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Sudan: Regierung lässt Anschuldigungen gegen Mitarbeiter von Ärzte
ohne Grenzen fallen
20. Juni 2005. Die internationale
Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßt, dass alle
Anschuldigungen gegen zwei ihrer Mitarbeiter in Sudan fallen gelassen
wurden. Landeskoordinator Paul Foreman sowie Vincent Hoedt, Leiter
der Projekte in der westsudanesischen Krisenregion Darfur, waren Ende
Mai vorübergehend festgenommen worden. Hintergrund war ein Bericht
von Ärzte ohne Grenzen über sexuelle Gewalt in Darfur.
“Hoffentlich können wir uns jetzt wieder voll auf die humanitäre
Hilfe für die Opfer des Konfliktes in Darfur konzentrieren“, sagt
Geoff Prescott, Geschäftsführer der betroffenen holländischen Sektion
von Ärzte ohne Grenzen. „Die Menschen in Darfur leiden noch immer
unter Gewalt und mangelnder medizinischer Versorgung. Ärzte ohne
Grenzen wird ihnen weiterhin beistehen.“
Paul Foreman und Vincent Hoedt waren Ende Mai vorübergehend
verhaftet worden. Sie kamen auf Kaution frei, durften aber das Land
nicht verlassen. Dem Briten Foreman und dem Niederländer Hoedt war
Spionage sowie Veröffentlichung falscher Informationen vorgeworfen
worden. Zudem wurden sie beschuldigt, die sudanesische Gesellschaft
zu untergraben. Die Anschuldigungen bezogen sich auf einen Bericht
über sexuelle Gewalt in Darfur „The Crushing Burden of Rape: Sexual
Violence in Darfur“ vom 8. März 2005. Da die sudanesische Regierung
bestätigt hat, dass alle Vorwürfe gegen die beiden Mitarbeiter fallen
gelassen wurden, werden sie ihre tägliche Arbeit so schnell wie
möglich wieder aufnehmen.
Ärzte ohne Grenzen leistet seit mehr als 20 Jahren medizinische
Nothilfe für die Zivilbevölkerung in Sudan. In der Krisenregion
Darfur ist die Organisation an 29 Orten mit 180 internationalen und
3.000 sudanesischen Mitarbeitern im Einsatz. Allein in den
vergangenen zwölf Monaten hat die Organisation dort knapp eine
Million Konsultationen durchgeführt und mehr als 50.000 unterernährte
Kinder behandelt. Ärzte ohne Grenzen steht den Sudanesen nicht nur in
Darfur, sondern auch in anderen Regionen des Landes bei.
Der Bericht „The Crushing Burden of Rape: Sexual Violence in Darfur“
kann abgerufen werden unter:
http://www.aerzte-ohne-
grenzen.de/Service/Publikationen/Hintergrundberichte.php

Vergessene Katastrophen
Ärzte ohne Grenzen präsentierte in New York die jährliche
Liste der am stärksten vernachlässigten humanitären Katastrophen
der Welt. Auf dieser Liste, basierend auf den Medienberichten in
Relation zum Ausmaß der Katastrophen, befinden sich unter
anderem Tschetschenien, Kolumbien, die Demokratische Republik
Kongo und Norduganda sowie die rasant wachsende Anzahl an
Tuberkulose-Toten weltweit. Weitere "Vergessene Katastrophen"
sind die anhaltenden Krisen in Nordkorea und Somalia, die
Situation in Liberia ein Jahr nach Beendigung des Bürgerkrieges,
die permanente Bedrohung der Menschen in Äthiopien durch Hunger
und Krankheiten sowie die Situation in Burundi, wo die Menschen
aus dem Gesundheitssystem ausgeschlossen werden.
"Die unglaubliche Unterstützungsbereitschaft für die
Tsunami-Opfer in Südasien zeigt, welchen Einfluss die
Medienberichterstattung hat, wenn es darum geht Hilfe zu
mobilisieren", so Franz Neunteufl, Geschäftsführer von Ärzte
ohne Grenzen Österreich. "Schweigen ist der stärkste Verbündete
von Gräueltaten. Wir sehen es deshalb auch als unsere Aufgabe
an, Millionen von Menschen, die Opfer von Kriegen oder
Krankheiten werden, eine Stimme zu geben.
Diese zum siebten Mal in Folge veröffentlichte Liste
beinhaltet bereits zum sechsten Mal Kolumbien und die
Demokratische Republik Kongo. Von dort ist gerade Martin Möschel,
Chirurg und Politologe, von einem Einsatz zurückgekommen.
