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Beschnittene Männer: Seltenere HIV-Ansteckung
Hohes Risiko der Infektion bei häufigem Partnerwechsel

Unbeschnittene Männer, die häufiger die Sexpartnerin wechseln, infizieren sich mehr als doppelt so häufig mit HIV als beschnittene. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern aus den USA und Kenia, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Journal of Infectious Diseases http://www.idsociety.org veröffentlicht wurde.

Das Forscherteam um Jared Baeten hatte zwischen 1993 und 1997 mehr als 740 keniatische Lastwagenfahrer untersucht. Die Trucker wurden nach ihren Sexualgewohnheiten befragt und mit Hilfe statistischer Modelle wurde daraufhin das HIV-Risiko ermittelt. Die Probanden waren am Beginn der Untersuchung alle HIV-negativ. Untersucht wurde auch ob die Männer beschnitten waren und wie häufig sie außerhalb ihrer Ehe Sexualverkehr mit Bekannten oder Prostituierten hatten. Der Wahrscheinlichkeit nach lag das Risiko sich mit dem HI-Virus zu infizieren durchschnittlich bei eins zu 160. Bei nicht-beschnittenen Männern stieg dieses Risiko auf eins zu 80 an, bei beschnittenen fiel es auf eins zu 200.

Die Studienautoren gaben an, dass kulturelle Unterschiede bei der Infektion keine Rolle spielten. Bereits in anderen vorangegangenen Studien konnten Forscher ein erhöhtes Infektionsrisiko bei nicht-beschnittenen Männern feststellen. Die Gründe dafür sind bisher nicht bekannt. Zusätzlich zur Beschneidung konnten die Forscher ein anderes signifikantes Ergebnis in der Studie feststellen: Die hohe Rate an Infektionen pro sexuellem Kontakt von Frauen an Männer. In vergangenen Studien wurden in erster Linie monogame Paare untersucht. Dort war das Risiko einer Infektion pro Geschlechtsakt bei eins zu 1.000 oder sogar noch weniger.


 

15 Jahre JES - 15 Jahre Engagement für die Rechte Drogen gebrauchender Menschen
-Ein weltweit einzigartiges Netzwerk -

1989, also vor 15 Jahren, schlossen sich von HIV/Aids betroffene und bedrohte Drogengebraucher im Rahmen eines Seminars der Deutschen AIDS-Hilfe zu einer Initiative zusammen, um unter dem Motto "Für ein menschenwürdiges Leben mit Drogen" ihre Interessen zu artikulieren und zu vertreten.

Aus der damaligen Initiative ist heute ein weltweit einzigartiges Selbsthilfenetzwerk von Junkies, Ehemaligen und Substituierten mit über 25 regionalen Gruppen geworden. Die öffentliche Thematisierung von Gesundheitsrisiken für Drogengebraucher und die Skandalisierung von menschenunwürdigen Lebens- und Konsumbedingungen durch JES hat dafür gesorgt, dass man neue und unkonventionelle Wege der zielgruppenspezifischen Ansprache beschritten hat und dass heute Prävention von Betroffenen und für Betroffene gemacht wird. JES hat, zum großen Teil auf Basis ehrenamtlichen Engagements, bundesweite Strukturen und Angebote wie z.B. Spritzentausch, Streetwork und Beratung umgesetzt, die in den Szenen Drogen gebrauchender Menschen etabliert sind. Außerdem organisiert JES mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche AIDS-Hilfe Fortbildungsveranstaltungen zur Qualifizierung von Drogengebrauchern als Multiplikatoren in ihren Szenen.

"Die Bilanz von 15 Jahren JES - Arbeit als Partner der Deutschen AIDS-Hilfe in der Prävention kann sich sehen lassen: der Spritzentausch ist heute straflos, das Angebot der Substitution können mittlerweile etwa 50.000 Drogengebraucher nutzen, die Rate der HIV-Infektionen bei Drogengebrauchern konnte erheblich gesenkt werden, Drogenkonsumräume bieten hygienische Konsumbedingungen, und mittlerweile wird über die heroingestützte Behandlung diskutiert," so Dirk Schäffer Referent für Drogen und Strafvollzug der DAH. Schäffer weiter:" Als Bündnispartner - unabhängig vom Thema HIV und Aids - wird das Selbsthilfenetzwerk JES auch für die nächsten Jahre unverzichtbar für die DAH sein, gilt es doch, gemeinsam die Entkriminalisierung von Drogenkonsumenten voranzutreiben, der Darstellung von Drogengebrauchern als Kranke und Kriminelle entgegenzutreten und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein menschenwürdiges Leben auch mit Drogen ermöglichen."

Die Pressekonferenz anlässlich "15 Jahre JES" findet am 14.10. um 12:00 Uhr in der Deutschen AIDS Hilfe e.V. statt.

