU.html



 

Aids-Impfung zwischen Fortschritt und Ernüchterung
Impfstoff verhindert tödliche Vermehrung von Viren – Mutation hebelt Schutzwirkung aus
 

Ein neuer AIDS-Impfstoff könnte der vielversprechendste sein. Das behauptet ein US-Forschungsteam verschiedener Labors, das die Impf-Variante bei Rhesus-Affen untersuchte. Der Impfstoff, der speziell für HIV und SIV, das Affen infiziert, entwickelt wurde, verhinderte die tödliche Vermehrung der Viren. Eine einzige Mutation des Virus allerdings hebelt den Impfschutz wieder aus. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature http://www.nature.com publiziert. Ob der Impfstoff bei Menschen ebenso wirksam ist wie bei Affen liegt noch im Dunkeln.
 

"Die geimpften Affen überlebten die letale Infektion mit SHIV. Das Immunsystem hielt die Virenzahl unter der Detektionsgrenze", sagte Emilio Emini von den Merck Research Laboratories in West Point, Pennsylvania http://www.merck.com/mrl/home.html , optimistisch. Die Forschergruppe um Dan Barouch von der Harvard Medical School in Boston http://www.hms.harvard.edu deutet die Ergebnisse weniger positiv: "Ein geimpfter Affe starb ein Jahr nach anfänglichem Impfschutz an AIDS-ähnlichen Symptomen." Ursache war eine Punkt-Mutation im Genom des Virus.
 

Die Impfung basiert auf dem Prinzip, die zelluläre Impfantwort zu stimulieren. Dabei wird das Virus mit einem bestimmten Gen geimpft. Während bei der älteren Methode DNA mit dem Gen für das Viren-Protein Gag in einem Plasmid injiziert wurde, verwendet das Team aktuell einen Adeno-Virus als Überträger.

Ebenso wie jene Impfung, die bereits im Fachblatt Science http://www.sciencemag.org im Oktober 2000 als gut funktionierend beschrieben wurde, "stellt sich aber auch bei der neu präsentierten Impfung die gesamte Impfstrategie in Frage", so Jeffrey Lifson von National Cancer Institute in Frederick, Maryland, in einem Kommentar. Theoretisch könnte eine derartige Impfung den Beginn der Aids-Erkrankung verzögern und das Risiko der HIV-Verbreitung herabsetzten. Um in der Praxis bestehen zu können, müssten Impfungen aber dauerhafte und breitgefächerte Immunantworten auslösen. Beide Arme des Immunsystems, sowohl Zellen als auch Antikörper, hätten aktiviert zu werden. Derzeit setze man nur auf die Stimulierung der zellulären Immunantwort, da sich die Entwicklung von Impfstoffen zur Stimulierung einer wirksamen Antikörperproduktion als schwierig herausgestellt hat.
 


 

FDA genehmigt weiteres Aids-Medikament
Viread gegen resistente HIV-Stämme wirksam – Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen
 

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov hat ein weiteres antivirales Medikament gegen Aids zugelassen. Das Medikament mit dem Namen Viread ist zum Einsatz in Kombination mit anderen HIV-bekämpfenden Substanzen bestimmt. In den vergangenen Jahren sind die Überlebensraten durch Medikamentenkombinationen gestiegen.
 

Die in der Fachsprache als Tenofovir disoproxil fumarat bezeichnete Substanz blockiert die HIV-Replikation. Das Humane Immundefizienz Virus (HIV) mutiert sehr schnell. Im Lauf der Zeit bildet das Virus Resistenzen gegenüber ein oder mehreren wirksamen Medikamente. Dies macht die Entwicklung ständig neuer Medikamente gegen resistente Stämme erforderlich.
 

Die Zulassung erfolgte nach zwei klinischen Studien mit mehr als 700 Patienten, die eingangs mit antiretroviralen Substanzen behandelt wurden, aber trotz einer Therapie Anzeichen einer erneuten HIV-Replikation zeigten. Laut FDA konnten die HI-Viren im Blut deutlich reduziert werden. Das Medikament ist in Tablettenform erhältlich und ausschließlich für erwachsene Patienten zugelassen. Nebeneffekte wie gastrointestinale Störungen, Lebervergrößerungen sowie eine Fettleber sind nicht auszuschließen.
 

Viread wird von dem kalifornischen Unternehmen Gilead Sciences Inc. http://www.gilead.com/webpage_templates vertrieben. Bereits Ende der Woche soll das Medikament auf den Markt kommen. "Dem Patienten kostet eine Jahresversorgung mit Viread rund 4.000 Dollar. Ein Großteil sollte allerdings von der Versicherung abgedeckt werden", erklärte Gilead-Sprecher Amy Flood.
 