"Operationen nach Schussverletzungen waren unser Alltag",
berichtet er. "Vor allem Frauen werden zunehmend Opfer des
Krieges, sexuelle Gewalt wird in weiten Teilen als
Kriegsstrategie eingesetzt".
Diese "Vergessenen Katastrophen" sind auch im Mittelpunkt der
derzeitigen großen Bewusstseinskampagne von Ärzte ohne Grenzen
in Österreich, die bereits im Herbst gestartet wurde. Sie
richtet sich an die Öffentlichkeit, insbesondere an Schüler und
Lehrer, die mit Hilfe von eigenen Aktionen und Berichten unter
dem Titel "Break the Silence" auf diese Ignoranz aufmerksam
machen. Basis für diese Kampagne war eine breite Untersuchung
aller österreichischen Printmedien über ein halbes Jahr, die zum
gleichen, ernüchternden Ergebnis kommt: Länder wie Bangladesch
und Demokratische Republik Kongo werden von den österreichischen
Medien praktisch ignoriert, ungeachtet dessen was sich dort
abspielt.
"Dabei ist das Interesse der Menschen an humanitären Themen
vorhanden", so die Schlussfolgerung von Gabriele Faber-Wiener,
Kommunikationsleiterin von Ärzte ohne Grenzen Österreich. "Viele
Österreicher schreiben uns, dass sie mehr Informationen wollen,
diese aber aus den Medien nicht bekommen."
Die ausführliche Liste der "10 Vergessenen Katastrophen"
finden Sie unter
www.aerzte-ohne-grenzen.at bzw. kann angefordert werden.
Interviews mit Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen, die in den
jeweiligen Ländern im Einsatz waren, sind möglich.

"Ärzte ohne Grenzen" ruft zum Stopp von
Spenden für die Flutkatastrophe auf
An die
Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen' sind 40 Millionen Euro
Spenden für Flutopfer in Südostasien überwiesen worden. Nun will
'Ärzte ohne Grenzen' keine weiteren Spendengelder mehr für
diesen Einsatz sammeln.
Man könne nun in den
betroffenen Gebieten die wichtigsten Hilfsmaßnahmen einleiten,
sagte Generaldirektor Pierre Salignon in Paris. 'Ärzte ohne
Grenzen' bräuchte hingegen Spendengelder für Krisenregionen wie
den Sudan oder den Kongo.
Einen
Spendenstopp-Aufruf dieser Organisation habe es bislang noch nie
gegeben.

Ärzte ohne Grenzen: Hilfe
voll im Gang
Ärzte ohne Grenzen hat über seine weltweiten Büros für
seine umfangreichen Hilfsaktionen in Südostasien außerordentlich
viele Spenden erhalten. Derzeit beläuft sich die finanzielle
Unterstützung, die Ärzte ohne Grenzen seit Beginn der
Katastrophe erhalten hat, auf etwa 38 Millionen Euro. Allein der
Beitrag der Bevölkerung in Österreich war beachtlich und beläuft
sich derzeit auf etwa eine Million Euro.
Ärzte ohne Grenzen dankt allen privaten Spendern ganz
herzlich, die die Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen nach dem
asiatischen Tsunami unterstützt haben.
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiten Tag und Nacht, um
der betroffenen Bevölkerung in Indonesien, Sri Lanka, Indien,
Thailand und Myanmar Hilfe zu leisten. Weitere Hilfsprojekte
werden noch in den kommenden Tagen und Wochen von Ärzte ohne
Grenzen gestartet. Es ist daher zu früh, um die Gesamtkosten der
Hilfsaktionen von Ärzte ohne Grenzen in den vom Tsunami
betroffenen Gebieten abzuschätzen.
Gemäß seinen Spendenrichtlinien sieht sich Ärzte ohne Grenzen
verpflichtet, die Spenden für genau jene Hilfsaktionen
einsetzen, für die sie bestimmt sind. Ärzte ohne Grenzen geht
davon aus, dass momentan genügend Gelder für die derzeit
geplanten und durchgeführten Nothilfeaktionen vorhanden sind.
Daher fühlt sich die Organisation verpflichtet, die
Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass aufgrund der enormen
Welle an Hilfsbereitschaft Ärzte ohne Grenzen nicht mehr
garantieren kann, dass weitere Spenden für die Nothilfe in der
Tsunami-Krisenregion eingesetzt werden.
Ärzte ohne Grenzen wird aber den finanziellen Bedarf weiter
abschätzen, sobald sich die Bandbreite der Hilfsaktionen in den
betroffenen Gebieten klarer abzeichnet.