Weitere Informationen und Gespräche vermittelt: Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH), Dirk Schäffer: Referent für Drogen und Strafvollzug, Dieffenbachstraße 33, D-10967 Berlin, Tel.: 030 - 69 00 87-56, Mobil: 0174 9560965 Fax: - 42, E-Mail: dirk.schaeffer@dah.aidshilfe.de,
 


 

Welt-Aids-Tag: US-Patienten schlecht versorgt
Afro-Amerikanerinnen besonders gefährdet

Zum diesjährigen Welt-Aids-Tag hat das Institut für Medizin (IOM) http://www.iom.edu/ der National Academy of Sciences Besorgnis erregende Zahlen veröffentlicht. Jede fünfte HIV-infizierte US-Amerikanerin ist ohne Krankenversicherung. Die Hälfte der geschätzten 460.000 Betroffenen in den USA hat keinen Zugang zu den benötigten antiretroviralen Medikamenten. Paul Volberding, Mitglied der IOM, bezeichnete diese Zahlen als erschreckend. "Wir finden es tragisch, dass im reichsten Land der Welt so viele Menschen nicht die Betreuung erhalten, die sie dringend benötigen."

Die meisten Frauen mit HIV beziehungsweise Aids nehmen an öffentlich finanzierten Programmen teil. Trotz wachsender Registrierungen wurden die Förderungen für Programme wie den Ryan White CARE Act nach Jahren der Stagnation in diesem Jahr gekürzt. Die Sparmaßen betreffen vor allem afro-amerikanische Frauen, die meist ein niedriges Einkommen haben und deshalb von öffentlich finanzierten Programmen abhängig sind. "Sie tragen die Hauptlast der Aids-Epidemie", so Kimberly Smith vom Chicago´s Rush University Medical Center http://www.rush.edu/ . Von den jährlichen 12.000 Neuinfektionen bei Frauen sind 64 Prozent Afro-Amerikanerinnen.

"An diesem Welt-Aids-Tag möchten wir die Menschen daran erinnern, dass die Epidemie in den USA nicht vorüber ist", so Smith. Der Zugang zu medizinischer Versorgung müsse für Menschen mit HIV/Aids verbessert werden, besonders für afro-amerikanische Frauen.


 

TV-Spot soll Aids wieder ins Bewusstsein rücken
2004 ein trauriges Rekordjahr

Mit einem TV- und Kinospot wollen die Aids Hilfe Wien http://www.aids.at und das Gesundheitsministerium http://www.gesundheitsministerium.at am diesjährigen Welt-Aids-Tag am 1. Dezember wieder verstärkt auf die oftmals vergessene Gefahr von Aids hinweisen. Schätzungen zufolge werden sich bis zum Jahresende 480 Personen in Österreich neu mit dem HI-Virus infiziert haben. Laut Dennis Beck, Obmann der Aids Hilfe Wien, hat das Virus im Jahr 2004 mehr Menschen getötet und sich schneller verbreitet als je zuvor. "Aus meiner Sicht als Bundesministerin für Gesundheit und Frauen erfüllt der Spot eine wichtige Aufgabe. Es ist wieder Zeit geworden, mit einer groß angelegten Kampagne die Öffentlichkeit auf die Bedrohung Aids hinzuweisen", so Ministerin Maria Rauch-Kallat heute, Montag, auf einer Pressekonferenz.

Täglich gibt es Österreich ein bis zwei Neuinfektionen. Die Aids Hilfe Wien geht davon aus, dass sich in Österreich bisher rund 12.000 bis 15.000 Menschen, inklusive Dunkelziffer, mit dem HI-Virus infiziert haben. Davon wird etwa die Hälfte Wien zugerechnet. "Schon lange gibt es keine Risikogruppen mehr sondern ein riskantes Verhalten. Aids geht jeden sexuell aktiven Menschen an", so Claudia Kuderna, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien. In den vergangenen Jahren habe es in Österreich jährlich zwischen 400 und 440 Neuinfektionen gegeben. Doch die alarmierende Zahl von diesem Jahr und auch die gestiegene Zahl an anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Tripper und Syphilis sind ein Indikator dafür, dass der Kondomgebrauch gesunken ist, sagte Beck.

Bezugnehmend auf UNAIDS http://www.unaids.org leben derzeit weltweit 39,4 Mio. Menschen mit dem HI-Virus. Die Zahl der Todesopfer im Jahr 2004 beträgt 3,1 Mio. Menschen. Neuinfektionen mit der Immunschwächekrankheit gibt es in diesem Jahr 3,1 Mio., rund 100.000 mehr als im vergangenen Jahr. Krisenregion Nummer eins bleibt dabei nach wie vor das südliche Afrika. Dort leben mehr als 25 Mio. Menschen mit der Krankheit.

Ein großes Problem, das die Krankheit mit sich bringt, sei das "soziale Aids", so Kuderna. Über 90 Prozent der Klienten der Aids Hilfe Wien lebe unter der aktuellen Armutsgrenze in Österreich. Die finanzielle Misere werde noch dadurch verschärft, dass rund drei Viertel aller Klienten noch hoch verschuldet seien. Weiters hätten 48 Prozent der Klienten psychische Probleme. Auch die Suchtproblematik sei bei 58 Prozent ein Thema. "Aus dieser Multiproblematik lässt sich leicht ersehen, wie schwierig es ist Zukunftsperspektiven für diese Menschen zu entwickeln", so Kuderna.

