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US-Einwanderer werden schnell fettleibig
Forscher: Adipositas als kulturelle Erkrankung falschen Lebensstils

Von den US-Einwanderern sind nur etwa acht Prozent fettleibig. 14 Jahre nach der Einbürgerung steigt diese Zahl allerdings auf 19 Prozent an, wie das Journal of the American Medical Association JAMA http://jama.ama-aassn.org berichtet. Die Forscher schließen aus dem überraschenden Ergebnis, dass Übergewicht eine kulturell vererbliche und "ansteckende" Krankheit ist.

Mita Shanghavi Goel von der Feinberg School of Medicine an der Northwestern University in Chicago hat mit seinem Forschungsteam Daten von mehr als 32.000 Teilnehmern aus dem Jahr 2000 untersucht. 14 Prozent der Untersuchten waren Einwanderer. Insgesamt waren unter den Immigranten 16 Prozent adipös, unter den US-Amerikanern 22 Prozent. Innerhalb eines Jahres nach der Einwanderung konnten die Wissenschaftler noch keine signifikanten Veränderungen feststellen.

Offensichtlich sind fast alle Immigranten davon betroffen: egal ob aus Lateinamerika, Asien oder Weiße. Lediglich bei den schwarzen Einwanderern konnte diese Tendenz nicht festgestellt werden. Die Wissenschaftler bemerken jedoch, dass es in der Untersuchung zuwenig Datenmaterial über diese Bevölkerungsgruppe gebe. Die Forscher fordern nun, dass auch Einwanderer besser über die Folgen der Fettleibigkeit und vor allem über Ernährung aufgeklärt werden müssten. Klar werde aus den Ergebnissen, dass die Anpassung an den amerikanischen Lebensstil - zu viel und zu fettes Essen und keine Bewegung - offensichtlich auch von den Immigranten schnell übernommen wird.
 


 

Übergewicht: Starke Belastung für Kniegelenke
Verschiedenste Krankheiten auf Fettleibigkeit zurückzuführen

Schwer übergewichtige Frauen tragen ein zwölf Mal höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken oder sich einer Knieersatzoperation unterziehen zu müssen. Die Wahrscheinlichkeit für hohen Blutdruck ist fünf Mal so groß wie bei normalgewichtigen Frauen. Männer in einer hohen Gewichtskategorie haben acht Mal so oft Diabetes und sechs Mal so oft Knie-Operationen und hohen Blutdruck. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Centers http://www.fhcrc.org/ in Seattle.

Die Wissenschaftler untersuchten 73.000 Erwachsene zwischen 50 und 76, die im Bundesstaat Washington lebten. Laut diesen Daten korrelierte Übergewicht mit 41 gesundheitlichen Beeinträchtigungen, einschließlich lebensbedrohender Erkrankungen wie Herzversagen. Einige dieser Beeinträchtigungen, wie beispielsweise hoher Blutdruck, erhöhen das Risiko für andere ernstzunehmende Erkrankungen. Weiters stand Fettleibigkeit mit gesundheitlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit und chronischer Müdigkeit in Zusammenhang, so Studienautorin Ruth. E. Patterson. "Keine andere Studie hat so viele Daten über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und einer Reihe von Krankheiten erhoben", so Patterson.

Als weitere Komplikationen treten bei übergewichtigen Frauen Herzversagen, Probleme mit der Gallenblase, Lungenembolien, Schlaflosigkeit und chronische Müdigkeit auf. Dafür hatten sie weniger Schwierigkeiten mit osteoporotischen Frakturen und Verstopfung. Bei stark übergewichtigen Männern waren die Hauptprobleme Herzversagen, Müdigkeit, Lungenembolie und Schlaflosigkeit, dafür war die Wahrscheinlichkeit für Prostatavergrößerung vermindert. Patterson fordert von den Ärzten, sie sollten die verschiedenen Möglichkeiten, wie Übergewicht die Gesundheit ihrer Patienten gefährdet, in ihre Beratungen und Behandlungen einfließen lassen.