Ärzte ohne Grenzen bittet daher die Öffentlichkeit, die
Organisation weiterhin mit Spenden an den Notfallfonds zu
unterstützen. Dieser Fonds befähigt Ärzte ohne Grenzen, den
Opfern der aktuellen Katastrophe in Südasien weiter zu helfen,
sofern sich ein längerfristiger Bedarf abzeichnet. Er ermöglicht
es aber auch, in anderen weltweiten Krisengebieten Hilfe zu
leisten, wie in der kriegsgebeutelten Region Darfur im Sudan
z.B. und anderswo in den über 70 Ländern, in denen Ärzte ohne
Grenzen tätig ist.. Viele dieser Länder brauchen ebenfalls
dringend Nothilfe, umso mehr, da nun einige
(institutionalisierte) Gelder, die ursprünglich für diese
vergessenen Krisen bestimmt waren, nun zur Finanzierung der
Tsunami-Hilfe umgeleitet werden. Ärzte ohne Grenzen fürchtet
daher, dass diese bereits notleidenden Völker dadurch noch
stärker in Gefahr sind.
Der Notfallfonds von Ärzte ohne Grenzen ist eine Geldquelle
für die Hilfsorganisation, auf die sie sofort zurückgreifen
kann, wenn eine Katastrophe passiert. Dadurch ist eine schnelle
Reaktion auf Ereignisse möglich, bei denen die Geschwindigkeit
entscheidend ist, um Leben zu retten. Genau diese Gelder haben
es Ärzte ohne Grenzen auch ermöglicht , seine medizinischen
Nothilfeteams und Hilfsgüter schnell zu entsenden, um den
Menschen in Südostasien, den Opfern des Erdbebens in Bam und der
notleidenden Bevölkerung in Darfur 2004 zu helfen.
Achtung:
Bitte daher vorerst die Kontonummer von Ärzte ohne Grenzen aus
der Auflistung der Flutopfer-Konten zu streichen bzw. das
Kennwort 'Notfallfonds' (s.o.) anzuführen.
Einen Überblick über die umfangreichen Hilfsaktionen finden
Sie unter
www.aerzte-ohne-grenzen.at

medicus 2004: Ärzte ohne Grenzen
zeichnet Ö3 Redakteur Meinhard Mühlmann aus
Im Rahmen der Veranstaltung anlässlich "10 Jahre Ärzte ohne Grenzen
in Österreich" wurde gestern Abend, 22. November 2004, in der Remise Wien
der "medicus 2004" verliehen. Diese Auszeichnung wird von Ärzte ohne Grenzen
jährlich an Personen und Institutionen vergeben, die sich durch ihr
besonderes Engagement im Dienste der medizinisch-humanitären Hilfe
hervorgetan haben. Preisträger in der Kategorie "Medien" ist Ö3-Redakteur
Meinhard Mühlmann. "Ö3 und allen voran Meinhard Mühlmann hat immer ein
offenes Ohr für andere Länder und humanitäre Themen. Dies wurde im Laufe der
vergangenen Jahre wiederholt auf sehr positive und tiefgründige Art und
Weise unter Beweis gestellt", so Ärzte ohne Grenzen. Weitere Preisträger:
Das Wiener Hanuschkrankenhaus sowie Mag. Christian Hauer für die ins Leben
gerufene Initiative "Triestingtal für Ärzte ohne Grenzen".
Im Beisein von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und zahlreicher prominenter
Gäste ehrten der Ärzte ohne Grenzen-Präsident Dr. Clemens Vlasich und
mobilkom austria Geschäftsführer Dr. Boris Nemsic die Preisträger in der
Remise Wien.
Ö3 Chef Georg Spatt über die Auszeichnung an Ö3 Redakteur Meinhard Mühlmann:
"Ich freue mich für Meinhard Mühlmann, weil mit ihm ein Journalist
ausgezeichnet wird, von dem ich seit seinen beruflichen Anfängen weiß, dass
ihm seine Arbeit Anliegen, Freude und Verpflichtung zugleich ist - das
zeichnet ihn aus und ist beispielgebend für unsere tägliche Herausforderung
bei Ö3."