Der neue Spot solle vor allem die jungen Leute ansprechen und das Problem wieder ins Bewusstsein rücken. Vor allem solle er nicht mit dem Finger zeigen, sondern aufmerksam machen. "Der Spot verwendet Vampirismus als Metapher für Verführung, Lust und Tod, in allem verbunden durch das lebenspendende Blut," so Rudolph Lobmeyr, der für die Vermarktung des Spots verantwortlich ist.


 

HIV-Medikamente für alle Betroffenen
WHO startet internationale Kampagne zur besseren Bekämpfung der Erkrankung

Mit einer internationalen Kampagne will die Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int den Zugang zu Medikamenten für HIV-Patienten erleichtern. Nach einer veröffentlichten Studie hat nämlich derzeit von 20 HIV-Positiven nur einer Zugang zu effektiven Präparaten. An der Aktion der internationalen HIV Treatment Access Coalition (ITAC) http://www.itacoalition.org sind mehr als 50 Gesundheitsorganisationen weltweit beteiligt.

Geschätzte 300.000 Aids-Patienten in Entwicklungs- und Schwellenländern haben nach Angaben der WHO Zugang zu adäquaten Medikamenten. Von den weltweit 42 Mio. HIV-Patienten leben aber 95 Prozent in Entwicklungsländern. In manchen dieser Staaten ist sogar mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung mit HIV infiziert. ITAC will vor allem erreichen, dass bessere Aufklärungsarbeit über den Gebrauch der Medikamente geleistet wird und dass Druck auf internationale Pharmaunternehmen ausgeübt wird, um die Medikamente billiger an die Betroffenen abgeben zu können.

Obwohl die antiretroviralen Medikamente (ARV) die Krankheit nicht heilen können, verhindern sie aber die Replikation des Virus und sorgen so für eine Stärkung des Immunsystems um weitere Infektionen abzuwehren. Die ARVs haben in Europa und den USA die Zahl der Aids-Toten deutlich gesenkt und das Leben mit der heimtückischen Krankheit ertragbar gemacht. Obwohl in Afrika südlich der Sahara die Anwendung von ARV-Medikamenten 2002 um zwei Drittel gestiegen ist, hat nur ein Prozent der 4,1 Mio. Betroffenen Zugang zu den modernen Präparaten. Für WHO-Direktorin Gro Harlem Brundtland ist es ein Ziel die täglichen Kosten von zwei Dollar für ARV-Medikamente eines Betroffenen aufzutreiben. Es sei untragbar, dass Menschen wegen dieses Betrages zum Tod verurteilt sind, erklärte die engagierte WHO-Chefin. Es dürfe nicht sein, dass ein Leben auf unserem Planeten so wenig Wert sei.


 

2003: Versuche mit DNA-Impfung gegen Aids starten
Britisches Unternehmen PowderJect rechnet 2006/2007 mit "Nadelstich"-Ende
 

Läuft alles nach Plan sollen 2003 die ersten klinischen Versuche mit einem neuen DNA-Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit Aids starten. Der Impfstoff wurde vom britischen Unternehmen PowderJect http://www.powderject.com in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline entwickelt. Die Ergebnisse vorklinischer Studien an Affen sind vielversprechend, berichtet ABC-News http://www.abc.net.au .
 

"Bei HIV-infizierten Tieren, die mit dem therapeutischen Impfstoff behandelt wurden, konnte die virale Belastung im Blut niedrig gehalten werden", erklärte PowderJect-CEO Paul Drayson. Anders als herkömmliche Impfstoffe, die zur Stimulierung des Immunsystems eine abgeschwächte Form des Virus verwenden, wird beim DNA-Impfstoff ein kleines DNA-Stück genutzt. Laut Unternehmens-Angaben sind durch diese Tatsache sicherere Impfstoff, die sowohl zur Behandlung als auch zur Prävention eingesetzt werden können, zu erwarten.
 

PowderJect entwickelt fünf DNA-Impfstoffe, die mit Überschallgeschwindigkeit als Trockenpulver in die Haut injiziert werden könnten. Dafür wird die DNA mit einem eigens entwickelten Gerät in die Immunzellen der Hautoberschicht befördert. Die Immunzellen agieren als kleine Fabriken, die die DNA in Proteine verwandeln. Die Proteine stimulieren die Immunantwort. Klingt die Methode relativ einfach, so mussten im Zuge der DNA-Impfung für HIV bei der nadelfreien Methode einige technische Hürden überwunden werden.
 

In den vergangenen sechs Monaten steckte PowderJect 36,8 Mio. Dollar in Forschung und Entwicklung. Im nächsten Jahr plant das Unternehmen zusätzlich zwei Studien über seine nadelfreie Technologie. Dabei konzentriert sich PowderJect auf seinen Grippe-Impfstoff Fluvirin. Drayson rechnet damit, das die Jahre 2006/2007 das Ende von herkömmlichen Nadel-Injektionen signalisieren werden.
 