 

Übergewicht führt zu einem Verlust des Gehirngewebes
Höhe des BMI hat direkten Einfluss auf Temporallappen

Wissenschafter des Sahlgrenska University Hospital http://www.sahlgrenska.se haben nachgewiesen, dass Frauen, die lebenslang übergewichtig sind, eher von einem Verlust des Gehirngewebes betroffen sind. Dieser Verlust gilt laut BBC als eines der ersten Anzeichen, dass ein Mensch an einer Demenz erkranken wird. Zusätzliches Gewicht blieb ein Risikofaktor auch wenn andere Faktoren wie Diabetes berücksichtigt wurden. Der Ergebnisse der Studie wurden in Neurology http://www.neurology.org veröffentlicht.

Die Körpermassenzahl (BMI) definiert, ob eine Person übergewichtig ist oder nicht. Ein BMI von über 25 gilt als Übergewicht, mit über 30 wird von Fettleibigkeit gesprochen. Rund 300 Frauen zwischen 46 und 60 Jahren wurden über 24 Jahre lang begleitet. Alle sechs Jahre wurde eine Computertomografie durchgeführt und der BMI berechnet. Es zeigte sich, dass je höher der BMI war, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Verlust des Gehirngewebes, einer so genannten zerebralen Athropie kommen würde. Übergewicht erhöhte zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau betroffen war. Fast 50 Prozent der Frauen, hatten Gewebe im Bereich des Temporallappens verloren. Der durchschnittliche BMI war in dieser Gruppe höher als in der nicht betroffenen.
 


 

Fettwegspritze: Wirkung erstmals durch Studie bewiesen

Die Injektions-Lipolyse (Fettwegspritze) ist ein kosmetisch- chirurgisches Verfahren, bei dem durch Injektion einer Fett- auflösenden natürlichen Substanz (Phosphatidylcholin aus Sojaöl) lokale Fettpolster zur Rückbildung gebracht werden können. Nunmehr wurde erstmals die Wirksamkeit in einer Studie exakt nachgewiesen.

   Der Wiener Arzt DDr.Heinrich, Spezialist für Fettabsaugung und einer der Vorreiter der Injektions-Lipolyse in Europa, untersuchte die Wirkung der Fettwegspritze an einer Gruppe von Probanden, die sich je 1 bis 3 Behandlungen mit der Spritze unterzogen. Dabei konnte er hochsignifikante Ergebnisse erheben: Im Durchschnitt reduzierte sich der Umfang behandelter Fettpolster um 3cm pro Behandlung. Dellen oder Unregelmäßigkeiten entstanden in keinem Fall. Damit ist erstmals nachgewiesen, daß die Fettwegspritze bei korrekter Injektionstechnik verläßliche und reproduzierbare Ergebnisse liefert.

   DDr.Heinrich, der spezielle Fettabsaug-Kanülen ("Mikrokanülen") auf die er ein EU-Patent hält entwickelt hat, betrachtet die Injektions-Lipolyse als optimale Ergänzung zur Fettabsaugung. Er ist Herausgeber der Österreichische Plattform für Injektions-Lipolyse/Fettwegspritze (ÖPIL), die interessierten Ärzten die Möglichkeit bietet, Einschulungen und Weiterbildungen in der anspruchsvollen Technik der Injektions-Lipolyse zu absolvieren.

   Eine Zertifizierung durch die ÖPIL gibt dem Patienten Gewähr dafür, daß der behandelnde Arzt die anspruchsvolle Technik der Injektions-Lipolyse beherrscht.
 


 

Menschen mit Mutationen des Gens MC4R wiegen deutlich mehr
Effekt bei Frauen doppelt so stark wie bei Männern

Wissenschafter der Philipps-Universität Marburg http://www.uni-marburg.de haben nachgewiesen, dass Mutationen des MC4R Gens bedeutende Auswirkungen auf die Körpermassenzahl (BMI) von Menschen haben. Der BMI ergibt sich durch die Division des Gewichts durch das Quadrat der Größe in Metern. Die Forscher schreiben im Journal of Medical Genetics, http://jmg.bmjjournals.com dass Menschen mit dieser Mutation deutlich mehr wiegen. Das Team untersuchte das Körpergewicht und die DNA von 181 Verwandten von 25 extrem übergewichtigen Patienten mit dieser Genmutation. Es gibt bis zu 34 MC4R-Mutationen, obwohl nur zwei bis drei Prozent der stark Übergewichtigen sie in sich tragen.