Meinhard Mühlmann wurde am 14. Februar 1973 in Außervillgraten in Osttirol
geboren. Seit April 1998 ist er bei Ö3 tätig. Als Ö3 Redakteur war er
seither mit der Berichterstattung und redaktionellen Betreuung rund um Licht
ins Dunkel (2000 bis 2004) betraut, außerdem mit der Aktion "Nachbar in Not
- Die Ö3-Gemeinde hilft Darfur" sowie der Aktion "Ö3 - Hilfe für die Kinder
Iraks". Weiters hat er zahlreiche Radioreportagen zu sozialen Themen
gestaltet.

Neue Akropolis übergab Benefizerlös
an Ärzte ohne Grenzen
Den Reinerlös eines Benefizfestival von EUR 5700,- konnte der Obmann
von Neue Akropolis Österreich Mag. Hannes Weinelt an Walter Voitl von Ärzte
ohne Grenzen übergeben. Das Geld wird für den Notfallfond der
internationalen Hilfsorganisation verwendet, der speziell für kurzfristige
und ungeplante Projekte eingerichtet wurde.
Das dreitägige Benefizfestival Kultur pur in St. Stefan ob Leoben im
heurigen Juli mit dem Motto "Abraham bei uns daham" war mit 1700 Besuchern
ein voller Erfolg. Über 100 ehrenamtliche Helfer des Veranstalters Neue
Akropolis - Treffpunkt Philosophie organisierten dieses Event um damit auch
ein Zeichen für das notwendige ehrenamtliche Engagement in der Gesellschaft
zu setzen.
Dieses Musik-Festival findet alle 2 Jahre in St. Stefan statt und ist
immer einem Benefizzweck gewidmet: Letztes Jahr die Wohngemeinschaft von
Behinderten in der Algersdorferstrasse in Graz für den Bau von Werkstätten.
Das Projekt wurde nun auch mit der tatkräftigen Hilfe von Mitgliedern von
Neue Akropolis abgeschlossen, die mit über 600 Arbeitsstunden bei den
Bauarbeiten ehrenamtlich mitgeholfen haben.
Heuer brachte das internationalen Musikfestival Szenengrößen des
orientalischen "Crossover" für einen interkulturellen Dialog in die
obersteirische Gemeinde St. Stefan. Alle Künstler unterstützten den
Benefizzweck mit einem Teil ihrer Gage. "Ein tolles Festival, auch wegen der
Idee der gelebten Toleranz, die genau im Sinne von Ärzte ohne Grenzen ist",
so Elisabeth Nyanda, die Vertreterin der internationalen Hilfsorganisation.

Ärzte ohne Grenzen will
"Vergessenen Ländern" helfen
Wettbewerb soll Jugendliche sensibilisieren
Zum zehnten Jahrestag ihres Bestehens ruft die
Österreich-Sektion von Ärzte ohne Grenzen
http://www.aerzte-ohne-grenzen.at unter dem Motto "Break the Silence"
zur Hilfe für "Vergessene Länder" auf. Der Begriff "Vergessene Länder"
bezieht sich auf eine Medianet-Umfrage, die von Ärzte ohne Grenzen in
Auftrag gegeben wurde und zum Ergebnis hatte, dass die ärmsten und
krisengeschütteltsten Länder medial wenig bis nicht abgedeckt werden.
Clemens Vlasich, Arzt, Gründer und Präsident von Ärzte ohne Grenzen in
Österreich, beklagte: "Die Menschen in diesen Ländern sterben nicht nur
an den jeweiligen Katastrophen, sondern auch daran, dass sie vergessen
werden." Konkret hat die Organisation folgende zehn Länder ins Zentrum
ihrer Kampagne gestellt: Bangladesch, Demokratische Republik Kongo,
Inguschetien, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Turkmenistan,
Mauretanien, Malawi, Burundi und Sierra Leone.
Eine andere Studie hat ergeben, dass der Wissensstand österreichischer
Jugendlicher zum Thema humanitäre Hilfe sehr gering ist. Dass aber
großes Interesse besteht, zeigen die zahlreichen Anfragen von Schulen
und Jugendlichen bei Ärzte ohne Grenzen. Gabriele Faber-Wiener,
Communications Director der Organisation, erklärte, Ärzte ohne Grenzen
wolle nicht nur effiziente medizinische Hilfe anbieten, sondern verstehe
sich auch als Sprachrohr für Völker in Not. Der Desinformation der
Jugendlichen soll mithilfe der aktuellen Kampagne beigekommen werden:
Sie sollen zu eigenen Aktionen und mehr Weltoffenheit angeregt werden.