 

Weltbank: 500 Mio. Dollar Kredit für Aidsbekämpfung
Unterstützung für mindestens zwölf weitere Länder Afrikas
 

Die Weltbank http://www.worldbank.org hat weitere 500 Mio. Dollar in der Form von zinsfreien Krediten für das HIV/Aids-Programm in Afrika (MAP) freigegeben. Nach Angaben der Bank sind durch das Programm im laufenden Geschäftsjahr bereits eine Mrd. Dollar für den Kampf gegen Aids in Afrika zur Verfügung gestellt worden. Das Geld soll Ländern südlich der Sahara zugute kommen. In den vergangenen 20 Jahren sind rund 18 Mio. Menschen in Afrika an Aids gestorben. Weitere 28 Mio. von weltweit 40 Mio. HIV-Infizierten leben in Afrika. Schätzungen der Weltbank zufolge verschlimmert sich trotz vielversprechender Entwicklungen die Situation, täglich sollen sich 9.000 Afrikaner mit der Seuche infizieren.
 

Die Weltbank und das Aids-Programm der Vereinigten Staaten, UNAIDS, http://www.unaids.org , schätzen, dass jährlich rund drei Mrd. Dollar für eine Basisvorsorge und die Behandlung auf dem afrikanischen Kontinent nötig sind. Das Programm folgt MAP1, das 2001 zwölf afrikanischen Ländern 462 Mio. für Aids-Programme bereitstellte. Mit MAP2 sollen weitere zwölf bis 15 Länder unterstützt werden. Erstmals wurde auch ein Kredit in der Höhe von 30 Mio. Dollar für das Senegal HIV/Aids Präventions- und Kontrollprojekt genehmigt. Das Projekt unterstützt die Ausführung eines nationalen Strategieplans gegen HIV und Aids für den Zeitraum 2002 bis 2006. Als Teil des MAP-Programmes wurde im Senegal auch ein Pilotprojekt für die Anwendung retroviraler Medikamente gestartet.
 


 

Deutsche AIDS-Hilfe zum Welt-AIDS-Tag 2001:
bewusst SEIN und helfen
 

Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) hat aus Anlass des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember 2001 an die Regierungen der Industrieländer appelliert, sich ihrer Verantwortung im Kampf gegen AIDS bewusst zu sein und sich ihr zu stellen. "Die Aufmerksamkeit für die sich nach wie vor ausbreitende Epidemie darf auch angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation nicht nachlassen," betonte Hannelore Knittel, Geschäftsführerin der DAH. Entschlossenes Handeln der Regierungen in einer gemeinsamen globalen Strategie sei von entscheidender Bedeutung, so Knittel.
 

Dabei gelte es, den im Sommer dieses Jahres auf der Sondertagung der Vereinten Nationen über HIV/AIDS eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. "Wir begrüßen, dass ein gemeinsamer Fonds zur Finanzierung des globalen Kampfes gegen die verheerenden Folgen der Immunschwächekrankheit eingerichtet wurde," sagte Knittel. "Anlass zur Sorge bereitet jedoch, dass Regierungen und Wirtschaftsunternehmen erst 1,5 Milliarden Dollar statt der jährlich benötigten 7-10 Milliarden Dollar eingezahlt haben."
 

Die jüngsten Milzbrand-Erkrankungen in den USA hätten gezeigt, wie umfassend und effektiv auf die Bedrohung durch eine Krankheit reagiert werden könne. Hier sei es für Washington kein Problem gewesen, im Interesse der Betroffenen die Patente der Pharma-Unternehmen zu umgehen, um möglichst schnell die erforderlichen Antibiotika produzieren zu können. "Dieses Vorgehen muss auch bei den Medikamenten zur Behandlung von Aids möglich sein, damit endlich auch die Menschen außerhalb der reichen Länder einen Zugang zu den antiretroviralen Therapien bekommen," forderte Knittel.
 

Dass Deutschland seit vielen Jahren schon zu den Ländern mit den niedrigsten Neuinfektionsraten weltweit gehöre, sei erfreulich, sagte Knittel. Diese günstige Situation stelle einen Erfolg der gegen Ausgrenzung und Diskriminierung gerichteten HIV-Prävention in den besonders gefährdeten Gruppen dar. Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ermöglichten vielen HIV-Positiven hier zu Lande ein längeres Leben und - zumindest phasenweise - mehr Lebensqualität. Dennoch sei AIDS auch für uns keineswegs zu einem Problem geworden, dass wir getrost vergessen könnten.
 

Das Augenmerk gehöre dabei vor allem den Menschen, die aufgrund von rechtlicher, sozialer oder ökonomischer Benachteiligung besonders "verletzlich" sind:
 

? Männer, die mit Männern Sex haben, sich aber nicht als schwul begreifen. Hier gelten vor allem Migranten als HIV-gefährdet, nicht zuletzt deshalb, weil sie häufig weder in ihrem Herkunftsland noch in ihrem hiesigen Umfeld über Sexualität sprechen können und erhebliche Informationsdefizite haben.
 

? Menschen in Haft. Ein erheblicher Teil von ihnen sind Drogengebraucher/innen, darunter viele nichtdeutscher Herkunft; die Krankheits- und Todesrate infolge von AIDS ist Besorgnis erregend.
 