 

Neue HIV-Medikamente bekämpfen Resistenz
Tests für T-20 und T-1249 bisher vielversprechend
 

Eine neue Gruppe von Medikamenten soll die wachsende Nachfrage nach Arzneimitteln befriedigen, die zur Bekämpfung bereits resistenter HIV-Stämme geeignet sind. Derzeit laufen umfangreiche Tests für zwei so genannte Fusion-Inhibitoren, die bis jetzt vielversprechende Ergebnisse geliefert haben. Diese Medikamente, T-20 und T-1249, blockieren die Fähigkeit des Virus in eine Wirtszelle einzudringen vollständig. Da sie auf einem anderen Prinzip beruhen als die bereits auf dem Markt befindlichen Präparate, werden von den Entwicklern Roche http://www.roche.com und Trimeris http://www.trimeris.com keine Resistenzprobleme erwartet. Details: http://www.roche.com/inv-news-detail-1999?id=187
 

T-20 wurde Patienten in Kombination mit bestehenden Medikamenten verabreicht. In 56 Prozent der Fälle gelang es die Viruslast um das Zehnfache zu verringern. 39 Prozent der Teilnehmer erreichten in der Folge eine Viruslast von weniger als 400 Viren pro Milliliter. Eine Viruslast von weniger als 500 Viren pro Milliliter wird allgemein als sehr niedrig angesehen. Die Tests mit T-1249 sind derzeit noch weniger weit fortgeschritten.
 

Julian Meldrum von Aidsmap http://www.aidsmap.com erklärte gegenüber BBC News Online, dass trotz der vielversprechenden Ergebnisse die neuen Medikamente wahrscheinlich nicht die erste Wahl für die allgemeine Behandlung werden dürften. Verantwortlich dafür sei, dass sie injiziert werden müssten und sie sehr teuer seien. "Das bedeutet, dass sie für den Großteil der Betroffenen keine Vorteile bringen werden, die bereits jetzt keinen Zugang zu entsprechenden Medikamenten haben."
 

Bestehende HIV-Medikamente konzentrieren sich auf das Innere der Zelle und zielen auf die Virus-Enzyme ab, die eine Fortpflanzung ermöglichen. Das Virus verfügt über eine große Mutationsfähigkeit. Es wird laut BBC geschätzt, dass bereits bei bis zu 50 Prozent der HIV-Patienten Virusstämme nachweisbar sind, die eine Resistenz gegen verschiedene Behandlungsansätze entwickelt haben. Diese Resistenz schränkt in der Folge die zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten deutlich ein.
 


 

Gentest ermittelt Wirksamkeit von Aids-Medikamenten
Trugene-System erkennt Virus-Mutationen im Blutstrom
 

Die US-Regierung hat einen gen-basierten Test genehmigt, der HIV-Patienten rasch Auskunft über die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung geben soll. Der Test konzentriert sich auf das Virus, das möglicherweise mutiert und zum Versagen der Therapie führt. Das System wurde bereits von der Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov genehmigt und soll Ärzten in der Selektion der Medikamente unterstützen.
 

Der Gentest Trugene misst direkt die genetischen Veränderungen des Virus im Blut. Eine Mutation bedeutet, dass mindestens eines der 15 Anti-Aidsmedikamente unwirksam wird. Der Arzt entnimmt dabei eine Blutprobe und sendet diese an eines der 130 Visible Genetics Labors. Ein Computer dekodiert das HIV-Gen im Blut und identifiziert bestehende genetische Mutationen. Ein Softwareprogramm vergleicht diese Mutationen mit einer Liste von mehr als 70 derzeit bekannten Mutationen in Verbindung mit der Resistenz auf ein bestimmtes Medikament. "Anschließend teilt das Labor dem Arzt mit, ob das Medikament nach der viralen Mutation noch wirksam ist", erklärte der Präsident des Unternehmens Visible Genetics http://www.visgen.com , Richard Daly.
 

Nach Aussage des medizinischen Begutachters der FDA, Andrew Dayton, besitzt der Test eine Genauigkeit von 98 Prozent. . Kommt es zu einer neuen Mutation, die eine Medikamtenresistenz verursacht, kann die Information sofort in das Software-Programm aufgenommen werden. "Dadurch ist der Test für die Praxis sehr nützlich", so Dayton weiter. Die Testauswertung dauert rund drei Tage und kostet dem Patienten zwischen 300 bis 500 Dollar. Der Präsident der American Academy of HIV Medicine, Scot Hitt, begrüßt den Test, gibt allerdings zu bedenken, dass er nur Teil eines Puzzles sein könne. "Die Testdaten müssen auch richtig interpretiert werden. Dafür müssen selbst Spezialisten geschult werden", betonte Hitt.
 