Im Rahmen eines Kreativ-Wettbewerbs sollen in Teamarbeit Projekte zu den
Vergessenen Ländern erarbeitet werden. Gemeinsam mit Reporter ohne
Grenzen, "Der Standard" und der Jugendzeitschrift "Chalk" wird ein
Jung-ReporterInnen-Wettbewerb veranstaltet. Nähere Information zu den
Jugend-Wettbewerben sind unter
http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/breakthesilcence zu finden.
Die Kampagne wurde von der Agentur FCB Kobza entworfen, die Ärzte ohne
Grenzen bereits das vierte Jahr betreut. Die Leitidee "Tod durch
Vergessen" sei ein gewagtes, aber angesichts der Situation in den
betroffenen Ländern kein überzogenes Bild, so FCB-Chef Rudi Kobza.
Hauptsponsor ist die mobilkom austria
http://www.mobilkom.at , die seit fünf Jahren Partner von Ärzte ohne
Grenzen ist. Unternehmenssprecherin Elisabeth Mattes bezeichnete die
mobilkom als Unternehmen, in dem Menschen im Vordergrund stehen. Die
aufrüttelnde Botschaft der Kampagne verteidigt sie mit einem Zitat
Ingeborg Bachmanns: "Die Wahrheit muss dem Menschen zumutbar sein."
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Tschetschenien/Dagestan / ÄRZTE OHNE GRENZEN begrüßt die Freilassung
von Nina Davydovich / Projektleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN weiterhin
entführt
Genf/Berlin (ots) - Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE
OHNE GRENZEN begrüßt die Freilassung von Nina Davydovich, Leiterin
der russischen Nichtregierungsorganisation Druzhba. Sie wurde nach
168 Tagen freigelassen, nachdem sie am 23. Juli 2002 im Kaukasus
entführt worden war. ÄRZTE OHNE GRENZEN wünscht ihr Kraft, sich
schnell zu erholen, und hofft, dass sie so rasch wie möglich zu ihrer
Familie und ihren Freunden zurückkehren kann. Gleichzeitig hofft die
Organisation, dass der im Kaukasus entführte Mitarbeiter von ÄRZTE
OHNE GRENZEN, Arjan Erkel, nun ebenfalls bald freigelassen wird.
Kurz nach der Entführung von Nina Davydovich wurde Arjan Erkel,
der Projektleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Dagestan, am 12. August
2002 in Makhachkala durch bewaffnete Unbekannte entführt. Arjan Erkel
(32) arbeitet seit mehr als sechs Jahren für ÄRZTE OHNE GRENZEN. Sein
Einsatz in Dagestan begann im April 2002. Seit seiner Entführung sind
fast fünf Monate vergangen, und alle Anstrengungen der russischen
Behörden, seine Freilassung zu bewirken, sind bislang erfolglos
geblieben. Noch immer ist unklar, wo Arjan Erkel gefangen gehalten
wird und wie sein Gesundheitszustand ist.
Die Freilassung von Nina Davydovich gibt ÄRZTE OHNE GRENZEN und
Arjan Erkels Familie Anlass zur Hoffnung, dass Arjan Erkel bald
freigelassen werden könnte. ÄRZTE OHNE GRENZEN erwartet von den
Behörden, dass sie alles unternehmen, damit er schnellstmöglich und
unversehrt freikommt.
ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert die Entführer auf, Arjan Erkel
unverzüglich und unversehrt freizulassen.
Seit der Entführung hat ÄRZTE OHNE GRENZEN die Programme in
Dagestan und Tschetschenien eingestellt. Nur die Kooperation mit
chirurgischen und gynäkologischen Einrichtungen in Tschetschenien
besteht in Notfällen weiter. Darüber hinaus unterstützt die
Organisation Vertriebene in Inguschetien.
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6684

Joe Zawinul spielt für Ärzte ohne Grenzen
Benefizkonzert zugunsten der Kriegsopfer im Sudan
Joe Zawinul spielt am Montag, den 18. November im Wiener Etablissement
Ronacher
http://www.musicalvienna.at ein Benefiz-Konzert zugunsten der
Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen
http://www.aerzte-ohne-grenzen.at . Der Reinerlös des Konzertes wird für
die Hilfs-Arbeit im Südsudan verwendet.