? Migrant(inn)en mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen. Hier gilt es, Grundwissen zu HIV/AIDS zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass auch diesen Menschen im Krankheitsfall ungehinderter Zugang zum deutschen Versorgungssystem möglich wird, ohne dass sie aufenthaltsbeendende Maßnahmen oder andere Nachteile befürchten müssen.
 

? Frauen mit ihren spezifischen Infektionsrisiken und Behandlungsbedürfnissen. Frauen sind nach wie vor sozial, kulturell und ökonomisch benachteiligt. Noch immer richtet sich die medizinische Forschung zu sehr an Männern aus. Das Beratungs- und Betreuungskonzept berücksichtigt noch nicht ausreichend die besondere Situation vieler Frauen. Für die meisten Migrantinnen ist es noch schwerer als für deutsche Frauen, auf ihre Probleme zugeschnitten Angebote zu finden.
 

"So paradox es klingt: Trotz einer Therapie, von der viele Betroffene profitieren, ist unser Aufgabenfeld nicht geschrumpft, sondern - im Gegenteil - gewachsen. Und um es angemessen bearbeiten zu können, brauchen wir schlicht und ergreifend mehr Geld. Nur: der AIDS-Etat der Bundesregierung ist schon seit Jahren eingefroren," sagte Hannelore Knittel. Auch das Budget vieler regionaler AIDS-Hilfen reiche längst nicht mehr, die notwendige Betreuung und Beratung vor Ort abzudecken. "Daher sind wir dringend auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Der Welt-AIDS-Tag bietet auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit, mit dem Tragen einer Roten Schleife Solidarität mit den Betroffenen zu bekunden und die AIDS-Organisationen mit einer Spende in ihrer Arbeit zu unterstützen."
 

DAH-Spendenkonto: 220 220 220 bei der Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00
Weitere Informationen: Hannelore Knittel, Tel: 030 - 69 00 87 - 21
 


 

 

Gemeldete AIDS-Fälle in der Bundesrepublik Deutschland nach Altersgruppe und Geschlecht
(Stand 31.12.2000)            
            
Altersgruppe    männl.    weibl.    Gesamt
fehl. Angaben    5    5    10
0-11 Monate    9    14    23
1-4 Jahre    25    28    53
5-9 Jahre    21    9    30
10-12 Jahre    8    5    13
13-14 Jahre    18        18
15-19 Jahre    72    14    86
20-24 Jahre    412    135    547
25-29 Jahre    1940    511    2451
30-39 Jahre    6855    1055    7910
40-49 Jahre    4604    297    4901
50-59 Jahre    2354    146    2500
60-69 Jahre    493    70    563
> 69 Jahre    72    22    94
Gesamt     16888    2311    19199
 


 

Täglich mindestens eine HIV-Neuinfektion in Österreich
Weltweit bereits 22 Mio. Menschen an Aids gestorben
 

In Österreich gibt es täglich ein bis zwei HIV-Neuinfektionen. "Der Halbjahresstatistik 2001 zufolge kommen wir auf 198 bestätigte Neuinfektionen", sagte Claudia Kuderna, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien http://www.aids.at , heute, Montag, auf einer Pressekonferenz. Im Vergleichszeitraum 1999 waren es 163 und im Jahr 2000 waren es 217 Neuinfektionen. Der Jahrestiefststand 1997 mit 297 infizierten Personen werde heuer sicherlich überschritten werden. Von einer Entwarnung kann laut Kuderna keine Rede sein. Rund 22 Mio. Menschen sind bisher an der Immunschwächekrankheit Aids gestorben.
 

"In Österreich gibt es sei 1983, dem ersten Auftreten von Aids in Österreich, bis zum 31. Oktober 2001 insgesamt 2.127 Aids-Erkrankungen", so Kuderna. Rund 12.000 bis 15.000 Personen haben sich seit 1983 mit dem HI-Virus infiziert. Die Hälfte davon lebt in Wien. Aufgeteilt nach Geschlechtern betreffen die Neuinfektionen zu zwei Drittel Männer. Weltweit gesehen hält sich die Zahl HIV-positiver Menschen die Waage. "Sind in Österreich rund 20 Prozent aller HIV-Positiven Frauen, sind es global gesehen 50 Prozent der Betroffenen", erklärte Wiltrut Stefanek vom Verein H.I.V (Hoffnung, Information, Vertrauen). Die 1998 gegründete Selbsthilfegruppe fordert daher eine frauenorientierte Forschung, wobei die Zusammenarbeit zwischen Frauen, Ärzten und Pharmafirmen an erster Stelle stehen müsse. Der Verein plant eine Vernetzung HIV-positiver Frauen innerhalb Österreichs sowie im Ausland. Eine Vernetzung soll neue Projekte und Ideen für eine Verbesserung der Lebensqualität von Frauen mit HIV bringen.
 