Das Aids-Virus wird naturgemäß gegen Medikamente zunehmend resistent. Experten schätzen, dass 60 Prozent der Patienten einen Virus in sich tragen, der zumindest gegen ein Medikament resistent ist.
 


 

HIV: Frühe Medikation erhält Funktion des Immunsystems
Wissenschaftler starten Vergleichsstudie
 

Eine sehr früh einsetzende Kombinationstherapie, die auf der Gabe von nur drei Medikamenten beruht, könnte bereits in den Anfangsstadien einer HIV-Infektion die Immunität eines Patienten gegen das Virus erhalten. Das haben Wissenschaftler des St. Luke's Medical Centers http://www.rush.edu/ und der Northwestern University Medical School http://www.nums.nwu.edu/ in Chicago bei Labortests festgestellt. Anhand klinischer Tests soll die Theorie jetzt überprüft werden.
 

Die Patienten erhalten eine Kombination von Stavudin http://www.hiv.ch/rubriken/therapie/medikamente/d4t.htm, Didanosin http://www.hiv.ch/rubriken/therapie/medikamente/ddi.htm und einem Protease-Hemmer. Letztere werden einmal pro Tag eingenommen, Stavudin zweimal täglich. Die Forscher glauben, dass sie mit ihrer Methode die Funktion des Immunsystems der Patienten aufrecht erhalten, das Risiko der Virusübertragung und das Fortschreiten der Krankheit unterbinden können. Das Virus soll außerdem nicht mehr zu Mutationen in der Lage sein. Die Medikation beginnt bereits sieben bis 14 Tage nach der Diagnosestellung.
 

An der Studie nehmen nur solche Patienten teil, die bei einem HIV-Test innerhalb der letzten sechs Monate ein negatives, nach dem späteren Wiederholungstest jedoch ein positives Ergebnis hatten. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Virusinfektion etwa 140 bis 150 Tage zurück. Gegenwärtig setzt die antiretrovirale Therapie erst dann ein, wenn die Zahl der CD4+T Zellen unter 350 sinkt. Bis ein HIV-Patient diesen Wert erreicht, können jedoch mehrere Jahre vergehen. Vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an werden die Betroffenen lediglich beobachtet.
 


 

Freundlicher Virus verzögert Wachstum von HIV-Zellen
Zusätzliche Infektion mit GBV-C erhöht Lebenserwartung
 

 Wissenschaftler der University of Iowa http://www.uiowa.edu haben nachgewiesen, dass die gleichzeitige Infektion von HIV-Patienten mit dem so genannten GB Virus Typ C (GBV-C) den Krankheitsverlauf verzögert. Das Team um Jack Stapleton führte eine klinische Studie mit HIV-infizierten Teilnehmern und Laborversuche mit Zellkulturen durch. Es stellte sich heraus, dass Patienten ohne GBV-C Infektion 3,68 Mal wahrscheinlicher starben. Im Reagenzglas zeigte sich, dass ein infektiöser molekularer Klon von GBV-C die Wachstumsrate von HIV in kultivierten menschlichen T-Zellen deutlich verringert. Laut Stapleton ist GBV-C für die Entwicklung eines neuen lebensverlängernden Behandlungsansatzes vielversprechend, berichtet das New England Journal of Medicine http://content.nejm.org/cgi/content/short/345/10/707
 

Damit gehört GBV-C zu jenen Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass ein Teil der HIV-Infizierten länger und gesünder lebt. Von den 342 Teilnehmern der Studie waren 144 zusätzlich mit GBV-C infiziert. Der Anteil von 39,7 Prozent entspricht dabei in etwa dem allgemein bei HIV-Patienten beobachteten. Früher als Hepatitis G bekannt, infiziert GBV-C auch rund 15 Prozent aller Patienten mit Hepatitis C. Anders als Hepatitis C führt GBV-C weder zu einer Hepatitis noch anderen klinischen Symptomen.
 