Es zeigte sich, dass die Träger der Mutationen über einen deutlich höheren BMI verfügten. Dieser Effekt war bei Frauen etwa doppelt so stark ausgeprägt wie bei Männern. Bei Frauen mittleren Alters waren die Mutationen für 9,5 Kilogramm pro Quadratmeter zusätzliches Gewicht verantwortlich, bei Männern der gleichen Altersgruppe für vier Kilo. Laut den Wissenschaftern besteht ein Zusammenhang zwischen den Mutationen und einer starken Prädisposition zur Fettleibigkeit. Sank das Ausmaß des Übergewichts zwischen Verwandten ersten und zweiten Grades bei Patienten ohne Genmutation deutlich, war dieses Phänomen bei den Verwandten von Patienten mit Genmutation deutlich weniger stark ausgeprägt. Damit ist laut den Wissenschaftern ein weiterer Beweis für die Bedeutung der Mutationen erbracht.

Das Team schreibt, dass es allgemein bekannt sei, dass das Körpergewicht von vielen genetischen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst wird. Die MC4R-Mutationen bedingten eine starke Prädisposition zur Fettleibigkeit. Das starke Übergewicht der Verwandten von Patienten mit Genmutation legt jedoch laut BBC nahe, dass die Mutationen selbst nicht für das Übergewicht verantwortlich sind. Andere genetische und unweltbedingte Faktoren spielten ebenfalls eine Rolle, da auch dünne Menschen über diese genetischen Mutationen verfügen können.


 

Medikament gegen Fettsucht in Pipeline
Australisches Start-up erhält Startfinanzierung

Das Start-up-Unternehmen Adipogen der University of Queensland/Australien (UQ) http://www.uq.edu.au hat mit 182.000 Euro die Startfinanzierung für die Entwicklung eines neuartigen Anti-Fettsuchtmedikaments erhalten. Es zielt auf die eigentliche Quelle der Fettsucht ab und soll die Bildung von Fettzellen im Patienten einschränken. Bereits existierende Medikamente gegen Fettsucht sind entweder Appetitzügler oder Hemmstoffe der Fettaufnahme. In den USA wurde bereits ein Patentantrag eingebracht, ein weltweiter Patentschutz ist im Aufbau.

Das Medikament basiert auf einem von John Prins und Louise Hutley von der Faculty of Health Science identifizierten Schlüsseleiweiß. Dieses Eiweiß bedingt die Produktion von menschlichen Fettzellen. Mit den Fördermitteln wollen die Forscher nun den Mechanismus, welcher der Vor-Fettzellenbildung zu Grunde liegt, bestimmen, und ein Präparat entwickeln, das deren Bildung blockiert. Die Hoffnungen sind groß, dass am Ende der Entwicklung ein Medikament steht, das die Bildung von Fettzellen hemmt und nicht nur den Hunger unterdrückt.

Der Markt für Medikamente gegen Fettsucht (Adipositas) ist groß. Schätzungen zufolge sind allein 20 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung fettleibig. Die Folgekosten werden mit 140 Mrd. Dollar pro Jahr beziffert. Der Markt für Anti-Fettsuchtmedikamente wird auf fünf Mrd. Dollar jährlich geschätzt.


 

Enzym mit Potenzial zur "chemischen Fettabsaugung"
Medikament schrumpft Lipome unter der Haut

Das in New York ansässige Unternehmen Biospecifics http://www.biospecifics.com hat eine konzentrierte Form des natürlichen Enzyms Kollagenase entwickelt. Das Enzym löst Kollagen (Bindegewebe) auf und hat sich bei der Behandlung von Lipomen – gutartigen Wucherungen der Fettzellen im Unterhautfettgewebe – bereits bewährt. Ein Medikament auf Basis des Enzyms löst das die Zellen umgebende Kollagen und verflüssigt die Zellen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Biospecifics, Tom Wegmann, kann sich vorstellen, dass das Enzym auch unliebsame Fettpölsterchen bekämpfen kann. Die "chemische Fettabsaugung" ist aber noch Zukunftsmusik.