Der Selbsthilfe-Verein "Positiver Dialog" sieht den Anstieg der Neuinfektionen durch einen sorgloseren Umgang mit der HIV-Infektion u.a. durch die besseren Therapiemöglichkeiten begründet. Von ärztlicher Seite her sei die so genannte Kombinationstherapie, die in Österreich versicherten Betroffenen von den Krankenkassen verschrieben wird, ein großer Fortschritt. Die Kombitherapie, die im Monat zwischen 10.000 und 15.000 Schilling kostet, habe allerdings auch negative Seiten. Obwohl die unmittelbare Todesbedrohung wegfalle, klagen Patienten über Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen. Und dass eine Kombinationstherapie zur Heilung führe, sei falsch. Kritik übt die Aids-Hilfe-Wien an den Einsparungen im Gesundheitswesen. Durch Restriktionen einerseits der Kassenleistungen, andererseits bei der direkten medizinischen Betreuung HIV-positiver und Aids-Kranker sei es zu einer Verschlechterung der Behandlung gekommen. Auf dieses und andere Probleme wollen Aids-Institution anlässlich des internationalen Welt-Aids-Tages 2001 am 1. Dezember aufmerksam machen. Infos dazu unter http://www.aids.at
 


 

Aids-ähnliche Immunschwäche bei Affen gestoppt
Forscher hoffen auf ähnlichen Impfstoff für AIDS-Kranke
 

 Gegen die der Immunschwäche AIDS ähnlichen Erkrankung bei Affen Simian Immunodeficiency Virus (SIV) haben kalifornische Wissenschaftler einen Impfstoff gefunden. Wie die Gruppe um Shane Crotty von der University of California im Journal of Virology http://jvi.asm.org schreibt, konnte durch das Serum die Übertragung von SIV beim Geschlechtsverkehr verhindert werden. Durch die Ähnlichkeit von HIV und SIV hoffen die Mediziner einem AIDS-Impfstoff näher gekommen zu sein.
 

Die Forscher infizierten insgesamt 19 Affen mit SIV, die sie direkt in die Vagina einbrachten. Sieben der Affen waren vor der Infektion mit dem Impfstoff geimpft worden, zwölf dagegen nicht. Diese zwölf erwiesen sich nach einem Test alle als SIV-positiv. Nach elf Monaten waren bereits drei von ihnen gestorben und weitere drei an SIV erkrankt.
 

Von den sieben geimpften Affen dagegen zeigten nach demselben Zeitraum nur drei eine hochgradige Infektion mit SIV, die jedoch noch nicht zu einem Ausbruch der Krankheit geführt hatte. Bei zwei weiteren zeigten die Blutwerte eine Ansteckung, die jedoch durch eine effektive Immunantwort erfolgreich eingedämmt war. Zwei der geimpften Affen hatten sich gar nicht infiziert.
 

Die Relevanz dieser Erkenntnisse sei für die Immunschwäche Aids beim Menschen aber nur beschränkt, schreiben die Wissenschaftler. Grund ist, dass die HI-Viren für den Menschen wesentlich ansteckender sind als die SI-Viren beim Affen. Versuche mit einem ähnlichen Impfstoff für Menschen seien aber schon in Vorbereitung.
 


 

Aids: Experten warnen vor neuer Sorglosigkeit
Lifestyle-Drogen senken Hemmschwelle beim Sex

Vor einer neuen Sorglosigkeit im Umgang mit Aids haben Experten zum Abschluss des 8. Deutschen Aids-Kongresses heute Samstag in Berlin gewarnt. Auch in Europa und den USA dürfe die tödliche Immunschwächekrankheit nicht unterschätzt werden, betonte laut dpa Bernd Schwartländer von der UN-Organisation UNAIDS http://www.unaids.org. Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung benutzten vor drei Jahren 67 Prozent der Jugendlichen in Deutschland Kondome, 1999 waren es nur noch 64 Prozent. Lifestyle-Drogen wie Crack oder Speed würden die Hemmschwelle beim Sex senken, meinten die Experten.

In Ländern wie Russland und der Ukraine explodiere die Zahl der Neuinfektionen geradezu. Nach Angaben der Deutschen Aidshilfe http://www.aidshilfe.de waren Ende vergangenen Jahres mindestens 700.000 Menschen in Zentral- und Osteuropa mit dem Aids- Virus infiziert, 480.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Experten warnten auch vor einer falschen Einschätzung der vorhandenen Medikamente zur Behandlung der Immunschwäche. Viele Jugendliche glaubten inzwischen, dass es Medikamente gebe, die eine HIV-Infektion heilen könnten. Die Medikamenten-Cocktails hätten zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. HIV werde auch auf lange Sicht hin nicht heilbar sein.

Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts http://www.rki.de lebten Ende vergangenen Jahres in Deutschland rund 37.000 Menschen mit HIV und Aids. Etwa 2.000 stecken sich jährlich neu an. An dem viertägigen Kongress nahmen rund 1.500 Fachärzte und etwa 600 Betroffene aus aller Welt teil.


 


Aids 2005: Neun Mrd. Dollar weltweit nötig
UNAIDS erstellt Berechnung für aktuelle Sondersitzung der UN-Generalversammlung

Nach einer Berechnung des UN-Aids-Programmes UNAIDS http://www.unaids.org werden für die Behandlung der Immunschwächekrankheit AIDS im Jahr 2005 rund neun Mrd. Dollar jährlich notwendig sein. Diese Aufwendungen wurden anlässlich einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung in New York (25. bis 27. Juni) erstellt. Zur Hälfte soll davon die Bevölkerung Afrikas südlich der Sahara profitieren, wie die aktuelle Ausgabe von Science http://www.sciencemag.org berichtet.