Im Labor wurden infektiöse molekulare Klone von GBV-C und HIV-Kulturen eingesetzt, um nachzuweisen, dass GBV-C, wie HIV, in CD-4 positiven T-Zellen wächst. In einer Reihe von Tests wurde untersucht, ob GBV-C die HIV-Replikation im Reagenzglas verändert. Die Forscher testeten die Produktion des p24 Antigens, eines Markers für HIV-Wachstum, in Zellkulturen, die nur mit HIV, nur mit GBV-C sowie mit HIV und GBV-C infiziert waren. Die Zellen, die mit beiden Viren infiziert waren, produzierten in der Folge 30 bis 40 Prozent weniger HIV. Derzeit erforschen die Wissenschaftler wie GBV-C das HIV-Wachstum hemmt. "Wir wissen noch nicht, ob GBV-C das HI-Virus direkt behindert oder ob die Stimulation von zellularen Proteinen wie Interferon oder Immun-Zytokinen entscheidend ist, die die Zellen gegen das HIV-Wachstum schützen." Details: Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-09/nioa-ars090401.php
 


 

Neuer Schritt der HIV-Infektion entdeckt
Virus kann natürliche Barrieren umgehen
 

 Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH) http://www.nimh.nih.gov haben einen unerwarteten Schritt in jenem Prozess entdeckt, den das HI-Virus zur Umgehung natürlicher Barrieren und Infektion menschlicher Zellen einsetzt. HIV repliziert vor allem in den CD4 T-Zellen, einer Untergruppe der Blutzellen. Der Verlust dieser Zellen führt in der Folge zum Immundefekt. Die meisten T-Zellen befinden sich in einem Ruhezustand, der einer HIV-Infektion widersteht. Jetzt hat das NIMH-Team herausgefunden, dass das Virus eine Möglichkeit zur Umgehung dieser natürlichen Barriere entwickelt hat, berichtet das Magazin Science http://www.sciencemag.org
 

Das HI-Virus gehört zu den so genannten Retroviren, deren genetische Struktur anders als beim Menschen aus RNA besteht. Nach dem Eindringen in die menschliche Zelle, stellt die HIV-RNA eine DNA-Kopie ihrer RNA her, die in der Folge in die menschliche DNA integriert wird. Nach dieser Integration verhält sich die Virus-DNA ähnlich dem normalen menschlichen Gen. Anstelle von Proteinen stellt sie allerdings neue Virus-Partikel her. Die aktuelle Studie zeigt, dass nach der Herstellung der DNA-Kopie durch die RNA, aber vor der Integration der Virus-DNA, die HIV-DNA als Vorlage für die Herstellung der Virusproteine Nef und Tat dient. Diese Proteine holen die CD4 T-Zellen aus ihrem Ruhezustand und ermöglichen so dem Virus die Integration in die DNA der Zelle und damit die Replikation.
 

Frühere Studien haben nachgewiesen, dass HIV-Infizierte im Gehirn und anderen Körperteilen über viele Zellen mit nichtintegrierter HIV-DNA verfügen. Obwohl diese DNA kein neues Virus produzieren kann, trägt sie, wie jetzt nachgewiesen wurde, trotzdem zum Fortschreiten der Erkrankung bei. Details: http://www.nimh.nih.gov/events/hivinfection.cfm
 


 

Aids-Aktivisten klagen Südafrika
Treatment Action Campaign fordert Nevirapin für Schwangere
 

 Aids-Aktivisten um die Treatment Action Campaign http://www.tac.org.za/home.htm haben gestern, Dienstag, den südafrikanischen Staat wegen Unterlassung der Verbreitung des Medikaments Nevirapin verklagt. Schwangeren HIV-Infizierten und ihren Kindern werde so das verfassungsmäßig garantierte Recht auf medizinische Versorgung verweigert. Diese Klage ist laut Washington Post http://www.washingtonpost.com der erste großangelegte Versuch die südafrikanische Regierung zu zwingen, Medikamente gegen AIDS zur Verfügung zu stellen. Ein umfassendes Nevirapin-Programm, das jährlich etwa 20.000 Babys retten könnte, würde rund 30 Mio. Dollar kosten.
 

Der Hersteller Boehringer-Ingelheim http://www.boehringer-ingelheim.com hat Nevirapin Entwicklungsländern kostenlos angeboten. Südafrika hat dieses Angebot bis jetzt nicht angenommen. Mark Heywood von der Treatment Action Campaign erklärte, dass die Aktivisten bereits seit vier Jahren versuchten, die Regierung von der Notwendigkeit entsprechender Medikamente zu überzeugen. Die Regierung hat kürzlich in jeder Provinz des Landes zwei Pilotprogramme angekündigt, um die Wirksamkeit von Nevirapin zu testen. Die Aktivisten schätzen, dass diese Programme rund zehn Prozent der betroffenen Frauen erreichen werden.
 

Rund 4,7 Millionen Südafrikaner, rund elf Prozent der Bevölkerung sind derzeit infiziert. Etwa ein Viertel der Babys infizierter Mütter wird laut Studien während der Geburt angesteckt. Eine einmalige Verabreichung von Nevirapin während der Wehen und kurz nach der Geburt könnte diese Rate auf 13 Prozent senken. Details: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/health/A43435-2001Aug21.html
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:39
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