Joe Zawinul gilt als einer der wichtigsten lebenden Keyboarder und
Komponisten des Modern Jazz. Der gebürtige Wiener begann seine Karriere unter
anderem mit Hans Koller, Fatty George und Friedrich Gulda im Wien der
Nachkriegszeit. Er verließ 1959 Österreich, studierte kurz an der Music School
in Berklee, wurde Pianist beim Cannonball Adderley-Quintett, wo er unter
anderem mit Kompositionen wie "Mercy, Mercy, Mercy" Weltruhm erlangte. "Als
Musiker und Mitkonzeptionist wirkte Zawinul 1969/70 in der Umschwungphase zum
Electric Jazz an fünf wichtigen LP-Einspielungen von Miles Davis mit", erklärt
der Jazzkritiker Martin Kunzler. 1970 gründete Zawinul gemeinsam mit Wayne
Shorter die Gruppe "Weather Report". Bis 1985 tourte er mit der Band durch
alle Erdteile, gewann zahlreiche internationale Auszeichnungen und feierte
triumphale Erfolge. Seit den späten 80-er Jahren arbeitet der Musiker mit
seinem Ensemble "Zawinul Syndicate" und mit wechselnden internationalen
Ensembles. Bei der zuletzt erschienenen Produktion "Faces & Places"
http://www.esc-records.de
wird der Keyboarder und Komponist vom Kameruner Bassisten Richard Bona und
Etienne Mbappe, dem Schlagzeuger Paco Sery von der Elfenbeinküste, den
Nordindern Amit Chatterjee, Gitarre und Gesang, sowie Zakir Hussain an den
Tablas, der belgisch-afrikanischen Sängerin Sabine Kabongo, dem peruanischen
Perkussionisten Alex Acuna, dem venezuelanischen Perkussionisten Rudy Regalado,
dem Puerto-Rikanischen Perkussionisten Manolo Badrena, der portugiesischen
Sängerin Maria Joao und den Amerikanern Dean Brown an der Gitarre, Victor
Bailey am Bass und Bobby Malach am Tenorsaxophon begleitet.
Der Reinerlös des Konzertes im Wiener Ronacher kommt den notleidenden
Menschen im Sudan zu Gute. Dort herrscht seit 1955 Bürgerkrieg. Trotz eines
Waffenstillstandes Anfang der 70-er Jahre geht der Krieg, dessen Wurzeln in
den wirtschaftlichen, religiösen und sozialen Unterschieden zwischen dem
Norden und dem Süden des Landes liegen, weiter. Dies hat für die Bevölkerung
verheerende Folgen und stellt die humanitären Organisationen bei ihrem
Versuch, den Menschen zu Hilfe zu kommen, vor eine große Herausforderung.
Spendenmöglichkeiten gibt es via SMS unter der Rufnummer 0043 664 660 10 000
auch via Internet kann gespendet werden. Nach dem Auftritt des berühmten
Musikers, gibt es auf der Homepage
http://www.hilfe-ohne-grenzen.at und
http://www.msf.at die Möglichkeit
das Konzert inklusive Bild- und Soundfiles zu erleben.

LifeGen.de: "Ärzte ohne Grenzen" kritisieren Cipro-Deal
(www.lifegen.de) Die Lieferung von Cipro an die US-Regierung durch die
amerikanische Bayer Tochterfirma Bayer Corporation ist seit genau einer Woche
unter Dach und Fach. Auf Druck der US-Regierung beugte sich Bayer den
Preisverhandlungen und liefert sein Medikament Cipro jetzt zu einem
gestaffelten Preis von 95 bis 75 Cent statt 1,75 Dollar je Tablette. Doch das
Entgegenkommen des Pharmariesen ist indes nicht unumstritten, wie das
online-Magazin für Biotechnologie LifeGen.de (www.lifegen.de) berichtet: Die
Organisation "Ärzte ohne Grenzen" wirft mit Blick auf die Aids Katastrophe in
Afrika und anderen Ländern der Dritten Welt nicht nur Bayer "unterschiedliche
Maßstäbe" bei der Handhabung von Preisnachlässen vor. Nicht ohne Grund: Der
Cipro-Wirkstoff kommt auch bei der Behandlung von Aids-Patienten in der
Dritten Welt zum Einsatz - allerdings dort zu nicht reduzierten Preisen, wie
"Ärzte ohne Grenzen" kritisiert.

Ärzte ohne Grenzen starten Cross-Media-Kampagne
Mullbinde als Roter Faden in TV- und Kinospots Mobilkom
ermöglicht Spenden via SMS
Den 30. Jahrestag von Ärzte ohne Grenzen
http://www.aerzteohnegrenzen.at hat die medizinische Hilfsorganisation zum
Anlass einer multimedialen Informations- und Spendenkampagne genommen.