Rund 4,8 Mrd. Dollar seien allein für Präventionsmaßnahmen, die unter anderem der jugendlichen Bevölkerung , Arbeitsplatzprogrammen sowie der Verfügbarkeit von Präservativen zu gute kommen, nötig. 4,4 Mrd. Dollar werden für die palliative Versorgung, die Behandlung, Prophylaxe begleitender Infektionen, antiretrovirale Therapien und die Unterstützung von Waisen benötigt. Ein Drittel bis die Hälfte der Mittel können vom Inland aufgebracht werden, für den Rest bedarf es internationaler Geldgeber.

Weltweit sind rund 36 Mio. Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. 22 Mio. sind in den vergangenen 20 Jahren an Aids gestorben. Schätzungen zufolge infizieren sich täglich weltweit rund 15.000 Personen mit den Aids-Erregern. Für die Sondersitzung werden rund 180 hochrangige Delegierte der Vereinten Nationen und mehr als 2.000 Repräsentanten von mehr als 500 Nonprofit-Organisationen erwartet


 

Aids-Viren im Spenderblut nachweisbar
Übertragung neue Variante von Creutzfeldt-Jakob wird untersucht

 Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt http://www.bmgesundheit.de hat am heutigen Donnerstag die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bei der Bluttransfusionsmedizin betont. Bei der Eröffnung des Symposiums 'Advances in Transfusion Safety - 2001' am Paul-Ehrlich-Institut http://www.pei.de in Langen erklärte Schmidt, dass neue Erreger vor Grenzen nicht halt machen würden. Nicht nur die BSE-Krise habe verdeutlicht, dass auf dem Gebiet der Gesundheit internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Sicherheitsstandards unabdingbar seien. http://www.pei.de/pm/2001/7_2001.htm

Als konkrete Maßnahme zur Sicherheit im Blutspendewesen in Deutschland verwies Schmidt auf ein jüngst gestartetes Stufenplanverfahren des Paul-Ehrlich-Instituts. Darin werden neue Vorschriften für den Arzneimittelmarkt vorbereitet. Einer der Vorschläge sieht vor, künftig auch den direkten Nachweis des AIDS-Virus HIV im Blutspendewesen einzuführen, unabhängig vom herkömmlichen Antikörpernachweis. Der Vorteil der Neuerung besteht darin, dass für den Nachweis der Infektion nicht die Antwort des Immunsystems abgewartet werden muss. Die Viren selbst können schon wenige Tage nach der Infektion nachgewiesen werden. Bei der Umsetzung dieser neuen Maßnahme seien auch logistische Probleme zu lösen, so Schmidt. Insbesondere müsse das Personal der Blutspendeeinrichtungen geschult werden. Die sehr empfindliche Methode könne sonst fälschlicherweise zu positiven Ergebnisse führen.

Ferner hat sich laut Schmidt eine weitere Arbeitsgruppe gegründet, die untersucht, ob die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (vCJK) durch Blut übertragen werden kann. Sie untersucht, ob. Eine hochrangig besetzte Expertengruppe unter Leitung des Paul-Ehrlich-Instituts soll die Lage in Deutschland einschätzen und vorsorgende Maßnahmen vorschlagen. Bisher gibt es keine überzeugenden Hinweise, dass der BSE-Erreger auch über Bluttransfusionen übertragen werden kann. http://www.rki.de/gesund/akblut/blut.htm



 

Geschlecht bei HIV-Risikofaktoren entscheidend
Risikoreiches Sexualverhalten spielt Schlüsselrolle
 

Die HIV-Risikofaktoren bei spritzenden Drogensüchtigen unterscheiden sich deutlich nach Geschlecht. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der Johns Hopkins University http://www.jhsph.edu gekommen. Bei Männern sind ein drogenbedingtes Risikoverhalten und homosexuelle Aktivitäten die wichtigsten Prädikatoren für eine HIV-Serokonversion. Bei Frauen spielt ein risikoreiches Verhalten im heterosexuellen Bereich die Hauptrolle. Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org/issues/current/abs/ioi00801.html
 

Zwischen 1988 und 1998 untersuchte das Team um Steffanie Strathdee drogenbedingte und sexuelle Risikofaktoren für eine HIV-Übertragung bei injizierenden Drogensüchtigen in Baltimore. Die mehr als 1.800 Teilnehmer waren 18 Jahre oder älter und zum Zeitpunkt der Registrierung nicht aidskrank. Mittels halbjährlicher Interviews sammelten die Forscher Daten zur Geschichte des Drogenmissbrauchs, Soziodemographie, Drogenkonsum und sexuellem Verhalten. Zusätzlich wurden bei jedem dieser Termine Blutproben gesammelt. http://www.eurekalert.com/releases/nida-ssl052401.html
 

Für die Feststellung einer HIV-Ansteckung wurden HIV-Tests und das ELISA-Verfahren eingesetzt. Der stärkste Prädikator für eine Serokonversion war bei männlichen und weiblichen Teilnehmern ein risikoreiches Sexualverhalten. In letzter Zeit homosexuell aktive männliche Drogenabhängige waren viermal gefährdeter mit HIV infiziert zu werden. Bei den Frauen waren Indikatoren risikoreicher heterosexueller Aktivitäten entscheidender für eine Infektion als die gemeinsame Nutzung von Injektionsnadeln. Die HIV-Häufigkeit war bei Frauen doppelt so hoch, die in der letzten Zeit mit anderen injizierenden Drogenabhängigen geschlafen hatten.
 