Die von Biospecifics entwickelte Kollagenase wird bereits zur Entfernung von totem Gewebe im Zuge der Behandlung von schweren Hautverbrennungen eingesetzt. Bei ersten Tierversuchen hat sich auch das Fettauflösungs-Potenzial bestätigt. Die Forscher injizierten das Enzym in Fettpolster, die Mäusen angezüchtet wurden. Laut Unternehmensangaben verschwanden diese nach der Injektion. Die Wirkung bestätigte sich auch bei ersten klinischen Tests. Nach der Behandlung von Patienten mit kleinen Lipomen, die gewöhnlich operativ entfernt werden, reduzierte sich bei zehn von zwölf Betroffenen die Größe der weichen Knoten unter der Haut. Bei sieben der Patienten schrumpften die Lipome mehr als 50 Prozent. Es ist aber noch unklar, was nach der Zellzerstörung mit dem Fett passiert.

Ebenso ungewiss ist es laut einem Bericht des Fachmagazins New Scientist http://www.newscientist.com , ob das Unternehmen überhaupt die Wirkung des Enzyms auf die Entfernung von Körperfett untersuchen wird. "Es ist eine teure Angelegenheit, um in den USA die Lizenz für eine chemische Fettabsaugung zu erhalten", erklärte Wegman. Nichtsdestotrotz hält Wegman eine Alternative zur herkömmlichen Fettabsaugung als sehr lukrativ. Alleine im Jahr 2001 führten US-Ärzte 800.000 Fettabsaugungen durch.


 

Neues Adipositas-Medikament erhielt EU-Marktzulassung

 

EBEWE hat vor wenigen Tagen die europäische Marktzulassung für Sibutramin (für Fachmedien: Handelsname: Reductil) erhalten. Das Medikament gegen Fettleibigkeit ist der Vertreter einer völlig neuen Wirkstoffklasse, die das Abnehmen unterstützen kann. Das Arzneimittel alleine kann aber keine „Wunder“ vollbringen: ein individuelles Gewichts-Management sowie eine Umstellung des Lebensstils müssen zum Behandlungserfolg das Ihre beitragen. Experten forderten in diesem Zusammenhang jedoch auch ein „Umdenken in der Gesundheitspolitik“.

 

(Phpd 21/01 vom 30.5.2001). Vier von zehn ÖsterreicherInnen sind zu dick. Weltweit leiden 1,2 Milliarden Menschen an Fettleibigkeit (Adipositas). Neueste Zahlen belegen, dass in den USA jährlich 300.000 Personen an Adipositas oder deren Begleiterkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Fettstoffwechsel-Leiden, etc. versterben. Übergewichtige sind zudem u.a. einem erhöhten Tumor-Risiko ausgesetzt und neigen verstärkt zu Erkrankungen des Bewegungsapparats bzw. zu psychosozialen Störungen. Dies gaben Experten bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des 11. European Congress of Obesity in Wien (30.5. – 2.6.2001) bekannt.

 


Adipositas ist eine „teure“ Krankheit – Gegensteuern ist gefordert

 

Kein Wunder also, dass die Forderung, der Adipositas die Stirn zu bieten, immer massiver vorgebracht wird, sind es doch die Begleiterkrankungen, die jährlich drei Mal soviel finanziellen Aufwand verschlingen als die Behandlung der Krankheit selbst. In Österreich werden die Kosten für die Behandlung von Adipositas und ihrer Begleiterkrankungen im Bereich der Krankenversicherung auf sechs bis elf Milliarden Schilling pro Jahr geschätzt.

 

Univ. Prof. Dr. Hermann Toplak, Präsident der Österreichischen Adipositas-Gesellschaft und Vorsitzender des aktuellen Kongresses, forderte daher eine „breitere Refundierung der Prävention durch die Kassen“. Er forderte die Gesundheitspolitik auf, Zielsetzungen und Programme zu entwickeln, die einer weiteren Zunahme der Fettleibigkeit gegensteuern. Toplak: „Sogar bei Kindern steigt durch eine falsche Lebensweise und Bewegungsmangel der Anteil an Adipösen an. Man sollte daher das Motto „Park statt Bildschirm“ forcieren und auch die Lehrer dementsprechend für dieses Thema sensibilisieren.“


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:38
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