Unterstützt wird die Kampagne von der Mobilkom Austria und der Werbeagentur
FCB. Ein Paket an Aktivitäten soll dem "Sprachrohr der Völker in Not", wie
sich die Hilfsorganisation selbst definiert, mehr Unterstützer und notwendige
Spenden für ihre Einsätze bringen. "Inserate, Plakate, TV- und Kinospots
sollen über mehrere Monate die österreichische Bevölkerung zur Unterstützung
aufrufen", erklärte FCB-Geschäftsführer Rudi Kobza. Die Sujets setzten auf
Einfachheit, Klarheit und eine unverwechselbare Botschaft. Die Spenden sind
mit Unterstützung der Mobilkom auch via SMS, WAP und über die Spenden-Website
www.spendensms.at möglich. "Höhepunkt der Kampagne ist das "Fest ohne Grenzen"
am 22. November auf dem Wiener Flughafen", erklärte
Ärzte-ohne-Grenzen-Pressesprecherin Gabriele Faber-Wiener auf einer
Pressekonferenz.
"Roter Faden für die Kampagne, die von zahlreichen Medien kostenlos
geschalten wird, ist die Mullbinde. Sie ist eindeutiges Symbol für
medizinische Hilfe und Einsatz für Menschen in Not", so Kobza. Das Bild der
Mullbinde bringe die wesentlichen Einsatzbereiche von Ärzte ohne Grenzen
"Erdbeben", "Sudan" oder "Ebola" plakativ zur Geltung. Einfachheit und
Reduktion setzen sich auch in TV- und Kinospots fort. Begleitet von
Soundeffekten soll die sich langsam über Bildschirm bzw. Leinwand entrollende
Mullbinde dramatische Bilder im Kopf des Betrachters erzeugen. Privatsender
und Kinocenter-Ketten haben eine österreichweite Schaltung der Spots bereits
zugesagt. Gespräche mit dem ORF sind noch im Gange.
Die Spenden-Website bietet Infos über die Kampagne und dient als
Spendenplattform. Die Plattform unterstützt alle derzeit gängigen
Spendenvarianten von der traditionellen Zahlschein-Bestellung über
Online-Spenden mit Kreditkarte und meinespende.at bis hin zur SMS-Spende via
Internet. Der gespendete Betrag wird über die nächste Mobilkom-Rechnung
abgebucht. Der Kunde sendet dabei ein SMS mit Angabe des Betrages an die
Spenden-SMS-Nummer 0664/660 330. Der User erhält folglich ein Antwort-SMS und
bestätigt die Spende. "Der A1 Kunde kann aber auch via WAP spenden. Dabei
klickt er im A1-WAP-Portal einfach den Menüpunkt Spenden via WAP", erklärte
die Unternehmenssprecherin der Mobilkom Elisabeth Mattes. Nutzt ein Kunde
eines anderen Netzbetreibers den SMS-Dienst, erhält der User Infos zu seinen
Spendenöglichkeiten. " Es fließt allerdings kein Spendenschilling in die
Werbekampagne", so Faber-Wiener. Die finanzielle Unterstützung der Mobilkom
beläuft sich laut Mattes auf einen einstelligen Millionenbetrag.

ÄRZTE OHNE GRENZEN sendet Hilfsgüter nach Afghanistan und in die
Nachbarländer
In dieser Woche schickt die internationale
Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN 115 Tonnen Hilfsgüter nach
Afghanistan und in die angrenzenden Länder. Mit dem Material versorgt
die Organisation die laufenden Projekte in der Region und bereitet
sich gleichzeitig auf neue Fluchtbewegungen vor.
Am Dienstag wird ein Flugzeug mit 37,5 Tonnen Hilfsgütern in der
kirgisischen Stadt Osh ankommen. Sie sind für die laufenden Projekte
in Faizabad und Ishkashim in der von der Nordallianz kontrollierten
Region bestimmt. Es handelt sich hierbei um proteinreiche Nahrung,
medizinisches Material sowie Ausrüstung zur Wasserversorgung und fünf
Zelte für mobile Kliniken.
Ein zweites Flugzeug landet ebenfalls am Dienstag in Ashgabat in
Turkmenistan. An Bord befinden sich 40 Tonnen Medikamente und
medizinisches Material, Wasser- und Sanitär-Ausrüstung sowie Zelte
und Fahrzeuge. Ende der Woche werden zusätzliche 38 Tonnen Hilfsgüter
dort ankommen.
Diese Hilfsgüter unterstützen die Projekte im Gebiet der
Nordallianz und können auch für Projekte in den von den Taliban
kontrollierten Regionen eingesetzt werden, sobald der Zugang möglich
ist. Die internationalen Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN waren von
dort nach den Anschlägen in den USA evakuiert worden. Im Gebiet der
Nordallianz sind jedoch weiterhin internationale Mitarbeiter tätig.