Bei beiden Geschlechtern spielte zusätzlich das Alter als Prädikator eine Rolle. Jene, die bei der Registrierung 30 Jahre oder jünger gewesen waren, wurden doppelt so wahrscheinlich infiziert als Vierzigjährige oder Ältere. Alan I. Leshner, Direktor des National Institute on Drug Abuse (NIDA) http://www.drugabuse.gov erklärte, dass frühere Studien davon ausgegangen waren, dass die meisten HIV-Infektionen auf die gemeinsame Nutzung von Injektionsnadeln zurückzuführen seien. "Diese Studie beweist jedoch, dass bei dieser Gruppe von Drogenabhängigen eine geschlechtsspezifische Intervention in der Behandlung notwendig ist."
 


 

Neuer HIV-Impfstoff verhindert Ausbreitung der Infektion
Kombination von zwei Impfstoffen erfolgversprechend
 

Ein neuer HIV-Impfstoff hat bei Affen die Ausbreitung des Virus unterbunden, selbst wenn sie mit hohen Dosen eines HIV ähnlichen Virus infiziert wurden. Die von den Wissenschaftlern der Emory University http://www.emory.edu geimpften Tiere blieben sieben Monate nach dem Kontakt mit dem Virus gesund. Diese Ergebnisse gehören zu den besten bisher in Tierversuchen erreichten. Tests mit Menschen sollen laut Science http://www.sciencemag.org bereits im nächsten Jahr erfolgen.
 

Der neue Impfstoff basiert auf der Stimulierung des Immunsystems mehr so genannte Speicherzellen zu produzieren. Diese Zellen sind in der Lage, das Virus zu erkennen und bei einer Infektion rasch Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die leitende Wissenschaftlerin Harriet Robinson erklärte, dass man mit dem erreichen Kontrollausmaß sehr zufrieden sei. "Sogar bei jenen Affen, die nur eine geringe Dosis des Impfstoffes erhielten, blieben die Infektionen unter Kontrolle." http://www.nih.gov/news/pr/mar2001/niaid-08.htm
 

Die Affen erhielten zwei Injektionen mit dem Impfstoff, gefolgt von einem gemeinsam mit dem NIAID http://www.niaid.nih.gov/default.htm entwickelten Verstärker, der aus einem bereits in den sechziger Jahren entwickelten Pockenimpfstoff hervorging. Beide Impfstoffe wurden gegen SHIV entwickelt, ein Virus, das Komponenten von HIV und dem verwandten Affenvirus SHIV enthält. SHIV ahmt die HIV-Infektion nach und verursacht bei Rhesusaffen eine schwere Erkrankung. Die hybride Form des Virus ermöglichte den Forschern die Reaktionen des Immunsystems auf den Impfstoff und das Virus zu studieren.
 

Nähere Informaitionen finden zu diesem Thema finden sich im Internet unter International Aids Vaccine Initiative http://www.iavi.org
 


 

Neues HI-Virus entdeckt
Abart ist keine Mutation herkömmlicher Stämme

Experten der Seoul National University (SNU) http://www.snu.ac.kr/engsnu warnen vor einer neuen tödlichen Form des HIV-Virus. Die Forscher fürchten die Unwirksamkeit bestehender Behandlungen und von bereits in Versuchen erprobten Impfstoffen, wie BBC http://bbc.co.uk berichtet.

Das neue HI-Virus wurde erstmals 1998 im Blut eines Aids-Patienten auf Zypern entdeckt. Die selbe Form wurde nun auch in Seoul im Blut einer bereits 1997 an Aids verstorbenen 33-jährigen Frau gefunden. Beide HI-Viren hätten eine gänzlich andere genetische Struktur als das herkömmliche Virus besessen, so die Forscher der Seoul National University. "Die neue Varietät zwingt zur Entwicklung geänderter Aids-Impfstoffe. Die Ursprünge liegen vermutlich in Afrika", erklärte Choi Kang-won von der SNU. Die HI-Virus-Abart sei keine mutierte Form anderer Viren-Stämme.

UN-Berichte gehen davon aus, dass bis Ende 2000 bereits 36,1 Mio. Menschen den HI-Virus in sich trugen oder an Aids erkrankten. Derzeit arbeitet man an verschiedenen Impfstoffen gegen HIV, die bisher noch nicht für sämtlich auftretende Erkrankungsformen anwendbar sind. Grund dafür ist die schnelle Mutation des Virus.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:39
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