Sollte es zu Flüchtlingsströmen in die Nachbarländer kommen, kann das
Material auch hierfür verwendet werden.
ÄRZTE OHNE GRENZEN hat Teams im Iran, in Pakistan, Tadschikistan,
Turkmenistan und Usbekistan. In den von den Taliban kontrollierten
Gebieten wurden vor der Evakuierung der internationalen Mitarbeiter
Hilfsgüter zurückgelassen, damit die Projekte weiterlaufen können. In
die Region von Mazar-e-Sharif, im Norden Afghanistans, konnte ÄRZTE
OHNE GRENZEN in den vergangenen zwei Wochen sogar zusätzliches
Material bringen. Außerdem leistet die Organisation Unterstützung für
die Flüchtlinge in den seit Jahren bestehenden Camps bei Peshawar in
Pakistan und Mashad im Iran.
ÄRZTE OHNE GRENZEN befürchtet, dass es mit dem bevorstehenden
Winter zunehmend schwierig wird, Hilfe für die afghanische
Bevölkerung zu leisten. Schon vor den jüngsten politischen
Ereignissen war die Situation besorgniserregend. Krieg, Dürre sowie
eine schlechte Gesundheitsversorgung forderten täglich Menschenleben.
ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet um Spenden zur Unterstützung der
afghanischen Bevölkerung in Afghanistan und den Nachbarländern.
Sparkasse Berlin, BLZ 100 500 00, Kto: 97 0 97, Stichwort:
Afghanistan

Ärzte ohne Grenzen: Rekordergebnis beim Spendenaufkommen / Größte
Sorge ist Afghanistan
Die deutsche Sektion von ÄRZTE OHNE GRENZEN hat im
vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit einem Spendenaufkommen von
47,2 Millionen Mark ein Rekordergebnis erzielt. Dies teilte die
Organisation anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2000 in
Berlin mit. Besonders besorgt zeigte sich die Geschäftsführerin,
Ulrike von Pilar, über die aktuelle Situation in Afghanistan.
Hunderttausende Menschen leben innerhalb des Landes als Vertriebene
oder fliehen vor Krieg und Dürre in die Nachbarländer.
"Afghanen stellen seit Jahren das größte Flüchtlingskontingent
der
Welt, doch Pakistan und Iran wollen ihre Grenzen schließen und die
Flüchtlinge so schnell wie möglich nach Afghanistan zurückschicken,
wo neue Lager errichtet werden sollen. Wie schizophren muss eine
Flüchtlingspolitik sein, die mit der einen Hand Sanktionen gegen die
Taliban verhängt und mit der anderen die vor diesem Regime geflohenen
Menschen in die Unsicherheit zurückschickt?", fragte von Pilar.
Die Organisation ist noch immer mit 70 internationalen und 400
nationalen Mitarbeitern in Afghanistan tätig. Die Menschen seien
dringend auf externe Hilfe angewiesen, da die medizinische Versorgung
teilweise völlig zusammengebrochen sei. Vor einigen Wochen wurde der
Ausbruch von Skorbut in einigen Dörfern bestätigt, da sich die
Menschen seit Monaten nur noch von Tee, Gras und Wurzeln ernähren.
Nach Angaben von ÄRZTE OHNE GRENZEN ist humanitäre Hilfe trotz
Einschränkungen seitens der Taliban noch immer möglich, doch gebe es
gemessen am Ausmaß der Katastrophe zu wenige Hilfsorganisationen vor
Ort.
Ulrike von Pilar forderte die Bundesregierung, die den Vorsitz in
der Gruppe der Geberländer hat, auf, ihren Einfluss auf die
internationale Afghanistan-Politik geltend zu machen. Humanitäre
Hilfe allein sei keine Lösung für die Probleme des Landes.
Die Vorstandsvorsitzende der deutschen Sektion, Gundula
Epp-Graack, wertete den Spendenanstieg um 62 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr als "sensationelles Ergebnis". Dieser Zuwachs geht in erster
Linie auf die Flutkatastrophe in Mosambik zurück. Insgesamt
finanzierte die deutsche Sektion 47 Projekte im Jahr 2000, wobei der
Schwerpunkt in Afrika lag. Als sehr erfreulich bezeichnete Epp-Graack
auch die Vermittlung von 115 Mitarbeitern, von denen die Hälfte
Ärztinnen und Ärzte waren.

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